LdN219 Corona und Weihnachten

Lieber Ulf, lieber Philipp,

ich bin Fan der Lage und kann eure Einschätzungen fast immer teilen. Heute fand ich dies schwierig. Ihr habt eindringlich appelliert, Weihnachten keine Großeltern oder weitere Verwandte zu treffen, nur in der Kernfamilie zu feiern. „Das kann doch nicht so schwer sein“, so kam es für mich rüber.

Ich kann euch versichern, für die Großeltern unserer Kinder ist es außerordentlich schwer. Und für uns auch. Unser jüngstes Kind wurde kurz vor Ausbruch der Coronakrise geboren. Es hat seine beiden Großelternpaare unvergleichlich viel weniger gesehen als die beiden Großen. Den ersten Zahn, die ersten wackeligen Schritte, die ersten kleinen Wörter - das alles kennen die Großeltern vor allem von Videos oder FaceTime. Manchmal weinen sie am Telefon, weil sie ihre Enkel so vermissen.

Und uns Eltern fehlen sie auch, aus emotionalen Gründen, aber auch als tatkräftige Unterstützung. Nach vielen Monaten, in denen Schule und Betreuung immer wieder ausfielen, wir Homeschooling, Home-Office und alles andere unter einen Hut kriegen mussten, sehnen wir uns nach einer Pause und nach Hilfe bei der Kinderbetreuung. Nein, einfach ist das nicht.

Natürlich kann ich eure inhaltlichen Argumente verstehen. Aber ich hätte einen stärker abwägenden Ton angemessen gefunden.

Ansonsten: macht bitte weiter so! Habt frohe Weihnachten und bleibt gesund!

Anne

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Liebe Anne, es bleibt ja letztlich eure freie Entscheidung. Wir wollten einfach deutlich machen, dass man ältere Menschen unnötig in Lebensgefahr bringt, wenn man sie besucht. Ist es das wirklich wert? Diese Entscheidung kann einem letztlich niemand abnehmen.

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Hallo,

Wir habe gerade letzte Woche leider einen Todesfall in der Familie meines Partners gehabt. Die über 80 jährige Oma ist gestorben. Die erste Reaktion seiner Mutter war ein Vorwurf sich selbst gegenüber: „und ich habe sie nicht einmal in den Arm genommen seit März“. Es ist echt schwer weiter Abstand zu halten, wenn man eigentlich füreinander da sein möchte.

Aber just in dem Moment gibt es auch den ersten Corona-Postiven Fall in der Familie und der Teil der Familie, der gemeinsam die Beerdigung geplant hat, sind alle in Quarantäne. Das zeigt einfach, wie weit verbreitet das Virus ist und wie schnell es geht.

Mich macht es wütend, dass wir so viele Corona-Fälle in Deutschland habe, dass es nicht möglich ist, in solchen Fällen zusammenzukommen. Eine Hochzeit kann man verschieben… einen Trauerfall leider nicht.

Klar kann man darauf hoffen, dass es in 2 Monaten eine Impfung für Menschen über 80 gibt. Aber manche davon werden es eben nocht mehr erleben und die Angehörigen müssen dann damit leben, sich nicht mehr getroffen zu haben. Ich wollte diesen Punkt nur anbringen, weil viele bei uns in der Familie die Großeltern schützen wollten, aber das sich jetzt zum Vorwurf machen, weil man den Kontakt vermieden hat und es jetzt nicht mehr nachgeholt werden kann.

Das macht Weihnachten nicht unbedingt einfacher. Aber ich bin ebenso der Meinung, dass die Zahlen sehr weit runter müssen (deutlich unter 50) und dafür müssen wir vermutlich in den sauren Apfel beisen und durch einen Lockdown durch.

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Ich konnte die Kritik an Merkels Rede bezüglich Glühwein- und Waffelständen nicht verstehen (bzw. nicht zustimmen)

Ich kann mich nocch daranerinnern wie in der Lage die Maskenbestimmungen auf einzelnen Straßenzügen und Plätzen in Hamburg kritisiert wurde.
Wenn jetzt, wegen der verschärften Situation und der besseren Verständlichkeit, strengere und allgemeinere Regeln gefordert werden denke ich z.B. an eine Masken-Pflicht im gesamten Innenstadtbereich belebter Großstädte.
Und falls einem die rechtliche Verpflichtung zum Maske tragen in der gesamten Innenstadt zu weit gehen sollte, könnte man zumindest dazu aufrufen freiwillig die Masken wann immer möglich zu tragen.
Und das Glühweintrinken in der Innenstadt verträgt sich nun mal nicht mit der Aufforderung wann immer möglich Masken zu tragen.

