Vernebelungsdiskurs: Klimaanpassung statt Klimaschutz

Bernd Ulrich hat in einem Zeit+-Artikel den angeblich ‚Konservativen‘ den Spiegel vorgehalten und deren Abwehrrhetorik entlarvt (Hervorhebungen durch Fettung von mir):

Erst haben die Klimabremser gesagt, es gebe keinen Klimawandel, dann, er sei nicht menschengemacht, dann, er sei nicht so schlimm, dann, man könne hier eh nichts tun, wegen China, und als die Chinesen immer klimafreundlicher wurden, es habe keinen Zweck wegen der Amerikaner, dann, es sei eh zu spät. Und jetzt, wo alles widerlegt und verdampft ist, machen diese selben Journalisten, Fake-Wissenschaftler und Politiker ausgerechnet die Klimarealisten für die unübersehbar gewordenen Folgen der Klimakrise verantwortlich. Denn, so geht der Gesang, die hätten dafür gesorgt, dass alles Geld und alle politische Energie in den sinnlosen und teuren Klimaschutz gegangen seien anstatt in die unmittelbar wirksame und angeblich viel billigere Klimaanpassung.

Stimmt es eigentlich, dass die Klimaleute alle Kraft der Gesellschaft und der Politik auf den Klimaschutz gelenkt haben anstatt auf die Klimaanpassung? Nun, in Potsdam zum Beispiel steht auf dem Telegrafenberg das berühmte 1992 gegründete Klima-Institut, sozusagen das internationale Flaggschiff der Klimarealisten. […] Und dessen langjähriger Chef, Hans-Joachim Schellnhuber, hat schon vor zwanzig Jahren die für die globale Klimagemeinde maßgebliche Formel geprägt: »Avoid the unmanageable and manage the unavoidable.« Das Unvermeidbare managen, sich anpassen – dieser Appell wurde in den vergangenen zwanzig Jahren nur halt von der Politik nicht beherzigt, nicht zuletzt wegen des ideologischen Drucks der Klimabremser.

Tatsächlich gab es gar kein episches politisches Ringen darum, ob man in den Klimaschutz oder in die Klimaanpassung investieren soll, vielmehr haben die Klimarealisten beides vorangetrieben, während die Klimabremser beides nicht wollten. Klimaanpassung war für Konservative bisher nie ein ernstes Projekt in der politischen Realität, sondern nur eine rhetorische Figur im von ihnen betriebenen Klimakulturkampf.

So wie die Kosten für den Klimaschutz von den Bremsern hochgerechnet werden, so rechnen sie die Kosten für die Klimaanpassung herunter. Sie erwecken den Eindruck, als wäre die eskalierende Klimakrise mit ein paar höheren Deichen, mit vertieften Fahrrinnen, mit mehr Douglasien in deutschen Wäldern sowie jeder Menge Klimaanlagen schon in den Griff zu kriegen, nichts also, was ein so reiches Land wie unseres ökonomisch aus der Ruhe bringen müsste.

Das ist, bei aller Engelsgeduld, dann doch einfach: kompletter Bullshit.

Dann beschreibt Ulrich noch die Folgen unterlassenen Klimaschutzes, um dann auszuführen:

Man sieht an dieser kursorischen Aufzählung schon, warum die Konservativen eine umfassende Klimaanpassung bisher nur verbal vorantreiben, keinesfalls aber politisch. Denn hier geht es natürlich ans Allerheiligste: ans 50-millionste Auto, ans 18-millionste Eigenheim, ans 21-millionste Schwein, kurzum an alles, was dem im Konservativen hausenden Konsumenten unendlich viel wichtiger zu sein scheint als Heimat und Kultur, als deutsche Eiche und Riesling von der Mosel: seine Gewohnheiten, sein kundenköniglicher Anspruch auf alles jederzeit. Genau da liegt auch der tiefere Grund dafür, dass die CDU in diesem Hitze- und Krisensommer von sich aus keine einzige politische Initiative ergriffen hat, sondern nur zu dem bisschen, was der Koalitionspartner SPD vorschlug, ihr übliches Klima-Nein sagte.

