LdN333 Gründe Viessmann Verkauf

Wo insinuiert die FDP, dass grüne Politik zum Verkauf geführt hätte, im Bezug auf Viessmann?

Fraktionsvorsitzender Dürr bei Lanz, und das ist nur ein Beispiel. Hängen sich an der Aussage von Viessmann jr. auf, dass „das regulatorische Umfeld eine Rolle gespielt hat, aber nicht ausschlaggebend war.“ Was der damit gemeint hat, verstehe ich nicht.

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In einem Interview mit der FAZ warnte Max Viessmann noch davor, das eine Bein wegzuschlagen bevor man auf dem anderen stehen kann.

Die Politik hat anders gehandelt, und nun wird schnell noch das Tafelsilber verscherbelt (der Name Viessmann und das Vertriebsnetzwerk hat ja noch Wert).
Aber ein Ausbau oder gar über die in den Weiterbeschäftigungsklauseln festgelegte Zeit- eher nicht.
Und auch Max Viessmann hat einen galanten Abgang gemacht und ist nun Teil des Vorstands von CarrierGlobal.

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Leider hinter Paywall, aber Du hast ja die wesentliche hier relevante Aussage wiedergegeben - danke dafür!

Das ist ein grundsätzliches Dilemma, in dem ernsthafte Klimapolitik heute steckt. Leider wurde Klimapolitik je nach Zählweise 20–40 Jahre lang „verschlafen“ (und/oder bewusst obstruiert). Angesichts des nun noch verbleibenden CO2-Budgets und der damit verbleibenden sehr knappen Zeit hat die Politik keinen Spielraum mehr, um allen Steakholdern die Zeit zu geben, um sich komfortabel an die nun notwendigen Maßnahmen anzupassen.

Das haben wir z.B. im Bereich Automotive aus: Die würden auch sehr gerne die notwendigen Investitionen in die neue Mobilität mit immer noch reichlich sprudelnden Gewinnen aus Verbrennerautos finanzieren und lobbyieren - verständlicherweise - mächtig gegen ein „Verbrenner-Aus“. Gut, dass sich die Politik davon nur begrenzt hat beirrend lassen!

Aber auch Familie Viessmann konnte sich schon seit Jahrzehnten an 5 Fingern abzählen, dass eines Tages der Zeitpunkt kommt, an dem man keine auf fossilen Energien basierenden Heizungen mehr einbauen sollte oder darf. Und die Konkurrenz aus Japan und Südkorea war ja auch lange bekannt. Leider hat man zu spät und zu langsam reagiert. Nun fehlt die Liquidität, um schnell genug Produktionskapazitäten aufzubauen, die zu wettbewerbsfähigen Preisen die Nachfrage nach Wärmepumpen in einem Umfang befriedigen kann, um die eigenen Marktanteile nicht zu verlieren.

Es wäre vielleicht kluge Klima- und Wirtschaftspolitik, wenn die Regierung angeboten hätte, gegen Kapitalerhöhung Anteile zu übernehmen, um diese später (sehr wahrscheinlich mit sehr großen Gewinnen!) wieder zu veräußern. Damit hätte man das Know-How, dass ja mehr oder weniger bald in der ganzen Welt vermarktet werden könnte, in Deutschland zu behalten. Nun wandert es in die USA, die davon langfristig profitieren. Schade!

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Könnte man vermutlich, wenn man die Folgen der eigene Gesetzgebuch hinreichend antizipieren würde und eine so drastische Veränderung des Marktes (Verzigfachung des Bedarfs angesichts der von Dir genannten Punkte a) sehr viel günstigere Konkurrenzprodukte in großen Mengen b) sehr hohes Maß an erforderlichen Investitionen nicht innerhalb von weniger als 12 Monaten durchzieht. Warum sollen Steuergelder dafür ausgegeben werden, dass Leute eine Wärmepumpe von Viessmann kaufen und nicht von Mitsubishi? Der Staat könnte ja stattdessen auch in Forschung und Entwicklung investieren.