Ich finde auch im Angesicht der tatsächlichen Ausgangssperren in Frankreich, wäre eine generelle Masken-Pflicht in der Innenstadt nicht zu viel Verlangt.

Es gibt aber auch Einschränkungen die ich eher fraglich finde.
Meine Schwester, ich und meine Eltern sind 3 Haushalte. Wir sind in den 20er und 50er Jahren, und halten es also noch für vertretbar uns an Weihnachten zu besuchen.
Laut Nds. Verordnung sind aber nur vom 24. - 26.12 mehr als 2 Haushalte zusammen erlaubt.
Wir dürfen also weder früher nach Hause fahren, um einen möglichst leeren Zug zu erwischen, noch dürfen wir zwischen den Jahren bei unseren Eltern bleiben. Stattdessen soll man am 27.12 sich dann wieder in einen potentiell vollen Zug setzen.
Das macht absolut keinen Sinn. (mMn)
Entweder der Besuch sollte verboten sein, oder die Dauer sollte flexibel sein, weil die Infektionsgefahr an Hauptreisetagen erhöht ist, durch zusätzliche ±10 Tage bei meinen Eltern aber dagegen wahrscheinlich nicht erhöht wird.

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Lieber Ulf, lieber Phillipp,

auch ich stimme fast immer mit euch überein. Zum Thema Corona in Berlin, vor allem in Kreuzberg, und Auslastung des öffentlichen Personennahverkehrs in Berlin ist meine Einschätzung jedoch etwas anders. Die Glühweinstände, Vorplätze von Cafés und der Kanal in Kreuzberg sind voll mit Menschen, die in Trauben zusammenstehen und den Mindestabstand nicht einhalten.
S- und U-Bahnen sind zu den Stoßzeiten gefüllt. Es wird nicht mehr nur jeder zweite Platz eingenommen und teilweise ist kein Meter Abstand zwischen den Menschen.
Ich finde es unverantwortlich Glühweinstände offen zu halten und auch, dass in den Bahnen nicht jeder zweite Platz klar gesperrt ist.

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Es ging mir mehr um die Bewertung „einfach oder schwer“ als „richtig oder falsch“.

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Lieber Ulf,

dass man ältere Menschen unnötig in Lebensgefahr bringt

Das „unnötig“ ist aus meiner Sicht genau die fehlende Abwägung, die für mich auch in den letzten Lagen so rüber kam. Es ist nicht für alle Menschen gleich leicht auf Kontakte generell, und Kontakt zu den Großeltern speziell, zu verzichten.

Außerdem finde ich es schwierig diese Entscheidung und Verantwortung nur auf die „Besuchenden“ zu legen, nach dem Motto „Du bringst Deine Großeltern um, wenn Du sie besuchen möchtest“. Man könnte doch auch einfach mal die Großeltern fragen ob sie besucht werden wollen. Ich könnte mir vorstellen, dass einige Großeltern risikobereiter wären, weil sie selbst ihre Prioritäten anders legen.

Bespiel aus dem Bekanntenkreis: die Oma hatte mehrere Schlaganfälle in den letzten Monaten. Niemand weiß wie lange sie noch leben wird - ob es jetzt bald eine Impfung gibt oder nicht. Sie möchte nicht alleine sterben ohne nochmal ihre Enkel sehen zu können.

Ich verstehe euren Appell in der Lage und die Betonung des Risikos, gerade hinsichtlich eines hoffentlich bald verfügbaren Impfstoffs. Aber wie Du sagst, muss man am Ende die Abwägung selber treffen. Und die ist schwierig genug, ohne dazu auch noch als „rücksichtslos“ hingestellt zu werden (meine Interpretation von „unnötig“).

