Reiche will, dass Tankenstellen Spritpreise nur 1x am Tag erhöht

Da stimme ich voll zu. Aber glaubt hier auch nur einer an eine dauerhafte Einführung des 9€ Tickets?

Ehrlich gesagt finde ich den aktuellen Deutschlandticket Preis, gemessen an dessen Leistung, absolut fair bzw. ziemlich günstig. Mal ernsthaft, selbst bei normalen Benzinpreisen entspricht der Monatspreis nur einer Tankfüllung. Und die brauchen sicher die meisten von uns, regelmäßig.

Aber das sollte nicht der Maßstab sein.

Mit dem ÖPNV braucht man i.d.R. hier im Ruhrgebiet bei Entfernungen von 20-40 km doppelt bis drei mal so lange, das Ziel mit dem ÖPNV zu erreichen, wie mit dem Auto - wenn Start und Zielpunkt nicht gerade an der gleichen Bahnstrecke liegen. Wenn wir Leute überzeugen wollen, dieses Opfer an Zeit auf sich zu nehmen, muss das Ticket eben deutlich günstiger (idealerweise umsonst) sein, damit „es sich lohnt“.

Für die gleichen oder vergleichbar hohe Kosten wird niemand umsteigen. Und klar, wenn man die Gesamtkosten eines Autos vergleicht, ist das Deutschlandticket spottgünstig. Aber der psychologische Unterschied zwischen 100, 50, 10 oder gar 0 Euro ist nochmal ziemlich groß.

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Werden sie nicht, das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Artefakt der Durchschnittsbildung, die offenbar nur geöffnete Tanken berücksichtigt. Um 22-23 Uhr machen viele günstigere, nur tagsüber geöffnete Tankstellen dicht, da steigt das Gewicht der 24h-Tanken im Durchschnitt an, die schon immer deutlich teurer waren, z.B. Autobahntankstellen. Also steigt der Durchschnitt.

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Und dieser Faktor führte eben dazu, dass viele Menschen ihr Auto nicht verkauft haben und voll auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen sind. Die Unsicherheit, wie es in Zukunft weitergeht, war einfach viel zu groß.
Mittlerweile scheint sich ein Preis für das Deutschlandticket gefunden zu haben, den auch die Politik über alle Parteien halten möchte.
Ich bleibe dabei: Die damalige Einführung war ein Erfolg. Hätte danach sauber argumentiert, dass das Deutschlandticket bleibt und bezahlbar für die Masse, so hätte man wahrscheinlich noch erheblich mehr Menschen vom Umstieg überzeugen können, gerade in Großstädten.

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Was aktuell wohl frustrierend ist (zumindest für mich), das man einen Verbrenner fahren muss, eine mittlere dreistellige Summe im Monat vertanken muss, und aktuell keine Ausweichmöglichkeiten hat.
Klar kann man ein bisschen kompensieren (Fahrgeneinschaft, private Fahrten vermeiden, andere Ausgaben vermeiden), aber es bleibt ein gewisses Gefühl der Machtlosigkeit.

Gewissermaßen die psychologische Komponente zum Geldbeutel. :wink:

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Gehen wir mal von 350€ Tankgeld aus, so sind das, Super E10 zu 2,10€/Liter vorausgesetzt, 167l Super, die man verbrannt hat. Das waren vorher 275€ im Monat (E10 zu 1,65€/Liter vor der Krise).
Also auch schon eine mittlere dreistellige Summe.
Klar, 75€ mehr im Monat für Tanken ausgeben tut weh, das verstehe ich. Es war aber auch vorher schon im mittleren dreistelligen Bereich.
Worauf ich hinaus will: Dein Kommentar liest sich so, als ob man vorher locker für unter 100€ im Monat getankt hat und es nun gleich dreifach so teuer ist. Das ist es aber nicht. Es war vorher auch schon echt teuer …

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Bei Familien ist man dann aber halt auch schnell beim 4-fachen. Das ist dann lukrativ wenn man dadurch wirklich entweder auf sehr viele Kilometer verzichten kann (z.B. Pendler) oder gar auf ein Auto inkl. aller Fixkosten.

