Vielen Dank für diesen sehr wichtigen Beitrag. Eine kleine inhaltliche Anmerkung hätte ich: auch mit den „dummen“ digitalen Stromzählern lassen sich über die Infrarotschnittstelle dynamische Tarife nutzen. (Das ist nicht das „Gelbe vom Ei“, aber vielleicht erstmal eine schnellere Lösung, als auf ein komplettes Rollout von Smart-Meter zu warten).
Bei uns läuft ein „Home Assistant“, der mit allen Geräten mit signifikantem Stromverbrauch „quatscht“ und sie dann auch ein- oder ausschaltet. Einfluss haben bei uns die Solaranlage, Batteriespeicher, E-Auto, Strompreis, Wetter und die Wärmepumpe.
Vielen Dank auch von mir erst einmal für den Beitrag in der Lage.
Ich finde es gut, dass die Lage sich neben dem ganzen drängenden tagespolitischen Themen auch noch mit der Energiewende beschäftigt, da die aktuell ja etwas unterzugehen scheint.
Gibt es da tatsächlich Anbieter, die das machen? Denn das wäre natürlich sehr praktisch wenn man jetzt nicht alle digitalen Zähler (die „modernen Messeinrichtungen“) ausbauen müsste und durch neue Smartmeter (die „intelligenten Messsysteme“) ersetzen müsste. In der Lage hörte es sich ja nicht so an, als wäre so eine Aufrüstung von „moderne“ auf „intelligente“ Stromzählern möglich.
Laut Lage würden dazu die Standards fehlen. Ich könnte mir vorstellen, dass damit die Position der Infrarot-Schnittstelle gemeint ist, von der du sprichst. Falls dem so wäre, käme mir das aber reichlich seltsam vor, denn wenn wir in Deutschland eines können, dann sind das eigentlich Standards und Normung.
Zählertausch steht bevor. Smart Meter? Bekommen wir NICHT!
Bei uns wurde vor einigen Wochen eine Wärmepumpe verbaut. In diesem Zusammenhang musste unsere Elektroverteilung ertüchtigt werden. Einen Smartmeter konnten wir aber in dem Rutsch nicht bekommen, da es am Zählerschrank keinen Handyempfang gibt. Unser Messstellenbetreiber schreibt dazu auf der Homepage:
Bei den folgenden Konstellationen schließen wir derzeit aus technischen Gründen den Wechsel auf ein intelligentes Messsystem (iMsys) aus:
Anlagen, bei denen am Zählerplatz keine ausreichende Mobilfunkverbindung vorhanden ist. Bitte prüfen Sie vor der Bestellung, ob Sie mit Ihrem Mobiltelefon vor dem Zählerschrank Empfang haben.
Auf Nachfrage hieß es, dass ich selbst auf eigene Kosten einen Mobilfunkverstärker installieren müsse.
Ich frage mich, wie das bei anderen Messstellenbetreibern ist. Das Problem wird wahrscheinlich einen nicht gerade kleinen Prozentsatz der Haushalte betreffen.
Ich verstehe den Unterschied zwischen einfachem digitalen Zähler und Smartmeter anders als ihr.
Zur Nutzung von dynamischen Stromtarifen reicht ein normaler digitaler Stromzähler, es liegt ja im Interesse des Kunden, nur dann Strom zu verbrauchen, wenn es günstig ist oder man genug Strom aus der PV kommt. Dazu muss der Kunde selber den Stromverbrauch messen und sein Haus wie im Podcast erwähnt mit einer SmartHome Software wie ioBroker oder HomeAssistant steuern.
Ich mache das mit ioBroker nur für eAuto und PV, könnte aber auch damit dynamische Stromtarife nutzen. Was dafür noch fehlt: wenn der Strom sehr günstig ist, sollte man seinen Hausakku laden dürfen wenn nicht genug PV-Strom zur Verfügung steht.
Smartmeter sind eigentlich dafür gedacht, wenn man z.B. zu Hause ein eAuto mit 22kW laden möchte, dann will der Stromanbieter den Verbrauche steuern, nicht der Kunde.
