Das wiederum liegt genau an der Drittstaatenproblematik, die ja kritisiert wird. Daher: Menschen bekommen nicht deshalb kein Asyl, weil sie nicht die in ihrer Person und ihrem Herkunftsland liegenden Asylgründe erfüllen würden, sondern einzig, weil Deutschland sagt: „Nope, nach Dublin ist Italien oder Griechenland verantwortlich!“.
Daraus abzuleiten, es solle kein Unterschied zwischen Asyl (zur Flucht vor einer objektiv unerträglichen Lebenssituation) und Migration (zur Verbesserung der Lebenssituation) gemacht werden, ist daher problematisch.
Für das Asylrecht gibt es klare internationale Konventionen, für andere Migration nicht. Nur weil Deutschland sich hier - also Land, welches nur an sichere Drittstaaten grenzt - aus der Debatte zurückzieht, heißt das nicht, dass dieser Unterschied nicht relevant sei.
Das glaube ich eher nicht. Es ist eher zu beobachten, dass ein Thema einigen Gruppen wichtiger ist als anderen Gruppen und deshalb ein anderes „Like-Verhalten“ zu beobachten ist.
Umm, also Koopmanns wird aus guten Gründen kritisiert. Mit „Realitätscheck“ hat das wenig zu tun. Also wenn ich mir eine Rede Söders zum Thema „Letzte Generation“ anhöre, ist das sicherlich auch kein „Realitätscheck“, sondern schlicht eine relativ einseitige Einschätzung.
Würde Koopmanns die klare Mehrheit der Migrationsforscher vertreten, wäre der Begriff „Realitätscheck“ zutreffend - wie wenn ein Klimaforscher z.B. den Stand der Wissenschaft erörtert und dabei äußert, was unter Klimaforschern größtenteils unumstritten ist. Das wäre ein Realitätscheck für Klimaskeptiker. Sich hingegen einen der wenigen Klimaforscher anzuhören, der das Gegenteil behauptet, ist eher eine „Konfrontation mit den Rändern des Spektrums“ als ein „Realitätscheck“.
Man sollte nicht den Fehler machen, einen Experten, der das sagt, was man selbst denkt, als „Verkünder der Realität“ zu verklären, vor allem nicht, wenn die Meinung des Experten in seinem Forschungsgebiet eher kontrovers diskutiert wird…