Es ist der Haushaltswert (2x 15.000) der im Eingangspost genannten 15.000 EUR. Ich wollte mal beim ursprünglichen Thema bleiben und aufzeigen, was 15.000 EUR Freibetrag dann am Ende bedeutet.
Auf der Ebene der Einzelperson sind ~10% Steuern immer noch ein gutes Schnäppchen:
1.000 € Freibetrag
15.000 € Freibetrag
Bruttoerträge gesamt
ca. 606.989 €
ca. 722.365 €
Gezahlte Steuer gesamt
ca. 140.883 €
ca. 68.342 €
Durchschnittssteuersatz
ca. 23,2 %
ca. 9,5 %
Endvermögen
ca. 736.106 €
ca. 924.023 €
Die Familie hat dann einen Durchschnittsteuersatz von 6,7% auf die Erträge gezahlt, klingt doch gut, auf jeden Fall deutlich günstiger als die Einkommensteuer.
Ein Lebensfreibetrag war etwas, was immer früher oder später in Diskussionen hier vorgeschlagen wurde - gerne auch in Verbindung mit der Erbschaftsteuer. Es braucht nur noch Politiker, die das umsetzen.
Ändert halt nichts daran, ob das Geld am Ende des Monats reicht. Mit Aktien wirst du am Gewinn beteiligt aber das sind Cent pro Monat und Aktie und der Gesamtwert an solchen Vermögenseinkommen sinkt in Deutschland.
Das als Ausgleich für starke Gehaltskürzungen ist… da muss man schon wirklich überzeugt sein um bei 200€ weniger im Monat bei explodierenden Mieten mit einem Lego-Set als Ausgleich glücklich zu werden.
Wenn man nicht Realität verweigert kann Demokratie nicht überleben ist eine wilde Aussage.
Vor allem da wir diese Belastung der unteren hälfte ja sowieso überhaupt nur so stark nach oben kurbeln um mehr Umverteilung zu älteren Generationen zu finanzieren. Welche die obere Hälfte der Vermögen darstellen.
Es wäre strukturell kein Problem diese Umverteilung nach oben zu reduzieren und dafür die untere Hälfte zumindest nicht zusätzlich zu belasten.
Solange man das allerdings als undenkbar definiert gibt es in der Tat keine Alternative zu heftigen Kürzungen bei der unteren Hälfte der Bevölkerung und damit zum überwiegenden Großteil der jüngeren Hälfte.
Das halte ich wie gesagt für eine unbelegte Behauptung. Hatten wir nicht grad im letzten Jahr denn Fall Thiele, bei dem eine einzige Familie 4 Mrd. Erbschaftssteuer zahlen musste? Und dafür halt einfach ein Paar Unternehmensanteile verkloppt hat? Es ist doch absurd überhaupt anzunehmen, dass das Vermögen von Menschen jenseits zweistelliger Millionenbeträge ausschließlich in Maschinen und den Firmenimmobilien steckt. Das wäre ein geradezu fahrlässiges Klumpenrisiko. Diese Familienunternehmer sind in Wirklichkeit Unternehmer-Familien, deren Vermögen über Familiy-Offices überall breit investiert ist. Gibt es Belege dafür, dass das Besteuern der oberen 0,1% zu Gehaltskürzungen führt?
Ich würde behaupten, dass es reicht die oberen 10% mehr und vor allem das obere 1% mehr und vor allem das obere 0,1% mehr zu belasten. Ob die dann alt sind oder nicht, finde ich da nicht so interessant.
Die Firmen- und Vermögenseinkommen sind letztens sogar nominell gesunken und halten schon länger nicht mit Inflation Schritt. Es gibt kein entsprechendes Geld, das man abschöpfen kann.
„Mit Vermögen bezahlen“ bedeutet auf der volkswirtschaftlichen Ebene eine von vier Dingen.
Man nimmt das Vermögen oben weg und gibt es Arbeitnehmern. Hier ist kein Geld geflossen. Du kürzt trotzdem Gehalt, da nunmal sehr viel mehr Arbeitsstunden und mehr Ressourcen für das Sozialsystem notwendig werden. Aber man gibt Arbeitnehmern im Gegenzug Eigentumsrecht an etwas. Das monatlich kaum Geld abwirft aber man besitzt etwas zusätzliches.
Die Firmeneinkommen werden proportional erhöht indem Löhne langsamer steigen oder Endkundenpreise stärker steigen.
