Das müsste sich eben in der Praxis beweisen. Wenn ich höre, dass mindestens ein afrikanisches Land da Interesse bekundet, wäre meine Vermutung widerlegt. (Das wäre dann aber gleichzeitig auch ein Punkt, wo zumindest nicht mehr so einfach von Afrika als Land gesprochen werden könnte.) Bis dahin schätze ich eher: Nein. Warum?
•Vor allem weil ich diese Idee für ohnehin zu unpraktikabel halte, als dass sie ernsthaft wirtschaftlich verfolgt würde. Und das sogar mehr von Seiten Deutschlands/ Europas, das ja dann die Photovoltaik-Energie speichern (-> riesige Batterien - gibt es die in der Größenordnung überhaupt schon? Außerdem Speicherverlust) und zu Wasserstoff umwandeln (Stichwort Wirkungsgrad) und transportieren müsste (Stichwort riesige Schiffe, die
•Im Anschluss daran: Wenn Photovoltaik-Anlagen sich denn für ein Gebiet eignen würden, wäre doch viel naheliegender, mit der Energie, wenn nicht schon geschehen, erstmal die eigene Bevölkerung zu versorgen. Also inklusive auch großen Sädten und Industrien. So eine Art von Autarkie klingt mMn vielversprechender als Geld vom Westen. Und der Verkauf von Überschüssen an Nachbarländer wäre sicher auch praktikabler (Stichwort Infrastruktur).
•Genauso wie in Europa nicht überall immer Wind weht (die Sonne scheint, etc.), bzw. in Deutschland der Rotmilan und der Schwarzstorch lebt, etc. wird es auch überall auf dem afrikanischen Kontinent verschieden passende oder unpassende Bedingungen für Photovoltaik geben. Ein sehr technischer Punkt, der Bradtka und vielen anderen eher nicht bekannt ist: Photovoltaik-Anlagen sind hitzeempfindlich. Der Gedanke „Photovoltaik in Afrika“ ist sicher durch die Verallgemeinerung „Afrika = Wüste = viel Sonne“ bedingt. Aber selbst in den Gebieten, wo so etwas eher zutrifft, ist es doch nicht unbedingt ganz so reibungslos wie gedacht…
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•Vom Technischen mal ganz abgesehen: In weitesten Teilen Afrikas dürfte es sehr viel mehr Natur geben, die sehr viel besser zu schützen wäre - Stichwort Regenwald. Von Artenvielfalt mal ganz zu schweigen. Eben insofern - wieder durch Kolonialismus im Klimawandel - gerade diese Ökosysteme besonders beschädigt wurden. Da wäre ja relevant, wie Photovoltaik-Anlagen eigentlich ins Ökosystem eingreifen - wäre eben genau zu prüfen.
•Vor allem fände ich, wenn jetzt alle wirtschaftlichen, politischen und technischen Bedingungen zusammenkämen, die Frage nach der Art des Vertrags noch mal interessant. Wenn alle Photovoltaikanlagen einer Firma mit Sitz im Produktionsland gehören und Deutschland den Strom nur kaufen müsste, dann würden sich, eine angenehme Abwechslung, Abhängigkeitsverhältnisse vielleicht verschieben. All das ist mMn hochtheoretisch und hypothetisch (siehe erster Punkt), aber ich möchte zu gern sehen wie afrikanische Länder Deutschland androhen, ihnen den Saft abzudrehen, wenn es nicht mehr Geflüchtete aufnimmt und besser behandelt, bis geraubte Kunstgegenstände zurückgegeben und die Herero und Nama entschädigt wurden…