Wer aber nur einen Teil seiner Mobilität per ÖPNV abdecken will, für den lohnt es sich nicht automatisch. Und so steht dann bei jeder Fahrt wieder das Auto in Konkurrenz zum ÖPNV und da ist man bei Einzeltickets oft teurer dran und nutzt deshalb doch wieder das Auto.

Für mehr Lenkungswirkung bräuchte es dann deutlich günstigere Einzelfahrten.

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Das ist der Preisverlauf an der nächsten RAN Tankstelle.
Brutaler Peak zwischen 12:00 und ca. 13:00, danach Stufen nach unten, ab dem späten Nachmittag bis zum nächsten Tag 12:00 ein stabiler Preis.

Der Preis am 1. April hatte am Abend das Niveau vom 30. März.

Das meine ich. Grundsätzlich eine dreistellige Summe im Monat ausgeben zu müssen ist schon üppig.
Die aktuellen Erhöhungen sind nochmal on top.

Aber mal weiter gedacht:

Wenn jetzt die Menschen in großer Zahl aufs Auto verzichten würden oder auf eAutos umsteigen…

  • die Mineralölbranche hätte massive Einbußen. Entlassungen der dortigen Mitarbeiter in großer Zahl?
  • Die Regierung hat signifikante Einbußen an Steuereinnahmen (Mineralölsteuer, Ggf Versicherungssteuer, Mehrwertsteuer, KfZ-Steuer)
  • Werkstätten hätten ggf. ebenfalls Einbußen

Wie würde eine Regierung reagieren? Stromsteuer? Höhere KfZ-Steuer auf eAutos erhöhen?
Werkstätten und Händler haben welche Möglichkeiten? Preiserhöhungen wären ja nicht zielführend…

Mit Habeck haben das Ministerium noch selbst seine Aufgaben machen können (abgesehen vom juristischen Gutachten)

„Kernaufgaben auslagern? Ministerium mit Reiche ohne ausreichend Expertise

Wahrscheinlich will Reiche SteuerGeld ausgeben um Wünschdiewas Ergebnisse zu bekommen…

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Das stimmt natürlich. Wer nur selten mit dem ÖPNV fährt und im Regelfall das Auto nutzt, für den lohnt sich ein Deutschlandticket nicht.

Wie günstig müsste deiner Meinung nach ein Ticket sein, damit jemand für 20–40 km 30, 60 oder gar 90 Minuten länger bereit ist zu fahren? Meine These: Der Normalverdiener würde maximal 30 Minuten akzeptieren, und auch das nur, wenn der Komfort stimmt, er also im Zug zuverlässig arbeiten kann, die Pünktlichkeit stimmt und er Platz hat.

Das ist aktuell aber vor allem in Stoßzeiten nicht zu machen, und zu günstige Tickets erschweren es zusätzlich. Daher sollten wir lieber jeden Euro in eine bessere Infrastruktur stecken als in zu günstige Tickets.

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Oder die Ursula von der Leyen nachfolgen. Beste Bewerbung for Brüssel ist Steuergeld für unnötige Berater zu verschwenden und dann die Daten zu vernichten.

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Und was ist hiermit? Folgen des Iran-Kriegs: Wo weitere Engpässe drohen | tagesschau.de

Habeck hat in Zeiten knapper Energie die Wärmepumpe vorangetrieben, die verbraucht weniger Energie / Fossile Brennstoffe. Genau das hat Reiche erst vor kurzem aufgeweicht.

Wir haben Glück dass unter der Ampel die EE wieder Fahrt aufgenommen haben. Reiche bremst bei dem Ausbauen der EE und bringt uns mit ihrer Kraftwerksstrategie in großen Versorgungsrisiken.

