LdN 465: Feedback allgemein

Ich kann mich dem nur anschließen.

Dass es frustrierend sein kann, wenn Projekte nicht so funktionieren wie man es sich vorstellt und die Koopereation mit den Behörden zu wünschen übriglässt - verständlich. Gleichzeitig legt Herr Scheel (nicht nur hier, sondern als Trademark in seinen ganzen Auftritten) eine Attitüde an den Tag, die es schwer macht, Sympathien zu entwickeln.

Die andauernd unterschwellig mitschwingende Anschuldigung, alle möglichen Behörden seien nur darauf aus, ihn zu drangsalieren, weil sie nicht nach seiner Pfeife tanzen bzw. nicht noch mal ein Auge zudrücken oder dergleichen, finde ich schon problematisch. Dass an einen Stall oder eine Scheune andere baurechtliche Anforderungen gelten als an eine Arbeitsstätte, ist nicht nur Paragrafenreiterei, sondern hat durchaus praktische Gründe.

Beispiel “das Scheunendach hält in dieser Ausführung nur, wenn hier Kühe drin sind, wenn Menschen sich hier aufhalten, hält das Dach nicht”:
Natürlich hält das Dach im Normalfall auch wenn sich Menschen in der Scheune aufhalten. Wenn aber in einem Unwetter oder Sturm das Dach beschädigt wird oder gar zusammenklappt, dann entsteht bei der Nutzung als Stall “nur” ein wirtschaftlicher Schaden (kaputtes Dach, natürlich ist es traurig um die Tiere, aber betriebswirtschaftlich betrachtet ist es eben nur ein “wirtschaftlicher Schaden”, die Tiere kaufe ich neu). Wenn aber 20 Näher*innen unter dem Dach begraben werden…

Dass ich ein altes Feldstein-Mauerwerk, dass zwar zweifelsfrei exisitert, aber für das keine statischen Nachweise mehr vorhanden sind (weil es sie nie gab), nicht einfach mit einem tonnenschweren neuen Dach versehen kann - oder dass ich dafür zumindest fachliche Gutachten (und bei alter Bausubstanz oft aufwendigere Test) durchführen muss, um die Tragfähigkeit von 200 Jahre altem Mörtel zu gewährleisten - klingt für mich schlicht plausibel.

Bei Herr Scheel klingt es leider immer ganz schnell so, als wären alle, die Dinge nicht so machen möchten wie er es für richtig hält engstirnig, hirnrissig oder bewusst schikanierend. Dass er seine eigene Rolle in diesen Prozessen nicht recht reflektiert zu haben scheint, zeigt sich als er auf die Frage, wie er sich die Interaktion mit den Behörden vorgestellt hätte, keine Antowrt parat hat und erst überlegen muss, wie es besser hätte laufen können.

Dabei geht die berechtigte Kritik, dass die Interaktion mit Behörden für Bürger*innen oft als Belastung empfunden wird und diese eher als Bremser und weniger als Kooperationspartner und Ermöglicher wahrgenommen werden etwas unter zugunsten einer anekdotischen Räuberpistole nach der nächsten. Erst im zweiten Teil der Folge wird wirklich inhaltlich und qualitativ fundiert auf diese Themen eingegangen.
So würde ich mir den Umgang mit solchen Themen wünschen. Sachlich differenziert und wissenschaftlich untermauert, nicht eine Stunde Rant von (Herrn Scheel edit Mod.) …und danach 20 Minuten Einordnung, gerne andersrum :wink:

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