Klassische Totimpfstoffe erreichen auch Impfkritiker!

Hallo Ihr,

Ich arbeite als Arzt auf einer Intensivstation, auf der wir auch Corona-Patientinnen behandelt haben/behandeln. Obwohl ich Impfungen im Allgemeinen positiv gegenüber stehe und entsprechend der STIKO-Empfehlungen gegen fast alles geimpft bin, habe ich mich gegen Corona noch nicht impfen lassen, so wie auch mehrere meiner Kolleginnen und Bekannten.

Mein Hauptproblem mit den aktuell in D zugelassenen Corona-Impfstoffen ist, dass sie alle Wirkstoffe enthalten, über die noch keine Langzeiterkenntnisse vorliegen. Zwar gibt es viele kurzfristige Studien mit sehr großen Fallzahlen, aber über Langzeitfolgen kann man dadurch trotzdem keine Aussage treffen. In der Vergangenheit kam es – wenn auch selten – immer wieder vor, dass Medikamente überraschende Spätfolgen hatten, die sich ausgehend von dem erwünschten Wirkmechanismus im Vorhinein nicht absehen ließen; hier sei zB auf Contergan, Clobutinol oder Aprotinin verwiesen, deren Langzeitfolgten z.T. erst nach Jahrzehnten auf diese Wirkstoffe zurückgeführt werden konnten.

Daher bin ich kritisch gegenüber jeder Art von neuen Medikamenten, vor allem wenn sie ansonsten gesunden Personen verabreicht werden. Ich möchte soweit möglich nur Medikamente verabreicht bekommen, deren Wirkprofil seit Jahren oder besser Jahrzehnten erprobt ist (dies ist für die größte Zahl an jährlich verabreichten Medikamenten der Fall). Ausnahmen sind natürlich schwerwiegende Erkrankungen, bei denen der Fortschritt der Forschung gute Dienste leisten kann.

Für die genbasierten Impfstoffe (mRNA, Vektorbasiert) liegen keine Langzeiterkenntnisse mit großen TeilnehmerInnenzahlen vor, auch wenn die mRNA-Impfstoffe seit 2002 in kleineren Studien am Menschen getestet wurden.

Nicht-genbasierte, z.T. im englischsprachigen Raum zugelassene, meist proteinbasierte Impfstoffe enthalten neuartige Adjuvantien (Impfverstärker), mit denen ebenfalls kaum Erfahrungen vorliegen:
Novovax nutzt das „Matrix-M-Adjuvans“ (erst seit 2020 in Benutzung für den Imfpstoff NanoFlu).
Sanofi/ GSK nutzt „AS03“, das seit 2009 zB für die Schweinegrippe-Impfung verwendet wurde, über langfristige Nebenwirkungen wie Narkolepsie (Schlafkrankheit) wird noch diskutiert.
Clover nutzt „CpG 1018“ welches 2021 erstmalig für eine Hepatitis-B-Impfung in der EU zugelassen ist.
Insofern bringen auch diese Impfstoffe das gleiche Problem der unbekannten Langzeitwirkungen mit sich – und zwar wegen der neuartigen Zusatzstoffe.

Ich schreibe diesen Text, weil ich als Impfwilliger mit begründeten Bedenken gegen neuartige Medikamente nicht alleine dastehe. Diese „Fürsorgepflicht“ für meinen Körper mag ich auch nicht gegen Bratwurst oder 100€ hergeben. Daher finde ich es wichtig, diese Argumente auch in den öffentlichen Diskussionen zu benennen, statt alle die sich aktuell nicht impfen lassen wollen, in eine etwas spinnerte oder fahrlässige Ecke zu stellen.

Eine Lösung für dieses Problem sind meiner Ansicht nach Corona-Impfstoffe, die auf lange erprobten Wirkmechanismen beruhen. So befindet sich zB CoronaVac des chinesischen Herstellers SinoVac seit Juni 2021 im Rolling- Review- Verfahren der EMA. Hierbei handelt es sich um einen klassischen Totimpfstoff mit Aluminium als Wirkverstärker (Diese Kombination liegt in fast jeder in D zugelassenen Impfung vor). Die Wirkstärke dieses Impfstoffes liegt deutlich unter den grandiosen Effekten der genbasierten Impfstoffe (aber über der Durchschlagskraft so mancher Influenza-Impfung der vergangenen Jahre). Den gleichen Wirkmechanismus nutzt der Impfstoff „BBIBP-CorV“ der chinesischen Firma Sinopharm. Beide Impfstoffe sind bereits von der WHO für das Covax-Programm zugelassen.

