LdN 465: Feedback allgemein

Mich hat die Folge wirklich beschäftigt. Wahrscheinlich deutlich mehr als das der Fall hätte sein sollen. Ich habe sie mir sogar zweimal angehört, weil ich mich persönlich angegriffen gefühlt habe. Vor allem weil ich das nicht mit meinem Behördenalltag nicht übereinbekomme.

Man darf hier bestimmt nicht alle Behörden über einen Kamm scheren. Technische Verwaltungen arbeiten ganz anders als die “klassische” Verwaltung. Hier arbeiten, zumindest bei uns, vor allem Ingenieure oder Naturwissenschaftler, welche das Behördenleben oftmals nicht mit der “Muttermilch” aufgesogen haben. Das Technische Know-How mit Verwaltungsrecht zu kombinieren ist nicht so einfach und erfordert vor allem Erfahrung.

Und die bestehenden Formulare, oder die in der Folge beschriebene Zentralisierung hinsichtlich Materialnachweise, gibt es ja nicht ohne Grund. Damit soll eine Einheitlichkeit in den Verfahren hergestellt werden und letztendlich auch eine Beschleunigung erzielt werden, damit die Behörde nicht bei jedem Verfahren Grundlagenforschung betreiben muss.

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Nach spontaner Begeisterung über eine Folge, die sich dem Thema Wirtschaft mal aus der Perspektive des Unternehmers nähert und das Thema Verwaltungsbürokratie als signifikante Ursache des „Problem Bürokratie“ widmet, hat mich - auch dank der Diskussion hier - die Folge immer wieder „verfolgt“ und ich möchte mich dazu nochmal äußern:

Feedback zu Sonderfolgen dieser Art:

Ich bleibe dabei: Ich finde es sehr gut, dass die Hosts sich mal einem drängenden Thema aus klein- und mittelständischen Unternehmen nähern und dabei auch bereit sind, den Unternehmer ausführlich zu Wort kommen zu lassen (ja, es gab ja schon mal das eine oder andere Interview - Stichwort „Leiterbeauftragter“). Ich wünsche mir, dass wir immer mal wieder Spezial-Ausgaben zu diesem Thema bekommen und dass die Perspektive von klein- und mittelständischen Unternehmern berücksichtigt wird. Die Hosts sind ja schon seit Jahren selbst welche und ich nehme auch einen zunächst schleichenden, jetzt aber deutlich wahrnehmbaren Wandel in der Haltung zu diesem Thema wahr … und finde das sehr gut!

Kritik: LdR sollte sich nicht für PR missbrauchen lassen

Trotzdem bleibt ein Störgefühl, dass die LdN Marco Scheel in diesem Umfang eine Bühne geboten hat, ohne ihn kritisch genug zu hinterfragen (s.u.; ich hatte allerdings das Gefühl, der war im Interview extrem schwer einzufangen). Wenn man sich seinen Youtube-Kanal ansieht, bleibt der Eindruck, dass er sich mit seinem Bashing (nicht nur) auf Behörden eine Followerschaft von 150.000 aufgebaut hat (teilweise 200.000 Viewer) und dann dort auch Werbung für seine Produkte und für sein Unternehmen macht.

Kritik: Kritische Rückfragen?

Insbesondere die für die LdN typische kritische Rückfragen sind zwar nicht ausgeblieben. Aber es hätte mehr geben müssen. Denn in vielen Punkten, auf den Marco Scheel herumhackt, hatte ich den Eindruck oder auch nur den Impuls, dass er an dem Problem, das er da kritisiert, nicht ganz unbeteiligt ist.

