Kosten von Neuwagen - Bremse für den Mobilitätswandel?

Hab mir heute mal bei einen Händler (also nur eine Einzelaufnahme) ein neues eAuto angeguckt.

Renault eTwingo 2026, Techno-Ausstattung, kostet dort 24.000€ etwa.

Also den Händler mal gefragt, was sowas im Leasing über 4 Jahre kostet.
Einziger Hinweis: ich komme auf 20.000km im Jahr, wenn ich nur das nötigste fahre und oft Fahrgemeinschaften nutze.

Reichweite um 200 km, Lademöglichkeiten auf der Arbeit, würde so passen für mich, ggf 50kw schnellladen möglich im Notfall.

Bis er „über 300€ Leasingrate im Monat, eher 350€“ sagte.
Also wir reden hier von einem Kleinstwagen.

Wie gesagt, nur ein Angebot. Aber schon üppig. Der Verkäufer sprach noch von Angebot und Nachfrage.
Auch das er einen 5 Jahre alten Dacia Sandero (Neupreis 15.000€) noch jetzt für 11500€ verkauft hat.

Dann noch einen Nissan Micra 2026 angeschaut. Neupreis mit Hausrabatt 32.000€;

Also ich verdiene nicht so schlecht, aber bei solchen Kursen finde ich es schwer, mal eben auf ein eAuto umzusteigen.

Btw…Verbrenner sind nicht billiger.

Aber im Moment ist die Option, sein betagtes Auto noch länger zu fahren, nicht ganz unsinnig…

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Der Dacia Spring startet bei knapp 17.000 Euro und hat auch um die 200km Reichweite: Spring elektrisches Stadtauto mit 4 Sitzen – Dacia

Aber ja, Neuwagen sind in der Regel absurd teuer. Wohl, weil je höher der Preis, desto höher der Gewinn. Und weil es ja bei allem im Leben immer um “Shareholder Value” gehen muss (und nicht um “Customer Value” oder “Social Value”), haben die Autokonzerne einen starken Anreiz, bei den Einstiegspreisen immer weiter nach oben zu gehen. In den USA kostet der durchschnittliche Neuwagen inzwischen mehr als 50.000 Dollar.

Allerdings habe ich ohnehin nie verstanden, warum sich irgendeine Privatperson einen Neuwagen kauft, egal zu welchem Preis. Autos haben absurde Wertverluste, die sich auf die ersten Nutzungsjahre konzentriere. Rein wirtschaftlich wohl die schädlichste Entscheidung, die man in seinem Leben treffen kann. Das ist als ob man auf dem Weg vom Autohändler nach Hause regelmäßig 50 Euro Scheine aus dem Fenster wirft.

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Das mit dem Wertverlust stimmt so in den letzten Jahren nicht.
Ich wollte mir 2018 eigentlich einen gebrauchten BMW kaufen, so um die 20.000€ Budget. Unter 20.000€ gab es aber nur Fahrzeuge jenseits 120.000km und 5 Jahre alt.

Dann hat mir der Händler meines Vertrauens, mit viel Rabatt, einen selbst zusammenstellten Ford Focus als Neuwagen mit dem 150PS 4 Zylinder und gehobener Ausstattung für 23.000€ angeboten.

Vergleichbare 1 und 2 Jahreswägen hätten auch um die 20.000 gekostet, aber es hat immer ein Paket gefehlt. Also hab ich mir einen Neuwagen gekauft.
Heute stehen ähnlich Modelle bei Mobile.de bei knapp 15.000€.
Sprich, ich habe im best case einen Wertverlust von 1000€ im Jahr wenn ich dieses Jahr verkaufe.

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Auf LeasingMarkt.de kostet z.B. ein FIAT Grande Panda, KIA EV2, Ford Puma und MG4 mit 20.000km im Jahr unter 200€ im Monat.

Mit Förderung sollte es absolut möglich sein, ein vernünftiges E Auto zwischen 200 und 250€ Leasing im Monat zu bekommen.

Mit vernünftig meine ich ein Fahrzeug mit realer 300km Reichweite (200km Autobahn) und DC Laden von 20 auf 80% in 30min.

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Dacia Spring hat aber massive Einschränkungen.
Quelle:

Die „1 Stop Range“ beschreibt eine Autobahnfahrt mit realem Verbrauch. Start mit 100% geladener Batterie, 1. Etappe bis 10% Batterieladung, dann 15 Min Schnellladen, 2. Etappe wieder bis 10% Batterieladung.

Sagte der Händler auch, bezogen auf den 2026er Spring. Wäre für meine Strecken nicht optimal, Schnellladen eher mau, zudem ist der schon recht spartanisch.

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Geht mir ähnlich. Mein nächstes Auto wird ein E-Auto. Aber zurzeit fahre ich meinen Toyota Yaris für 6000 € gebraucht gekauft vor 6 Jahren zu Ende oder der Spritpreis steigt auf 4€. Das Auto hat mich bisher kaum Reparaturbeiträge gekostet, auch Versicherung und Steuern sind ziemlich günstig. Ich spare jetzt um mir dann ein gebrauchtes E-Auto für 10k mal kaufen zu können.

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Geht mir ähnlich. Bissl muss der Stinker noch fahren.
Bin einfach nicht bereit mehr als 2 Jahre für ein Gerät zu zahlen, das mich dahin bringt wo ich das Geld verdiene und dann 8h da rumsteht.

Das Problem welches ich sehe ist, bleiben Preise für Autos so hoch, man schon auf eine Art zwei Klassen Gesellschaft hinausläuft.

Wer das Geld hat, kann im Sinne des Klimaschutzes ein eAuto oder vergleichbar modernes Auto fahren.

Wer maximal 4stellige Sumnen zur Verfügung hat, muss eher die alten Stinker weiterfahren.

Ja, es gibt Prämien für Neuwagen (den man sich aber auch leisten können muss), es gibt den Dacia Spring (der aber nicht für jeden passt) und es gibt einige gebrauchte eAutos (meist Kleinstwagen und Kleinwagen der ersten Generation), doch es fehlt noch das breite Angebot für kleine Gehaltsgruppen.

Ist zumindest ein Aspekt, der bei der Mobilitätswende immer noch eine signifikante Rolle spielt

Das es in der technologischen Entwicklung normal ist, das erst die teuren Sachen auf dem Markt kommen, danach erst die Produkte für die Masse, ist klar.
Sollte nur klar sein, das es halt dauert.

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Als mein Vater seinen ersten C64 gekauft hat, hat das nicht nur einen Ehekrach, sondern ebenfalls eine gesellschaftliche Spaltung eingeleitet. Nachdem das Potential erkannt wurde, ist es dann aber sehr schnell gegangen. Das Potential in den Batterien wurde erkannt, der Wettlauf hat begonnen, die Autofirmen haben aber wenig Druck, die warten ab, wer das Rennen macht. Wenn sich abzeichnet, dass die Verbrennerära vorbei ist, werden die Gelder umgeleitet und es wird einen großen Innovationssprung geben. Dann kommen effizientere und billigere Batterien und auch billigere Autos.

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Genau dieser Prozess wird kommen, dauert aber wohl noch etwas.

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Wobei die Regierung das beschleunigen könnte, indem sie den Verbrennern klare Auszeiten setzt.

Im übrigen hindert niemand die Autokonzerne daran, gute Elektroautos für 20.000 bis 30.000 Euro zu bauen. Die Technologie existiert schon heute und ist allen Herstellern zugänglich. Aber kaum ein Hersteller hat noch Interesse am Bau eines Golf I (50 PS, Basic Ausstattung) als Angebot “für die Masse”. Die Margen wären niedrig, auch weil die deutschen Hersteller einen großen Teil der Wertschöpfung an (chinesische) Zulieferer abgeben müssten, die anders als hierzulande in die richtigen Technologien investiert haben (und das geht über die Batterie hinaus bis zur Software).

Also wird lieber Lobbyarbeit betrieben damit das alte Geschäftsmodell noch ein paar Jahre Gewinne bringt, anstatt die strukturellen Probleme anzugehen.

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Der Golf 1 mit 50 PS und Basis-Ausstattung war aber kaufkraftbereinigt auch kein Schnäppchen zur damaligen Zeit.
1974 kostete so ein Schmuckstück ab 7.995,-DM, lediglich inflationsbereinigt wären das heute 10-11t€. Das Fahrzeug hatte weder Servolenkung noch Airbags, Klimaanlage, ABS oder Radio für den Preis.
Vor 2020 sind die Kaufpreise bezogen auf das Durchschnittsgehalt nahezu gleich geblieben. Ein durchschnittlicher Neuwagen kostete 1974 ca. 6-10 Monatsgehälter. Heute sind es ca. 8-10 Monatsgehälter.
Ab 2020 sind Neuwagenpreise allerdings verstärkt gestiegen durch verschiedene Effekte wie Chipkrise, etc.
Die Fahrzeughersteller bringen zudem meist zuerst die teuren Topmodelle heraus, was das Gefühl verstärkt, dass man sich Neuwagen nicht mehr leisten kann.
Zudem hat sich der Markt gegenüber 1974 stark verändert. Damals lag der Privatanteil an Käufern bei ca. 80%, heute eher bei 35%. Die meisten Fahrzeuge heute werden als Firmenwagen, im Leasing, in der Vermietung oder als Händler- bzw. Tageszulassungen neu zugelassen.
Und der Bereich um die 20t€ wächst mittlerweile auch im BEV-Bereich.
Da wären:

  • Dacia Spring
  • Leapmotor T03
  • Citroen e-C3
  • Fiat grande Pande Electric
  • Renault Twingo e-Tech
  • VW ID.1 (ab 2027)
  • VW iD.2
  • Hyundai Inster
  • Skoda Epiq
  • Cupra Raval
  • MG4 Electric
  • BYD Dolphin Surf
  • Kia EV2

Aus meiner Sicht ist die momentan günstigste Variante, an ein BEV zu kommen, auf ein günstiges Leasingangebot zu warten. Es gibt immer mal wieder sehr günstige Angebote, um den Bestand an Fahrzeugen vom Hof zu bekommen.
Möchte man nicht leasen (da kann ich jeden voll verstehen), geht momentan leider kein Weg daran vorbei, ein wachsames Auge auf dem Gebrauchtmarkt zu haben.