Die Entscheidung, vor die die Konservativen das Land beim Klima stellen wollen, lautet: Schutz oder Anpassung. Die Entscheidung, vor der sie selbst stehen, heißt: Kultur oder Konsum. Und die tiefere Frage wäre: Sind die Konservativen eigentlich konservativ?

Die Frage lautet also: Wie kann man die ‚Konservativen‘ politisch stellen?

Schließlich zeigen sie sich von noch mehr und besserer wissenschaftlicher Forschung gänzlich unbeeindruckt.

Der Schwerpunkt liegt daher auf (medien-)psychologischen Aspekten.

Es geht also letztlich darum, wie man die bekannten Klimaverzögerungsdiskurse wirkungsvoll aushebeln kann.

Ein Bereich, der m.E. in der bisherigen Diskussion weitgehend unbeachtet geblieben ist.

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Geht nicht. In Interviews wird auf diese Frage dann einfach ausweichend geantwortet.
Und im digitalen Zeitalter braucht es auch keine klassischen Medien mehr um die eigenen Standpunkte unters Volk zu bringen.

Was die Konservative interessiert sind Wählerstimmen. Zu Hochzeiten von Grün in den letzten Merkel Jahren hat Söder in Bayern Klimaneutralität 2040 ins Gesetzblatt geschrieben.
Sprich, wenn die Stimmung in der Bevölkerung wieder mehr zum Klimaschutz kippt, werden die Populisten sofort wieder umschwenken. Söder als erster vorneweg.

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Ein klassischer Fall heute Vormittag:

Aus der Dlf App | Interviews | Stimmung in Kabinett und Koalition – Interview Thorsten Frei, CDU, Fraktionschef Stimmung in Kabinett und Koalition - Interview Thorsten Frei, CDU, Fraktionschef

Mal wieder die Unwahrheit, dass Deutschland ja Vorreiter beim Klimaschutz wäre und jetzt bloß nichts überstürzen sollte, weil das ja Wachstum gefährden könnte etc.

So schlimm kann es nicht werden, dass die Union sich bei dem Thema ehrlich macht​:man_shrugging: Und man kann niemanden politisch stellen, der ausdrücklich auch mit Unwahrheiten Politik macht und dafür Stimmen bekommt.

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„Die Frage lautet also: Wie kann man die ‚Konservativen‘ politisch stellen?

So wie ich aktuell die Politik war nehme, müsste man jetzt von Progressiver Seite Klimaanpassung massiv bekämpfen und einen Kulturkampf heraufbeschwören. Die Konservativen werden dann reaktionär komplett auf Klimaanpassung gehen und zumindest das Thema vorantreiben.

Entschuldigt den Zynismus, aber ich weiß langsam keine rationalen Antworten mehr

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Erst mal danke, dass ihr zur Diskussion beigetragen habt.

Wozu ich sonst eigentlich nicht neige, spiegele ich euch jetzt mal, was bei mir angekommen ist.

Nach meiner subjektiven Wahrnehmung, ihr könnt mir gerne widersprechen, drückt sich in euren Beiträgen ein m.E. erhebliches Maß an Frustration, wenn nicht gar Resignation, aus.

Pointiert formuliert:

Die tricksen (z.B. schummeln sie sich an Antworten vorbei, weichen aus und spinnen ihr einseitiges Anpassungsnarrativ) und lügen (behaupten einfach die Unwahrheit) ohnehin.

Die digitale Medienvielfalt führt ohnehin dazu, dass ohne ‚Qualitätskontrolle‘ alles Mögliche erfolgreich propagiert werden kann.

Nur wenn die Bevölkerung mehr Klimaschutz anmahnt, werden die ‚Konservativen‘ umschwenken.