Verschlafen wurde da gar nichts. Bisher waren einfach die Interessen der Fossilindustrien und der von ihr Abhängigen zu mächtig. Und ich sehe auch nicht, dass sich daran grundsätzlich etwas ändert. Das darf aber kein Grund für schlechte Politik sein, die nun übers Knie bricht, was einfach nur funktionieren kann, wenn man es gut plant und die versucht, CO2-Emissionen einzusparen, ohne denen weh zu tun, die daran verdienen.

Dieses Thema wurde ausreichend und m.E. abschließend (im Sinne: Alle Argumente wurden ausgetauscht) hier diskutiert:

Bitte das Fass hier nicht noch einmal aufmachen.

  1. Fazit: Wir haben die besten WP, kommen aber nie an die Skalen der Japaner, Koreaner und Chinesen ran. Mit Carrier haben wir einen Top Partner, der super Produkte hat, Marktführer in vielen Bereichen ist technologisch UND von der Verkaufszahlen. Carrier wird massiv investieren, um den Markt in Europa den Asiaten abzunehmen, das ist auch ein gehöriges Stück Geopolitik,

P.S. Die Prüfung von Habeck ist obligatorisch, weil jedes dt. Unternehmen geprüft wird, wenn mehr als 25% des Unternehmens außerhalb der EU verkauft wird.

PPS.: In den Interviews mit Max und Prof. Viessmann sind viele Tränen geflossen, das war keine Lappalie. Das war einfach notwendig und wir hatten Glück mit Carrier, weil wir Marktführer in Europa sind, die besten Technik weltweit haben und somit auf Augenhöhe „mergen“ konnten. Läden wie Stiebel, Vaillant, Brötje, Weishaupt werden in den nächsten Jahren einfach geschluckt werden und denen droht evlt. dann ein Schicksal wie Kuka.

Sorry für die Tippfehler…

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  1. Die Autoindustrie hat noch bis 2035 Zeit umzustellen, wir müssen in 8 Monaten soweit sein. Das hat Max Viessmann mit „regulatorischen Umfeld“ gemeint. Ja, das ist stramm, aber grundsätzlich haben wir das Begrüßt. Viessmann ist, im Gegensatz zu Buderus & Co., schon seit Anfang der Nullerjahre in der Massenproduktion von WP und als Max übernommen hat, ist er sofort in die Offensive i.S. Monoblock gegangen, neues Werk in Polen, Tschechien ausgebaut und in R&D massiv Investiert. Trotzdem viel zu wenig Zeit, WEIL die Asiaten schon seit vielen vielen Jahren auf WP setzen. Warum? Genau das gleiche wie mit der Autoindustrie. Die Schwellenländer sehen, dass in den „alten“ Industrien nicht mehr reinzukommen ist. Den Otto-Motor mit Getriebe können die Deutschen am besten, die besten Öl-Gas-Kessel mit Regelung hat Viessmann. Also überspringen die diese Entwicklung und investieren in die Zukunft. Die deutsche Industriepolitik wird zunehmen zu bequem diese Schritte zu machen, siehe Altmeier, der den gesamten EE-Markt zerstört hat. Bewusste Dekonstruktion einer Zukunftstechnologie Made and invented in Germany. Das die Automobilisten hier eine deutlich größere Lobbymacht hat, wurde intern unterschwellig transportiert, offen spricht das keiner an, ist aber total offensichtlich. Ich erlaube mir an dieser Stelle zu sagen, dass jetzt mit der Ausstellung in Shanghai für die Deutschen Autos auch die Messe gelesen wurde.

Die FDP verhindert auf dieser Ebene massiv das Vorankommen und Einflüsse wie Dürr oder Altmeier haben den Aufstieg von dt. Heizungsbauern aktiv verhindert. Die Scheindebatten über eFuels und Fusionsreaktoren steigern die Lobbyarbeit ad absurdum, weil jetzt so klar ist, wo es hingehen muss, dass die FDP nur noch mit Feenstaub und Kobolden reagieren kann, es ist Hahnebüchen, aber die Fossile-Industrie beißt sich bis zum letzten fest. Lesenswert hierzu „Schockwellen“ von Kemfert.