Das wird hier im Forum sehr schön aufgearbeitet:

  • Scheel kauft einen halb verfallenen landwirtschaftlichen Betrieb im Außenbereich und wandelt ihn in eine „Nähfabrik“ um, ohne vorher alle notwendigen Genehmigungen einzuholen und vor allem - so scheint mir - ohne sich vorher von Architekten und Baurechtlern beraten zu lassen. Wer ein rechtlich sensitives Vorhaben ohne vollständige Klärung der baurechtlichen Rahmenbedingungen startet, trägt ein erhebliches Mitverschuldensrisiko an späteren Konflikten und Verzögerungen.
  • Scheel stellt einen Bauantrag (dessen Genehmigung absurd lange dauert - wir wissen aber nicht, wie lange es gedauert hat, evtl. fehlende Unterlagen und Informationen nachzuliefern) und baut dann - im Fall der Brandschutztreppe - anders, als beantragt. Und kritisiert dann, dass die Behörde das nicht einfach durchwinkt.
  • Scheel lässt eine Treppe bauen mit Materialien, die keine baurechtliche Zulassung haben. Sollte er nicht als Erstes auf seinem Fachplaner rum-bash-en?!
  • Unterstellt man, dass er in seiner Art (s.u.) auch gegenüber Behörden auftritt, hat dies ganz sicher auch dazu beigetragen, dass die Sachbearbeiter in den Behörden nicht allzu zügig und geschmeidig gearbeitet haben.
  • Das gilt umso mehr, wenn Sachbearbeiter und Behörden, die auf Youtube vor bis zu 180.000 Viewern der Lächerlichkeit, dem Zynismus und dem Sarkasmus ausgesetzt und damit an den öffentlichen Pranger gestellt werden.

Aber natürlich haben hier Behörden-Sachbearbeiter und -Leiter auch falsch gehandelt. Meiner schon lange gehegten These, dass ein nicht unerheblicher Teil unseres „Bürokratie“ auch in der unserer Verwaltungsbürokratie liegt, teils in fehlenden gesetzlichen Ermessenspielräumen, aber vermutlich viel mehr in der Weigerung, Ermessenspielräumen zu nutzen. Das hat viel mit Behördenkultur und damit von Führungskompetenzen von Vorgesetzten bis hoch ins Ministerium zu tun.

Fortsetzung

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Schließlich: Marco Scheel will nicht sehen, dass Gesetze manchmal aus gutem Grund ihn in der pragmatischen unternehmerischen Umsetzung seiner Ziele und Träume einhegen.

Beispiel: Eine Nutzungsänderung im Außenbereich muss genehmigt werden, weil man das „Zersiedeln freier Natur“ verhindern möchte (ich glaube, Ulf hatte das in der Folge erläutert). Nach dem, wie Scheel sein Unternehmen darstellt, muss man befürchten, dass hier schleichend ein „Gewerbegebiet mitten im Grünen“ entsteht.

Scheel scheint in der Zielvorstellung oder dem Wunschtraum zu leben, dass Unternehmer größtmögliche Beinfreiheit haben sollten, um ihren unternehmerischen Drang freien Lauf zu lassen. Er scheint sehr unter dem völlig normalen Spannungsverhältnis zwischen „unternehmerischen Tat & Drang“ auf der einen und „Regulierung zur Befriedung gesellschaftlicher Interessenskonflikte“ auf der anderen Seite zu leiden.

[Das ist überwiegend ein Phänomen, dem ich in meinem Beruf, in dem meine Mandanten fast ausschließlich Klein- und kleine mittelständische Unternehmer sind, ständig begegne: Die sind mega genervt, dass sie ständig „vom Staat“ eingebremst werden. Gefühlt 2 von 10 Unternehmer, die an das Verkaufen ihres Unternehmen denken, tun dies, weil sie aus solchen Gründen auswandern möchten!]

Das Problem ist nicht damit zu lösen, dass aus „Staatsdienern“ „Bürgerdiener“ werden, deren primäre Aufgabe es sei, den Bürger bzw. Unternehmer dabei zu unterstützen, sein Vorhaben zu realisieren. Es gibt nun mal die widerstreitenden Interessen - hier von Unternehmer und dem Rest der Gesellschaft - die es auszugleichen gilt.