Wobei dann erst einmal offen bleibt, wodurch ein solcher Umschwung geschehen könnte.

Wobei ich mir keineswegs sicher bin, dass die Stimmung mehrheitlich gegen mehr Klimaschutz wäre.

In euren Repliken - so mein Eindruck - äußert sich, korrigiert mich bitte, im Wesentlichen Hoffnungslosigkeit.

Dabei sehe ich zumindest die Mehrheit der Bevölkerung noch im Boot:

Auch Katherina Reiches Unbeliebtheitswerte sprechen meiner Ansicht nach nicht dafür, dass ihre Antiklimaschutzpolitik von einer Mehrheit getragen würde.

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Ja. Hoffnungslosigkeit trifft es ganz gut. Man braucht eine riesige, stabile Mehrheit um die nötigen Änderungen zu schaffen, wer was verhindern will, braucht an einem Flaschenhals des politischen Prozesses ne Sperrminorität. Siehe bspw. Bauernproteste vs. FfF. Da sind quasi die Startbedingungen schon sehr ungleich. Außerdem sind die Interessen der Fossilindustrie sehr klar, finanziell praktisch unbegrenzt ausgestattet, tief im politischen Prozess verwurzelt durch Jahrhunderte der Vernetzung von Interessen und es geht für die sehr klar ums Überleben. Die Gegenbewegung kann die reale Bedrohung nicht konkret formulieren, ohne als Panik-Orchester zu gelten, weil man es nicht wahrhaben will, es gibt große Unterschiede in den Interessenlagen, selbst große Arbeitgeber, etwa in der Wind- oder Solarindustrie stehen viel schneller ohne politische Unterstützung da, als fossile Unternehmen, es ist weniger Geld da. Als die Friday-Proteste aufflammten hatte ich kurz wirklich Hoffnung, dass man einen politischen Konsens für Klimaschutz herstellen könnte, aber sobald die Union die Grünen als ernsthafte politische Konkurrenz identifiziert hatte, war das Ding durch.

Dieses allgemeine „für Klimaschutz sein“ ist für mich immer etwa so belastbar wie „für Kinder“ sein. Wer ist so abstrakt schon dagegen? Wenn es konkret wird, wenn ich mein Leben dafür ändern müsste oder auch nur einsehen müsste, dass ich bisher doch unrecht hatte, oder weil mir einfach andere Themen bei der Wahlentscheidung wichtiger sind, als Klimaschutz, verschwinden solche Mehrheiten wie ein Schneemann am Winterende, je näher man der Wahlkabine kommt. Bau irgendwo einen Radweg, streiche fossile Subventionen, ist es schnell vorbei mit der Zustimmung.

Dazu kommt, dass die Anpassungskosten kaum überschaubare Höhen haben werden, selbst wenn wir unter 2 Grad blieben. Das hätte so, wie ich es verstehe in etwa die Dimensionen, wie sonst vielleicht noch, wenn man eine Kriegswirtschaft fährt.Mir fehlt die Fantasie, wie man in dem Umfang Ressourcen umschichten will, ohne sichtbaren Feind, ohne greifbare, sichere Erfolge anbieten zu können, nur mit Verbesserungen von relativ abstrakten Statistiken, die vielleicht zeigen, dass im eigenen Land dann 3,5 oder 8% weniger Menschen an Naturkatastrophen sterben. Bei Klimaschutz ist ja der Zusammenhang noch abstrakter. Also selbst wenn ein Wunder geschähe und die Klimaunion den nächsten Kanzler stellen würde, ist die Herausforderung mittlerweile schon an einem Punkt, wo ich auch in einem extrem unwahrscheinlichen politischen best-case-Szenario schwer sehen kann, wie wir in unserem Land die nötigen Schritte schaffen sollen (das Gesamtbild der internationalen Politik ist da auch nicht so viel ermutigender…).

