Kosten eMobilität

Im letzten Podcast Nr. 486 haben Philipp und Ulf wieder die Leier gespielt „E-Mobilität ist soooo billig“.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe Euren Podcast und wir haben uns auch ein e-Auto zugelegt. Aber man muss doch ganz klar sagen: Billig ist das sicher nicht.

Konkret: Wir haben 2019 einen Ford Fiesta gekauft, gebraucht für 9000 EUR. 6 Jahre später für 6000 EUR verkauft und dafür einen VW ID3 angeschafft, auch gebraucht, 24.000 EUR.

Dabei ist die Wahl auf den ID3 gefallen, weil wir das kleinste eAuto gesucht haben, dass auch im Winter noch genug Batterie liefert, um 200 km ohne Laden fahren zu können.

Die Rechnung:

Fiesta: Wertverlust/Jahr 500 EUR. km/Jahr ca. 20.000 bei einem Verbrauch von 6l/100 km sind das 1200l pro Jahr bei 1,8 EUR/l sind das 2160 EUR/Jahr plus 120 EUR Versicherung sind also pro Jahr 2800 EUR.

VW ID3: Wenn ich den in 6 Jahren noch für 10.000 EUR verkaufen kann (was ich ehrlich gesagt bezweifle, denn wer kauft ein 10 Jahre altes eAuto) habe ich pro Jahr einen Wertverlust von 2300 EUR. 20.000 km/Jahr bei ca. 18 kWh /100 km (im Winter mehr, im Sommer weniger) macht 3600 kWh/Jahr. Jetzt haben wir eine PV auf dem Dach, im Sommer fahren wir also mit eigenem Strom, darum rechne ich im Jahresschnitt mit 0,2 EUR/kWh, sind also 720 EUR Stromkosten, die ich noch zahlen muss. Kfz-Versicherung entfällt.
Kommt also auf 3000 EUR / Jahr.

Fiesta: 2800 EUR/Jahr gegen ID3 3000 EUR/Jahr.

Wo ist mein Rechenfehler? wie kommt Ihr dazu, davon zu reden, dass eMobilität so billig ist? Und nebenbei: die 24.000 für einen (gebrauchten) ID3 muss ich auch erstmal auf den Tisch legen.

Viele Grüße

Matthias

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Siehe auch hier:

Kosten von Neuwagen - Bremse für den Mobilitätswandel?

Die steigenden Preise bei Gebrauchten seit Corona. Auch bei einem Fiesta wirst Du nicht mehr 6 Jahre für 3.000€ Wertverlust fahren können. Du hast als Verkäufer von steigendem Preisen profitiert. Das wird so nicht unbedingt noch mal klappen.

Gebrauchtwagen-Preise nach wie hoch: So sparen Sie trotzdem

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Je nachdem, von welchen persönlichen finanziellen Verhältnissen man ausgeht, sind 24.000€ möglicherweise ein Schnäppchen.

Dann ist eMobilität in der Gesamtschau günstiger als ein neuer Verbrenner.

Ein Gebrauchter Verbrenner ist wohl immer sehr individuell zu betrachten.
Kauft man jetzt einen, wird der wie schon genannt oben eher teurer sein.
Besitzt du diesen schon und der ist im gepflegten Zustand und abbezahlt, kann der im Vergleich zu einem zu finanzierenden Neuwagen (eAuto) aufgrund der Monatsrate durchaus teurer sein, abhängig von Benzin und Stromkosten.

Wenn man natürlich nur Menschen mit höheren Gehältern als Maßstab nimmt, die ein Eigenheim mit Solaranlage und eigener Wallbox vorweisen können, ist ein eAuto wohl immer sinnvoller. :wink:

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Dann postuliere ich hier mal:

ein Elektroauto rechnet sich nur für Leute mit höherem Einkommen, die eine PV auf dem Dach haben und sich die hohen Anschaffungskosten leisten können.

Für Menschen ohne Eigenheim mit Wallbox, die für 50 oder mehr ct/kWh laden müssen, ist die Aussage von Ulf und Philipp, Verbrenner seien viel teurer und jeder der sich einen Verbrenner kauft, hat kein Hirn (ich überspitze jetzt etwas), der blanke Hohn: eMobilität muss man sich leisten können.

Zum einen vergleichst du einen Kleinwagen mit einer Kompaktklasse. Zum anderen stellt sich die Frage, ob die Fahrzeuge denn vergleichbare sonstige Bedingungen wie Kilometerstand, Pflege etc. hatten. Zudem: Warum kostet der ID.3 keine Versicherung? Oder meinst du die KfZ-Steuer?

Und noch als Ergänzung: Die reinen Kosten des Verbrauchs sind beim Verbrenner ehrlicher Weise viel zu niedrig, weil die Umweltschäden externalisiert werden und derzeit leider nicht vom Verursacher gezahlt werden müssen.

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Alles andere wäre auch selten dämlich.
Ansonsten nein, wer keine PV hat, wie ich, zahlt einen monatlichen Betrag und lädt dann auch günstig.