Zu Emotionalität von Marco Scheel

Interessant finde ich, wie viele Menschen hier im Forum sich genervt zeigen über seine emotionale, echauffierte Art (meine Frau empfand einen geradezu körperlichen Widerwillen). Auch ich fand ihn häufiger mal als „zu laut“ und zu undifferenziert und einseitig. Aber mir scheint, es gilt bei uns zunehmend als politisch inkorrekt, Emotionen wie Ärger und Wut überhaupt nur zu zeigen. Ist das vielleicht die Folge der allgemeinen Polarisierung, die viele Menschen dazu bewegt, sich in sich selbst zurückzuziehen?

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Hier noch dazu: in der Bäckerei bekommt man auch keinen zweiten Keks zum Kaffee wenn man nicht lieb fragt. Möglicherweise bekommt man ihn sogar Generel nicht.

Mich würde auch interessieren ob wir da in Deutschland wirklich vergleichsweise schlecht da stehen. Ich hab oft den Eindruck dass stimmt so gar nicht unbedingt. Wie lang würde ein Bauantrag unter den Bedingungen in Frankreich dauern?

Insgesamt scheint das Thema ja auch viele zu interessieren. Einen dritten Podcast z.B. “Baustellen der Nation” würde ich glaube gerne hören. Dort wäre dann auch genug Raum mehr Perspektiven dazu zu holen. Ich schätze (und hoffe) ja nächste Woche geht es mit einer normalen Folge weiter in der dafür nicht genug Zeit ist?

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Es tut mir leid, aber an dieser Stelle von „obrigkeitsstaatlichem Denken“ zu sprechen, halte ich für äußerst unpassend.

Hier geht es schlicht um einen aufrichtigen und vor allem ehrlichen Umgang mit dem Gegenüber – unabhängig davon, ob es sich um einen Beamten, einen Bäcker oder einen Zahnarzt handelt.

Herr Scheel hat in eurer Sendung selbst eingeräumt, Behörden vorsätzlich getäuscht zu haben, um sein Ziel durchzusetzen. Dieses Vorgehen hat (für ihn leider) nicht zum gewünschten Ergebnis geführt. Nach einer solchen Aktion (die vermutlich nicht die einzige geblieben ist) wäre ich als Sachbearbeiter ebenfalls wenig geneigt, ein entsprechendes Anliegen besonders zu priorisieren.

Die kritisierten Behörden kamen hingegen kaum zu Wort, sodass den Hörerinnen und Hörern eine substanzielle Gegendarstellung fehlte. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung des Social-Media-Auftritts von Nordwolle fällt es mir schwer, die Schilderungen von Herrn Scheel unkritisch oder für bare Münze zu nehmen.

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Doch kriegst du, weil die Bäckerei im Gegensatz zur Verwaltung wirtschaftlichen Druck hat. Ich gehe aus Kunde eben zu einem anderen Bäcker künftig.

und wie lange muss ich bei einer schlechten Behandlung noch lieb Danke sagen? Als mir ohne Ankündigung und gerechtfertigt 1000€ abgebucht wurden ? Als ich das Geld nicht zeitnah wieder bekommen habe weil sie in Karneval nicht arbeiten?

Hier haben einzelne schlicht zu viel Macht und da müssen wir dringend härter gegen gehen.

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Wobei quasi alle Dörfer die ich kenne in der Praxis eine Mischnutzung aufweisen. Da sind neben den landwirtschaftlichen Betrieben auch Handwerksbetriebe, aber auch sowas wie Drehereien, Spenglereien, Dachdeckerbetriebe, Werkstätten für Kfz, Bau- oder Landmaschinen, Busbetriebe, etc.