Dass die Union und die deutsche Autoindustrie im Zweifel wirklich bis zum bitteren Ende ein (unwahres) „Verbrenner-Aus“ bekämpfen, das bei der derzeitigen Entwicklung einige Autobauer nicht mal erreichen werden, weil sie bei E-Mobilität nicht konkurrenzfähig sind, finde ich den Inbegriff der Vergeblichkeit. Wenn da noch immer nicht erkannt ist, dass rein wirtschaftlich der Verbrenner einfach ein totes Pferd ist, von den Klimafragen mal abgesehen und man sich dafür dann verkämpft, mit allen politischen und sonstigen Kosten, die das mitbringt, weiß ich wirklich nicht, welches grundstürzende Ereignis, was für eine noch größere Bewegung als FfF mit den Millionen-Demos diesen Teil der Gesellschaft aus den unterschiedlichen Varianten einer Verweigerungs- bis Verzögerungshaltung holen sollte.

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Dein Beispiel leuchtet mir durchaus ein Stück weit ein, wobei ich mir gar nicht so sicher bin, dass man der populistischen Versuchung nicht auch in der Bevölkerung erfolgreich hätte widerstehen können.

Ist das denn wirklich v.a. eine Geldfrage oder nicht doch eine Frage erfolgreicher öffentlicher Kommunikation?

Du hältst das also für irreversibel?

Immerhin gibt es selbst unter Wählenden der CDU/CSU eine deutliche Erwartungslücke, was Klimaschutz betrifft:

Lässt sich das wirklich so allgemein sagen? Gibt es dazu belastbare Daten? Das ist für mich erst mal eine offene Frage.

Dieses Problem ist sicher gegeben.

Das ist erst mal niederschmetternd, ja.

Aber auch zwangsläufig?

Da bin ich mir nicht so sicher, auch wenn du schon gewichtige Argumente vorbringst.

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Zwangsläufig ist zum Guten und Schlechten ja selten irgendwas, wenn es um Menschen geht. Ich hoffe einfach, dass ich das völlig falsch einschätze, es gibt ja auch Ansätze, dass sich was dreht und manchmal geht eine Entwicklung, die kurz vorher ausgeschlossen aussah dann doch extrem schnell.

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Noch sollte man m.E. das Thema nicht abschreiben:

Aber ein entscheidendes Problem sind durchaus verbreitete Gefühle wie Hilflosigkeit und Enttäuschung:

Die Rede ist auch von einem Kooperationsdilemma:

Meines Wissens haben schon viele Studien festgestellt, dass Menschen den Willen zum Klimaschutz oder die Sorge ihrer Mitmenschen darum geradezu dramatisch unterschätzen.

Liegt da vielleicht der Hund begraben?

Dass Rechtsautoritäre zu mehr interpersonalem Misstrauen neigen, wurde ja gezeigt (a.a.O.), aber trifft das auch ohne Weiteres generell auf ‚Konservative‘ zu?

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Oder ist es vielleicht sogar so, dass sich mittlerweile auch ‚Klimaprogressive‘ (aufgrund von Enttäuschung, Frust, Hilflosigkeit etc.) immer mehr aus dem gesellschaftlichen Diskurs zurückziehen, weil sie gleichfalls der Vergeblichkeitsvermutung, von der ich mich auch keinesfalls freisprechen möchte, erliegen?

Denn die ist ja - trotz allem - nicht wirklich begründet (s.o.).

Auch wenn manches Gespräch und noch viel mehr die Medien einen anderen Eindruck vermitteln.

Wirklich ratlos, frage ich mich das. Aber vielleicht gibt es doch Ideen, wie dieses Problem gelöst werden könnte.

(Zweckoptimismus, wenn man so will.)

Das Schwächeln der AMOC zeigt noch mal die Brisanz des Themas.

Kurz gefasst von Professor Rahmstorf:

In dem Video erklärt Stefan Rahmstorf die komplexe Dynamik der AMOC – und was wir tun können, um eine weitere Abschwächung zu verhindern.