Europa hat viel Aluminium aus Recycling gewonnen. Der Alu Schrott wird mittlerweile ins Ausland/ USA verkauft, die Branche fordert schon lange Zölle um dies zu verhindern, Reiche bleibt tatenlos

Habeck wusste früher wo man klinken putzen musste um Energie her zu bekommen. Warum macht Reiche das nicht auch wenn das Helium knapp ist. Es gibt ja noch andere Produzenten

https://www.heise.de/hintergrund/Helium-Warum-die-Versorgung-mit-dem-Edelgas-unuebersichtlich-ist-7285962.html

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Ja, die Taktung im ÖPNV ist das zentrale Problem. Wenn der Zug nur jede Stunde fährt und ich dann im schlimmsten Fall 40 Minuten auf den Anschluss warten muss, werden die Reisezeiten eben sehr lang.

Deshalb bin ich ja grundsätzlich für massive Reformen in der Praxis des ÖPNV. Autonomer Verkehr ist nirgends einfacher zu realisieren, als auf der Schiene, weil der Zugführer wirklich nur Hindernisse auf dem Gleis erkennen können muss, was eine AI definitiv jetzt schon besser und zuverlässiger kann als ein Mensch. Und wenn Personen auf Gleisen sind muss die Bahn endlich dazu übergehen, die Züge konsequent mit entsprechend verringerter Geschwindigkeit da durch fahren zu lassen (im schlimmsten Fall Schrittgeschwindigkeit), statt den Zugverkehr völlig einzustellen und zu warten, bis die Polizei das gesamte Gelände überprüft hat und die Strecke wieder freigibt (was regelmäßig Ewigkeiten dauert…). Das ist ein typisches Beispiel, wo Über-Sicherheit extrem auf Kosten der Effizienz geht.

Mit autonomen Zügen und Stellwerken könnten wir die Taktung auf den meisten Strecken vermutlich locker verdoppeln. Autonome Busse wären das nächste Thema, etwas komplexer, aber auch ohne Weiteres machbar, wie andere Länder zeigen. Die Technologie für autonome Züge gibt es schon seit 40 Jahren und ist extrem erprobt, autonome Busse waren 2023 bereits in 24 Ländern unterwegs, die Hälfte aller autonomen Busse fährt in China, weil man dort nicht diese übertriebene Angst vor Haftung und generell neuen Technologien hat. Und autonome Busse und Züge können die Kosten des ÖPNV nebenbei auch massiv senken.

Statt aber da von staatlicher Seite massive Förderungen drauf zu werfen, wird lieber wieder der Absatz von Autos gefördert.

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Was aus volkswirtschaftlicher Sicht doch immer wieder faszinierend ist: eine auf mehrere Jahre ausgelegte Entscheidung richte ich am heutigen Spritpreis aus.
Und den Sommerurlaub finanziere ich mit einem 3-Jahres-Darlehen. Wie kann man so einem Verbraucher Technologieoffenheit anvertrauen?
Das kann doch nur in die Hose gehen.

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Wie oben schon gefragt:

Wenn wir massiv vom Auto weggehen, wie kompensieren Staat (Steuern) und Unternehmen (Umsätze) dann die Ausfälle die dann durch fehlende Einnahmen durch das Auto entstehen?
Und der Dauerbrenner Arbeitsplätze….wäre das ein Problem, wenn wir die Autoindustrie massiv runterfahren würden durch Verringerung des Absatzes?

Mal rein hypothetisch (und in die Denkweise der Politiker hineinzukommen)

Wenn ein Zweig schrumpft, wächst aber auch ein anderer.
Weniger Fossile → mehr EE
Weniger Tankstellen → mehr Ladestationen
Weniger Tankstellenbetreiber → mehr Elektriker
Weniger Autos → mehr ÖPNV

Etc. Man hat früher auch nicht die berühmten Sattlereien gerettet.

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