Wenn niemand Rechtsradikale wählte, wären Koalitionsbildungen unkomplizierter.
Was kennzeichet Autoritarist:innen?
Die politische Psychologin Karen Stenner hat es in einem Essay über “Autoritarismus” von 2020 so zusammengefasst. Ziel der Autoritären sei die “Minimierung von Unterschieden”.
Das tiefe Bedürfnis von Autoritären nach dem, was ich als „Einheit und Einheitlichkeit“ (“oneness and sameness”) bezeichne, erzeugt dann – auf primitive und weitgehend unbewusste Weise – eine Reihe funktional zusammenhängender Anforderungen an das politische System, ohne dass hierfür eine nennenswerte kognitive Untermauerung erforderlich wäre.
Es scheint zwei entscheidende Determinanten für Autoritarismus zu geben. Die erste ist ein Mangel an „Erfahrungsoffenheit“ (eine der „Big Five“-Persönlichkeitsdimensionen, die selbst zu einem erheblichen Teil erblich ist). Die zweite lässt sich am besten als kognitive Inkapazität beschreiben.
Mangelnde Offenheit und kognitive Inkapazität prädisponieren für Autoritarismus, indem sie die Bereitschaft bzw. die Fähigkeit, mit Komplexität umzugehen, verringern. Menschen, denen es an Offenheit für Erfahrungen mangelt, mögen keine Abwechslung, Neuheit, Vielfalt und Komplexität und lehnen Unkonventionelles und Unbekanntes ab. Menschen mit kognitiven Einschränkungen bevorzugen natürlich ebenfalls Einfachheit und sind für Komplexität schlecht gerüstet.
(Aus dem Englischen übersetzt unter Nutzung von DeepL)
Das schließt schon auf geradezu unheimliche Weise an das Item über die „einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert“, an.