Jemand in Deutschland nimmt einen Kredit auf und muss zum abbezahlen der Kapitalkosten mehr Profit aus dem laufenden Geschäft abschöpfen.
Man verkauft ans Ausland. Privatisiert, sozusagen, unsere Volkswirtschaft und entzieht mehr Eigentum der Kontrolle und der Besteuerung des deutschen Staates.
Das ist auf mehreren Ebenen nicht korrekt. Hermann Thiele war dabei eine Stiftung aufzubauen um das Erbe zu regeln. Dabei handelt es sich effektiv um eine Stundung.
In der Annahme, dass das fertig werden würde haben sie ihr Vermögen nicht für die Verschonungsbedarfsprüfung optimiert und mussten es aus den bereits liquiden Mitteln bezahlen. Dass es relativ problemlos möglich war liegt aber vor allem auch daran, dass das Zahlen der Steuern bereits vorgesehen war und das Vermögen dafür vorbereitet wurde.
Das ist, wie gesagt, unerheblich. Da uns ja nicht interessiert ob eine Einzelperson ihr Vermögen verkaufen kann. Natürlich ist das möglich. Spannend ist, wo das Geld dafür her kommt. Wenn du 100 Milliarden zusätzlich für Sozialausgaben aufbringen willst. Also, hunderttausende Arbeitskräfte in Vollzeit bezahlen willst. Dann musst du die irgendwo abziehen. Du musst irgendwo entsprechend viel Kürzen.
Der Übertrag von Vermögen ist keine Kürzung von Ressourcen sondern Umverteilung von Macht. Wenn du jemand zum Verkauf zwingst passiert die Kürzung erst noch.
Geht halt Zahlenmäßig nicht auf. Weder die Firmenbilanzen noch die Menge an Einnahmen die zusätzlich benötigt werden um alles zu bezahlen. Rein rechnerisch gibt es bei den Top 10% nicht genug Einkommen um so viel abzuschöpfen.
So grob fürs Verhältnis. Wir sprechen davon etwa 25% der gesamten Privatwirtschaft kürzen zu müssen. Arbeitnehmer bekommen aktuell etwa 75% der Wertschöpfung als Lohn ausgezahlt. Wenn du alle Vermögen im Land vollständig enteignest und alle privatwirtschaftlichen Investitionsausgaben auf 0€ setzt wird das immer noch eng solche jährlichen Summen aufzutreiben.
Was habe ich verpasst? Hier wurden doch keine Zahlen genannt, sondern lediglich das Ziel, die untere Hälfte zu entlasten (und das von Oben gegenzufinanzieren).
Die Hypothese in der Kommentarkette war, dass man mehr staatliche Ausgaben tätigen kann und Arbeitnehmer entlasten kann, wenn man Vermögenswerte umverteilt.
Das geht nicht auf, da Vermögen keine verbrauchbaren Ressourcen darstellen und nicht genug Profit abwerfen um so eine Entlastung zu finanzieren. Auf das Volksvermögen von so 21 Billionen haben wir Firmen- und Vermögenseinkommen von so 810 Milliarden im Jahr.
Mit 100.000€ Vermögen kommt unsere Volkswirtschaft auf so 80€ reale Bruttorendite pro Monat.
Vermögen umverteilen ist ein Thema von Teilhabe und Mitbestimmung und zentralisierter Macht. Was ein relevantes Thema ist aber nicht dazu beiträgt Arbeitnehmer zu entlasten.
Ohne irgendwelche konkreten Projekte/Zahlen kann man schlecht behaupten, es könnte nicht aus irgendeiner Quelle finanziert werden. Daher ist mir nicht klar, gegen was du argumentierst.
Ich bin davon ausgegangen, dass wir keine Kürzungen im Sozialsystem vornehmen über die bestehenden Vorschläge hinaus. Der mit Abstand größte Ausgabenposten der nächsten Jahrzehnte.
Ich verstehe noch immer nicht, was du diskutierst? Willst du sagen, dass es nicht funktioniert, alle Ausgaben des Staats nur durch eine Besteuerung der oberen 10%, insbesondere 1% und 0,1% zu decken?
Es geht um eine Entlastung für Arbeitnehmer. Die kann nur stattfinden, wenn mehr Geld beim Staat übrig bleibt und Abgaben sinken.
Die Einnahmen, die Menge an Ressourcen die du ohne Belastung von Arbeitnehmern abschöpfen kannst sind nicht einmal ein Cent auf den Euro pro Monat.