Gerade wenn der Umbau des Gebäudes den Charakter des Landwirtschaftlichen Bezriebs nach außen hin erhält, und mit keinen nennenswerten Emissionen einhergeht und auch der Lieferverkehr moderat bleibt wüsste ich nicht inwiefern die Nutzung hier problematisch sein sollte.

Er betont in der Folge doch mehrfach, dass er sehr wohl weiß, dass Gesetze ihren Sinn haben, nur dass diese ihren Sinn hier nicht erfüllen.

Inwiefern? Wenn ich das richtig sehe und das mit dem Abgleiche was ich auf Google Maps recherchieren kann, dann wüsste ich nicht inwiefern hier schleichend ein Gewerbegebiet entsteht. Bisher geht es nur um einen Betrieb der ein landwirtschaftliches Anwesen als betriebsstätte nutzt. Hier ist bisher kein einziges neues Gebäude entstanden.

Und man könnte ja auch von Anfang an klarstellen, dass man kooperativ ist was eine neue Nutzung der bestehenden Gebäude angeht, aber direkt ausschließen auch weiteren Anbauten zuzustimmen, z.B. einer neuen Halle

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Ich habe nun wiederholt gelesen, dass angeblich jeder Nachbar / jede Nachbarin lieber im Innenbereich wohnen möchte. Das bezweifle ich ehrlich gesagt und hätte mir genau deshalb gewünscht, dass die Anwohnenden selbst zu Wort kommen.

Ich komme selbst vom Land, und Häuser im Außenbereich sind sehr gefragt – entsprechend teuer –, weil man dort ungestört lebt und nicht ständig befürchten muss, dass ein Neubaugebiet oder Gewerbe (wie hier eine Nähfabrik) direkt vor die Haustür gesetzt wird. Die Argumentation ausschließlich auf finanzielle Interessen zu reduzieren, empfinde ich daher als etwas verkürzt. Es gibt auch Menschen, denen Lebensqualität wichtiger ist als eine mögliche Wertsteigerung.

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Als langjähriger Lagehörer muss ich leider sagen, dass diese Folge eine der wenigen ist, die mir nicht gefallen hat.

Anfangs war ich interessiert, wenngleich etwas überrascht, dass nicht nur eine Person, sondern ein einzelnes Unternehmen vorgestellt wird. Vielleicht bin ich da grundsätzlich zu misstrauisch, aber auch mich wirkt so etwas zunächst immer wie Werbung. Diese aufkeimende Befürchtung wurde zum Glück nicht bestätigt, da sich das Konfliktthema ja recht schnell entfaltete.

Kurz gesagt: Mir war der dargestellte Konflikt zu undurchschaubar und komplex. Auch der zweite, einordnende Teil konnte wenig daran ändern, weil immer noch zu viele Fragen offen blieben und ich als Hörer letztendlich mit dem Eindruck alleine gelassen wurde, tief in die Details einer Provinzposse hineingeschaut zu haben, ohne dass das größere Bild oder eine übergeordnete konstruktive Lösung für die Gesellschaft greifbar wurde. Sollte ich dies übersehen haben, dann kam die Botschaft bei mir einfach nicht an.

Abgelenkt wurde ich vom offen aggressiven Verhalten von Herrn Scheel, der mir anfangs sogar sympathisch war - ich schaute sogar wärend des Zuhörens, nachdem meine anfängliche Skapsis verflogen war, auf der Webseite nach, um vielleicht sogar etwas zu kaufen.

Als das Interview jedoch immer wilder wurde und Herr Scheel sogar Euch anbrüllte, war ich wie vor den Kopf geschlagen. Ihr habt die Situation immer wieder gut entschärft - Respekt dafür! Aber die belehrende (immer wieder dieses “versteht Ihr” - als ob Ihr geistig minderbemittelt wärt) Art von Herrn Scheel machte es sehr schwer, dranzubleiben.