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Auch hierzulande haben Zulieferer in Elektromobilität investiert, und abgesehen von der Batterie kann man die Schlüsselkomponenten eines Elektrofahrzeugs auch hier kaufen. Aber sie haben höhere Kosten als die chinesischen Zulieferer, insbesondere bei Arbeit und Energie. Außerdem müssen sie viele Auflagen erfüllen für Arbeits- und Umweltschutz, DSGVO, Lieferkettengesetze, AI Act, usw., was ebenfalls zu höheren Kosten führt.

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Die E-Auto Prämie treibt die Preise, vor 2 Jahren (kurz nach Entfall der alten Prämie) konnte man einen CUPRA Born für unter 200 Euro leasen. Ist jetzt mindestens 30% teurer. Gut für unsere PKW Firmen ist Förderung ja, kurzfristig aber nicht unbedingt für den Verbraucher. Langfristig hat diese aber eine lenkende Wirkung.

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Natürlich nicht. Ein Golf 1 würde heute auch mit der Sicherheitsausstattung keine Zulassung bekommen. Und wer kauft sich ein Auto welches dann nicht auf der Straße gefahren werden darf? Alleine um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen ist schon sehr viel mehr nötig als früher in einem Golf 1 gesteckt hat.

Auch ein Grund warum die kleinsten Modelle vom Markt verschwanden. Die Herstellkosten unterscheiden sich kaum zwischen Kleinstwagen und Kompaktwagen.

Man könnte aber auch argumentieren, dass es diese Basisautos in der E Mobilität eben wieder gibt.

Das sind für mich die Basismodelle mit kleinsten LFP Akku, ohne Wärmepumpe und teilweise ja sogar ohne DC Lademöglichkeit.

Inzwischen testen einige Hersteller sogar das App Angebot inkl. Navigation am Onboard System massiv zu reduzieren, und die Nutzer auf Google Auto und Apple CarPlay zu verweisen.

Praktiziert Dacia u.a.; gibt teils nur Handyhalterung statt Display,

Hab mir den Dacia Spring mal angeschaut. Die Bandbreite geht da auch von 16.900€ bis weit über 21.000€;

Als reiner Stadtflitzer ok, aber sobald Autobahn ins Spiel kommt, muss man genau hinschauen.

Wenn man ein Auto emotional betrachtet, ist der Preis eher zweitrangig.

Sieht man es pragmatisch, ist der Kaufpreis schon entscheidend.

Hohe Nachfrage gleich steigende Preise.

Lenkungswirkung ist begrenzt, wenn das Auto die einzige Option ist.

Kenne mich mit Autos nicht aus. Aber wie sind denn Leasingraten vergleichbarer kleiner Verbrenner und wie wirkt sich dann der Sprit/Strompreis auf die monatlichen Gesamtkosten aus? (oder anders, wie viele Umwege musst du fahren, damit sich ein E-Auto für dich rentiert?)

Evtl. sind die Leasingraten bei E-Autos aktuell noch hoch, weil man von Technologiesprüngen ausgeht und man dadurch nach Leasingzeit das Risiko geringerer Zweitwagenverkaufspreise hat? Bzw. einfach noch wenig Erfahrung mit Gebrauchtwagenmarkt von E-Autos?

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Der Sprung speziell bei mir liegt an der Jahresfahrleistung von mind. 20.000 km.
Diesen Wertverlust kalkuliert der Leasinggeber natürlich in die Rate mit ein. Würde das Auto dann nach 4 Jahren ggf. mit 80.000 km auf der Uhr abgeben.

Daher wäre Leasing für mich keine attraktive Option.

Da ich teils öffentlich laden muss mangels eigener Wallbox (Mieter), wird die Ersparnis nicht so riesig sein gegenüber tanken. Spürbar, wiegt aber keine dreistellige Monatsrate auf.

Der Kauf eines Neuwagens ist bei den aktuellen Preisen generell keine Option.
Hatte auch noch nie einen Neuwagen.

Werde also noch abwarten und den Gebrauchtwagenmarkt im Auge behalten, wie der sich die nächsten Jahre entwickelt.
Wie viele andere Menschen wohl auch, die aufs Budget gucken müssen oder wollen.

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