Für diejenigen in relativ neuen Gebäuden mit Wärmepumpen ist die Dynamisierung aber sehrwohl interessant. Gerade in der Übergangszeit laufen die Wäremepumpen nicht immer und schon gar nicht immer auf Volllast. Das System Wärmepumpe mit 1000 Liter Speicher zzgl. der Wassermenge in den Heizschleifen hält ganz gut die Energie. Da kann ich auf zwei, drei Stunden Wärmepumpenbetrieb zur Feierabendzeit, wenn der Strompreis hoch ist, gerne verzichten. Heizen kann ich auch zu anderen Tageszeiten, wenn der Strom günstiger ist.
Mit Smarthome Integration kann ich das ganze auch noch von der Außentemperatur, somit Wirkungsgrad der Anlage abhängig machen oder von der Wettervorhersage für die nächsten Tage.
Was den Stromverbrauch von normalen Haushaltsgeräten angeht gebe ich dir absolut recht. Das Sparpotenzial schätze ich zumindest für unseren Haushalt hier auch sehr gering ein.
Ich hab beruflich auch mit der Nachrüstung von Zählern und Datenerfassung aus Gebäuden zu tun. Handempfang ist tatsächlich häufig ein Problem. Es gibt aber auch Antennen, die man vom Zähler(schrank) weg zu einem Fenster o.Ä. legen kann.
Ich denke es ist einfach regulatorisch Mist, die Netzbetreiber müssen hier mehr in die Pflicht genommen werden.
Allen, die Datenschutzbedenken äußern würde ich empfehlen ihr Smartphone abzuschaffen. Wer keinen dynamischen Stromtarif möchte, kann es ja bleiben lassen und muss sich auch kein iMes einbauen lassen. Ich will das nicht ganz abwatschen, aber selbst der WLAN Anbieter kann sicher auslesen wann man wie viel Verbraucht. Aber das gezeichnete Bild erinnert schon an irgendwelche USA Thriller.
Tibber muss aber auch die Daten irgendwie senden und greift dafür vermutlich auf deinen Internetvertrag zurück. Ein Netzbetreiber muss das erstmal unabhängig von dir und einem bestimmten Produkt/Stromanbietern realisieren. Daher sind die Kosten auch höher. Besser wäre es natürlich, wenn der Einbau dennoch kostenlos wäre.
Eine Impulsschnittstelle misst zudem immer nur den Verbrauch, bei Datenausfall geht die Info verloren. Ein iMes kann mit Sicherheit auch andere Infos mit schicken, wie den Zählerstand. Wodurch ein Datenausfall geringer wird. Da Tibber aber als Anbieter existiert scheint es da nicht sonderlich viele Probleme zu geben.
Auch der Regelungseingriff ist nur mit einem iMes möglich. Dafür gibt es auch ein Modell, wo man dem Netzbetreiber erlaubt bestimmte Verbraucher runterzuregeln und bekommt dafür eine Entschädigung. Hinsichtlich Flexibilisierung ist der iMes also deutlich besser
Genau das ist doch für die Energiewende wichtig. Es gibt bekannte Lastspitzen im Stromnetz, zum Beispiel zur Feierabendzeit. Diese können durch Smartmeter minimiert werden, wenn zu diesen Zeitpunkten nicht auch noch alle Ihre Autos laden. Das Drosseln der Ladeleistung einer großen Anzahl an eAutos für wenige Minuten kann da schon sehr viel bringen.
Unweigerlich wird natürlich der Aufschrei kommen nach dem Motto: "Ich entscheide, wann ich mein Auto laden will… "
Die Alternativen zu einer solchen, geplanten „Bevormundung“ ist aber natürlich entweder ein extremes Überangebot an Energieerzeugung oder ein extremes Vorhandensein von Speichermöglichkeiten für diese wenigen Momente am Tag / im Jahr… beides wird den Strompreis hoch treiben.
