Ich finde es sehr schade, dass in der ersten aktuellen Lage nach der Sommerpause nur über den „schönen Sommer“ geredet wurde und das Thema Klimawandel/-Schutz/-Anpassung nur als allerletztes im Rahmen einer Richtigstellung stattfand. Wir hatten offiziell den 2. wärmsten Sommer seit Aufzeichnungsbeginn und es ist im Deutschlandmittel „nur“ der Zweitwärmste geworden weil der Norden Glück hatte und den Schnitt gedrückt hat. In der kompletten Südhälfte war es teils mit Abstand der wärmste je gemessene Sommer. Heftigste Dürre, Ernteausfälle, Rekordniedrigwasser, Hitzetote, massive Waldbrände im In- und Ausland, jetzt noch die Katastrophe in Nepal, die auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel steht. Nach einer solchen Sommerpause hätte ich es für angemessen empfunden das Thema Klima als Topthema Nr.1 zu thematisieren und danach dann gerne doe restlichen sicherlich auch nicht unwichtigen Themen. Denn das wäre seiner Wichtigkeit gerecht geworden.
Das sehe ich auch so. Allerdings sollte man dem Thema seiner Bedeutung angemessen perspektivisch richtig Platz einräumen. Vielleicht kommt das ja noch.
Ansonsten bin ich für regelmäßige Thematisierung, wie hier schon mal dargelegt:
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Verschiedene Studien zeigen: Extremwetterereignisse wie lang anhaltende Dürre- und Hitzeperioden können zum „window of opportunity“ für zukunftsweisende Entscheidungen werden. In Phasen hoher Aufmerksamkeit wird es möglich, relevante Veränderungen für mehr Klimaschutz und -anpassung in die Wege zu leiten. Allerdings nur, wenn die Situation kommunikativ genutzt wird.
Also ich könnte mir vorstellen, dass einerseits die Zeit und Themen nun mal begrenzt sind in einer Folge und zweitens:
Es gibt eigentlich keine neuen Erkenntnisse oder? Letztendlich tritt doch genau das ein, was Klimaforscher und Aktivisten uns seit Jahren um die Ohren hauen.
Die Reaktionen darauf waren auch zu erwarten. Die CSU will die Ernteausfälle der Bauern kompensieren, statt etwas gegen den Klimawandel zu tun. Es werden einfach Symptome behandelt, statt die Ursache anzugehen und ich finde daran von der Union nichts überraschend.
Ulf und Philipp könnten doch maximal sagen: Ja, es war viel zu warm, ja, es wird immer trockener und dadurch fallen Ernten aus, ja, auch letztes Jahr waren die Flusspegel für die Schiffe zu niedrig und das schädigt die Wirtschaft und und und und…
Versteh mich nicht falsch, ich würde mir da auch mehr Bewusstsein in der Bevölkerung wünschen, aber ich weiß nicht so recht, wie das bei diesem politischen Klima klappen soll…
Wie wär’s mit Information zu Klimaschutz als Wirtschaftsthema?
Und die jüngsten Untaten der Bundeswirtschaftsministerin sind auch eine nähere Betrachtung wert.
Das Thema an sich ist aspektreich und vielgestaltig.
Zudem muss man der Verfestigung von Nonsensnarrativen zumindest entgegenwirken.
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6,3 Milliarden Euro soll allein die Hitzewelle Ende Juni die deutsche Wirtschaft gekostet haben. Das hat das private Forschungs- und Beratungsunternehmen Prognos berechnet. Seine Analysen für die Zukunft fallen noch einmal deutlich besorgniserregender aus: Kosten in Höhe von rund 900 Milliarden Euro könnten Extremwetterereignisse infolge des Klimawandels bis 2050 verursachen.
Es ist nicht mein Verständnis des Podcasts dass hier nur Themen behandelt werden, die in den politischen Zeitgeist passen. Sondern der Podcast hat meiner Meinung nach den Anspruch über die jeweils wichtigsten Themen zu berichten. Und es stimmt auch nicht ganz, dass sich hier thematisch nichts getan hat, es ist vielmehr so, dass das Tempo der klimatischen Veränderung selbst Fachleute überrascht und bereits jetzt Schwellen gerissen werden, die eigentlich erst für die mittlere Zukunft modelliert wurden. Insofern gibt es hier durchaus Neuigkeiten. Und ich erwarte auch nicht dass die komplette Sendung dem Thema gewidmet wird. Aber wie ich oben geschrieben habe, dass es nicht stattfindet und stattdessen über den „schönen Sommer“, der den beiden privat sicher gegönnt sei, geredet wurde, hat mich als langjährigen Hörer sehr enttäuscht, da ich es persönlich für das wichtigste Thema unserer Zeit erachte.
Söders gezielte Desinformation über das neueste TUM-Whitepaper wäre ein Thema gewesen:
Ein Whitepaper der TU München bescheinigt: In etwa 92 Prozent der betrachteten Szenarien schneiden E-Autos bei den Lebenszyklus-Emissionen besser ab**, im Mittel mit 41 Prozent niedrigeren Emissionen. Und kritisiert, dass die EU den CO2-Anteil bei der Produktion in seiner Politik nicht berücksichtigt.
Söder gibt die Studie ausdrücklich als wissenschaftlichen Beleg für ein „echtes Aus vom Verbrenner-Aus der EU“ aus und verknüpfte das Whitepaper ausdrücklich mit Forderungen zugunsten des Verbrennungsmotors: „Deswegen wollen wir echte Offenheit und Technologie für den Hightech-Verbrenner. Keine Flottengrenzen, kein Utility-Faktor, keine Strafzahlungen.“