Das ist ohnehin nicht realistisch. Durch Solaranlagen werden wir in aller Regel die meiste Energie über Mittag haben. Also morgens Waschmaschine voll machen, eingebauten Timer an und Abends Wäsche aufhängen. Geht sogar völlig ohne home automation. ![]()
Wüsste nicht was dagegen spricht. So wie ich das verstanden habe, ist Tibber Pulse ja genau dafür entwickelt worden. Die Preisunterschiede sind teils wirklich drastisch an der Strom-Börse.
Gestern z.B. sehr gut zu beobachten:
Strompreis 12:00 Uhr = -13 €/MWh = -1,3 Cent/kWh
Strompreis 18:00 Uhr = 240 €/MWh = 24 Cent/kWh
innerhalb eines Tages wohlgemerkt!
Wenn man so die Wochen durchgeht auf Energy-Charts, gibt es noch deutlich größere Preis-Deltas innerhalb eines Tages. Wobei man natürlich stets bedenken sollte, dass durch den hoffentlich anziehenden Ausbau an Langzeitspeichern (-> Wasserstoff) diese extreme Volatilität in den nächsten Jahren abnehmen sollte.
Abgaben, Stromsteuer, Netzentgelte etc. sind hier natürlich noch nicht enthalten.
Zusammen machten diese bspw. 2023 ganze 47% des Endkunden Strompreis aus ![]()
Mit digitalem Zähler und Tibbers-Strom-Tracker Pulse als Zusatz hast du die Möglichkeit, deinen Stromverbrauch in Echtzeit einzusehen. Die Abrrechnung erfolgt dann allerdings monatlich dynamisch nach dem Standardlastprofil (durchschnittlichen Börsenstrompreisen eines jeweiligen Monats). [Dein Stromvertrag für das digitale Zeitalter ⚡️ Tibber]
Für die hier im Forum, die es Interessiert: Es läuft zur Zeit auch eine Petition beim Bundestag zum Thema „Netzdienlichkeit von Balkonspeichern“ die unter anderem eine Open-source-Software zum Auslesen der „dummen“ Zähler über HAN-Schnittstelle, die Akzeptanz der IR-Schnittstelle oder die Fernauslesung durch LPWAN-Schnittstelle (die auch bei Wasser oder Fernwärmezählern genutzt wird). Das lohnt sich dann auch gerade für Mietswohnungen ohne große Verbraucher und Smartmeter-Gateway. [Petitionen: Verwendung von Cookies nicht aktiviert]
Wieso monatlich und nicht stündlich? Über den Tracker werden die Daten doch aus dem digitalen Stromzähler ausgelesen. Wieso nutzt Tibber diese Daten nicht, um den Stromverbrauch stündlich abzurechnen?
Doch die monatliche Abrechnung lohnt sich das gezielte Steuern der Großverbraucher doch nicht mehr.
Den obigen Beiträgen und Tibber selbst zufolge tun sie das: „Die stündliche Abrechnung wird dadurch ermöglicht, dass der Pulse deinen Stromverbrauch in Echtzeit ausliest und wir diesen mit dem aktuellen Stundenpreis verrechnen können.“
Doch klar, es werden ja die dynamischen Strompreise 15-minütig aufsummiert.
Nur monatlich gezahlt anstatt stündlich.
Okay, das scheint zu stimmen. Demnach ist es also durchaus möglich mit der Aufsatzlösung seinen seinen „normalen“ digitalen Stromzähler zu erweitern und einen entsprechenden dynamischen Tarif zu nutzen. Danke für die Info und sorry an alle anderen, falls das hier zu technisch geworden ist.
Ein Beitrag wurde in ein neues Thema verschoben: Sprachnachrichten
Danke für euren Beitrag:
Dynamische Stromtarife sind für mich der schlafende Riese der Energiewende.