Was dynamische Stromtarife angeht möchte ich nochmal den Verbrauchertipp geben, dass man das für sich selbst prüfen muss und das nicht automatisch positiv ist, nur weil man mittags mal die Waschmaschine anstellt. Es lohnt sich in der Regel nicht, es sei denn man hat sehr große flexible Lasten (E-Auto, Wärmepumpe, Speicher). Ansonsten verliert man damit die Preisgarantie gegen steigende Preise, die aktuell stark vom Gaspreis abhängen und somit kaum berechenbar sind.
Das nützt aber nichts, wenn in der Straße nicht genug Strom ankommt für 20 E-Autos mit 22kW.
Ist ja auch nur ein shared Medium. Ob man das dann noch von außen steuern muss, weiß ich auch nicht.
Ich musste den Lage-Beitrag jetzt ein zweites Mal hören, um die vielen wertvollen von den wenigen irreführenen Informationen zu trennen, an denen sich Leute wie ich hier stören.
Ich meine im Podcast die Grundannahme rauszuhören, die „smarte“ Lösung sei besser als die „dumme“. Deshalb könne man ja nur die „bessere“ wollen.
In dieser Gleichung fehlt aber ein Faktor: Ein iMSys kostet ein Vielfaches eines „dummen“ Zählers, und war bisher i.A. einfach nicht wirtschaftlich, weder für den Messtellenbetreiber (dank gesetzlicher Obergrenze) noch den Verbraucher (trotz gesetzlicher Obergrenze).
Nur den Druck auf das Rollout zu steigern anstatt die Gründe für die faktische Ablehnung zu beseitigen, ist mMn das eigentliche aktuelle Regulierungsversagen.
Im Podcast wird erwähnt, dass andere Länder das besser machen würden. Was genau macht welches Land denn besser? Gibts da ein klassisches mögliches Vorbild?
Das wird sicher so sein. Aber ein Großteil der Mehrkosten des Smartmeters (iMSys) dürften dadurch kommen, dass sie eben in so kleinen Stückzahlen produziert werden. Die reine Zusatz-Hardware für das Wegfunken der Daten (per LTE) wird nicht so wahnsinnig viel kosten. Als Vergleich: ein LTE-Modem als Steckkarte zum Nachrüsten für Laptops gibt es aus China so ab 15 € als Endkundenpreis. Die restliche Hardware braucht man sowieso.
Das was die Smartmeter teuer macht, dürften eher Entwicklung und Zertifizierung sein, das ist bei Geräten, die funken können immer aufwendiger, Stichwort: EMV. Das sind aber Einmal-Kosten. Das heißt, je mehr man von dem Produkt kauft, umso günstiger wird es.
Und da wäre natürlich ein Blick nach Dänemark spannend. Ich weiß z.B., dass die dänischen Netzbetreiber damals größere Aufträge an deutsche Firmen vergeben haben, z.B. Kamstrup:
Wenn man also wie hier gleich mal 62.000 Smartmeter bestellt, dann wird das natürlich günstiger.
Und dann wäre es natürlich noch wichtig zu wissen, wie die Umrüstung in Dänemark bezahlt wurde. Also als quasi Aufschlag auf den Strompreis (wie bei uns) oder per Einbaupauschale. Und natürlich wie langlebig die Dinge in Dänemark sind und wie da so die Eichfristen sind.
Daher:
Ich gehe den Vorrednern prinzipiell recht. Die Frage der Wirtschaftlichkeit von Smartmetern und damit dynamischen Stromtarifen ist schon wichtig. Aber da gibt es große Spielräume und so wie es Deutschland bisher gemacht hat, also erst mal digitale Stromzähler ausrollen und dann erst Smartmeter, war es maximal unwirtschaftlich. (Außer natürlich für die Hersteller der Messsysteme )
Wir haben uns vor ein paar Jahren, als die Einspeisevergütung noch geringer war als heute, eine große PV Anlage geleistet. Die Ampel hat die Vergütung damals ein paar Monate später angehoben. Persönliches Pech…
Nun zum eigentlichen Punkt: Aktuell zahlen wir 20 Euro im Jahr für den Zähler. Für einen echten Smart Meter stehen für uns nun Kosten von bis zu 140 Euro pro Jahr im Raum. Es wäre schön, wenn ihr das mal beleuchtet. Denn für diese Kostendifferenz kann man sehr viel Strom kaufen.