An einem Punkt des Interviews hatte ich die Befürchtung, dass es zu Handgreiflichkeiten kommt. Ich habe die Stelle nicht nachgehört, sondern die Folge nur einmal gehört. Aber Herr Scheel reagierte äußerst gereizt auf eine Frage und man konnte sogar hören, wie er näher an das Mikrofon herantrat. (Ich glaube) Philip hat die Situation aber sehr professionell entschärft und deutlich gemacht, dass einfach nur Fragen gestellt werden.

Alles in allem - ich persönlich brauche ein solches Format nicht nochmals. Es wäre kein “Kündigungsgrund”. Ich bin allerdings für die normalen Folgen hier und für die anderen Interviews. Reportagen aus dem Feld gerne wieder, wenn es dabei konstruktiv zugeht.

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Das Framing ist aber doch auch Fragwürdig. Ich selbst komme aus einer Kleinstadt und eine solche „Nähfabrik“ mit Verkaufsraum war bei uns mitten im Wohngebiet zwischen Einfamilienhäusern und Zweifamilienhäusern und es hat bis zur Schließung der Fabrik Mitte der Neunziger niemanden gestört, viele haben das Ende der Produktion gar nicht mitbekommen, weil der Verkauf als Bekleidungsgeschäft weitergelaufen ist. Als sich 10 Jahre später eine Firma in den ehemaligen Produktionsräumen angesiedelt hat war vielen der Bewohner des Viertels gar nicht bewusst, dass hier jahrelang nicht mehr produziert wurde.

Und wir reden hier auch nicht über Freistehende Häuser mit weit herum nicht, sondern um ein Dorf mit zusammenhängender Bebauung. Ich würde mich ernsthaft Fragen ob bei euch die begehrten Häuser im Außenbereich auch zusammenhängend bebaut sind ob wir hier wirklich über einzelne Häuser in Alleinlage reden.

Zudem Heißt Innenbereich für das zusammenhängend bebaute Gebiet ja noch lange nicht, dass auch die angrenzenden Grundstücke welche für ein Neubaugebiet oder Gewerbegebiet in Frage kämen dann ebenso als Innenbereich deklariert werden müssten.

Und ganz Allgemein dürfte die Angst in einer Gegend die massiv von Abwanderung betroffen ist und wo die Nachbargemeinden händeringend nach Firmen suchen die sich in ihren neu ausgewiesenen Gewerbegebieten ansiedeln auch reichlich unbegründet sein.

Man muss solche Situationen ja dann auch in einem Gesamtkontext sehen und nicht in dem Kontext wie man es in anderen Gegenden kennt.

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Hey, ich möchte dir nicht zu nahe treten, und ich kann verstehen, dass sowas unvorhergesehenes einen echt in Schwierigkeiten bringen kann.
Aber erfahrungsgemäß geht bei solchen Dingen, wo man für die Zahlung irgendwelcher Beiträge einen Höchstsatz in Rechnung gestellt bekommt, obwohl man anhand des Einkommens in eine niedrigere Beitragsgruppe fallen müsste, nicht selten das ein oder andere Versäumnis auf der eigenen Seite einher.
Meist wird der Höchstsatz verordnet, wenn der oder die Beitragszahler*in es versäumt nach mehrfacher Aufforderung ihr Einkommen nachzuweisen o.ä., anhand dessen die Beiträge bemessen werden.
Deine Schilderung ist relativ unkonkret, und wenn du nicht möchtest, musst du auch nicht weiter ins Detail gehen, dafür ist das hier vielleicht nicht das richtige Forum. Das würde aber ermöglichen, ein bisschen besser einzuordnen, was genau da schief gelaufen ist und dann vielleicht auch ein bisschen mehr Unterstützung zu erfahren.
Da du aber relativ unverhohlen deinem Frust Luft machst und willkürlichen „Machtmissbrauch“ durch Verwaltungsmitarbeiter:innen unterstellst, würde ich anregen, ein bisschen (Selbst-)Reflexion an den Tag zu legen und zu hinterfragen, ob es wirklich keine andere Erklärung für solche Bescheide gibt, als böswillige Schikane durch machtbesoffener Behördenmitarbeiterinnen…

