LDN-241 - CovPass

Da sind wir uns weitgehend einig. Nach dem was ich gelesen habe, ist es auch bei Grundschüler:innen eher so wie bei Kindergartenkindern. In diesem Webinar des British Medical Journal gibt es zwei Vorträge (ab 0:04:00), die den Forschungsstand m. E. ganz gut zusammenfassen. Die u. a. in UK durchgeführten Kontaktstudien sind m. E. auch genauer als die nun veröffentlichte Studie von Drosten, da sie die Ansteckungen direkt untersuchen und nicht versuchen, diese quasi von der Viruslast abzuleiten.

Da bin ich ganz anderer Meinung. Meiner Wahrnehmung nach war es eher so, dass die Gefahr einer Ansteckung durch Kinder häufig übertrieben wurde - und zwar ohne entsprechende Evidenz oder sogar entgegen dieser. Dazu drei Beispiele:

  • die Behauptung, hohe Inzidenzen bei Kindern führten automatisch zu hohen Inzidenzen bei Hochrisikogruppen
  • die Behauptung, Lockdowns ohne Schulschließungen könnten nicht wirksam sein
  • die Behauptung, bei B117 seien Kinder eine Gefahr für Erwachsene (das habe ich hier ausführlicher erörtert).

Die Formulierung „Treiber der Pandemie“ ist ja gerade eine Differenzierung. Sie erkennt die (m. E. überhaupt nicht mehr umstrittene) Tatsache an, dass auch Kinder sich mit dem Virus infizieren und es weitergeben können, macht aber deutlich, dass die Infektionsraten bei Kindern das Infektionsgeschehen in der Gesamtbevölkerung eben nicht „antreiben“, sondern es eher widerspiegeln. Sprich: Wenn die Inzidenz in einem Landkreis hoch ist, ist sie auch in den dortigen Schulen hoch, aber sie steigt nicht in allen Altersgruppen, nur weil es besonders hohe Zahlen unter Schüler:innen gab.

Da bin ich wieder ganz bei Dir.