Aber über welchen Kanal erfährt dann der Stromanbieter, wann genau man den Strom verbraucht hat?
Tibber vertreibt einen eigenen Aufsatz, den man auf die kundenseitige IR-Schnittstelle des modernen Meßsystems aufsetzen kann. Dann ist diese halt blockiert und Deine Daten landen immerhin nur bei Tibber.
Valider Punkt, Tibber als Beispiel macht einfache digitale Stromzähler mit einer Hardware-Erweiterung smart.
Okay, danke für die Antwort.
Mit dieser Erweiterung zusammen ist es dann aber streng genommen kein „normaler digitaler Stromzähler“ mehr sondern halt ein Smartmeter, oder?
Hier ist übrigens eine Definition der Bundesnetzagentur für „Moderne Messeinrichtungen“ (nicht smart):
https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/A_Z_Glossar/M/ModerneMesseinrichtung.html
und hier für Smartmeter („intelligente Messsysteme“):
https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/A_Z_Glossar/I/IntelligentesMesssystem.html?nn=686258
Korrekt, aber die Kosten landen dann direkt beim Stromanbieter oder Kunden, nicht beim Netzanbieter.
Beim Thema Smart Meter habt ihr aus meiner Sicht leider etwas einseitig argumentiert. In allen Lebensbereichen (Smartphone, Browser, Fernseher, Auto, Elektrogeräte etc.) werden wir heute schon schamlos „ausspioniert“ - da habe ich überhaupt kein Interesse, nun auch noch meinen Stomverbrauch zu veröffentlichen. Und ich glaube auch nicht, dass mir ein minütlich wechselnder Strompreis irgendwelche Vorteile bringt. Wir glauben doch wohl alle nicht, dass die Stromkonzerne irgendwelche Gewinne liegen lassen. Das sieht man ja auch an der Tankstelle. Ich will auch nicht, dass die Butterpreise im Supermarkt stündlich wechseln.
Und ich will nicht mißverstanden werden - ich bin sicher kein Datenschutz-Aktivist. Ich habe ansich gar nichts dagegen, Nutzungsdaten anonym auszuwerten, um Produkte besser zu machen. Wir sehen nur leider immer wieder, wie insbesondere die Werbeindustrie das schamlos ausnutzt um personenbezogene Profile zu bilden, die dann verkauft werden und wer weiss wo landen.
Ich bin sehr froh darüber, dass ich daheim „nur“ ein modernes Meßsystem habe. Da bekomme ich alle Daten raus, die ich selbst für die Steuerung meines Energieverbrauchs brauche, und niemand anders bekommt die Daten. Ein „intelligentes“ Meßsystem ist vor allem ein fettes Privacy- und Datenschutzproblem: Durch das völlig unangemessene 15-Minuten-Raster erfährt der Meßstellenbetreiber unglaublich viel über mein Privatleben, er sieht wann ich zuhause bin, wann ich arbeite, wann ich fernsehe, wann ich bade und dusche, wann ich Besuch habe etc bla. Das möchte ich gar nicht.
Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis die Strafverfolgungsbehörden und Geheimdienste auf die Idee kommen, Zugriff auf diese Daten haben zu wollen. Ein Schritt weiter zum vollüberwachten gläsernen Bürger.
Und dabei habe ich noch nicht mit der Unfähigkeit der Meßstellenbetreiber, diese Daten auch wirklich vertraulich zu handhaben, angefangen. Ich bekomme seit zwei Jahren Spam an eine Mailadresse, die ich NUR gegenüber meinem Meßstellenbetreiber verwendet habe. Datenschutz und IT-Sicherheit verneinen meine Frage nach einem Sicherheitsvorfall. Auf meine Rückfrage ob sie mir den Spam für Schlafkissen und besseren WLAN-Empfang dann selbst schicken kam keine Antwort mehr.
Dynamischer Stromtarif? Uninteressant. Ich habe mir das mal angeschaut, zumindest die Tarif der beiden Marktführer sind nur selten billiger, aber oft teurer als das was ich an meinen regulären Stromlieferanten bezahle. Und das, obwohl ich mit Fotovoltaik, Speicher, Wärmepumpe, Geschirrspüler und Trockner jede Menge Verbraucher habe, die man entsprechend aussteuern könnte: Der PV-Strom ist eigentlich immer günstiger.