Yep, das ist eher eine Diskussion für PN bitte…

Ich erinnere mich an die Diskussion hier im Forum zu diesem Thema und dem Ergebnis, dass es dafür keine rechtliche Vorschrift gibt, sondern Unternehmen so sehr danach drängen, sich gegen jede Eventualität abzusichern, dass das dann solche Stilblüten treibt. Denn dass ein Unternehmen erst einmal in Haftung genommen wird, wenn ein Angestellter von einer kaputten Leiter fällt, würde jeder korrekt finden. Dass das Unternehmen dann aber mit der Unterschrift eines Leiterbeauftragten belegen kann, seinerseits alles für den Schutz der Mitarbeiter getan zu haben, ist nun mal genauso naheliegend.
Bayern wollte jedenfalls gerade den Brandschutz lockern. Nach dem Brand an Silvester in der Schweiz hält man das plötzlich gar nicht mehr für eine so gute Idee.

Edit:

Riskant oder sinnvoll? Bürokratieabbau bei Brandschutz gefordert | BR24
Gefährlicher Bürokratieabbau? Kontrolldichte beim Brandschutz in der Gaststronomie ist ein Flickenteppich

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Genau.

Talk is cheap. Das kann er ja gerne sagen, sobald es ihn aber betrifft, sieht er es anders.

Er hält auch Arbeitsschutzbegehungen für Schikane, weil die Feststellung, dass seine Näher:innen zu wenig Licht hätten Quatsch ist und seine abhängig Beschäftigten würden ihm das schon sagen, wenn sie zu wenig Licht haben.

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Doch damit trittst du mir zu nahe. Wir haben nichts versäumt. Wir haben extra PDFs erstellt. Die Mitarbeiterin sagte sie sei neu. Da scheint der Fehler nicht bei mir zu liegen. Und die hat dich verrechnet weil sie überfordert war mit einem Standardfall.

Haben wir mehrfach getan. Muss ich auch nicht hier komplett darlegen. War völliges Versagen von exakt einer Seite.

Ist in meinem Fall offensichtlich. Da du das nicht weißt musst du dir nicht anmaßen über mich zu urteilen und solche Personen zu schützen.

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Diese Einschätzung zum Innen- oder Außenbereich ist für euch scheinbar sehr deutlich - hier im Thread haben sich jetzt schon mehrere Stimmen gemeldet die das anders sehen - bitte holt dazu mal eine Meinung ein die sich im Planungsrecht auskennt (Ein Angebot was übrigens auch Marco angeboten wurde, dort aber abgelehnt: Die Uni Kassel hat dieses Semester ein Baurecht-Seminar zum Fall Nordwolle gemacht, die Firma hatte aber kein Interesse daran beteiligt zu sein)

Nochmehr stört mich aber die Argumentation “da hätte doch keiner geklagt, weil es ja gegen die Interessen aller wäre” - im konkreten Fall mag das so sein, aber es klagen üblicherweise auch nicht die anderen Imobilienbesitzer:innen die auch entwickeln wollen sondern Naturschutzverbände usw. oder wie ihr selbst vor ein paar Folgen besprochen habt dann vielleicht der Landschaftsraum, der nächste betroffene Fluss etc. - die Entscheidung zwischen Innen- und Außenbereich hat ja eine Funktion die über “Landrat verteilt Wahlgeschenke” hinausgehen soll

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Hallo nach Berlin!