Auf der Seite steht ganz oben: „Zum 25. Februar 2025 ist eine Novelle des MsbG in Kraft getreten. Änderungen sind insbesondere bei den Preisobergrenzen erfolgt. Die Bundesnetzagentur ist derzeit dabei die FAQ entsprechend zu überarbeiten.“
Wir haben eine PV-Anlage mit 11,2 kWp, einen Speicher mit 11,52 kWh, eine Wallbox plus E-Auto, Klimaanlagen in allen Schlafzimmern, seit dieser Woche eine Wärmepumpe und demnächst kommt noch ein Balkonkraftwerk dazu.
Wir haben mit dem Elektriker besprochen, ob er uns ein Energiemanagementsystem (darauf ist er spezialisiert) und einen flexiblem Stromtarif empfehlen würde. Mit dem Netzbetreiber hatten wir schon mal gesprochen. Das ist ein kleiner regionaler Netzbetreiber, der bisher noch kein einziges Smartmeter verbaut hat und einen flexiblen Stromtarif nur anbietet, weil er muss, mit entsprechend ungünstigen (abschreckenden) Konditionen. Aber das Gespräch war freundlich und vielversprechend, ich denke da hätten wir schon zeitnah ein Smartmeter haben können.
Ich schreibe „hätten“, weil unser Elektriker uns davon abgeraten hat. Leider ist was wir jetzt an Systemen haben (Wechselrichter, Speicher, Wallbox) nicht ausreichend kompatibel für ein Energiemanagementsystem, und dazu kommt noch, dass wir bereits jetzt vergleichsweise gut den Strom dann verbrauchen können wenn er fast umsonst vom Dach kommt. Die Wärmepumpe kann Überschußenergie in Form von zusätzlicher Temperatur im Heizkreislauf und Brauchwasser speichern. Das E-Auto ist von Freitag bis Montag tagsüber zu Hause. Ich bin fast immer zu Hause und kann Wasch- und Spülmaschine sehr flexibel einschalten. Die Klimaanlagen laufen an heißen Sommertagen tagsüber volle Pulle wenn wir Strom ohne Ende haben.
Sprich wir brauchen gerade dann keinen Strom aus dem Netz wenn er besonders günstig ist (April bis Oktober und an sonnigen Wintertagen tagsüber) sondern tendenziell dann, wenn er eher teurer ist. Unser Sparpotential durch einen flexiblen Stromtarif ist daher eher gering, insbesondere bei unserem Netzbetreiber, der alleine schon ca. 20 Cent/kWh Fixkosten verlangt plus Grundgebühr plus eigentlichem Strompreis. Unser Elektriker meinte auch, dass die Strompreischwankungen und damit das Sparpotential wahrscheinlich immer geringer werden, je mehr Großspeicher am Netz sind.
Also lassen wir das erstmal mit dem flexiblem Stromtarif.
Das wäre ein Szenario, dass ich auch vorziehen würde. Aber das wird leider noch viele Jahre dauern. Und solange ist dynamischer Verbrauch eine absolut sinnvolle Maßnahme. Und technisch betrachtet ist der Mehraufwand für ein Smartmeter im Vergleich zu einem normalen Digitalzähler mMn absolut vertretbar.
Das ganze wird nur mal wieder durch wirtschaftliche Interessen verschleppt.
Wie schon viele erwähnt haben, so dumm ist der moderne Zähler nicht, er ist nur nicht online und kann keine dynamischen, außer mit addons über die Schnittstelle wie Tibber. Aber warum so viele Leute Angst vor den Daten haben, verstehe ich nicht. Netflix und Amazon wissen alles über dich, und ganz bestimmt wann du zuhause bist… Aber der hoch regulierte stromanbieter ist ein Problem? Verstehe ich nicht.
Ein dynamischer Strompreis motiviert zum intelligenten Verbrauch, aber dazu müssen dann auch die größeren Verbraucher auch so intelligent sein. Die WP kann den Pufferspeicher vollmachen, wenn der Strom nix kostet, aber dazu muss die so intelligent sein, und wissen was gerader der Preis ist. Die wallbox muss das können, und am besten noch an der PV hängen. Am besten noch mit prognostizierten Werten aus historischen Daten/verhaltensmuster.