Ich bin der Meinung, dass mit einem solchen Impfstoff große Teile der momentan noch impfunwilligen Bevölkerung erreicht werden können. Das hätte sicherlich einen besseren Einfluss auf die pandemische Lage als diese Personen ungeimpft zu lassen – und wäre im Sinne der Verhältnismäßigkeit niederschwelliger als eine Impfpflicht.

Deshalb schlage ich vor:
Erstens: Bitte habt Verständnis für Menschen, die sich keine Medikamente zuführen wollen, welche noch nicht über einen langen Zeitraum erforscht wurden. Gerade das Immunsystem ist unglaublich komplex und die Erforschung dessen größerer Zusammenhänge steckt quasi noch in den Kinderschuhen.

Zweitens: Deutschland und die EU sollten geschlossen auch die Impfstoffe der Firmen SinoVac und Sinopharm zulassen. Sie beruhen ausschließlich auf altbekannten Wirkprinzipien und haben sehr gute Ergebnisse, was den Schutz vor schweren Verläufen angeht. Mit ihnen lassen sich mit großer Sicherheit viele „medizinisch-konservativ“ eingestellte Menschen erreichen. Einige europäische Länder haben dies breits getan.

Ich drücke Ihnen und Ihren Kollegen, die derselben Logik folgen, beide Daumen, dass sich zumindest für Sie individuell die Entscheidung für das Risiko der bekannten und unbekannten Langzeitfolgen einer unvermeidlichen Covid-Infektion hinterher als der bessere „Deal“ herausstellt.

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Hallo N.K,

ich möchte vorweg sagen, dass ich nicht aus dem medizinischen Bereich stamme und insoweit Laie bin. Allerdings habe ich mich ein wenig mit dem Thema Langzeit- bzw. Spätfolgen beschäftigt. So wie ich die Sache verstanden habe, gibt es keine solchen Langzeit-/Spätfolgen oder aber die Terminologie ist zumindest uneindeutig. M.E. ist das, was als Spätfolge bezeichnet wird, keine späte Folge, sondern eine sehr seltene Nebenwirkung, die selbst nicht spät auftritt, sondern höchstens – wegen sehr kleiner Fallzahlen – erst spät als Nebenwirkung der Impfung erkannt wird.

Sollte ich damit richtig liegen (und ich bitte um Korrektur, sollte dies nicht der Fall sein), dann müsste man doch bei einer Abwägung zu dem Ergebnis kommen, dass die Vorteile der Impfung solche selten auftretenden Nebenwirkungen überwiegen.

Zu den chinesischen Impfstoffen möchte ich aufgrund meines fehlenden Wissens keine Meinung abgeben, finde es aber gut, dass du eine alternative Lösung anbietest. Ich habe bisher auch noch nichts von diesen Impfstoffen gehört, danke daher für den Hinweis darauf.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich deine Meinung bzgl. impfunwilliger Personen grundsätzlich teile. Eine pauschale Diffamierung dieser Menschen ist nicht zielführend. Es ist – insbesondere vor dem Hintergrund der massiven Fehlinformation durch unseriöse Quellen – nachvollziehbar, dass Menschen Bedenken und sogar Angst bzgl. der Impfung haben. Wenn wir nun hingehen und diese Menschen pauschal als „Covidioten“ oder anderes darstellen, erreichen wir nichts außer einer noch breiteren Kluft zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/welche-langzeitfolgen-zu-befuerchten-sind-123411/

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Hm, ich bin ja kein Arzt, habe mich aber in der Vergangenheit immer mal wieder mit den Schwierigkeiten beschäftigt, die Menschen mit Wahrscheinlichkeiten haben.

Hast Du das mal überschlägig durchgerechnet?

1.1 Wie schätzt du denn für Dich die Wahrscheinlichkeit ein, Corona zu bekommen, wenn Du Dich nicht impfen lässt?
1.2 Wie ist dann Dein Risiko gravierender Schäden?
2. Wie hoch schätzt du die Häufigkeit vergleichbar schwerer Wirkungen bei der Impfung ein?

