Vielleicht habe ich einen Denkfehler, aber systemisch sind gebrauchte E-Autos komplett irrelevant. Wenn weiterhin 80% Neuwagen Verbrenner sind, ändert sich dauerhaft gar nichts. Mit einem gebrauchten E-Auto reduzierst du deinen persönlichen Fußabdruck, was ja auch ok ist.
Verteilung der Neuzulassungen 2025 (in 4 Bereichen)
Bereich
Enthaltene Fahrzeugklassen
Anteil (bereinigt)
1. SUV & Geländewagen
SUVs, Geländewagen
47,6 %
2. Kompaktwagen
„Golf-Klasse“ (z. B. VW Golf, Opel Astra)
18,0 %
3. Klein- & Kleinstwagen
Kleinwagen (Corsa/Polo) & Minis (Fiat 500)
15,3 %
4. Mittel- & Oberklasse
Mittelklasse, Premium-Segmente, Vans, Sportwagen
19,1 %
Und mal überlegen, welche Neuwagenkäufer hier relevant sind und ob es wirklich an den finanziellen Mitteln scheitert.
Ging ja eher um den generellen Umstieg bei eAutos.
Und daher speziell bei kleinem Geldbeutel.
Ich schätze auch, wer ein Verbrenner jenseits der 50.000€ kaufen kann, wird problemlos auch ein eAuto bezahlen können und auch in vielen Fällen eine Wallbox installieren können.
Aber wie deine Grafik zeigt: ist auch nur ein Teil der Autokäufer. Systemisch gesehen.
ich würde das gar nicht so hoch hängen. Selbst in dem Kennzeichen E Podcast [KE005] hat @vieuxrenard vorgetragen, dass die finanzielle Ersparnis eines E-Autos jetzt nicht die Welt ist. Aber immerhin im Worst Case Szenarios eines Laternenparkers fährt man immer noch 1,- Euro günstiger auf 100 km als mit Verbrenner. Klar, die reale Ersparnis wird wohl bei 5€/100km liegen, aber auch das macht die Investitionskosten nur langsam wett.
Einfach den alten Verbrenner weiterfahren bis er auseinanderfällt und dann umsteigen.
Wenn man Forderungen wie das Verbrenner-Aus 2030 aufstellt oder für Habecks Heizungshammer für richtig hält, heißt es nicht, dass man verlangt, dass sofort alle umsteigen, sondern dass man beim nächsten Auto, wenn das alte und die alten keinen TÜV mehr erhälten, einen Stromer kauft und bei der nächsten Heizung sich für eine umweltfreundliche Variante entscheidet.
Und ja, am Ende kommt es darauf an, dass wir alle aus der fossilen Welt aussteigen.
Irgendwann kann es der Fall sein, dass die Politik wirklich gezwungen sieht, den Brechstange anzusetzen. Dann lieber sich früher bewegen.
Übrigens werden für die beliebtesten Verbrenner unter den Gebrauchtwagen regelmäßig zwischen 10 und 20.000 Euro ausgegeben. Wäre zum Vergleixjnur fair, dann auch im entsprechenden Preissegement zu schauen.
Und voila: über 3000 Angebote in Essen und Umgebung.
Mir geht’s 0 darum, dass nun alle eins kaufen sollen. Ich bin einfach diese lamoryanten Ausreden leid, warum das angeblich alles für eine große Gruppe nicht gehen soll. Fast jeder, der sich einen gebrauchten kauft, kann auch ein E-Auto nehmen. Es gibt Gründe, das nicht zu tun, aber für fast keinen sind die so prohibitiv wie hier getan wird.
Das sollte es vermutlich auch nicht. Erstens beschweren sich eher die SUV als die Clio Fahrer (wohlhabende machen die Regierung für alles verantwortlich was ihren Reichtum schmälert, sozial Schwache kommen gar nicht auf diese Idee) .
Und zweitens haben sich bei der letzten Wahl 90% dafür entschieden in die fossile Welt zurück zu wollen.
Diese Vollkasko Mentalität kombiniert mit
ist aus meiner Sicht das Thema. Ob BEV nun jeder kaufen kann ist ein Nebensächlichkeit die auch bei der 100. Wiederholung nicht kriegsentscheidend ist.
Denn selbstverständlich entscheidet die Gesellschaft mit ihrem Tun darüber was passiert. Egal ob Wahl oder ob Fahrrad statt Auto.
Leider sind viele nicht bereit ihre Verantwortung zu akzeptieren oder sie verstehen es nicht.
Das ist der Grund warum nur über den Geldbeutel oder Gesetze eine Veränderung erreichen.
Beides wurde abgewählt.
