Als langjähriger Lagehörer muss ich leider sagen, dass diese Folge eine der wenigen ist, die mir nicht gefallen hat.
Anfangs war ich interessiert, wenngleich etwas überrascht, dass nicht nur eine Person, sondern ein einzelnes Unternehmen vorgestellt wird. Vielleicht bin ich da grundsätzlich zu misstrauisch, aber auch mich wirkt so etwas zunächst immer wie Werbung. Diese aufkeimende Befürchtung wurde zum Glück nicht bestätigt, da sich das Konfliktthema ja recht schnell entfaltete.
Kurz gesagt: Mir war der dargestellte Konflikt zu undurchschaubar und komplex. Auch der zweite, einordnende Teil konnte wenig daran ändern, weil immer noch zu viele Fragen offen blieben und ich als Hörer letztendlich mit dem Eindruck alleine gelassen wurde, tief in die Details einer Provinzposse hineingeschaut zu haben, ohne dass das größere Bild oder eine übergeordnete konstruktive Lösung für die Gesellschaft greifbar wurde. Sollte ich dies übersehen haben, dann kam die Botschaft bei mir einfach nicht an.
Abgelenkt wurde ich vom offen aggressiven Verhalten von Herrn Scheel, der mir anfangs sogar sympathisch war - ich schaute sogar wärend des Zuhörens, nachdem meine anfängliche Skapsis verflogen war, auf der Webseite nach, um vielleicht sogar etwas zu kaufen.
Als das Interview jedoch immer wilder wurde und Herr Scheel sogar Euch anbrüllte, war ich wie vor den Kopf geschlagen. Ihr habt die Situation immer wieder gut entschärft - Respekt dafür! Aber die belehrende (immer wieder dieses “versteht Ihr” - als ob Ihr geistig minderbemittelt wärt) Art von Herrn Scheel machte es sehr schwer, dranzubleiben.
An einem Punkt des Interviews hatte ich die Befürchtung, dass es zu Handgreiflichkeiten kommt. Ich habe die Stelle nicht nachgehört, sondern die Folge nur einmal gehört. Aber Herr Scheel reagierte äußerst gereizt auf eine Frage und man konnte sogar hören, wie er näher an das Mikrofon herantrat. (Ich glaube) Philip hat die Situation aber sehr professionell entschärft und deutlich gemacht, dass einfach nur Fragen gestellt werden.
Alles in allem - ich persönlich brauche ein solches Format nicht nochmals. Es wäre kein “Kündigungsgrund”. Ich bin allerdings für die normalen Folgen hier und für die anderen Interviews. Reportagen aus dem Feld gerne wieder, wenn es dabei konstruktiv zugeht.