1.1 gibt Drosten regelmäßig mit 100% an. Klar kannst Du Dich schützen, aber irgendwann erwischt es Dich.
1.2 hängt natürlich von Deinem Alter und anderen Risikofaktoren ab.
2. Die Impfungen sind ja inzwischen zig-Millionen-fach verabreicht worden. Was jetzt noch nicht aufgefallen ist, ist sicherlich extrem selten.

Damit ist 2. für die meisten Erwachsenen sicherlich << 1.2 und auch als das Produkt 1.1 x 1.2. bleibt natürlich >> 2.

In Worten: die Wahrscheinlichkeit einer schweren Impf-Nebenwirkung ist wesentlich geringer als die jeder covid-Folge.

Und das ist ja im Prinzip auch das, was das RKI sagt, wenn es sagt, der Nutzen überwiegt die Risiken.

Mir scheint in Summe, Du hast einfach ein ungutes Gefühl und versuchst nun rationale Argumente dafür zu finden, aber da gibt es halt keine Daten, nur Spekulation.

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Anfang Dezember war meine Haltung eine ähnliche, letztlich hat mein Mikrobiologe mich überzeugt.
Sein Argument in kurz: Es ist wie die Infektion, aber halt „weniger“. Wenn das die einzig realistische Alternative ist, dann lieber die Impfung. Da einsame Insel für die nächsten x Jahre kein Option ist…
Ausführlichere Argumentation: Mit der Lipidhülle gibt es schon länger Erfahrung - check. Die RNA wird in kürzester Zeit abgebaut, wenige Stunden. Bis dahin ist sie die ernstzunehmendste Gefahr, aber halt nur sehr kurz und allein dadurch für langfristige Probleme kaum verdächtigt - check. Und alles was dann kommt, das aus der RNA-Anleitung gebaute Spike-Protein, gibt’s beim Virus ebenso - check.
Ich hoffe, dir kann die Argumentation genauso viel Ruhe verschaffen wie mir :slight_smile:
Gruß Jakob

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PS. Ich möchte auch noch einmal zu bedenken geben, dass die von Dir angeführten Medikamente Zulassungen Anfang der 60er oder sogar noch davor erhalten haben. Die Tests damals sind mit heutigen nicht zu vergleichen. Das war damals erst gut 20 Jahre nach dem ersten Antibiotikum. Erst 30 Jahre zuvor wurde Heroin von Bayer von Markt genommen.
Die Pharmakologie steckte in den Kinderschuhen und war geradezu diletantisch im Vergleich zu heutigen Maßstäben.
Das Risiko der Impfung ist nicht null, aber ich finde überzeugend geringer als das der Infektion. Die Vergleiche sind nicht angemessen und suggerieren, es gäbe da „halt häufiger Probleme mit Zulassungen“.

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Ich will als Nichtmediziner nicht ketzerisch klingen, aber eigentlich sollte m. E. ein Mediziner den Unterschied zwischen einer Impfdosis und Medikamenten kennen. Eine Impfdosis wird einem gesunden Menschen verabreicht, ein Medikament erhält eine erkrankte Person.
Die Dosierungsmenge und Dauer ist ebenfalls ein himmelweiter Unterschied.

Zum Unterschied zwischen Impfungen und Medikamenten:

Das erklärt auch, warum der Vergleich zwischen Impfdosen und der Medikation durch Contergan, Clobutinol oder Aprotinin einfach nur hinkt.

Die Diskussion über die „Langzeitfolgen“ ist auch eine, die ich so von einem Mediziner nicht erwarte. Es scheint sich hier um ziemlich viele Missverständnisse zu handeln.