Da ist noch viel Luft.
Und warum der Smart Meter einen handyempfang brauch, verstehe ich nicht. Warum nicht lan/wlan? Gut bei mir wäre da Empfang, aber auch nur weil ich einen Verstärker habe, der den Empfang in den Keller „leitet“.
Absolute Empfehlung.
Ich höre den Podcast standardmäßig nicht, weil mir der Podcast oft zu wirtschaftsnah ist und teilweise zu einer Werbesendung wird. Aber die Folge ist echt gut und der Gast ist richtig stark. Es ist immer schön zu sehen, dass Youtube nicht nur Clickbait-Krawallos hervorbringt, sondern auch mal eloquente Erklärbären.
Die Podcast-Folge ist ein ziemlicher Parforceritt durch das ganze Thema gesteuerte Verbraucher im Haus und die Quintessenz lautet (zumindest für mich), dass
die Netzentgelte und Gebühren auch ein großes Hindernis beim Thema dynamischer Verbrauch sind. @Tywin_Lannister hat es oben ja auch schon angedeutet.
technische Lösungen gar nicht so kompliziert sein müssen, z.B. eine Wärmepumpensteuerung, die sich automatisch (per Firmware) die Zeiten mit günstigen Strom holt und entsprechend den Kompressor leicht dimmt
sich mit der letzten Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes da schon einiges gebessert hat und man jetzt sehen muss, wie sich das in der Praxis auswirkt.
Ein Hom Assistant läuft hier auch und auch ich überwache via Zwischenstecker den Verbrauch von Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine. Trotzdem habe ich noch eine „blöde Frage“ zu den dynamischen Strom-Tarifen.
Die Idee dahinter ist ja, dass wir unsere Großverbraucher dann laufen lassen, wenn der Strom gerade günstig ist, also z.B. in der Nacht um 3 weil da sonst kaum was läuft, die Nachfrage als gering ist. Mittags, wenn alle den Herd zum Kochen anwerfen ist der Preis höher, also um die Zeit besser nicht Wäsche waschen. Sowei so gut. Meine Betriebswirtschafts-Vorlesungen im Studium sind jetzt schon mehr als 40 Jahre her, aber irgendwie kann ich mich erinnern, dass die Nachfrage den Preis steuert, wenn also vermehrt in der Nacht Wäsche gewaschen wird weil es da günstig ist, dann steigt die Nachfrage in der Nacht und als Folge davon auch der Strompreis in der Nacht. Was mich dann vermuten lässt, dass wenn erst mal eine Sättigung an intelligenten Stromzählern erreicht ist dann die Preisschwankungen gar nicht mehr so toll sind wie sie im Moment sind.
Ich würde sagen hier gibt es zwei Szenarien für billigen Strom, also letztlich Überangebote, die man trennen sollte:
Das Überangebot in der Nacht. Das entsteht größtenteils wenn unflexibel Kraftwerke (Kohle, Atom) die auf möglichst konstanten Betrieb ausgelegt sind auf die sehr geringe Stromnachfrage in den Nachtstunden treffen.
Das Überangebot mittags, besonders im Sommer, wenn durch PV sehr viel Strom vorhanden ist.
Das erste Problem kann man eher durch eine Flexibilisierung der Erzeugung verringern, was ja auch passiert. Und das zweite Problem beseitigt man entweder durch flexiblen Verbrauch oder durch Speicherung.
Weil vermutlich die Lösung des Messstellenbetreibers als offizieller Inhaber und Betreiber des Zählers unabhängig von deinem Internet laufen muss.
Man darf sich übrigens auch einfach einen anderen Messstellenbetreiber wählen. Wie beim Stromanbieter.
Diese heißen dann wettbewerbliche Messstellenbetreiber.
Im Gegensatz zu den grundsätzlichen Messstellenbetreiber, welche in der Regel die lokalen Netzbetreiber sind.
Die wettbewerblichen M. müssen sich nicht an die Preisobergrenzen halten, ggf sind die Preise dort anders.