Das sind winzige Beträge. Teilhabe und Mitbestimmung ist ein relevantes Problem. Aber die finanziellen Löcher im Staat bekommt man damit nicht gestopft.
Gleichzeitig steigen die Abgaben durch die Alterung der Gesellschaft, immer rückständigere und ältere Infrastruktur und so weiter um hohe drei bis niedrig vierstellige Beträge im Monat, pro Arbeitnehmer.
Ich vestehe nicht, was du sagen willst oder gegen was du dich wendest.
Eine Entlastung der unteren 50% läge auch dann vor, wenn man die MwSt auf Lebensmittel von 7% auf 6% senken würde oder die GKV Beiträge um 0,1% senken würde. Klar ließe sich das durch eine Mehrbelastung der oberen 10% (mit Schwerpunkt auf 1% und 0,1%) finanzieren.
Was du zu sagen scheinst ist: Bei den oberen 10% (mit Schwerpunkt auf 1% und 0,1%) ist nichts zu holen. Jede Belastung da führt zum Kollaps oder zu sinkenden Löhnen. Und das halte ich nicht für haltbar.
Aber wie führt denn eine jährlich wiederkehrende Sonderabgabe für Dieter Schwarz, sagen wir in Höhe des Wertes von 16 Kaufland-Filialen (2% des Filialnetzes in Deutschland), zu mehr verfügbaren Ressourcen für andere Zwecke?
Entweder entnimmt er das erforderliche Geld
aus dem Gewinn (dann muss die Marge erhöht werden entweder durch höhere Preise oder durch niedrigere Kosten),
durch Kredit (wer vergibt den Kredit? Tilgung erfolgt dann ja auch mindernd auf die Ertragsstärke) oder
durch Verkauf (dann gehören die Filialen alle irgendwann Chinesen oder Scheichs).
Die Milliardäre haben in der Regel ja keine Milliarden im Geldspeicher rumliegen, weshalb eine Substanzsteuer eben immer problematisch ist. Wenn, dann muss man über Einkommensteuern sprechen und die aktuell verfügbaren Konstrukte zur Umgehung selbiger. Das umfasst dann auch Schenkung und Erbschaft, die Einkommen beim Nutznießer sind.
Es würde aus seiner Tasche kommen. Sein Vermögen wird auf 50 Mrd. geschätzt, 2% wäre also eine Milliarde. Umsatz der Gruppe lag bei 185 Mrd. €. Umsatzrendite im LEH ist nur ca 2%, heißt also mindestens (weil sie ja nicht nur LEH machen) 3,7 Mrd € Gewinn. So zu tun, als käme er da nicht an eine Mrd ist schon sehr fragwürdig. Und wenn es wirklich so ist, muss er halt ne AG draus machen. Buhu.
Das Vermögen von Milliardären vermehrt sich praktisch von allein, wenn sie sich nicht gänzlich dummanstellen - und sie haben idR Berater, die dafür sorgen, dass sie dies nicht tun.
Eine Vermögenssteuer, wie sie im Raum steht, sorgt lediglich dafür, dass es langsamer wächst. Oder, wenn man den ganz radikalen Vorschlägen folgt: Dass es eventuell ganz langsam ein klein wenig schrumpft.
Und selbst bei Millionären wächst das Vermögen statistisch stetig:
Die kleinen Violinen im Himmel für die Superreichen, die sich bald ihre Steuern nicht mehr leisten können, sind durch keine Daten gestützt.
Kannst du das mal sauber aufdröseln und deine Rechnung aufschreiben?
Konkret: Woher kommen die „hohen drei- bis niedrig vierstelligen Beträge pro Monat und Arbeitnehmer“ (Quelle, Zeitraum, nominal oder real, mit oder ohne Arbeitgeberanteil)?
Und welche Einnahmen aus höherer Besteuerung von Kapital und großen Vermögen setzt du an, wenn du auf „nicht einmal ein Cent auf den Euro“ kommst?
Dass eine Vermögensteuer im Verhältnis zur Lohnsumme kein riesiger Hebel ist, glaube ich dir sofort. Aber ein Cent pro Lohneuro entspricht ungefähr einem Beitragssatzpunkt in der Sozialversicherung, und das ist nicht „winzig“.
Und es ging hier um eine Verschiebung der Last von Arbeit zu Kapital, nicht darum, alle Löcher im Staat damit zu stopfen.