Verkauft wird btw. alles, was mit „Klima“ zu tun hat, also alles was warm oder kalt macht. Dazu gehört neben WP auch Gas, Öl. (für das andere Märkte), Holz, BHKW´s, PV, Solarthermie, die Regelungstechnik und die Halbleitersparte. Ebenfalls der Standort Allendorf und die Werke in Türkei, Polen, Tschechien uvm. ca. 10 000 Angestellte.
Bei der Famillie bleiben die Namensrechte, die Digitalsparte (Lichtjahre der Konkurrenz weltweit voraus, hat Max super gemacht!), die Immobilien der Fam. und die Stiftungen, sowie die Kälteanlage-Sparte, die sitzt in Hof / Bayern. Ca. 4500 Angestellte sind hier bei der Famile geblieben.

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  1. Interessant, was man sich so über die Presse zusammenreimen kann. No front an euch, ihr lest ja auch nur das, was man ohne Paywall lesen kann, deshalb immer die Empfehlung an die „taz“ als Abo, kurzer Artikel aber der trifft es voll und ergänzt auch nichts, was im Bereich der Spekulation geraten könnte: Übernahme von Wärmepumpenhersteller: Viessmann ist allein zu klein - taz.de

Ich bin Ingenieur bei Viessmann, zwar noch nicht all zu lang im Unternehmen aber habe die Tage natürlich viele Interna erfahren, die die Presse irgendwie nicht schreiben will.

Ich will den Grund für den Verkauf mal aufs Minimale runterbrechen, auch wenn es andere enttäuscht, die sich gerne fantasievoll mit so einem Spektakel beschäfitgen wollen.

Größter Faktor: Korea und Japan hätte uns gegen die Wand gefahren. Die Stückzahlen von Daikin alleine sind 200mal größer als unsere. Und die Pumpen von Daikin sind nicht schlecht, nicht so gut wie unsere, gerade was hydraulische und digitale Einbindung betrifft, aber wenn ein Kunde innerhalb der nächsten Wochen eine Wärmepumpe (WP) braucht, ist er bei deutschen Herstellern aufgeschmissen, Punkt 1. Wir haben in der Branche gerade Wartezeiten von 10 Monaten. Samsung liefert binnen Tagen, Daikin binnen 3 Monaten (grob runtergebrochen). Punkt 2: Der Preis. Klar, Viessmann ist Premium und das merkt man als Kunde auch, das ist nicht nur Image wie bei den Automobilisten, die einem 90er-Jahre-Tech als Premium verkaufen. Aber Leute die wenig Geld haben oder das Geld woanders investieren wollen, neues Dach oder so, kaufen halt nen Peugot anstatt VW und Daikin anstatt Viessmann.

An der Stelle muss man auch sagen, dass das alles mehr oder weniger auf alle deutsche Hersteller zutrifft. Alle haben Lieferprobleme, alle sind teurer als Fernost.

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@DepriChef
Vielen Dank für deine Ansichten von innen. :slight_smile:

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Najaaa…

Also die Asiaten haben im Wesentlichen einen Skalenvorsprung bei Wärmepumpen, weil Wärmepumpen nix anderes als ne Spezialversion von Klimaanlagen sind. Und Klimaanlagen sind eine Technologie, die in Asien schon seit Jahrzehnten viel weiter verbreitet ist als in Europa, und insbesondere weiter als in Deutschland.