Zu den „Langzeitfolgen“, insbesondere mit dem Beispiel Pandemrix / Schlafkrankheit :

Eine Gutachterin zum Thema Langzeitfolgen, und warum Kritiker das Wort falsch verwenden:

tl;dr:
Langzeitfolgen sind schwer aufzuspüren, weil sie so selten auftreten, nicht sie nach langer Zeit auftreten. Die Impfstoffe sind sicher. Wir hatten hier letztens eine Diskussion über medizinische Probleme, die in 147 Fällen auftraten, bei 177 Mio (!) Impfungen.
Wie man bei solchen Zahlen glaubt, dass es sicherer sei, die Impfung zu verweigern, und sich mit Corona anzustecken, ist mir schlicht schleierhaft. Die Wahrscheinlichkeit, an Corona zu sterben ist um Größenordnungen wahrscheinlicher, als durch das Impfen geschädigt zu werden.

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Ich muss gestehen, wenn mein Arzt so denken würde, wäre meine erste Entscheidung, selbigen zu wechseln.
Weil ich dann kein Vertrauen mehr hätte. Leute, die ohne medizinischen Grund, die Impfung verweigern, verlängern die Pandemie.

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Das geht mir durchaus auch so. Aber N.K ist nicht mein Arzt. Und ich hoffe einfach nur, niemals auf „seiner“ Intensivstation zu landen.

Noch ein guter Grund, sich impfen zu lassen!

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Aktuell zum Thema: Coronavirus: Gefahr von Herzmuskelentzündung durch Covid-19 höher als durch Impfung - DER SPIEGEL

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Das ist einfach ein schönes Fallbeispiel für das PLURV-Prinzip der Wissenschaftsleugnung (siehe z.B. Wissenschaftsleugnung – Wikipedia). Hier mal die Dinge, die mir auf den ersten Blick aufgefallen sind:

Prinzip: Pseudoexperten, Verweis auf andere Experten, aufgeblähte Minderheit.
Zum Glück sind die meisten Menschen im Gesundheitswesen besser informiert und bereit, nicht nur sich selbst sondern insbesondere ihre vulnerablen Patient*innen mit einer zugelassenen und sicheren medizinischen Maßnahme zu schützen. Es gibt dort eine der höchsten Impfquoten überhaupt (Studie ist bereits über einen Monat alt, die Impfquoten liegen jetzt deutlich höher):
"In der Berufsgruppe des medizinischen Personals sind 83.56 % mind. einmal geimpft und 63.83 %
bereits vollständig geimpft. "

Anmerkung zu dieser Zahl: Es wird nie 100% geben da auch im Gesundheitswesen einige Personen die Impfung aus gesundheitlichen Gründen nicht bekommen können - zusätzlich dazu kann nach einer durchgemachten Infektion für einige Zeit nicht geimpft werden. Bei so hohen Quoten wie diesen scheinen dann die Impfquoten niedriger als sie in der Realität sind, schließlich hatte das medizinische Personal ein hohes Expositionsrisiko.

Prinzip: Übermäßige Vereinfachung, Unerfüllbare Erwartungen
@Markus-1978 hat bereits angesprochen dass es bei bekannten Impflangzeitfolgen eher um geringe Fallzahlen ging, durch die man Nebenwirkungen erst Jahre später entdeckt hat als um Schäden die Jahre später auftraten. Das ist bei keinem der zugelassenen Covid Impfstoffe der Fall. Damit geht diese Aussage an der Debatte vorbei. Außerdem werden Medikamente IMMER mit einem (extrem niedrigen) Restrisiko zugelassen (wie auch @ChristianF schon erklärte). Wie bei fast allem im Leben gibt es keine 100%ige Sicherheit, das aber als Argument gegen neue Impfstoffe zu nutzen ist kein gutes Argument.

Prinzip: Rosinen-Pickerei, Irreführende Analogie, voreilige Schlussfolgerung und übermäßige Vereinfachung
Aus solch einem Grund werden klinische Studien immer besser. Arzneimittel die z.T. in den 50er Jahren zugelassen wurden bevor es selbst eine basale Unbedenklichkeitsprüfung gab mit heutigen klinischen Studien zu vergleichen ist unangemessen oder mit anderen Worten: Unser derzeitiges System wurde designed und wird fortlaufend verfeinert um genau die von Ihnen gegebenen Beispiele zu verhindern. Außerdem sind wie @Markus-1978 bereits anmerkte Impfstoffe generell nicht mit Medikamenten zu vergleichen, die regelmäßig eingenommen werden und sich anreichern können.