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Das denke ich auch.
Einen Neuwagen muss man sich grundsätzlich leisten können.

Einen e-Gebrauchtwagen kaufen zu können hängt wohl sowohl vom Preis als auch von der Verfügbarkeit geeigneter und zu den individuellen Bedürfnissen passenden Fahrzeugen ab.

Bei uns kostet der Liter Sprit 2 Euro - das bringt Deine Rechnung auf ein anderes Vorzeichen.

Und die KFZ Steuer fehlt in der Rechnung.

Habt Ihr mal über einen dynamischen Stromtarif nachgedacht, um im Winter günstiger tanken zu können?

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Ich. Ich habe einen 8 Jahre alten Nissan Leaf (2. Baureihe, aber immer noch ziemlich rudimentäre Akku-Technologie) mit ca. 90% der ursprünglichen Reichweite für ca. 10.000 Euro gekauft und war damit sehr zufrieden. Der ist zwei Jahre ohne jedes Problem gefahren und dann durch einen Rentner der nicht aufgepasst hat zum Totalschaden geworden.

Danach habe ich für gut 11.000 Euro einen sechs Jahre alten Nissan Leaf (3. Baureihe) mit >90% der ursprünglichen Reichweite gekauft, den ich jetzt ca. zwei Jahre fahre. Der hat seitdem praktisch keine Reichweite verloren, ist noch auf den originalen Bremsen (+1 für regeneratives Bremsen) und kostet mich fix exakt 250 Euro Inspektionskosten im Jahr. Aktuell sehe ich keinen Grund, warum ich den nicht noch zehn Jahre fahren sollte, wenn ich mich von Rentnern fern halte.

Ich freue mich entsprechend darauf, in ca. 10 Jahren deinen gebrauchten ID3 zu kaufen, wenn du in pfleglich behandelst ;-). Aktuelle Studien legen nahe, dass die Batterie dann immer noch in einem guten Zustand ist.

Meine Eltern haben einen inzwischen 14 Jahre alten VW T5. Ein extrem praktisches Auto, aber seit mindestens 5 Jahren ein absolutes Geldgrab. Den am Laufen zu halten kostet einschließlich der Inspektionen, Flüssigkeitswechsel und Reparaturen einen schwankend, aber immer vierstelligen Betrag im Jahr.

Außerdem bitte Äpfel mit Äpfeln vergleichen. Der Ford Fiesta ist ein in jeder Dimension kleineres Auto als der ID3 mit ca. 100L weniger Kofferraumvolumen. Du hast dir nicht nur ein moderneres Auto zu post-Inflationspreisen gekauft, sondern auch ein größeres und vermutlich besser ausgestattetes.

Wer das macht ist doof. Beispielsweise bei der ENBW kann ich für 12 Euro/Monat für 0,34 Euro/kwh laden. Sicher immer noch teurer als aus der eigenen PV, aber deutlich billiger als der von dir zitierte Preis.

Die letzte Generation hatte formal 6,3 Liter Verbrauch. Das sind aber (ähnlich wie die Reichweite bei E-Autos) in der Regel keine Werte, die im realen Leben erreicht werden.

Wenn das dein Durchschnittspreis im letzten Jahr war, ist es gut gelaufen. Aktuell kostet laut ZEIT Online der Liter Super im deutschlandweiten Schnitt übrigens 2,10 Euro.

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@noddaba : Du hast Recht, ich meinte, dass beim eAuto keine Steuer anfällt, Versicherung natürlich schon.

und natürlich hast Du auch Recht: Der Fiesta ist viel kleiner. Aber das kleinere Auto hätte uns vollkommen gereicht. Aber wenn man 200 km ohne Laden im Winter safe haben will, dann tuts halt kein e-Smart oder e-Fiat500, dann landet man bei der Kompaktklasse.
und Du hast zum dritten Recht, dass die Kosten des Verbrenners externalisiert werden, aber - jetzt mal fies gesprochen - ist mir egal, wenn es mir im Portemonnaie nicht weh tut. Natürlich kann man das alles hin und her rechnen. Aber bei der Aussage im Podcast (die die beiden ja in jeder Folge irgendwie unterbringen): eMobilität ist soooo viel besser, weil billiger - da kann ich - auch mit meinen Erfahrungen mit dem eAuto - nun wirklich nicht mitgehen. Ist ja auch OK, aus Überzeugung haben wir uns das Ding ja auch gekauft. Aber wie erwähnt: Das muss man wollen und das muss man sich leisten können. Und von Frankfurt nach Hamburg mit dem ID3 - das ist nicht witzig, das kann ich Euch sagen. Da muss man halt sein ganzes Leben umstellen und dann lieber Bahn fahren oder so. (ich weiß, ich übertreibe ;-))

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Ich denke man muss hier unterscheiden zwischen den Kosten für die Anschaffung (die wohl größere Hürde) und den Kosten für den laufenden Betrieb.

Letztere lassen sich mit entsprechenden Hintergrundwissen ggf. eher zugunsten des eAuto beeinflussen

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Das Problem: du hast diese Erfahrung doch gar nicht. Du hast einen alten Verbrenner verkauft und einen neues (gebrauchtes) E-Auto gekauft. Du müsstest das neue E-Auto nicht mit deinem alten Verbrenner vergleichen, sondern mit einem theoretischen ähnlichen Verbrenner, den du zum gleichen Zeitpunkt stattdessen hättest kaufen können.

Und wenn ich das mal bei dem wohl einfachste Vergleich bei Neuwagen mache, dann kann ich bei VW sowohl den Golf (Verbrenner), als auch den ID.3 Neo (E) für ziemlich genau den selben Preis kaufen: ca. 30.000 Euro (+/-).

Laden unterwegs, öfter neue Reifen und Bremsen sind bisher die größten Kostenblöcke aus meiner Sicht. Mit Laden zu Hause und vorausschauendem, wenig aggressivem Fahrstil, kann man da viel machen. :wink:

Was ihr aber unbedingt versichern müsst, sind Marderschäden am Hochvoltsystem. Das kann je nach Modell ins fünfstellige gehen. Vgl Verbrenner: ca 500€

Das sollte in den meisten Fällen von der Teilkasko abgedeckt sein, aber Versicherung ist ein Punkt. Die ist bei Elektroautos um einiges höher.

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Das kann ich für mich nicht feststellen.

VW Caddy Maxi von 2014 vs ID.4 von 2022. Der Stromer kostet weniger.

Ich war nach dem Berichten im Podcast positiv überrascht!

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Und genau dieser Tarifdschungel schreckt mich zur Zeit noch ab. Scheinbar kann ich an der selben Zapfsäule je nach gewählter Zahlungsmethode wild unterschiedliche Preise für das selbe Produkt zahlen. Plötzlich wird es zu einem Verkaufsargument, ob die Navi des Fahrzeugs meinen Stromanbieter kennt, damit die Routenplanung mit Ladestop funktioniert.

Sag mal, hast Du die Antworte der anderen auf Deine Frage

nicht gelesen? Keine Rechenfehler, aber ein ganze Reihe von Denkfehler.

Fakt ist, dass für viele Menschen die Anschaffungskosten eines Autos grundsätzlich eine massive Hürde darstellen. Wer von diesen Menschen es irgendwann geschafft hat, sich ein kleines, gebrauchtes Auto finanzieren zu können, wird das so schnell nicht wieder können - egal ob Verbrenner oder Elektro. Ob die Anschaffungskosten auch eines gebrauchten Elektro-Autos so viel höher sind, weiß ich, ehrlich gesagt, nicht. Aber die laufenden Kosten, und dazu gibt es Studien und Studien, sind merklich geringer, zum einen, weil der Energieverbrauch einfach sehr viel günstiger ist, zum anderen, weil der Unterhalt der Fahrzeuge (Reparaturen, Inspektion) ebenfalls viel günstiger sind.

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Ja, das „Fremdladen“ ist unnötig kompliziert, aber es auch nicht so dramatisch, wie das oft dargestellt wird:

  • Wer regelmäßig in der selben Ecke laden muss, der recherchiert einmal die im Umkreis vorhandenen Ladesäulen. Den billigsten Ladestrom gibt es dort dann praktisch immer direkt beim Betreiber dieser Säule in dem zur monatlichen Ladeleistung passenden Abo-Packet.
  • Wer in unbekannten Gebiet laden muss, der findet über einschlägige Apps auf dem Handy schnell alle verfügbaren Säulen. Auch hier gilt: am billigsten ist praktisch immer der Betreiber.
  • Ein guter „Allrounder“ ist EnBW mit der mobility+ App, damit kann man an einem sehr hohen Anteil der Ladesäulen in Deutschland zu akzeptablen Preisen laden. Wenn man nicht dem letzten Cent hinterherhechtet (und das macht bei der Fahrt in den Urlaub oder der Dienstreise ja auch beim Verbrenner niemand), für den ist die App die One-Stop-Lösung.

Auch beim Verbrenner zahlt man übrigens für „das selbe Produkt“ an jeder Tankstelle was anderes. Auch hier braucht es Apps und Navi, um den jeweils günstigsten Preis herauszufinden. Besser ist hier bisher nur die öffentliche Verfügbarkeit und Vergleichbarkeit der Daten, man kann über eine App also recht schnell die passende Tankstelle finden. Das Prinzip ist aber bei öffentlichen Ladesäulen aber grundsätzlich auch umsetzbar.

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Bei der Bundesnetzagentur gibt es übrigens eine Karte aller Ladesäulen in Deutschland: Bundesnetzagentur - Ladesäulenkarte

Leider bisher ohne Preisinformationen, aber sehr hilfreich bei der Recherche. Besonders wenn man nach einer „Stammladesäule“ in einem Gebiet sucht, das man regelmäßig besucht.

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