Die Mär vom genialen asiatischen Ingenieur, der einfach eine Entwicklungsstufe Kraft seiner Genialität überspringt, ist ein sehr attraktives, populistisches Narrativ, trifft hier aber nicht zu. Klimaanlagen waren einfach für die Anforderungen gerade im wirtschaftlich aufstrebenden China sehr gut geeignet, da dort oftmals mehr gekühlt als gewärmt werden musste, sich keiner dran störte wenn an riesige ohnehin ästhetisch wenig ansprechende Wohnkomplexe hunderte individuelle kleine „Warzen“ außen dran geschraubt wurden und die individuellen Systeme keine aufwendige Verlegung neuer Gasnetze erforderten. In Deutschland mag man sehr viel lieber die „saubere“ zentrale Lösung, was bedeutete, dass außer bei Bürogebäuden quasi nirgends Klimaanlagen nennenswert Verbreitung gefunden haben - der Aufwand, dass sich zig Wohnungseigentümer drauf einigen, eine zentrale Lösung einzubauen, ist viel zu groß gewesen, und die kleinen individuellen Systeme wie in Asien wollte keiner so recht haben. Der Bedarf zur aktiven Kühlung ist in unseren Breitengraden ja auch nur an wenigen Tagen im Jahr wirklich da, und das auch erst seit der Klimawandel uns mehr Hitzetage als früher „geschenkt“ hat, während der Bedarf zur Beheizung ein halbes Jahr quasi durchgängig besteht und schon immer bestand.

Jetzt haben halt die Klimaanlagenbauer das Glück, dass sie mit einer abgewandelten, vergrößerten Form ihrer Basistechnologie relativ einfach in einen anderen Markt einsteigen können, nämlich den für zentrale Heizsysteme in Europa. Und gleichzeitig haben sie durch die hohen Stückzahlen, mit denen die asiatischen Anbieter die individuellen kleinen Klimasysteme schon lange produzieren, die nötige Erfahrung und die Lieferketten für große Skalierung. Das ist glückliche Fügung, aber hat wenig mit einem genialen Masterplan oder gar mit „Investieren in die Zukunft“ (die man ja dafür erst mal kennen müsste - offenbar kannten auch die asiatischen Hersteller sie nicht, sonst würden sie jetzt schon längst Europa mit Wärmepumpen überschwemmen und Viessmann hätte keine Zeit mehr gehabt, sein Geschäft noch zum Höchstpreis zu verkaufen, bevor die zu Recht gefürchtete Schwemme aus Asien einsetzt) zu tun.

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Also ich hab da nix von „Genialtät“ gelesen, sondern eher von einer soliden Einschätzung: Was können wir gut machen? Wo lohnt es sich strategisch zu investieren und zu entwickeln und wo nicht, weil die Konkurrenz schon schneller/besser ist?
Was die immensen Vorteile asiatischer Wärmepumpen-Anbieter angeht, gibt es doch auch gar keinen Dissens oder?

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Das ist sehr interessant! Danke.
Dumme Frage: Hat Viessmann die Entwicklung nicht voraussehen und rechtzeitig die Schwerpunkte verschieben können?
Der Autoindustrie geht es nicht besser. Diese hat den Wechsel zur E-Mobilität verschlafen.
https://www.merkur.de/wirtschaft/aktuell-mercedes-porsche-tbl-china-auto-e-elektroauto-elektromobilitaet-vw-bmw-zr-92202041.html

Sorry, stimmt einfach nicht. Zu behaupten, eine Wärmepumpe ist eine kleine Abweichung einer Klimaanlage ist dahingehend Quatsch, weil erstens binden wir einen Kältemaschine in ein wasssergeführtes und damit hydraulisches System ein. Was ganz anderes als Luft kalt zu machen und diese zu ventilieren. Dein Glaube, man schraubt einfach Heizungsleitungen an eine Klimaanlage ist recht naiv, ich gehe davon aus, du hast keine technischen Hintergrund?
Dazu kommen ganz andere Leistungsklassen, deutlich größere Kältemittelmengen und damit Gefahrenpotential.
Ich habe sehr deutlich geschrieben, bitte aufmerksam lesen wenn du meine Infos in Frage stellst, dass Viessmann die beste WP grade hat, die 250-A, für den residual application. Das braucht es, vor allem im Neubau oder in jungen Immobilien, nicht. Insbesondere Daikin baut gute WP, die Atherma gibt sich mit der 250-A nicht viel. Wie gesagt, digital und bei komplexen hydraulischen Vorbedinungen sind wir deutlich besser. Juckt aber im Neubau nicht und Lieferbarkeit ist heute in Zeiten von schwierigen Lieferketten oft der Schlüssel.
Es sind ja die Handwerker, die die Sachen einbinden. Und die haben die Auftragsbücher voll und haben mächtig Druck. Wenn die morgen eine Daikin bekommen, nehmen die die, anstatt bis nächstes Jahr warten zu müssen.