-Ralf

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Genau diese Fälle sind so häufig! Eltern plus zwei erwachsene Kinder, die nicht mehr zu Hause wohnen und (noch) keinen Partner haben. Ich finde, es sollte erlaubt sein, dass niemand ganz alleine Weihnachten feiern muss und Eltern sich nicht zwischen ihren Kindern entscheiden müssen. Und das dann auch mit der nötigen Anreise- und Abreisezeit. Das sind dann immer noch sehr kleine Treffen, auch wenn es sechs über 14-Jährige oder drei Haushalte sind…

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Ich kann als Shop Supergeek empfehlen. Sie haben auf jeden Fall auch Fair bzw Bio Shirts. Dort ist zB auch „Hoaxilla“ oder das Projekt „Reptrails“. Ich weiß nur nicht wie der Shop zu so Schwurbelsachen steht.

Ohne die aktuelle Lage gehört zu haben:

Ist es wirklich zu viel verlangt, angesichts von 500 Toten täglich zu verzichten? Wir sollen ja nicht verzichten auf etwas, was „zwingend“ oder „nötig“ wäre, sondern auf etwas, was „schön ist“, was „wir gern hätten“, … Ich fürchte, das ist die eigentliche Ursache, warum der „Lockdown light“ nicht die erhoffte Wirkung gehabt hat: So viele Leute geht das Konzept von Verzicht oder Opfer bringen einfach ab. Lasst es mich mal auf den Punkt bringen: Zu viele menschen sind einfach zu egoistisch, um noch Verantwortung und Rücksicht zu nehmen.

Keine Frage, den meisten von uns fehlen soziale Kontakte, die Leichtigkeit der Normalität, das Feiern unter Freunden sehr! Und die meisten von uns gehen ganz schön auf dem Zahnfleisch, uns fällt die Decke auf den Kopf, Familien oder WG-Bewohner gehen sich gegenseitig auf den Kecks … Aber ist der verweigerte Verzicht tatsächlich 500 Menschenleben täglich wert?

[An dem Punkt wird dann immer das mutmaßlich letzte Familienfest der schwer kranken 95-jährigen Oma aufgeführt. Das mag vielleicht ein valides Argument sein … für die wenigen, die sich dann tatsächlich vorher 10 Tage in Selbst-Quarantäne begeben und vorher zwei Schnelltests machen. Für alle anderen abet nicht!]

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Wird am Ende vermutlich auch so sein, einfach weil es keiner kontrolliert und jeder für sich selbst bzw seine Familie abwägen muss. Die (überfüllten) Züge werden so oder so fahren, wie ich die Bahn einschätze.

Ich kann mich dem Grundtenor meiner Vorredner anschließen. Es kommt schon sehr auf die individuelle Situation an. Kinder/Großeltern, Alleinstehende-da verstehe ich, dass man sich zu Weihnachten sehen will. Wir werden das Dilemma mit Antigentests lösen. Ich kann nicht bestätigen, dass sie schwer zu bekommen oder anzuwenden sind. Habe sie privat bestellt, musste zwar etwas warten, aber das stand vorher schon, im Moment sind sie auch wieder sofort lieferbar. Kosten etwa 9€/Test. Anwendung finde ich überhaupt nicht schwer, aber muss gestehen, dass ich natürlich beruflich geübt bin. Habe aber auch schon mehrfach selbst Tests bei mir gemacht und finde das zwar auch unangenehm aber nicht schlimm oder schwierig. Gibt genug richtig gute YouTube Videos die das wirklich einfach erklären. In den Abstrichzentren arbeiten ja auch lauter nicht bis wenig medizinisch geschulte Menschen.
Also: wer in größerer Familie Weihnachten zusammen verbringen will und das Geld hat: fühlt euch ermutigt Antigentests zu kaufen! Aber dann bitte mit der richtigen Konsequenz: wenn positiv, dann wieder jeder zu sich und. PCR Test veranlassen oder in Quarantäne.

Lieber Ulf, lieber Philip,

ich habe gehört ihr sucht einen neuen Produzenten für euren Merch und wollte mich daher selbst vorschlagen! Ich bin selbstständig mit Textilproduktion und arbeite direkt mit Produzenten aus der Türkei. Dort wird unter fairen Bedingungen produziert und wir können auch mit bio oder recycelten Materialien arbeiten. Ich mache derzeit den Merch für einen Musiker (für wen kann ich euch gerne privat sagen) und außerdem mache ich die Produktion bei aletik.com. Sagt mir gerne Bescheid falls ihr Interesse habt!

