Mich beschäftigt immer wieder ein Thema bezüglich der Transformation hin zu erneuerbaren Energien. Es wird immer viel über den Preisvorteil bei E-Autos zB beim Laden vs Tanken gesprochen und zu dem Ergebnis gekommen, dass Laden günstiger ist. Nun ist das ja aber bloß eine Momentaufnahme. Aus meiner Sicht nimmt der Staat enorm viel Geld durch Mineralölsteuern etc. ein, die wiederum in Infrastruktur fließen (zB Instandhaltung von Straßen). Wenn nun jeder ein E-Auto fährt, wie geht der Staat dann mit den fallenden Steuereinnahmen um und wieso kommt ihr immer wieder zu dem Schluss, dass es auch in Zukunft günstiger ist ein E-Auto zu fahren, was sich ja aktuell auch vor allem durch Subventionen und Kaufanreize lohnt. Wieso sollte der Staat in Zukunft nicht auch Steuerlasten ebenfalls auf Ladevorgänge bei E-Autos umwälzen, um so die entgangenen Einnahmen zu kompensieren. Was E-Autos im Umkehrschluss genau so teuer machen würde wie Verbrenner jetzt?
Ich freue mich über fundierte Antworten oder auch begründete Spekulationen.
Ich denke man könnte zum Beispiel eine PKW-Maut einführen, die nicht nur für Ausländer gilt. Die wird dann einfach entsprechend hoch angesetzt, man könnte sie sogar für die Autobahn pro Kilometer abrechnen, Infrastruktur ist ja dank LKW schon da. Städte könnten individuell City-Maut festlegen. KFZ-Steuer ist bei E-Autos gratis für 10 Jahre. Die bleibt dann einfach gratis.
Nein, das E-Auto lohnt sich für viele auch ohne Subvention und Kaufanreize.
Selbst bei jemandem, der nur extern laden kann, zahlt man meist unter 49ct/kWh fürs Schnelladen, AC-Laden ist oft noch darunter. Der Strompreis ist nicht extra nochmal für E-Autos subventioniert.
Das sind dann bei einem eher hohen Verbrauch für ein E-Auto von 20kWh/100km = 9,80€.
Im Standverkehr sind je nach Fahrzeug auch locker Verbräuche von weniger als 15kWh/100km drin. Dann liegt man eher bei 7,35€.
Habe ich noch den Benefit, zu Hause laden zu können und einen halbwegs aktuellen Strompreis von 30ct/kWh, dann kosten mich 100km nur noch 4,50€. Kommt noch Solar dazu, weniger.
Nimmt man einen Benziner mit 7l/100km an, dann sind wir da bei den momentanen Preisen bei 14,-€ (2€ pro Liter E10 vorausgesetzt, was momentan eher günstig ist). Man brauchte da schon einen Benziner, der unter 5l/100km verbraucht, um unter die 10€/100km zu kommen.
Um bei E-Autos die Einnahmen aus den vielleicht einmal in der Zukunft fehlenden Steuereinnahmen auf fossile Brennstoffe auszugleichen, müsste eine sehr satte Stromsteuer auf den Ladestrom erhoben werden. Da wären wir dann eher bei Kosten von 1€/kWh Ladestrom, was ich persönlich als eher utopisch halte. Aber das ist Spekulation und nicht auszuschließen.
Wahrscheinlich ist aber, dass das E-Auto fahren nicht so günstig bleibt wie momentan. Die KFZ-Steuer wird wiederkommen, eine zusätzliche Besteuerung des Ladestroms ist zwar nicht einfach umzusetzen, aber auch eine Möglichkeit. City-Maut, Autobahn-Maut, …
Andererseits wird das Verbrenner-fahren auch nicht günstiger in Zukunft.