Und deshalb ist die Ursprungsaussage nicht „wenig einfühlsam“ sondern bringt es auf den Punkt
Genau diese Diskussion wurde jetzt schon mehrfach im Forum geführt - zu unterschiedlichen Varianten der gleichen Aussage bspw.: Aktuelle Benzinpreise
Interessant fände ich ob es Vorschläge gibt für ein anderen Umgang/Framing mit der Thematik „Gas und Öl werden teuer, das ist wieder ein Argument für Erneuerbare - wir haben es euch ja gesagt, nur ohne dass es klingt wie wir haben es euch ja gesagt“
Weil In Summe habe ich das Gefühl wird um diese Formulierung gerungen, während sich in der Sache die meisten weitestgehend einig sind
Ich denke relativ einfach man könnte ja einfach Vorschläge machen wie die Politik es so umsetzten könnte ohne das jemand 3000€ auf der hohen Kante haben muss. Ganz ab von deutlich mehr für andere Dinge. Und was die Menschen knapp am Existenz Minimum bitte tun sollen um da mit mache zu können. Geld zurück legen ist da ja klar die Option die nicht geht. Das gleiche können wir ja auch mit fürs Alter Vorsorge durchspielen und und und. Die Realität von mindestens 25-40% der Deutschen ist halt ±0 am Ende vom Monat. Und wenn die Politik schon keine sinnvollen Vorschläge macht ….
Das wir alle gemeinsam etwas für den Klimaschutz tun müssen, würde glaube ich mit Masse (bis auf Unbelehrbare) niemand bestreiten, sondern sogar unterschreiben.
Aber es ist wohl genauso überzeugend zu sagen, ihr müsst euch (die finanzielle Situation oder Rahmenbedingungen ausblendend) jetzt alle eAutos kaufen, Wärnepumpe einbauen und Solar aufs Dach packen, völlig easy, No-Brainer, wie einem Einbeinigen zu sagen, er soll einfach mal schneller laufen.
Wenn man den Menschen von Seiten des Staates die Rahmenbedingungen bietet und ein klares verlässliches Ziel vorgibt, und für alle bezahlbare (oder für einen Invest reizvolle) Angebote macht, lassen sich Menschen leichter überzeugen.
Ich bin nicht überzeugt, das Menschen zum Beispiel krampfhaft am Verbrenner festhalten, weil sie gern Benzin riechen und komplexe anfällige Technik lieben, sondern weil die Alternativen noch nicht durchgängig überzeugend sind.
(Der Kassette oder VHS weint ja auch keiner mehr nach, weil die Alternativen ja nun besser und bezahlbar sind).
Nur beim aktuellen Zick-Zack-Kurs weiß weder der Wähler noch die Industrie, wo die Reise hingeht und auf welches Pferd man setzen soll.
Die müssten garnicht groß “mitmachen”, weil die mangels Konsum eh nicht so viel co2 verursachen. Wenn man Maßnahmen so umsetzen würde, die auf die großen Emittenten an der Spitze der Vermögensverteilung zielten, würde das reichen. Verbunden mit Klimageld käme am Ende grade für einkommensschwache Haushalte ein deutliches Plus heraus, ohne, dass sie überhaupt was ändern müssten. Die besonders wohlhabenden können sich aber besser wehren und lauter jammern und haben ein viel ausgeprägteres Gefühl, dass sie sich ihren Überkonsum ja verdient hätten. Und da erschlafft der Reformeifer der Politik dann schnell.
Man kann dem Staat nicht vorwerfen, dass er nicht Anreize geboten hätte. Wer gegen Verbote ist, muss halt akzeptieren, dass sich Menschen dann trotzdem anders entscheiden.
Aber ist von Seiten der Politik oft nicht wirklich gradlinig. EAuto-Förderung, aber trotzdem Rückzieher beim Verbrenner-Aus, dan doch wieder eAuto fördern…..hat manchmal bissl was vom Trump-Kurs.
Vielleicht erwarte ich aber da Zuviel Klarheit, ist in der demokratischen Politik wohl so gar nicht möglich
Der Witz ist ja ein Teil der Industrie hat den Schuss durchaus gehört und macht bei dem Schlimmgerkurs nicht mit. Aber etliche ganz große sehen ihre Fälle dahin schwimmen und andere haben ewig aufs falsche Pferd gesetzt. Dazu kommt das wir in einer Welt leben in der die Demokratie an immerwährendes wirtschaftliches Wachstum geknüpft ist. Wir haben gelernt Demokratie heißt es geht uns immer besser und besser. Und jetzt wo dieses Versprechen nicht mehr so ganz auf geht wird es haarig. Aber da scheinbar keiner die traute hat auch denen mit richtig Geld zu sagen ok Leute es wird enger und die in der Mitte das Gefühl haben zerquetscht zu werden und deswegen nach unten treten haben wir ein echtes Problem. Dazu kommt das irgendwann in den 90 gern die Gesellschaft zu Einzelgängern mutiert ist und wir plötzlich merken ups wir sind hier weder alleine noch kommen wir ohne andere aus und es gibt weniger zu verteilen wird es echt ungemütlich.
Das hört sich so an als ob wir erst seit kurzem über diese Themen reden. Dem ist aber nicht so, relevant wurde das Thema E-Auto in Deutschland 2015, den ersten Umweltbonus gab es ab 2016. Starke staatliche Förderungen und steigende Zulassungszahlen kamen 2020. Das ist über 5 Jahre her.