Liebe Grüße, Charlotte

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Moin,

Ich finde die Einstellung zu den Glühweinständen auch schwierig. Hier in Lüneburg wurde gerade erst der Lichterzauber abgesagt. Hintergrund war der, dass sich rweder die Betreiber der Stände noch die Besucher an die Coronaregeln hielten. Zugegeben das Konzept mit Verzehrflächen ist deutlich weniger durchdacht als es in Kreuzberg der Fall zu sein scheint.
Dennoch zeigen mir auch aktuelle Supermarktbesuche, dass 1,5 Meter selten eingehalten werden und das selbst an Punkten wo man den Platz hätte. Zum geselligen Glühweintrinken passen sie bestimmt nicht.
Viele Grüße
Rafi

Ich glaube, es gibt ein ganz großes Problem, das sich wahrscheinlich schwer lösen läßt und auch irgendwie ein generelle Phänomen ist: die Leute lügen sich gerne selbst etwas in die Tasche bzw. biegen sich die Dinge so zurecht, wie es grad am besten passt. Beispiele: die Bekannte, die an diesem Wochenende in ein anderes Bundesland fahren möchte weil „ihre Freundin dort gerade ihr erstes Kind bekommen hat und das ist ja wohl eine besondere Situation“ Die Frau, die einen Handwerker in die Wohnung läßt mit den Worten „Ach, Maske… wegen mir brauchen Sie die aber nicht“ (sie selbst trägt natürlich auch keine) Die Friseurin, die zu mir sagt „Können sie das denn die ganze Zeit, die Maske auf haben? Sonst lassen sie’s ruhig…“ Die Nachbarin, die erzählt „unsere Tochter hätte nicht mal ihren 16. Geburtstag richtig feiern können, wenn wir es nicht heimlich gemacht hätten“ Das sind nur ein paar Beispiele, die ich in letzter Zeit zu hören bekam… Jeder glaubt, er sei ja ein besonderer Fall und man muß doch auch mal eine Ausnahme machen können, aber unterm Strich summiert sich das dann natürlich. Dazu kommt, dass viele scheinbar die Vorstellung haben, dieses Virus kommt von „fremden Leuten“ aber natürlich nicht aus dem eigenen Umfeld. Ja, es gibt eine sehr große Zustimmung zu den Maßnahmen, aber diese Zahlen täuschen darüber hinweg, wie viele Leute für sich in Anspruch nehmen, in bestimmten Fällen doch mal beide Augen zuzudrücken. Und genauso wird bezüglich der Schließungen diskutiert: die Restaurants sind doch nicht das Problem, aber die Schulen ja auch nicht, und die Glühweinstände schon gar nicht, jeder hat gute Argumente - aber irgendwo müssen die hohen Infektionszahlen ja herkommen. Und da man die privaten Kontakte eben nur begrenzt wirklich kontrollieren und maßregeln kann, muß man eben alles andere runterfahren, es hilft ja nichts. Wenn man weiterhin auf Einsicht und Eigenverantwortung setzt, wird das leider nichts nützen. Dabei gibt es natürlich auch sehr viele Menschen, die wirklich vernünftig und verantwortungsbewußt handeln, aber leider auch zu viele, die ich das lediglich selbst einreden.

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@TRq Aber wer unterscheidet denn was „zwingend“/„nötig“ ist und was „schön ist“/„wir gern hätten“? Muss es allen Menschen gleich schwer fallen in der aktuellen Situation, oder kann es auch Menschen geben denen es besonders schwer fällt? Wie schwer muss es denn einem dann fallen, damit etwas was für den Einen „schön ist“ für den Anderen „zwingend“ ist?

Was zwingend ist, wird immer nur hinsichtlich der Virologie und der körperlichen Gesundheit betrachtet. Aber mangelnde psychische Gesundheit kostet auch Leben. In Japan sind im Oktober mehr Menschen durch Suizid gestorben als in 10 Monate Pandemie [Link].