Prinzip: Logikfehler und unerfüllbare Erwartungen
Das haut mich einfach um. Mit Vektorimpfstoffen hat man unter Anderem gegen Pocken geimpft und das ist schon etwas her…

Prinzip: schon wieder Logikfehler und unerfüllbare Erwartungen
Wir investieren fortlaufend sehr viel Geld in die Forschung um Dinge zu verbessern. Statt besser wirksame und verträglichere Adjuvanzien zu entwickeln, sollten wir weiter Aluminium verwenden, weil das hat ja früher auch funktioniert hat?

Prinzip: Pseudoexperten
Das ist wahrscheinlich das zugrunde liegende Problem hier. Die medizinische Forschung ist leider sehr dynamisch, daher ist nach wenigen Jahren das meiste Wissen in einem gegebenen Feld obsolet. Sie haben mein Mitgefühl, aber wer nicht mit so einer Dynamik klar kommt ist in der praktizierenden Medizin falsch. So etwas wie „medizinisch-konservativ“ gibt es bei Mediziner*innen nicht, unser System ist die evidenzbasierte Medizin und die entwickelt sich laufend fort. Mit der Rechtwertigung

zur Desinformation beizutragen ist nicht produktiv. Leider ist es leicht mit einem Doktortitel einzuschüchtern. Sie sehen das an den vielen Kommentaren die mit zögerlich mit „ich in kein Mediziner, aber“ beginnen. Nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr und informieren Sie sich.

Und zuletzt zu Ihrer Aussage über zugelassene Totimpfstoffe:

Prinzip: Übermäßige Vereinfachung, verfälschte Darstellung
Klar kann man an der Zulassung von Totimpfstoffen arbeiten- das wird gerade auf EU-Ebene getan. Klinische Studien dazu sind aber nicht abgeschlossen und auch die WHO hat lediglich eine Notfallzulassung auf Basis von vorläufigen Ergebnissen erteilt. Ihre Aussage, dass es eine Zulassung gäbe ist damitnicht ganz korrekt.

Mit anderen Worten: Der Grund warum wir die Totimpfstoffe noch nicht zugelassen haben ist eben jenes System das andere Impfstoffe angeblich nicht ausreichend geprüft hat. Und es gibt keinen Grund, einem unwirksameren und nicht vollständig geprüften Impfstoff eine Notfallzulassung in einem Land zu erteilen, das mehrere bereits vollständig zugelassenen Impfstoffe zur Verfügung hat. Für den Großteil der Welt sieht das anders aus, daher ist dort ein anderes Vorgehen vernünftig.

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Sehr treffend, vielen Dank. Persönlich zweifle ich, ob der Threadersteller überhaupt Mediziner ist, denn dazu benutzt er die Fachsprache zu unsauber.

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Danke für die Ergänzungen! Wie gesagt, ich selbst bin kein Mediziner. Deswegen habe ich sonst auch eine gewisse Beißhemmung, was fachliche Fragen betrifft, einem (angeblichen) Fachmann zu widersprechen.

Da hier schon Basics fundamental falsch genannt werden, schließe ich mich der Einschätzung von @vieuxrenard an.

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Da stimme ich zu, habe aber schon viele sehr spezielle Meinungen selbst bei Mediziner*innen erlebt und wollte das daher nicht in Zweifel ziehen. Es ist ja egal was die Person für einen Titel inne hat, da geht es ja eher um die Inhalte, die problematisch sind. :slight_smile:

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Ich finde den Umgang mit dem Ausgangsthread leider symptomatisch für den Diskurs. @N.K hat sich dagegen gewandt, Menschen zu verurteilen, die sich nicht mit mRNA- oder Vektor-Impfstoffen gegen Sars-Cov-2 impfen lassen wollen. Um das Argument auszuhebeln, es handle sich um „Impfgegner“, hat er zudem die Zulassung konventioneller Impfstoffe vorgeschlagen.
Keine einzige Antwort geht auf das Kernargument ein, dass Erkenntnisse über bisher unbekannte langfristige Auswirkungen dieser Impfstoffe auf den menschlichen Organismus bisher noch nicht vorliegen - selbst zu einigen der bisher bekannten Folgen - etwa zu Veränderungen des Menstruationszyklus - gibt es noch nicht einmal wissenschaftliche Studien, geschweige denn, dass die Ursache eindeutig geklärt wäre.
Stattdessen wird dem Threadersteller unterstellt, Fake-News zu verbreiten, PLURV zu betreiben und einen falschen Beruf zu behaupten - das alles hat natürlich mit einer sachlichen Entgegnung auf die Vorschläge von N.K. nichts zu tun und dient einzig und allein dazu, ihn zu diskreditieren. Sprich: Der Wunsch, individuelle Bedenken zu berücksichtigen und eine pragmatische Lösung zu finden, wird mit einem persönlichen Angriff beantwortet.

