Da bin ich grundsätzlich bei dir, aber auch das hat einen Twist. Dazu müssen wir eben erstmal definieren was E-Fuels sind und viel wichtiger, wo sie eingesetzt werden. (Etwas detaillierter für alle)
Oft wird der übergeordnete Begriff Power-2-X verwendet. X steht hier für den Bereich, in den man die Energie einbringen will um sie z.B. zu speichern oder zu verwenden. So kann man es z.B. in Gas, Methanol, Wasserstoff uvm. umwandeln.
E-Fuels werden im gesellschaftlichen Diskurs meist Kraftstoffe genannt, welche auf Basis von grünem Wasserstoff und aus der Luft gesammeltem CO2 hergestellt werden und dann anschließend in z.B. Autos getankt werden.
Auch hier ist aber der Wirkungsgrad entscheidend. Es wäre besser das E-Fuel im Kraftwerk zu verbrennen als es in Abermillionen Autos zu tanken. Ein E-Auto mit Strom aus dem Kraftwerk fährt effizienter als ein Verbrenner. Zudem muss der Kraftstoff dann nicht an Zehntausende Tankstellen gebracht werden, sondern kann zentral in Großkraftwerken bei Bedarf in Strom umgewandelt werden. Ggf. ist so auch ein Transport über Pipeline möglich.
Man müsste also genauer definieren wo wir diesen Energieträger einsetzen möchten.
Jetzt zur Produktion:
Für die Herstellung der E-Fuels braucht es viel Strom (in der Wüste perfekt) und extrem viel Trinkwasser für die Herstellung des Wasserstoffs (in der Wüste eher schwierig). Klar kann man Meerwasser in großen Mengen entsalzen, macht den Prozess aber nur noch weniger effizient. CO2 braucht man auch, idealerweise natürlich von dort wo man es auch in die Luft bläst und generell viel CO2 entsteht, sonst kostet das Extrahieren aus der Luft noch mehr Energie. Transport übers Meer mit Schiffen.
Die zu schaffende Infrastruktur mitten in der Wüste wäre immens und extrem teuer. Geld kann man damit lange nicht verdienen. Zudem bezweifle ich, dass wir das bis 2050 so aufgebaut bekommen, dass es für das ganze Land läuft. Das halte ich bei Batterieelektrischer Mobilität für realistischer.
Jetzt zu meinem Problem damit:
Wenn wir heute schon sagen „Wir kaufen das einfach zu, soll halt woanders stehen wo es mutmaßlich billiger ist.“, dann gewöhnen wir uns daran, dass wir nichts ändern müssen. E ist ja sauber, Kraftstoff kommt doch aus der Wüste, ist doch alles gut und umweltfreundlich an meinem 3.0L Diesel.
Und den durch Abgase geplagten Städten ist damit auch kein bisschen geholfen, der Lebensstandard bleibt genau so. Jeden Morgen vollgequarzte Wohngebiete und nervig laute Motoren. Lüften an Hauptstraßen weiterhin quasi unmöglich.
Zumal der Einsatz von E-Fuels in aktuellen Verbrennungsmotoren nicht mal möglich ist, maximal als Beimischung. Es würde also sowieso neuer Autos/Motoren bedürfen.
Das ist mein Hauptproblem mit dieser Diskussion über E-Fuels in der Wüste.
Wurde hier auch schon gut beschrieben: