Ein weiteres Argument für eine „Technologie-Verschlossenheit“, also ein Verbot von Verbrennungsmotoren, ist der Schutz der Automobilindustrie.
Wenn es nicht klipp und klar ist, dass das Ende des Verbrenners besiegelt ist, dann ist es ein hohes ökonomisches Risiko für einen Konzern den Verbrenner zu beerdigen und nur noch auf E-Mobilität zu setzen. Vor allem, weil ja die E-Fahrzeuge immer noch teurer und unflexibler sind als die Verbrenner.
Bei der E-Mobilität handelt es sich um eine disruptive Technologie, gegen die sich ein etabliertes Unternehmen nicht wehren kann. Wenn klar ist, dass ab einem bestimmten Datum keine Verbrennungsmotoren mehr verkauft werden dürfen, dann ist auch die Marktlage in der Zukunft klar und man kann seinen Kunden teure und unflexible Autos verkaufen.
Ich arbeite bei einem Tier-1 Zulieferer von Getrieben, mein Wissen ist daher vielleicht nicht ganz übertragbar. Wir brauchen für die Entwicklung einer Plattform (=Baukasten) ca. 4 bis 6 Jahre und für die Ableitung eines Produktes daraus noch Mal vier weitere Jahre.
Unter der Annahme, dass die Zyklen bei Verbrennungsmotoren ähnlich sind, würde ein Verbrennerende 2035 also bedeuten, dass sich alle Entwickler darauf einstellen können, dass ab 2025 aus der Plattformentwicklung und ab 2028 aus der Motorenentwicklung rausgerampt wird.
Und Maschinenbaustudenten sollte jetzt schon klar sein, dass sie sich vorerst nicht Richtung Wärme-Kraft-Maschine vertiefen sollten, dann die nächsten Jahre wird es einen Überschuss an erfahrenen Ingenieuren auf diesem Gebiet geben.