Das heißt alles nicht, dass deswegen Familienfeiern plötzlich OK seien und dass wir nicht verzichten müssten. Das heißt aber sehr wohl, dass nicht alle die das tun wollen, verwöhnt (a.k.a. keinen Verzicht kennen), egoistisch und verantwortungslos sind.

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Also, zwingend ist gar nicht so schwer von nicht zwingend zu unterscheiden. Alles, was notwendig ist, um existentielle physische- und Sicherheitsbedürfnisse (1. und 2. Stufe der Bedürfnispyramide) zu stillen - Hunger, Durst, Müdigkeit, Sicherheit - ist zwingend. Alles andere erst mal nicht. Für diese Bedürfnisse brauchst Du schon eine verdammt gute, konkrete Begründung, um aufgrund deren Befriedigung das Leben anderer in Gefahr zu bringen.

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So geht es ja vermutlich gerade vielen. Nur ist es nicht möglich das alles etwas zu verschieben. Es ist meiner Meinung nach dank der Impfstoffentwicklung absehbar, dass es bald mit weniger Risiko verbunden ist die Großeltern zu besuchen. Was spricht dagegen die Weihnachtsgans einfach mal erst im März zu essen? Klar haben wir uns alle auf Weihnachten gefreut, aber das Virus macht leider keine Pause.

Oder man trifft sich nicht drinnen, sondern schaut einfach im Hof mal vorbei und singt Oma und Opa von dort und in sicherer Entfernung ein paar Weihnachtslieder. Weil von Vorrednerinnen auch noch andere Konstellationen erwähnt wurden. Eventuell muss sich in diesem Ausnahmejahr nicht die ganze Familie treffen. Man kann z.B. auch so machen, dass sich zwei Teile oder mehr, je nach Familiengröße treffen. Dann ist keiner alleine aber auch keine große Zusammenkunft gegeben.

Es geht ja auch nicht nur um Oma und Opa. Nach zwei tollen Tagen fahren wir wieder durchs Land. Dann ist Silvester mit erneuten „Ausnahmen“ und wir treffen ganz andere Personen. Von daher ist es nicht nur die Risikofreude der Großeltern oder anderen Personen. Wenn man sich danach trifft, dann haben diese Menschen eventuell keine Wahl gehabt (weil man z.B. seinen Job machen muss und auf Kolleginnen trifft).

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Klingt erstmal krass, aber nur auf den ersten Blick. Japan ist eben ein Staat, der im Gegensatz zu uns die Pandemie einigermaßen im Griff hat. Die Zahl der Covid-Toten insgesamt ist dort eben sehr niedrig. (Und die Suizidrate traditionell im Vergleich zu anderen Staaten recht hoch.) In Neuseeland oder Taiwan sterben bestimmt auch deutlich mehr Leute an Suizid als an Covid, weil es dort eben so gut wie keine Covid-Fälle mehr gibt.

Die Zahl von ~2100 Suiziden in Japan im Oktober liegt dabei, selbst wenn man den Anstieg alleine auf die Pandemie zurückführt, etwa 500 über dem monatlichen Schnitt im letzten Jahr. Also im ganzen Monat Oktober soviele „zusätzlich“, wie bei uns derzeit jeden einzelnen Tag(!) an Covid sterben, und das obwohl Japan 50% mehr Einwohner hat als Deutschland.

Es gab übrigens auch schon Meldungen, dass in Deutschland im Lockdown im Frühjahr die Suizidrate gar nicht gestiegen, sondern teilweise sogar deutlich gesunken ist:

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Ich glaube, es war Ulf, der eigentlich kein Verständnis für das Schließen der Glühweinstände hatte, weil er sich ja immer nur kurz einen Glühwein holt und nicht dort stehen bleibt.

Ich dachte beim Hören, hier wiederholst Du ein Verhalten, dass sich immer wieder zeigt - ‚das, was ich mache, ist nicht pandemietreibend, weil ich mich vernünftig verhalte‘ - und Glühweinstände anscheinend etwas sind, was für Dich zu dieser Jahreszeit dazugehört. Was ist, wenn Du unterwegs einen Bekannten/Freund triffst - wenn du gerade beim Trinken bist, nicht Deine Maske aufhast. Stehen bleibst, Dich unterhältst, spontan laut lachst …

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