Noch krasser sieht es bei Wärmepumpen aus, da gab es schonmal einen Hype nach der ersten Ölkrise 1973. Damals bliebt der Markt aufgrund der noch recht hohen Preise aber relativ klein und flachte wieder ab, als Öl und Gas wieder günstig waren. Zu dem Zeitpunkt gab es auch die ersten Spritspar-Fahrzeuge und E-Autos. Ich erinnere mich noch gut an die Folge von Peter Lustig, in dem er sein E-Auto vorstellte.
Die Wärmepumpe kam dann ab 2020 und der Markt wächst momentan stark.
Es ist also nicht so, als ob man nicht schon seit Jahren weiß oder wissen kann, was sinnvoll ist.
Meine erste Solaranlage ist mittlerweile 15 Jahre alt, damals noch mit einem Zusatzkredit bezahlt, da wir das Geld dafür nicht hatten. Aber aufgrund der Förderung bezahlte sich die Anlage ihren Kredit selbst. Vor knapp 6 Jahren wurde unser Zweitwagen elektrisch (damals durch Leasing einer Zoe für 99€ im Monat), seit mehr als 4 Jahren fahre ich auch beruflich nur noch vollelektrisch zwischen 60 und 70tkm im Jahr.
Ja, es kann nicht jeder jetzt sofort auf E-Auto und Wärmepumpe umsteigen. Es gibt allerdings sehr viele Menschen, die sich das ohne Probleme hätten leisten können.
Wenn ich mitbekommt, was sich an Fake-News bei vielen Menschen zu E-Autos verfestigt hat, denke ich eher, dass die breite Verunsicherung hierzu ihr übriges getan hat.
Meine persönliche Meinung dazu: Es ist schon seit Jahrzehnten klar, dass das sinnlose Verbrennen fossiler Treibstoffe nicht zukunftsfähig ist. Jede/r kann für sich selbst entscheiden, welchen Weg er/sie geht und gehen kann. Die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen muss man dann aber auch selbst tragen. Natürlich kann sich nicht jeder momentan ein E-Auto leisten und der Umstieg auf eine energieeffizientere Technologie wird noch dauern.
Mein Mitleid hält sich momentan aber in Grenzen, auch aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen von „E-Auto Spinner“, „Wenn ich E-Auto fahren will geh ich auf die Kirmes“, „Kauf dir mal nen richtiges Auto“ etc.
Wie soll ich denn für die Konsequenzen meiner Handlungen verantwortlich sein, wenn ich durch die Rahmenbedingungen gezwungen bin. Solche Aussagen wie deine sind es die Leute, die es sich nicht leisten können dann ärgert. Da musst du dann halt auch mit Leben. Und diese Menschen verliert man dann auf dem Weg. Wenn mir jemand andauernd sagt lauf schneller, obwohl ich nicht schneller laufen kann, setze ich mich halt erst Recht irgendwann hin. Wähle CDU oder AFD. Einfach nur um die Leute zu ärgern die mich andauernd anschreien. Ist das schlau? Nein. Aber der CDU traue ich zumindest zu, das sie dafür sorgt das jeder unglücklich ist. Nicht nur ich. Und das ist ein theoretisches ich. Natürlich wähle ich weder CDU noch AFD aber viele da draußen machen das. In Rheinland Pfalz grob 20% AFD
Du hast scheinbar ein eigenes Haus mit einer Solaranlage und zwei E-Autos. Für die “erste” Solaranlage hast du bei der Bank damals trotz Haus einen Kredit bekommen. Ich gehe davon aus bei 60-70tkm im Jahr arbeitest du auch nicht für ein Gehalt knapp über Mindestlohn. Versetz dich doch mal in eine entsprechende Person, die jetzt Nudeln ist weil alles andere zu teuer wurde und liest wie jemand in deiner Lebensituation sagt..ja das sind halt die Konsequenzen deines Handelns. Ist eher bescheiden,oder?
Ja, Rahmenbedingungen können einschränken – aber daraus abzuleiten, dass man gar keine Verantwortung mehr für das eigene Handeln hat, halte ich für zu einfach. Die Realität ist meistens irgendwo dazwischen: Man hat nicht alle Möglichkeiten, aber eben auch nicht gar keine. Mich persönlich stört einfach dieses „Jetzt plötzlich sollen alle auf E-Auto und Wärmepumpe umsteigen“, weil es eben nicht stimmt.
Und dieses „Dann wähle ich halt aus Trotz, um andere zu ärgern“ bestätigt am Ende genau das Problem. Das ist keine Reaktion auf Ungerechtigkeit, sondern eine Entscheidung, die man bewusst trifft – mit allen Konsequenzen für andere. Das kann man nicht gleichzeitig als unausweichlich darstellen.
Was meine Lebenssituation angeht: Klar ist die anders. Aber das ändert nichts daran, dass man über Themen sprechen kann, ohne dass jede Aussage automatisch ungültig wird, nur weil sie nicht aus exakt derselben Lage kommt. Sonst kann man sich jede Diskussion sparen.