0:00 Wie die AMOC das Klima reguliert
1:42 Historischer Kontext und menschlicher Einfluss
2:19 Daten, die die aktuelle Verlangsamung der AMOC belegen
3:43 Der Kipppunkt
5:56 Folgen eines Zusammenbruchs der AMOC
6:43 Sich verändernde Wahrscheinlichkeitsschätzungen
7:52 Das Pariser Abkommen und die Risikominderung

(Übers. m. DeepL)

Ausführlicher vom New Scientist:

Stellen Sie sich die Welt in 100 oder 200 Jahren vor. Was kommt Ihnen dabei in den Sinn? Höhere Temperaturen, schmelzende Gletscher oder schneefreie Alpenregionen? Angesichts der Hitzewellen, die diesen Sommer ganz Europa heimsuchen, fällt es nicht schwer, sich das vorzustellen.

Stellen Sie sich nun Europa in einer eisigen Kälte vor, in der die Temperaturen in London auf -20 °C sinken. Beide Szenarien könnten dank des Klimawandels die Zukunft sein, auf die wir zusteuern. Und es gibt noch einen besorgniserregenderen Indikator: Während sich fast der gesamte Planet erwärmt hat, gibt es einen Bereich im Nordatlantik südlich von Grönland, in dem die Temperaturen gesunken sind.

Wissenschaftler nennen ihn den „Cold Blob“, und manche glauben, er könnte ein Warnsignal dafür sein, dass sich eines der wichtigsten Klimasysteme der Erde zu verändern beginnt und bald einen Kipppunkt erreichen könnte, an dem der Klimawandel nicht mehr schrittweise verläuft. Sollte dieses System umschlagen, könnte dies verheerende Folgen haben, die unser gesamtes Leben, wie wir es kennen, verändern würden.

(Übers. unter Nutzung von DeepL)

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So würde ich es sehen. Es gibt Themen, über die streite ich mich mit konservativeren Personen, die immer wieder den gleichen, alten Scheiß erzählen, im Bekanntenkreis oder auch hier im Forum. Bei diesem Thema sag ich meist einfach nichts mehr dazu, weil alles dazu gesagt ist, jede kommunikative Piourette gedreht ist. Weil es nicht meine Verantwortung ist, wenn die sich weigern, die klimatischen Realitäten anzuerkennen. Ich hab diese Gruppe einfach aufgegeben, wie in einer absterbenden Langzeitbeziehung. In der käme allerdings dann nach einer Weile des resignierten Wartens entweder die Paartherapie („Sie hat doch irgendwann gar nichts mehr gesagt, da dachte ich, es wäre jetzt alles ok…“) oder eher direkt die Scheidung. Nur haben „wir“ leider einen Planeten zusammen. Also so lange Musk die nicht alle überzeugt, ihr Glück auf dem Mars zu suchen, buchstäblich eine Beziehung, aus der ich nicht herauskomme​:face_with_peeking_eye:

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Absolut verständlich.

Bei offensichtlichen Klimaschwurbler:innen sind wohl Hopfen und Malz verloren.

Und wenn Realitäten systematisch verfälscht dargestellt werden - wie gestern wieder von der Welt-Frau bei Maischberger, wo niemand widersprach -, dann macht’s das nicht leichter.

Dennoch sollten wir immer auch an die an sich mehrheitlich gutwilligen Bystander denken.

Schweigen oder Rückzug kann deshalb keine Lösung sein.

Kommunikation und Geld gehen ja Hand in Hand. Aber entscheidender ist vielleicht die lange Vernetzung. Auto gut= Deutschland gut ist meinem Eindruck nach selten eine gründliche politische Erwägung, sondern eine internalisierte Grundüberzeugung. Weil das eben immer schon so war, weil das die Leute sind, mit denen man seit 40 Jahren ständig bei den gleichen Veranstaltungen die gleiche Meinung gegen die gleichen Kritiker verteidigt oder einfach zusammen Sekt getrunken, Golf gespielt, (Bordelle besucht) hat. Das geht tief in die Union, SPD, FDP, denke ich. Das verbindet sowohl menschlich, als auch politisch. Das können neue Industrien nicht so schnell aufbauen, umso weniger, wenn sie erstmal als „politisch unzuverlässige“ grüne Hippies gelten.