Zusammengefasst: Intelligentes Meßsystem? Danke, nein. Nicht wenn ich nicht muss. Meine Privatsphäre ist mir wichtiger als zehn Euro weniger Stromrechnung im Monat.
Ja, es gibt Anbieter. Ich selber habe Tibber. Ein Infrarotsensor liest alle 2 Sekunden (glaube ich) den Zähler aus, Strompreis wechselt stündlich. Der Sensor ist über eine Bridge (ESP32) mit dem Internet verbunden. Das ist Tibber Pulse ⚡️ Tibber
Tatsächlich schrieb ich den Komentar, weil es sich in der Lage so anhörte, als wäre für die meisten ein dynamischer Strompreis nicht möglich. Ich finde, das ist ein Workarround und ersetzt nicht einen Smartmeter, aber besser als nix. Eine Koordination von Erzeugern, Verbrauchern und Speichersystemen ist zwingend erforderlich für eine erfolgreiche Energiewende.
Beim Einbau meines digitalen „dummen“ Stromzählers meinte der Mitarbeiter der Netzgesellschaft angesichts des von mir schon vorbereiteten Netzwerkkabels, Zitat: „Kannste wieder abbauen, das brauchen wir nicht.“
Das wäre natürlich eine plausible Erklärung, warum die Netzanbieter keine große Lust haben, ihren Kunden die (vermutlich teurerer) Smartmeter einzubauen und stattdessen lieber billigere Digitalzähler vorsehen.
Und für den Einbau eines Smartmeters auf Wunsch werden offenbar teilweise auch hohe Preise verlangt:
Ob allerdings die gesetzlich festgelegten 30 Euro realistisch sind, erscheint mir auch fragwürdig.
Es gibt auch eine sehr einfache Lösung, einen digitalen Stromzähler auf ein Smart Meter abzugraden. Wir haben einen solchen „dummen“ digitalen Stromzähler und sind Stromkunde bei Tibber. Tibber bietet ein Gerät namens Pulse IR an. Dieser Pulse kann über eine Infrarot-Schnittstelle den Zähler auslesen. Dadurch haben wir einen dynamischen Stromtarif mit stündlichen Strompreisen. Das ganze funktioniert wunderbar und in Kombination mit einer Balkon-Solaranlage sparen wir 80–100€ monatlich (!). Meines Wissens gibt es aber auch andere Anbieter wie Tibber, mit ähnlichen Lösungen.
Ich nutze seit ca 2 Jahren ein ähnliches System wie bei Tibber, zum Überschussladen mittels dem Powerfox https://shop.powerfox.energy/, unabhängig von einem Smarten Stromtarif.
Wir haben auch nur einen digitalen Zähler, dieser kann nicht erkennen, wann die Batterie unsere PV-Anlage voll ist und der Überschuss ins Netz geht.
Mit dem Powerfox kann ich die Wallbox so ansteuern, sobald Überschuss vorhanden ist, wird dieser genutzt um unsere E-Auto zu laden.
Ja, das mache ich mit einem Infrarot-Seriell-Adapter für meinen Raspi-ioBroker auch.
Nachteil: wenn es denn doch mal einen Stromausfall gegeben hat, müssen viele der digitalen Stromzähler wieder in den Modus versetzt werden, dass die Daten alle über die IR-Schnittstelle ausgegeben werden. Das bekomme ich aber gar nicht mit, weil unsere PV Notstromfunktionalität hat.
Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen. So „dumm“ ist das nicht.
Die „dummen“ Stromzähler mögen dumm sein, aber sie verraten mir (!) über die Infrarotschnittstelle sekündlich meinen Bezug+Einspeisung. Mir, nicht irgendeinem anderen Akteur, dem der Schutz meiner (!) Daten im Zweifelsfall zweitrangig ist.