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Ich bin Techniker, allerdings Softwaretechniker und kein Klimatechniker. So gesehen hast du vermutlich von der konkreten Materie weit mehr Ahnung als ich. Dennoch würde ich behaupten, dass an meiner Grundthese, eine Wärmepumpe und eine Klimaanlage haben technisch einen großen Überschneidungsbereich und sind Varianten derselben grundlegenden Maschine, was dran ist. Selbstverständlich gibt es im Detail viele Unterschiede und man macht nicht einfach durch Ranschrauben von ein paar Leitungen aus dem Einen das Andere, aber das hab ich auch gar nicht behauptet. Nur eine nicht zu leugnende technologische Verwandtschaft.

Wenn dem nicht so wäre, würde sich ja unmittelbar die Frage stellen, warum so jemand wie Viessmann so viel Angst vor den asiatischen Herstellern, die bislang vor allem Klimaanlagen (und eben nicht Wärmepumpen) im großen Maßstab und spottbillig ausspucken, haben sollte?

Doch doch, das wurde schon insb. von Max vorausgesehen. Aber politisch ist ein aufstrebender Markt für Erneuerbare Energien nicht erwünscht, siehe PV-Industrie. Es gibt zwar Anreize und Förderungen, die aber mit viel Papierkram und einigen Hürden verbunden sind. Die Vorstellung vieler in meiner Branche ist schon lange: Haus - WP, gut PV auf dem Dach und der fehlende Strom kommt von der Windkraftanlage am Stadtrand. Dass aber solche quasi autarken Systeme von Giganten wie RWE nicht gerne gesehen werden, ist in der letzten Zeit sehr deutlich geworden. De facto könnten sich viele Orte in Deutschland von großen Energieversorgern unabhängig machen. Einige haben es ja schon.
In China oder den USA wäre in dieser Situation der Staat aufgetreten, hätte Viessmann, Viallant etc. ordentlich Subvention verpasst und in Windeseile 10 Werke hochgezogen. Hier heißt es, dass der Markt regeln soll. Das sagen aber nur die, die eine starke und vielleicht sogar mißbräuchliche Position im Markt haben. Konkretes Bsp: Die Förderungen für den energetischen Bau waren unter CDU sehr lapidar. Insb. die großen Bauträger haben hohe Fördersummen für Maßnahmen erhalten, die sie so oder so getroffen hätten, weil das einfach Stand der Technik war. Von Klimaschutz reden aber Bauträgern Subvention zu geben, die im großen Stil Öl und Gas einbauen, beißt sich.
So waren die Hersteller gezwungen weiterhin auf Öl und Gas zu setzen, das war und ist sogar bis heute, die Cash Cow. Viessmann verkauft immer noch deutlich mehr Gaswandgeräte als Wärmepumpen, auch die schon reservierten inbegriffen.

Die Autoindustrie hat ein anderes Problem, da bi ich aber kein Experte. Aber aus meiner Sicht will da eine Branche einfach nicht weg vom Verbrenner, weil sie sich dort sehr sehr gut auskennt und Angst hat aus der Komfortzone in Richtung E-Antrieb zu gehen, auch weil sie weiß, dass auf dem Gebiet viele die gleichen Startbedingungen haben. Deshalb spricht man vielleicht auch vom „Tesla Schock“, weil dann irgendwie allen klar war, dass auf kurz oder lang die E-Autos jeden Verbrenner, deklassieren werden, in allen Bereichen.

