Das fasst es eigentlich sehr gut zusammen. In Atomkraftwerke und Energiewende wurde bereits ausführlich darüber diskutiert, dass für die Klimawende die Atomkraft nichts nützt. Die vorhandenen Reaktoren sind bereits für die Abschaltung vorbereitet und das ist auch nicht mehr umkehrbar, z. B. weil das Personal dann fehlt. Neue Reaktoren müssten erst entwickelt werden (die Druckwasserreaktoren mit seit den 1960er Jahren bekannten Mängeln sind nicht mehr zeitgemäß) und dann gebaut werden. Das dauert viel zu lange.
Es gibt also eigentlich gar nichts zu diskutieren. Dennoch geht es erst in obigem Thema hoch her und jetzt in diesem. Es gibt eine ganze Menge Menschen, die befürchten, dass es ein Comeback der Atomenergie geben könnte und versuchen dies bereits hier in der Diskussion im Ansatz zu verhindern. Diese zu negative Sichtweise der Atomenergie kann ist sehr gut nachvollziehen. Wenn ich da an Gorleben denke oder den Umgang mit Meldungen zu Störfällen in Atomkraftwerken, ist für mich völlig klar, dass hier Vertrauen verspielt und Misstrauen geschaffen wurde und das über Jahrzehnte!
Die Fakten wurden alle bereits aufgezählt, daher spare ich mir das an dieser Stelle. Was ich aber machen möchte, ist einmal aufzählen, was sich aus dieser weit verbreiteten Skepsis für Folgen ergeben haben, denn diese werden bei der Diskussion oft vergessen:
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Dadurch, dass Kernkraft als „die ultimativ böse Energiegewinnung“ dargestellt wird, sind alle Alternativen automatisch legitimiert und stehen besser da, als sie eigentlich sind. Das betrifft insbesondere Kohlekraft, denn in den 80er und 90er Jahren waren Wind und Solar noch keine Alternativen. Da war Kohle die „gute“ Alternative. Was wir uns damit eingebrockt haben, wurde oben bereits erwähnt. Und bei der Kohle war die Wahrscheinlichkeit dafür, dass man Abbagern musste oder dass die Luft verschmutzt wird bei 100%. Das wurde ohne öffentliche Diskussion einfach so gemacht.
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Die positiven Aspekte von Kernenergie sind vielen gar nicht bewußt. Der Energiegehalt ist einfach unvorstellbar groß. Das unvorstellbar meine ich dabei wörtlich. Man kann nur rechnen und dabei zeigt sich, dass der Energiegehalt einfach unglaublich hoch ist. In 1 m³ Uran steckt ungefähr gleich viel Energie wie in 300.000 m³ Kohle. Die Brennstäbe halten daher auch ein paar Jahre und das bei 1 GW Leistung, fast ohne Pause.
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Die Endlagerung von radioaktivem Müll war (und ist) ein extrem heißes Thema. Dadurch wurde es lange Zeit nicht angegangen, mit der Folge, dass sich die Endlagerung verzögert hat. Das ist deshalb schlecht, da die oberirdische Lagerung grundsätzlich teurer und weniger sicher ist als die untertage.
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Die ungelöste Endlagerfrage, die so oft als Argument gegen Kernkraft angeführt wird, ist gar nicht so ungelöst. Denn was bei dieser Diskussion verdrängt wird, ist dass wir in Deutschland bereits vier (!) Endlager haben. Ja, da wird kein radioaktiver Müll eingelagert, aber das was da eingelagert wird, will niemand im Grundwasser haben und vieles von dem Zeug ist auch nach 1 Million Jahren immer noch unverändert da.
Von daher möchte ich alle bitten sich diese Punkte mal durch den Kopf gehen zu lassen und sich zu fragen, ob man nicht das Thema Atomkraft nochmal neu überdenken sollte. Wir steigen jetzt komplett aus und es ist keine kurzfristige Lösung für den Klimawandel. Es wäre an dieser Stelle die Frage, was kann die Atomenergie? Welche Chancen haben wir damit? Denn einfach nur schlecht ist sie definitiv nicht. Das sollten wir diskutieren und aus meiner Sicht auch die nächsten Schritte gehen, sprich erforschen, um später entscheiden zu können, ob wir diese Option nutzen wollen.