Die neueste Lage erscheint wie eine Neufassung der Schildbürger-Schwänke. Der Bericht rund um die Firma Nordwolle ist mehr als kafkaesk und wären die Konsequenzen nicht so dramatisch, wäre ich aus dem Lachen gar nicht mehr rausgekommen. So aber kann einem ebensolches nur im Halse steckenbleiben, denn die Probleme u.a. einer nicht mehr zeitgemäßen und starren Bürokratisierung befeuert die Unzufriedenheit und Skepsis der Bürger gegenüber der Demokratie. Was sich dann wiederum an den Wahlurnen entlädt. Wollen wir das? Ich jedenfalls nicht!

Dass Herr Scheel diesen Ritt durch Ämter, Bebauungspläne, Verbote, Gutachten, Regeln, Strafen etc. überlebt hat, kommt für mich einem Wunder gleich. Vor allem, wenn man bedenkt, wieviel unnötige Kosten für ihn und nicht zuletzt auch für den Steuerzahler entstanden sind. Wenn er seine Produktion eines schönen Tages ins z. B. sonnige Portugal verlegt, brauchen sich die Protagonisten in der Verwaltung nicht zu wundern. Wieder etwas weniger Beschäftigung, weniger Steuereinnahmen, Wirtschaftskraft etc.

Sicherlich gibt es immer zwei Seiten - der eine sagt so, der andere so. Aber unabhängig davon ist es für unsere Demokratie überlebenswichtig, dass die Gesellschaft wieder mehr Vertrauen in einen funktionierenden Staat erlangt. Davon ist die Bürokratie nur ein Teil. Ich sage nur Umverteilung, Erbschaftssteuerreform, Finanzkriminalität etc. Das ist der Job der gewählten Volksvertreter. Und auf deren Agieren blicke ich leider mit zunehmend großer Sorge.

Liebes Lageteam, last but not least!
Ihr macht eine so wichtige, informative und professionelle Arbeit. Eure Beiträge sollten als Pflichtpodcast in der Oberstufe einer jeden Schule eingeführt werden :wink:.
Bitte weiter so!

Beste Grüße einstweilen
Vera

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Ja, ich habe es bewusst etwas überspitzt dargestellt, um eine Gegenposition aufzubauen, weil hier so eindeutig davon ausgegangen wird, dass alle Anwohnenden aus finanziellen Gründen dafür sein müssen.

Auch aus den von dir genannten Gründen hätte ich eine Anhörung der Nachbarn wichtig gefunden. Vielleicht unterstützen sie das Vorhaben vollkommen, vielleicht sind sie selbst dort angestellt – das ist aber alles unklar.
Lieber mit Menschen reden als über sie.

Danke aber in jedem Fall, dass du meinen ersten Beitrag noch einmal kritisch eingeordnet hast! Ich finde die Diskussion hier wirklich sehr konstruktiv. Props an die Community.

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Jepp, auch wenn es dazu einen erläuternden Wikipedia-Artikel gibt… “Deutsch” ist eine Nationalität und hat Null mit irgendwas Biologischem zu tun… Insofern ist der Begriff ein politischer Kampfbegriff und inhaltlich echter Stuss!

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Das ist so nicht richtig - die Frage wäre für das Dorfgebiet ob es sich um “nicht wesentlich störende Gewerbebetriebe” handelt, in Absatz 2 steht dann explizit
“Zulässig sind: .[…]
4. Betriebe zur Be- und Verarbeitung und Sammlung land- und forstwirtschaftlicher Erzeugnisse […]
6. sonstige Gewerbebetriebe”
Das gilt im Dörflichen Wohngebiet genauso.

und selbst im Kleinsiedlungsgebiet wären nicht störende Gewerbebetriebe ausnahmsweise zulässig (Absatz 3 Punkt 4)

Die entscheidende Frage ist also ob es sich um ein störendes Gewerbe handelt - dazu gibt es wahrscheinlich bereits eine Rechtssprechung zu einem ähnlichen Fall, zu beachten wäre hier beispielsweise der Verkehr den Nordwolle verursacht und die Emmissionen (die dürften sich aber in Grenzen halten)

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