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Ist das tatsächlich so?
Wenn ja (die Entwicklung von PV, aber auch Windkraft deutet darauf hin): Warum ist das wohl so? Lobbyismus der fossilen Energien?

Ich (kein Techniker) hatte das immer so verstanden: Aufgrund der „Dunkelflaute“ wird das ohne fossile Energien nur mit maximaler Vernetzung der Stromnetze und effektiven Speichern in den Netzen funktionieren. Letztere sind für mich immer noch erst wage im weiter Ferne sichtbar.

… und jetzt der „Shanghai Effekt“, weil alle Welt auf der Automesse sehen konnten, wie weit vor die chinesischen E-Auto-Hersteller gegenüber ihren europäischen Mitbewerbern sind.

Deshalb der Vorschlag, der Staat hätte sich bei Viessmann als Finanz-Investor engagieren sollen. Aber die FDP und die Wirtschaftsunion verteufeln ja aus ideologischen Gründen (sic!) jegliches Engagement des Staates in den freien Kräften des Marktes.

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Danke für deine Beiträge. Die auch meine Sicht ein Stück relativiert haben.

Eins könnte ich zum Thema Handwerker nehmen dann einfach Dalkin beitragen (ich beziehe mich auf den deutschen Markt). Und es mag sein, dass es heute Handwerker gibt die das machen, oder es zukünftig häufiger passiert, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass was in der Lage kurz angerissen wurde stimmt. Zumindest bei den Handwerkern in meinem Einzuggebiet zwischen Lübeck und Hamburg hatten die grundsätzlich einen Heizungslieferanten (beziehe mich jetzt Mal auf Wärmepumpenangebote), einer hatte zwei und bei einem wurden zumindest drei aufgeführt.

Ich habe für unsere Bestandsimmobilie vor zwei Jahren angefangen die Alternative zur 30 Jahre alten Ölheizung zu suchen und Anfang letzten Jahres angefangen Angebote einzuholen (nachdem ich dann Mal den Bericht vom Energieberater hatte). Schwerer als eine Wärmepumpe zu bestellen war überhaupt ein Installateur zu finden. Ich habe irgendwann gefühlt alles angeschrieben was auch nur im entferntesten mit Heizung zu tun hat, Spass beiseite. 4 Handwerker haben sich das hier angesehen und am Ende hatte ich tatsächlich von 2 ein Angebot bekommen. Was mich zum Kern meiner Aussage zurück bringt, ich hatte nicht wirklich die Wahl zwischen irgendwas. Am Ende ist es Weisshaupt geworden, weil mein Installateur mit Weisshaupt zusammenarbeitet und das günstiger war als das Angebot vom anderen Handwerker mit einem anderen namenhaften deutschen Hersteller als Heizungslieferant.

Solange das so ist, wird sich der Vertrieb über die Handwerker beim Otto Normalverbraucher glaube ich so schnell nicht ändern. Fehlt mir etwas die Vorstellungskraft, gerade auch weil Handwerker die ich bisher kennengelernt habe, für mich das Klischee bedienen, auch gerne auf das altbewährte zurück zugreifen. Und solange die Auftragsbücher so auch voll sind, kein Handlungsdruck entsteht auf andere günstige Hersteller umzusteigen.

PS: Lieferzeit war angekündigt mit 26 Wochen. Ich hab letztens Mal nachgefragt. Hat sich auf über 1 Jahr erhöht. Wird dann wohl im August soweit sein.

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Vielleicht lag es auch daran, dass Handwerker i.d.R. nicht bereit sind, vom Kunden gekaufte Hardware zu montieren (Entfall der Hardwaremarge, Schnittstellenproblem bei der Gewährleistung)