Meine Erwartung (nicht nur bei der Fahrenergie, sondern Bürgererzeugter Energie allgemein)
Einführung von Steuern/ Abgaben auf selbstproduzierten und selbstverbrauchten Strom
Einführen von Steuern/ Abgaben auf Fahrenergie, auch bei selbstproduziertem Strom
natürlich auch bei lokaler Speicherung
KFZ Steuern auch für BEV (in der Schweiz in den meisten Kantonen üblich und durch die hohe 30-min Leistung der Fahrzeuge im Bereich von 6-8 Zylinder Verbrennern)
Technologisch wird dies über die Smartmeter oder weitere Mess/Steuereinrichtungen (z.B. gemäss §14a EnWG) realisiert werden.
Der Konsument hat Konsument zu bleiben. Hier in der Schweiz werden dann von gewissen Parteien immer „das Handwerk/ die KMU“ beschworen, die ansonsten zu stark belastet würden.
Weil der Staat alle Möglichkeiten ausschöpfen wird. Die Smartmeter sind bereits im Rollout, vielleicht gehts noch ein bisschen länger (hat es beim aktuellen LKW Mautsystem in D ja auch), aber die Überwachungstechnologie ist da, und bei speziellen Verbrauchseinrichtungen (Wallbox, Wärmepumpe, etc.) Pflicht. Technisch kein Hexenwerk.
Als weiteren Anhaltspunkt: Mein Stromversorger hat seit 2026 (jährliche Anpassung der Preise für Stromprodukte) neue Preiskomponenten eingeführt, um den Netzausbau zu finanzieren:
„Leistungstarif“ → pro Monat berechnet aufgrund des höchsten Leistungsbezugs (z.B. 15kW) während eines 15-minuten Zeitintervalls
Ich beobachte die Entwicklung (politisch und regulatorisch) mit Interesse, weil ich eine grosse PV auf dem Dach habe und die nächste Investition ein grosser Hausakku sein wird.
Dafür hast du die aktuellen Einnahmen aus der Energiesteuer auf die Stromsteuer (zukünftige Strommengen) umgelegt?
Hier mal eine Studie, die sich mit Alternativen beschäftigt hat. Hab sie jetzt nicht selbst komplett gelesen. Aber könnte man als Diskussionspunkt nehmen. Wobei hier jetzt die Mehreinnahmen auf Seite Stromsteuer nicht berechnet sind, so wie ich das sehe
Mag sein, ich meinte die bereits bestehende Stromsteuer. Gar nichtmal eine Erhöhung, sondern durch den Mehrverbrauch an Strom in Zukunft im Verkehrsbereich entstehen da ja auch Steuereinnahmen.
Ich finde, bei solchen Diskussionen – auch und gerade bei Lage der Nation wird oft so getan, als wäre ein Eigenheim mit PV und E-Auto der Normalfall. Und wenn das E-Auto noch fehlt, dann kauft man halt eins – finanziert aus irgendwelchen Rücklagen, die anscheinend auch jeder hat. Und wer ne entschdungshikfe braucht, dem verweigert man den Tankrabatt weil dieser Impuls ja das ist was fehlt um auf e umzugschwenken.
Das ist ehrlich gesagt ziemlich weit weg von der Realität vieler Leute. Das passt zu einem Publikum, das von Förderungen profitiert, aber nicht wirklich darauf angewiesen ist. Die Hälfte der Gesellschaft, die weder Eigentum noch große Rücklagen hat, kommt da praktisch nicht vor – von Leuten, die sich keinen Urlaub leisten können, ganz zu schweigen.
Am Ende befürwortet man so Maßnahmen, die Ungleichheit eher verstärken. Für mich wirkt LDN deshalb zunehmend wie ein Podcast für eine gut situierte Blase – und nicht für die breite Masse.
Das finde ich etwas unfair. Die Lage kritisiert oft genug Maßnahmen von denen (auch oder nur) Leute profitieren die es nicht bräuchten. Aber gerade an die ist auch die Argumentation die hier wiedergegeben wird gerichtet.
Im übrigen gehören in Deutschland die meisten Autos ganz schlicht der Bank (hab keine zahl zur Hand) Die wenigsten kaufen das mit Geld was irgendwo rumliegt sondern borgen sich das Geld…auch für Verbrenner. Insofern kann man da schon raten, wenn das nächste Auto ansteht doch ein e auto zu kaufen.
