Liebes LdN-Team,
vielen Dank für diese Folge! Nicht nur, weil Marco Scheel einfach sehr unterhaltsam ist – und ich finde, ihr solltet mehr Ortsbesuche machen! –, nein, vor allem deshalb, weil sich das für mich alles so vertraut anfühlt.
Ich wohne seit zwei Jahren in einer 600-Seelen-Ortschaft namens Rath in der Gemeinde Nörvenich im Kreis Düren. Wir haben am Ortseingang, direkt hinter dem Ortsschild, ein Flurstück, auf dem das Schützenheim steht. Seit letztem Jahr gibt es dort eine neue Feuerwehrwache und dahinter eine Fläche, die ein alter Bolzplatz ist. Dieses Areal wurde in der Vergangenheit als Sportplatz genutzt und ist im Flächennutzungsplan sogar noch als solcher ausgewiesen.
Ende letzten Jahres habe ich unseren Bürgermeister angeschrieben und gefragt, ob es nicht sinnvoll wäre, den Sportplatz wieder fit zu machen und um ein Basketballfeld zu erweitern. Es ist mir ein persönliches Anliegen, aber auch wichtig für die jungen Familien im Ort, um einen Ort der Gemeinschaft zu schaffen. Unser Bürgermeister hat mich daraufhin motiviert und meinte, es gäbe schöne Fördermöglichkeiten zur Dorferneuerung; die Gemeinde könne mit entsprechendem Ratsbeschluss das Gelände zur Verfügung stellen, sofern ich den Eigenanteil organisiere.
Also gesagt, getan: Mittlerweile gibt es den Verein „Rath in Bewegung e. V.“ und eine GoFundMe-Seite (Spendenaktion von Christian Lenze: Rath in Bewegung: Ein Sportpark für alle Generationen!). Wir haben alles auf den Weg gebracht, lediglich das Finanzamt benötigt noch eine kleine Änderung in der Satzung für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit – übrigens ein Prozess, der normalerweise Monate dauern kann. Unglaublich: Monate, um drei Seiten zu lesen!
Anyway, dann kam es zur Vorlage im Gemeinderat, da der Bebauungsplan hier eine landwirtschaftliche Fläche vorsieht. Spätestens jetzt erkennt man die Parallelen zu Herrn Scheel, oder? Außenbereich, Innenbereich, Flächennutzungsplan, Bebauungsplan. Jedenfalls will uns die Gemeinde unterstützen, was ich sehr begrüße, muss aber nach ihrem Verständnis nun zunächst ein Bauleitverfahren einleiten. Dieses hat natürlich nachrangige Priorität und eine Dauer von mindestens zwölf Monaten. Damit ist diese Förderperiode definitiv vorbei und es ist fraglich, ob es im Folgejahr ein ähnliches Programm geben wird.
Ich würde mich sehr freuen, wenn die Gemeinden sich mehr als Bürgerservice denn als Staatsdienst verstehen und mit mehr Freiräumen ausgestattet würden, um diesen Service auch umzusetzen. Lieber schnell und effektiv helfen und im Nachhinein „schwarze Schafe“ oder Fehlschläge sortieren, als im Vorfeld jede Initiative durch Bürokratie im Keim zu ersticken.
Danke und weiter so!