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Nein. Das Verbreiten von Angst und Unsicherheit mit Mitteln der Desinformation ist etwas, dem man sich entschieden entgegen stellen muss. Leider klingen all diese Dinge auf den ersten Blick immer sehr logisch und glaubwürdig, insbesondere von Expert*innen. Behauptungen sind außerdem schneller geschrieben als Korrekturen dieser Aussagen. Es kostet Stunden sich mit einem einzelnen Thread auseinander zu setzen, denn es reicht nicht die Information weiterzugeben dass diese Aussage

am Thema vorbei geht, denn einfach eine weiter Lücke in den Wissensschatz zu reißen verunsichert die meisten Menschen eher noch mehr.

Ich habe es oben bereits versucht zu erklären, dass diese Aussage schlicht und einfach nicht stimmt aber vielleicht hilft es auch noch zu sagen, dass wir bei der Langzeitwirkung von Impfstoffen über Wochen reden, nicht über Monate. Es gibt keine Impfnebenwirkung in der gesamten Geschichte der Impfungen, die erst Monate nach der Impfung auftrat. Der Grund warum einige Nebenwirkungen erst Jahre später festgestellt wurden waren niedrige Fallzahlen. Das Problem haben wir bei der Covid Impfung überhaupt nicht mehr. Und genau das noch immer in Zweifel zu ziehen ist unerfüllbare Erwartungen an die Wissenschaft zu stellen und eine Strategie der Desinformation, die als solche benannt werden sollte.

Dann bitte ich Sie mir einen Kernpunkt zu zeigen, den ich ignoriert oder nicht aufgegriffen habe sowie die angeblichen Diskreditierungen.

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Mein Eindruck von diesem Thread ist vollkommen entgegengesetzt:

Um die Ambiguität aus dieser Aussage zu nehmen: @N.K spricht sich dagegen aus, Menschen zu verurteilen, die sich (noch) überhaupt nicht impfen lassen! Das kann er/sie natürlich machen, sollte dann aber damit leben können, dass man als Reaktion für diese Meinung verurteilt wird, denn Sie widerspricht dem wissenschaftlichen Konses.
Da @N.K hier nicht für Dritte spricht, sondern selbst deshalb auch absichtlich nicht geimpft ist, macht er/sie sich diese Haltung zu eigen, und muss deshalb damit leben, dass diese Haltung hier kritisch kommentiert wird.

Der Vorschlag der Zulassung weiterer Impfstoffe mit anderen Technologien im Allgemeinen ist eine Selbstverständlichkeit. Es gibt sie aber aktuell (in der EU) nicht, und dafür gibt es gute Gründe, u.A. die geringere Wirksamkeit.

Erkenntnisse über langfristige Auswirkungen, wie @N.K sie versteht (Jahre oder Jahrzehnte!), kann es zum aktuellen Zeitpunkt für die Covid-Impfstoffe (!) aus ganz praktischen Gründen nicht geben.
Eine Reaktion auf dieses Argumen kann also nur über die Technologien hinter den Impfstoffen laufen, wie @Kenny sie vorbringt (und somit deine Aussage über die fehlende Antwort auch widerlegt)

, weshalb der Vorwurf

bzgl. unerfüllbarer Erwartungen vollkommen legitim ist und die anderen PLURV-Merkmale von @Kenny ausführlich dargelegt wurden.

@N.K s Vorschlag ist, die Zulassung von weniger wirksamen Impfstoffen abzuwarten und ggf. zu beschleunigen, anstatt sich mit einem der jetzt verfügbaren Impfstoffe impfen zu lassen. Wie oben erwähnt, widerspricht dieser Vorschlag dem wissenschaftlichen Konsens, der eine Impfung mit einem der 4 Impfstoffe empfiehlt (AZ für junge Frauen vielleicht ausgenommen). Das alles von einem Arzt, der einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt ist.
Damit hat @N.K sich selbst diskreditiert.