Es wurden auch schon oft die Belange von Mietern adressiert nicht nur Hausbesitzer. Das macht aber die Aussagen zu PV für Hausbesitzer nicht ungültig.
Und die Argumentation zum Tankrabatt war völlig anders: nämlich genau wieder gegen die die es gar nicht brauchen. Das heißt nicht man gönnt es den anderen die es sehr wohl brauchen nicht, aber das Instrument war und ist nicht zielgenau. Ich fände es befremdlich wenn die LDN jetzt sagt der Tankrabatt ist gut weil einige Leute ihn gut gebrauchen können, selbst wenn wir den anderen 50% etwas schenken was sie nicht brauchen (und die geldresspurcen fehlen letztlich anderswo wieder für die erste Gruppe)
Was meinst du, wer den Tankrabatt finanziert? Warum führt man nicht einfach ein Klimageld ein?
Warum wird die Pendlerpauschale als Steuerrabatt und nicht als pauschale Einmalzahlung gewährt?
Davon würden nämlich wirklich mal die Geringverdiener profitieren. Der Tankrabatt bedeutet aber 1. Subventionen für Mineralölkonzerne 2. Belohnung für Vielfahrer und Fahrer großer ineffezienter Autos 3. Bestätigung, dass der Staat Verschwendung unterstützt
Ich denke die Besteuerung von “Fahrstrom“ wird eher nicht kommen. Beim Diesel konnte man diesen immerhin noch einfärben um ihn vom (Steuerbefreiten) heizöl zu unterscheiden. Bei Strom wird das recht schwierig.
Ach im Sinne der “Technologieoffenheit“ wird sich kein CDUler dazu hinreisen lassen, das zukünftige Steuersubstrat nur im BEV zu sehen.
Ich denke, es wird ein System geben, das ähnlich zum aktuellen Maut-system der Lastwagen ist. irgendein km Tarif. Auf der Autobahn günstiger als in der Stadt. Dann gibts überall so Kamerabalken, die die Nummernschilder erfassen.
Mein Favorit wäre ja der “staatliche Beifahrer“, der Via GPS und Beschleunigungssensoren immer Mitbekommt wo das Fahrzeug gerade ist oder fährt. Damit könnte man dann die gefahrenen km gemäß den Kilometeransätzen verrechnen.
Da könnte man dann auch gleich Geschwindigkeitsüberschreitungen, Halten im Halteverbot, Parkieren im Parkverbot und ähnliches direkt über die hinterlegte Kontoverbindung erledigen.
Nein ich denke es wird auf Strom eher wenig direkte Abgaben geben. Insbesonder wird es ganz sicher keine Abgabe auf Fahr-Strom geben. Fahrstrom- vom Lichtstrom sicher zu trennen, sorry, das ist völlig illusorisch.
Ich könnte mir vorstellen, dass es zukünftig einen Grundtarif für die Netzkosten geben könnte. (Solaranlagenbesitzer mit Batterie, beziehen im Jahr ja praktisch nie Strom, zahlen also auch nichts ans Netz, profitieren aber dennoch immer von der Sicherheit, jederzeit aus dem Netz Strom beziehen zu können. ) Man könnte zum Beispiel die höchste im Monat angefallene 15.Min Leistung als weiteren Verrechnungsparameter dazunehmen.
Ich denke zur finanzierung der Strassen werden die Fahrten aufgezeichnet werden. Unterschiedliche km-Tarife für unterschiedliche Fahrzeugtypen und unterschiedliche Strassenklassen. Aufgezeichnet über eine (Handy-artige) Zusatzbox, oder direkt durch die Software des Fahrzeuges. Evtl auch ein Tracking über Nummernerkennung auf den Strassen.
Fahrzeugsteuern werden wohl erhalten bleiben. Wohl eher auf Antriebsleistung, Gewicht und/oder Grundfläche.