Anstatt zu überlegen, wie man regelmäßig die Daten aller Stromzähler sammeln kann, hätte man ja auch überlegen können, wie man regelmäßig den Strompreis zum Stromzähler bekommt. Rechnen kann der auch. Und alles, was „smart“ ist, braucht den Preis sowieso irgendwoher. Aber eine Funkuhr als Vorbild ist natürlich nicht „modern“.
Und dass die „smarten“ gateways nicht so zwingend notwendig sind wie es gerne dargestellt wird, beweist offenbar Tibber. Technisch auch nicht verwunderlich, letztlich müssen ja nur Zahlen transferiert werden, die der „dumme“ Zähler ausspuckt.
So ist „smart“ leider oft ein Euphemismus für „unnötig teuer“. Die wichtigste gesetzliche Regelung zu Stromzählern ist nämlich mMn die Kostenobergrenze. Wenn schon unnötig kompliziert, will ich es wenigstens nicht (direkt) bezahlen müssen.
Das heißt bei bei Tibber funktioniert der stündlich(!)-dynamische Stromtarif auch mit einem „dummen“ Zähler plus dem Stromtracker (Tibber Pulse), stimmt das?
Hallo ihr lieben,
Ich habe auf dem Dach PV mit 9,9kW(p) - dem dicken Siggi zum Dank ist die damals nicht größer geworden. Dazu eine Wärmepumpe am Haushaltsstrom aber noch kein E-Auto.
Ich verkaufe viermal so viel Energie, wie ich beziehe, der Rest der Produktion geht in den Eigenverbrauch. Somit kaufe ich für Haushaltsstrom und Wärme zusammen nur rund 1.500 kWh Strom im Jahr, das meiste davon im Dezember und Januar. Im Jahresmittel komme ich ohne Batterie auf eine Autarkie-Quote von rund 70%.
Dank PV bin ich in der „privilegierten Gruppe“, die ein Smart-Meter bekommen könnten. Und die Energie-Netz Mitte, die in Mittelhessen tätig ist, hat mir sogar schon einen Termin angedroht, meinen digitalen Zähler gegen ein Smart-Meter zu tauschen. Per Anruf dort habe ich dankend abgelehnt: Der Einbau und insbesondere die höheren monatlichen Zähler-Kosten eines Smart-Meters lohnen sich bei mir nicht. Ich habe ich in der Warteschlange nach ganz hinten setzen lassen.
Dank eigener PV und dem Rest kleinen Zukauf kann ich mit einem dynamischen Tarif eh nichts sparen. Außerdem ist bei den aktuellen dynamischen Tarifen die Dynamik insbesondere nach unten nicht sehr dynamisch. Ich bezweifele, dass jemand ohne E-Auto da überhaupt was sparen kann. Die meisten dynamischen Tarife scheinen da zu sein, weil die Energieversorger qua Gesetz verpflichtet sind, einen solchen anzubieten, aber selbst kaum Interesse daran haben.
Ulfs Beispiel mit „Waschmaschine um 3 Uhr nachts“ zeigt mir, dass er zu Hause selbst keine Wäsche wäscht. Wenn die Wäsche stundenlang fertig in der feuchten Trommel liegt, kann man ihr beim Gammeln zugucken. Wärmepumpen müssen laufen, wenn Wärmebedarf vorhanden ist, insbesondere wenn man nicht im modernen Neubau wohnt.
Sparen könnte man bei Spülmaschine und bei einem intelligenten Wäschetrockner. Aber das ist nicht die Welt. Ansonsten kann ein normaler Haushalt wenig dynamisieren.
Ich hätte die Wallbox-Förderung an ein Smartmeter mit Smart-Grid-Ladung/Überschussladung und dynamischen Stromtarif gekoppelt. Alles andere ist sinnlos…
Erstens hat Ulf nicht thematisiert, wann er aufzustehen pflegt, zweitens gehen gerade umweltschonende Programme z.T. fast 4 Stunden (60 Grad Öko-Programm), womit man bei einer handelsüblichen Aufstehzeit von halb 7–7 Uhr morgens landet.
Ich denke, es ist schon rübergekommen, worum es geht, oder?