Das Warten auf einen weniger wirksamen Impfstoff ist keine pragmatische Lösung, während sich Kinder nicht wirksam schützen können, in die Schule gehen müssen, die Infektionszahlen durch die Decke gehen und wir weitere Varianten riskieren.
Der „persönliche Angriff“ hält sich für die dargelegten Umstände übrigens noch sehr sehr sehr in Grenzen, wie ich finde. (Ich weiß nicht, wie viel hier wegmoderiert wird.) Ganz im Gegenteil werden hier elementare Argumente geduldig wiederholt (Impfstoff ist nicht Medikament, Langzeit-Folge ist nicht spät gefundene Nebenwirkung, etc.) und mit Links belegt. Ich würde daher deinem Eingangsstatement, der

daher konsequent widersprechen! (Es sei denn, du wolltest darauf hinweisen, wie respektvoll und geduldig der DIskurs ist. Aber davon gehe ich nicht aus.)

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Danke! Genau dieser Punkt muss leider immer und immer wieder hervorgehoben werden.

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Das ergibt keinen Sinn. Ohne wissenschaftliche Studie ist es keine bekannte Folge.

Ansonsten möchte ich, dass die „Impfkritiker“ mal auf uns Geimpfte zukommen und sich impfen lassen.

Und um persönlich zu werden: Der Ausgangspost ist einfach nur peinlich und falls es sich tatsächlich um einen Arzt handelt fachlich diskreditierend. Da viele und insbesondere @Kenny das so geduldig und sachlich herausgearbeitet haben erlaube ich mir mal diese kleine Polemik.

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Ich versuche es noch einmal deutlich zu machen, worum es mir geht: m. E. geht es hier eben gerade nicht um klassiche Nebenwirkungen, sondern um unspezifische Impfeffekte und andere Auswirkungen auf das Immunsystem, die selbst bei bereits jahrzehntelang massenhaft eingesetzten konventionellen Tot- und Lebendimpfstoffen zum Teil noch nicht vollständig erforscht sind. Da wäre es vermessen, zu erwarten, dass etwaige Auswirkungen einer absolut neuartigen Impftechnologie (mRNA bzw. Vektorvirus im Zusammenwirken mit Spike-Protein) bzw. bei neuartigen Adjuvanzien, noch dazu in der Größenordnung von Corona-Impfungen, nach etwas über einem Jahr vollständig bekannt sein können. Nicht diese Wissenslücken zu benennen, sondern sie zu negieren, wäre eine „unverfüllbare Erwartung an die Wissenschaft“. Und wenn jemand - wohlgemerkt für sich persönlich - aufgrund dessen Bedenken hat, sich mit einer solchen Technologie impfen zu lassen, ist das inhaltlich und rechtlich genau das, was monatelang von der Politik propagiert wurde, nämlich eine individuelle Impfentscheidung.

Anstatt solche Bedenken als solche ernst zu nehmen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen (in welcher Form auch immer), etwa mit dem Ziel, sie auszuräumen, wurde hier im Thread der Vorwurf erhoben, es ginge darum, mehr oder weniger bewusst Angst zu schüren, was eine „Verurteilung“ (@Martino) legitim, wenn nicht sogar erforderlich mache. Das beschreibt aus meiner Sicht ziemlich genau einen gesellschaftlichen Diskurs, der eben nicht darauf setzt, Menschen zu überzeugen, sondern mit einem enorm moralisierenden Impetus eine bestimmte Sichtweise für gesetzt zu erklären, die bloße Existenz berechtigter Bedenken zu negieren und jegliche Abweichung von dieser Norm gesellschaftlich zu sanktionieren. Das war im Winter beim Lockdown so und wiederholt sich nun bei den Impfungen. Ein solches Vorgehen mag zwar kurzfristig einen gewissen Erfolg haben, bringt aber enorme gesellschaftliche Kosten mit sich, weshalb ich es für sehr kurzsichtig halte. Oder, um es etwas salopp zu sagen: kann man halt machen, wird dann aber halt Grütze…