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Deren Wählende - mit Ausnahme der FDP, aber die hat ja auch kaum noch welche - wollen aber tendenziell mehr Klimaschutz, als sie von ihren Parteien bekommen (s.o.).

Aber liegt darin nicht auch ein bisschen Hoffnung?

Speziell bei der Union (und FDP) ist es aktuell sehr offensichtlich, dass der Großteil der Bundes- und Landtagsfraktionen und die Parteibasis sehr weit rechts stehen, dazu die fossilen Geldgeber, die eigene Wählerschaft bis auf einen harten Kern aber dann doch auch das progressive will.

Ein Interessenskonflikt zwischen Parteibasis vs. Wählerpotential.

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Ja, das stimmt. Ich fürchte halt, dass die Klimaschutz ein bisschen so wollen, wie ich will, dass Homöopathie nicht weiter bezahlt wird: Ist mir schon ein Anliegen, aber kein wahlentscheidendes.

Aber dann muss man das mutmaßlich wichtigste Thema der Wählenden von CDU/CSU Wirtschaft/Prosperität mit Klimaschutz verknüpfen.

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Ein aktuelles Beispiel für Vernebelung:

Daraus macht die E.ON Foundation, also die Stiftung des Gasriesen:

Über 80 Prozent der Deutschen halten Klimaanpassung für wichtiger oder mindestens ebenso wichtig wie Klimaschutz

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Der Vernebelungsdiskurs der Klimabremser:innen und seine Folgen:

Dass die Emissionen bisher im laufenden Jahr überhaupt um sieben Millionen Tonnen zurückgingen, liegt den Angaben zufolge vor allem an der fossilen Energiepreiskrise, ausgelöst durch die Sperrung der Straße von Hormus, in deren Folge es dann zu deutlich höheren Öl- und Gaspreisen kam. Positiv auf die Emissionsbilanz hätten sich zudem neue Absatzrekorde bei Wärmepumpen und E-Autos ausgewirkt.

Immer extremer: Dass sich im Pazifik gerade ein El Niño zur Rekord-Intensität entwickelt, ist keine reine Laune der Natur, sondern das Resultat eines bedenklichen Trends. Denn in den letzten Jahrzehnten hat sich dieses pazifische Klimaphänomen deutlich verstärkt, wie Klimaforscher in „Science“ berichten. Demnach waren die El Niños der letzten 40 Jahre im Schnitt 36,5 Prozent stärker als zu präindustriellen Zeiten. Ihre Intensität ist beispiellos in den letzten 1000 Jahren. Setzt sich dieser Trend fort, könnten noch schlimmere Wetterextreme drohen.

Das ist mal ne Ansage:

Zu Klimakosten gab es kürzlich noch folgenden Expert:innen-Talk vom Science Media Center Germany:

[00:02:35] Extremwetterrisiken in Europa
[00:06:07] Methoden der Klimakostenschätzung
[00:12:08] Schätzung der Sommerschäden 2026
[00:15:52] Attribution von Wetterschäden
[00:18:17] Unsicherheit über künftige Kosten
[00:22:19] Kosten von Klimaschutz vs. Klimawandel
[00:25:20] Globale vs. lokale Klimaschutzkosten
[00:30:05] Compound Events als Forschungsfeld
[00:34:03] Kipppunkte und Vorsorgeprinzip
[00:37:35] Branchenkosten und Dekarbonisierung
[00:40:54] Daten der Rückversicherer
[00:42:07] Messung von Anpassungskosten
[00:45:29] Schätzung des Social Cost of Carbon