Das Thema ist für mich so komplex und wirr, da weiß ich nicht wo ich einsteigen soll…
Abhauen ist finde ich an sich keine Lösung. Wohin denn auch? Wenn uns die Geschichte eins gezeigt hat, dann ist es, dass machthungrige Despoten nicht wirklich irgendwo die Lust verlieren und aufhören. Also wenn du aus Deutschland nach Frankreich oder sonst wo hin abhaust, halte ich es immer noch für fragwürdig, ob das reichen kann…
Und meist ist “abhauen” auch wieder nur ein Privileg, das man sich leisten können muss.
Andererseits stellt sich mir auch die Frage, woher junge Menschen sich die Motivation für den Dienst am Staat (egal ob an der Waffe oder als Zivi) nehmen sollen.
Ein paar Schlagworte dazu:
Wenn ich an meine Schulzeit denke: Alt, morsch kaputt gesparte Schulen. Stinkende Klos. Große Klassen, schlechter Betreuungsschlüssel.
Wenn ich an die aktuelle Kita Situation denke: Wenig Plätze, teils prekäre Zustände. Man kann sich glücklich schätzen einen Platz zu bekommen. Dafür zahlt man dann aber auch noch schön viel.
Wenn ich an die Infrastruktur im Land denke: Brücken krachen ein, unzuverlässige Schieneninfrastruktur. Sparen sparen sparen.
An meine Rente denke ich jetzt gar nicht mal. Wer weiß ob ich überhaupt in den Genuss irgendeiner staatlichen Rente kommen werde, oder ob das System bis dahin komplett kollabiert, da man nichts konkretes unternimmt um es zu verhindern.
(Mehr Punkte brauche ich den Lesern von “Baustellen der Nation” glaube ich nicht nennen.)
Und das alles während gleichzeitig:
-ich schon rund 50% meines Bruttoverdiensts an Steuern und Abgaben leiste (weitere Erhöhungen wegen der Renten- und Krankenkassenbeiträgen sind in Sicht). Ich finde halt, dass ich dafür sehr wenig als Bürger für meine steuerliche Belastung zurückbekomme. Ich will ja nicht unbedingt weniger Steuern zahlen, Ich will aber was dafür sehen.
-Zudem sind aber die vermögendsten 10%/5%/1% dabei ihr Vermögen weiter und weiter zu vermehren. Das Thema Erbschafts- oder Vermögenssteuer wird wie das größte Tabuwort behandelt…
Wenn ich dazu noch als Mensch mit Migrationshintergrund an die Politik heute und seit ein paar Jahren denke: Rechtspopulistische Positionen werden von einer demokratischen Partei übernommen, ihr Duktus salonfähig (“Stadtbild”, “Fragt eure Töchter”) gemacht. Remigration, also Deportationen, werden offen ohne Konsequenzen auf großen Bühnen besprochen.
Wenn ich an den Einsatz für globalen Frieden und Gerechtigkeit denke: Wie hat unsere Regierung im Krieg in Gaza agiert? Und nun überlegt man sich aktuell Wege um einen vom ICC zur Haft ausgeschriebenen Staatschef nach Deutschland einladen zu können.
Ich tue mich wirklich schwer angesichts all dieser Probleme -bei denen ich auch nicht finde, dass man irgendwie aktiv an Lösungen oder Perspektiven dafür arbeitet- Gründe oder Punkte zu finden, die Menschen wie mich motivieren sollten, verfasssungspatriotisch zu agieren.
Wir sind einfach knallhart gesamtgesellschaftlich immer noch dabei seit Jahrzehnten Vermögende zur weiteren Vermehrung ihrer Vermögen auf Kosten uns aller zu unterstützen, wo doch die ersten die uns und unsere Werte verraten wieder ebenjene Vermögenden wären, die sich sofort an ein neues System anbiedern würden, wenn es ihnen ihre Vermögen garantiert.
Schaut doch einfach wie in den USA nun alle vor Trump kuschen, da sie Angst um monetäre Verluste haben, während der Durchschnittseinwohner auf gutdeutsch am Arsch ist.
Mein Fazit: Solange keine Änderung an diesen Zuständen perspektivisch oder zeitnah gegeben sein wird, wird es schwer sein junge Menschen zu motivieren.