Oft wird übersehen, dass man E-Fuels heute auch nicht ohne weiteres in großen Mengen herstellen kann. Ich würde selbst mal behaupten dass eine komplette Umwandlung der Antriebsform (mal abseits vom Fakt dass es weniger Autos werden müssen) auf Batterieelektrisch (inkl. der mittleren Laufzeit von Neuwagen von 16 Jahren, die heute gekauft werden) und den damit einhergehenden Bedarfen an regenerativen Energien schneller geht als eine flächendeckende Produktion von E-Fuels mitsamt der regenerativen Energiebedarfe.
Nehmen wir mal die einfache und anschauliche Folie, die von @TPG gepostet wurde:
Deutschland fährt pro Jahr viel Strecke mit dem Auto, 2020 waren es 578,1 Mrd. Kilometer. Quelle: Statista
Umgerechnet in die Energie mit den genannten 115kWh/100km sind das 664,8 Mrd. KWh, also 664,8 TWh.
Laut Destatis sind im Jahr 2020 502 TWh verbraucht worden. Das bedeutet wir müssen mehr als die gesamte Energieversorgung des Landes nochmal zusätzlich regenerativ bereitstellen, zusätzlich zum Umbau der bestehenden fossilen Infrastruktur, um mit E-Fuels (im PKW Bereich) Klimaneutral zu sein.
Es wird sehr oft suggeriert, dass man ja in der Übergangszeit „schnell mal“ auf E-Fuels wechseln könne, die technischen Hürden und die resultierenden Preise sind allerdings immens.
Technisch geht es auch im Auto weiter. Auf erster Ebene ist da vielleicht dieser Thread interessant, der sich mit einem Test von E-Fuels in einem dafür stark modifizierten Motor von Opel beschäftigt.
Es stellt sich heraus, dass es ohne weiteres eben nicht möglich ist E-Fuel ins Auto zu kippen und weiter zu fahren. Beimischungen sind möglich, ersetzen aber nicht ohne einen erheblichen Aufwand. Dass am Auspuff die gleichen CO2 Emissionen und teils noch mehr Schadstoffe entstehen ist selbstredend. Quelle: T&E
Dazu kommt das Problem, dass man die Leute dann ja auch noch überzeugen muss den Kraftstoff zu tanken. Dazu habe ich bereits woanders etwas geschrieben.
Je mehr man sich mit dem Thema befasst desto mehr stellt man fest, dass E-Fuels eben nicht die „einfache Lösung“ sind, die man mal schnell verwenden kann.
Die schon beschriebene Beeinflussung der Bevölkerung, die das ganze Thema eben nicht durchdringen kann (wie auch, ist verdammt komplex) ist ein noch viel größeres Problem, denn Veränderung mögen Menschen generell nicht. Schon gar nicht wenns in den USA um Waffen und hierzulande um Autos geht.