"Dezentrale Flexibilität ist in ihrer Bedeutung wohl kaum zu überschätzen. Dies ist im politischen Berlin und Brüssel noch nicht in vollem Maß angekommen.“ (Lion Hirth)
Deshalb sollten wir nicht darauf warten bis irgendwann genügend Smart Meter installiert sind, sondern die vorhandenen 25 Millionen „dummen“ digitalen Zähler sofort nutzen. Das ist recht einfach möglich: Mit dem Zusatzgerät „Tibber Pulse“, des Stromanbieters tibber kann man sofort loslegen. Eine Whitelist zeigt, welche Zähler unterstützt werden. Leider hat tibber damit zur Zeit ein Alleinstellungsmerkmal. Hoffentlich folgen weitere Anbieter diesem Beispiel, damit die Verbreitung dynamischer Stromtarife schneller voranschreitet.
Ich nutze es für mein E-Auto und lade zum Beispiel in den letzten Tagen für 16 Ct und schone das Stromnetz. Das funktioniert wunderbar. In der tibber app kann man sogar in Echtzeit seinen Verbrauch analysieren und Stromverschwender finden…
Alle Details mit Beispielen und wissenschaftliche Quellen zum Thema findet ihr hier auf meinem Blog:
https://klimablog.org/2025/01/03/dynamische-stromtarife/
Eine Schildbürgergeschichte aus Bremen zum Thema Tausch eines digitalem Stromzählers:
Es begab sich zu einer Zeit, da ist die SWB weit vorgeprescht, was die effiziente Stromabrechnung angeht. Es wurde ein Tarif mit verschiedenen Preisen, je nach Tageszeit, eingeführt. Ich buchte ihn sofort. Für die Abrechnung gab es einen neuen smarten digitalen Zähler und eine App auf dem Handy mit der ich zu jeder Zeit volle Kontrolle über den Verbrauch hatte.
Heureka, was für ein Gewinn!
Nach nicht einmal 2 Jahren wurde der Tarif eingestampft, fand ich schade, aber richtig sauer war ich dann, als mir mitgeteilt wurde, dass die App auch eingestellt wird und der Zähler wieder in einen dummen Digitalen getauscht wird, was dann auch zügig passierte. ![]()
Ja…das geht.
Ich würde gerne noch auf ein aktuelles Problem hinweisen - zum Thema ‚Strom verbrauchen, wenn viel Strom im Netz vorhanden ist‘. Solange der Netzausbau noch nicht ausreichend vorangeschritten ist, gibt es häufig ein Transportproblem bei den Übertragungsnetzen z.B. auf der Nord-Süd-Achse.
Kurz: Wenn ich einer Hochwind-/Niedrigpreisphase alle Stromkunden in Bayern flexibel ihre Last hochfahren, muss zwangsläufig trotzdem Winderzeugung im Norden abgeschaltet werden, wenn der Transfer von Nord nach Süd die Kapazitätsgrenze sprengt. Und im Umkehrschluss muss durch höheren Verbrauch dann fossile Erzeugung im Süden hochgefahren werden - was die CO2-Bilanz ggfs. verschlimmt und nicht verbessert. Leider kann man nicht wissen, ob die Netze bereits voll ausgelastet sind, oder es gerade noch funktioniert.
Zusätzlicher, flexibler Stromverbrauch ist damit idealerweise „erzeugungsnah“ sinnvoll. Der Strompreis ist nur hilfsweise ein Indikator für die ökologische Nützlichkeit, solange er deutschlandweit gilt. Vielleicht ist das Stromnetz jetzt noch nicht bereit für einen vollständigen Smart Meter-Rollout?
Mein Elektriker diesen Monat zu mir beim Dachausbau. Region Nordschwarzwald. Sind also nun die IR-Zähler geworden…
Ein Hinweis zu Tibber - Warnung die Nachricht ist bitter. Tibber rechnet mit seinen Kunden zeitvariabel ab. Tibber darf aber das Verbrauchsverhalten der Kunden nicht nutzen um Strom entsprechend am Markt einzukaufen, da nicht eichrechtskonform gemessen wurde. Das heißt Tibber muss den Strom nach Standardlastprofil einkaufen wir jeder andere Stromanbieter auch, der Rest ist ein privater Vertrag mit etwas seltsamen Spielregeln.
Die genauen Details wie die das machen kenne ich leider nicht - ob dann zumindest tageweise abgerechnet wird oä - aber dieses Prinzip haben auch einige andere innovative Anbieter. Ein Platzhalter bis endlich Smartmeter kommen.
So zumindest haben wir uns das zusammengereimt und ein anderer Anbieter hat dieses Prinzip im Gespräch bestätigt.
Im Beitrag klingt es so, als ob alle modernen Messeinrichtungen (mME) automatisch immer den bezogenen oder eingespeisten Strom, also beide Richtungen messen könnten. Das ist nicht der Fall, denn das können nur spezielle Zweirichtungszähler!
Es gibt nämlich auch noch ganz besonders dumme digitale mME Einrichtungszähler. Die haben auch ein Display und eine Infrarotschnittstelle. Aber wenn man nun ein Balkonkraftwerk installiert und dies ordnungsgemäß registriert, dann kommt der Netzbetreiber auf einen zu und will den erst vor 2 Jahren frisch eingebauten Zähler allen Ernstes gegen einen neuen Zweirichtungszähler austauschen. Und dann selbstverständlich auch noch eine Gebühr vom Verbraucher für den Austausch kassieren! Ein Smartmeter Gateway (iMS) erhält man bei der Gelegenheit jedoch nicht. Skandal.
Hast du evtl. Informationen, wie der Stromeinkauf für Smart Meter-Kunden bei Energieversorgungsunternehmen grundsätzlich funktioniert soll?
Der Verbrauch fällt ja in Echtzeit an, aber der Einkauf (zu Day Ahead-Preisen) muss ja - schon dem Namen nach - am Vortag erfolgen. Woher weiß das EVU also, ob ich mein Auto heute oder morgen lade? Oder ob ich es vielleicht verkauft habe?
Oder muss das EVU hoffen, dass es im Mittel schon irgendwie richtig prognostiziert hat und nicht alle gleichzeitig (oder mal keiner) bei günstigen Börsenpreisen zur Wallbox rennen (rennt)?
Den Kunden einfach Strom (ungedeckt) aus dem Netz ziehen lassen, führt offensichtlich zu anderen Preisen und zu Stress mit dem Netzbetreiber und der Bundesnetzagentur. Klingt nach einem eher riskanten Geschäftsmodell.
Ich arbeite in der IT Sicherheit, und sehe täglich den Stand und die Auswirkungen von schlecht gesicherten digitalen Systemen. Und da kommen mir aktuell doch arge Zweifel, ob nachgerüstete, mit irgendwelchen WLAN Modulen erweiterte Stromzähler, an denen nachgelagert auch vermutlich nachgerüstete technische Erweiterungen gebaut wurden, meinen Grad an erwartete IT Sicherheit erfüllen.
Meine Sorge ist da auch weniger dass mein einzelner Zähler von Unbefugten ausgelesen und manipuliert wird, sondern dass ein IT Angriff auf die Strom-Dienstleister flächendeckend Manipulationen möglich machen kann.
Aber gut, am Ende muss das jeder für sich entscheiden. M
Was mit bei Anbietern wie Timber noch fehlt: wenn der Strompreis an der Börse negativ ist, möchte ich Geld zurück und meinen Akku laden! ![]()
Moin Leute, im Grunde wurde hier schon fast alles gesagt. Was ich noch ergänzen wollte:
Wir haben auch Tibber. Wir haben von denen sogar ein SmartMeter bekommen.
Wenn man aber in der App den „Echtzeitstromverbrauch“ sehen will, muss man da trotzdem wieder deren „Tibber Pulse“ an die IR-Schnittstelle basteln.
…fand ich auch einigermaßen enttäuschend.
Außerdem gebe ich zu Bedenken, dass Lösungen wie der Pulse, Powerfox oder eigene Bastelprojekte auf WLAN angewiesen sind. Für den ollen Pulse von Tibber muss man sogar noch ständig eine „Bridge“ irgendwo in der Nähe in einer Steckdose stecken haben.
Aus meiner Sicht funktioniert sowas dann i.d.R. nur in Einfamilienhäusern. Irgendwo unten im Keller eines großen Wohnhauses wird das nix.
Noch ein Punkt zum dynamischen Verbrauch und der eigenen Möglichkeit, seinen Stromverbrauch zu steuern.
Das klingt alles ganz toll aber in der Praxis gibt es doch nur wenige echte „Großverbraucher“, mit denen man darüber etwas erreicht.
Hat mal jemand geschaut, wieviel eine moderne Geschirrspülmaschine verbraucht? Im Eco-Programm im unteren einstelligen kWh-Bereich. Selbes gilt für moderne Waschmaschinen.
Wir haben 2 E-Autos. Darum lohnt sich Tibber für uns. Auch die Klimaanlage läuft, wenn wir über das Balkonkraftwerk Überschuss produzieren. Unsere Wärmepumpe ist leider etwas älter. Da klappt das mit dem smarten Warmwasser nicht. Das wäre noch ein Punkt.
Aber mit E-Autos, Klima und Wärmepumpenheizung sind wir vermutlich nicht der Ottonormalhaushalt in Deutschland.
Über die dynamische Regelung von Waschmaschine und Geschirrspüler werden wir jedenfalls nicht viel reißen…
Zu dem Thema mag ich auch meine Gedanken teilen.
Wir wurden Anfang 25 auf ein iMS umgestellt, weil unser Hausverbrauch mit der Wärmepumpe am Hausstrom und 4 Erwachsenen knapp über 6.000 kWh p.a. liegt und unsere PV-Anlage mit 8,84 KWp ebenfalls über der Grenze ist.
Bis dahin hatten wir eine mME, die ich mit einem Infrarot-Leser (Bitshake) und HomeAssistant lokal auslesen und konnte und je Phase meine Momentanverbräuche aufschlüsseln konnte. Mit dem neuen iMS kann ich das nach ein wenig Aufwand mit einem geringeren Datenumfang auch weiterhin.
Die Portal-Registrierung für die gesendeten Stromdaten war witzlos - statische Informationsseite, die nix kann. An den HAN-Anschluss will ich gar nicht ran, weil ich den nur im geschützten Netzwerkbereich abrufen kann (aktuell nur mit der zulässigen Software) und diese Informationen denen des Portals entsprechen - statisch und eben in 15min-Blöcken. Was soll daran für eine Heimautomatisierung smart sein?
Nun der Blick auf unseren Stromverbrauch. Unser Haus ist 10 Jahre alt, alle Großverbraucher wurden von uns seinerzeit mit bestmöglicher Energieeffizienzklasse erworben. Diese kann ich aber nicht aus der Ferne dann starten, wenn der Strom günstig ist. Die einzige Option ist die Zeitvorwahl. D.h., diese ewige Erzählung der Großverbraucher „Waschmaschine“ sind doch nervtötend weil weltfremd. Damit meine Technik das könnte, müsste ich erst mal ganz nachhaltig gut funktionierende Geräte wegschmeißen und neue kaufen. Unsere Wärmepumpe könnte man ertüchtigen, aber auch hier muss ich erst einmal wieder richtig Geld ausgeben, um diese Option zu realisieren.
Unser Batteriespeicher könnte super vom Laden aus dem Netz profitieren - aber das war bislang ja nicht zulässig und macht auch nur in den frühen Morgenstunden (so gegen 3 Uhr) oder im tiefen Winter Sinn. Ansonsten mache ich den ja mit der PV voll.
De facto nutzen diese iMS also nur dem Netzbetreiber, der nun meine Großverbraucher besser drosseln kann. Sinnvoll wäre diese Steuerbarkeit eigentlich nur beim Laden von E-Autos, weil das die Netze richtig belastet. Und hier könnten Mittags-PV-Spitzen lokaler gemangelt werden.
Die „Ado-Goldkante“ bei der Entwicklung der iMS-Spezifikationen ist auf jeden Fall ein gravierender Nachteil für eine sinnvolle Nutzung und Flexibilisierung des Stromverbrauchs und der Stromerzeugung im Niederspannungsnetz.



