Seit wann ist das ein Naturgesetz wenn es nicht funktioniert? Vor allem
Wenn ein elitäres Netzwerk und hohes (am besten unversteuert geerbtes) Vermögen den Ausschlag gibt. Ich geh da mit Elif Ersp, Wohnraum darf keine Spekulation sein.
Seit wann ist das ein Naturgesetz wenn es nicht funktioniert? Vor allem
Wenn ein elitäres Netzwerk und hohes (am besten unversteuert geerbtes) Vermögen den Ausschlag gibt. Ich geh da mit Elif Ersp, Wohnraum darf keine Spekulation sein.
Ich verweise nochmal auf diese Liste:
Da sind auch Städte dabei, mit weniger strengen Bauvorschriften als in Deutschland. Trotzdem wird das Leben in all diesen Städten zu teuer für ihre Bewohner. Warum glaubst du, ausgerechnet Berlin sei hier eine Ausnahme, bei der weniger Auflagen das Problem lösen würden?
Das gibt es alles schon und wird zum Großteil auch schon angewendet. Eine neue AirBNB-Wohnung momentan in Berlin genehmigt zu bekommen ist recht aussichtslos.
Bevor das hier zu sehr zu sehr in eine Grundsatzdiskuson darüber abgedrifted, OB der Staat intervenieren sollte, wollte ich nochmal die eigentliche Frage beantworten, ob kaufen und Entschädigung ähnlich teuer werden würden.
Die Antwort ist nein.
Eine Entschädigung soll niedriger sein als der Marktwert. Das ist die ganze Idee des Vorschlags und das hat die Linke ja auch nochmal bestätigt im Interview. Ist die Entschädigung das nicht, ist sie zu hoch angesetzt. Wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als wäre es günstiger die Firmen zu kaufen, dann heißt das, dass irgendwo noch Schulden oder Risiken in der Bilanz sind, die nicht eingerechnet sind.
Außerdem wären die Unterstützer der Initiative mit einem Kauf niemals einverstanden. Alle mit denen ich geredet habe, sehen als ein Ziel der Vergesellschaftung, die großen Immobilienfirmen für ihr unmoralisches Verhalten zu bestrafen. Würde man diese jetzt einfach zum Marktpreis kaufen, würde man dieses Ziel nicht erreichen.
Das einzige Szenario, in dem diese beiden Punkte nicht zutreffen, ist ein Verkauf unter Druck. Also man bereitet eine Vergesellschaftung mit Entschädigung deutlich unter Marktwert vor. Dann, im letzten Moment, macht man den Aktionären ein Kaufangebot. Ihr verkauft „freiwillig“ für ein bisschen mehr als die Entschädigung. Dann haben wir juristisch unsere Ruhe und ihr kriegt zumindest ein bisschen mehr als bei einer Vergesellschaftung.
Aber das funktioniert nur, wenn die Drohung einer Vergesellschaftung glaubwürdig ist. Wenn man direkt versucht zu kaufen, dann wird man niemals einen Angebot unter Marktwert kriegen.
Laut des Artikels haben sich die Mieten in Austin von 2010 bis 2019 fast verdoppelt und sind in den letzten 5 Jahren dann wieder um 16% gesunken. Die starken Mieterhöhungen wurden unter anderem durch einen krassen Zuzug während der Pandemie ausgelöst. Jetzt ziehen wieder mehr Menschen weg als hin und in Austin wurde über die letzten zehn Jahre das Angebot an Wohnungen durch Bebauung um 30% erhöht. Also wenn wir in Berlin in 10 Jahren 600.000 Wohnungen bauen und die Stadt an Einwohner:innen schrumpft, statt zu wachsen glaube ich auch gerne, dass die Mieten sinken. Das wird aber niemals passieren und hat auch nichts mit dem zu tun, was @Daniel_K umrissen hat.
Wenn die beschriebene Landflucht anhält, müssten die Mieten auf dem Land doch günstiger werden? Spätestens wenn die Babyboomer nach und nach demographisch Wohnraum freigeben?
Bei uns wird eigentlich jedes Grundstück, das etwas größer ist, von Baufirmen und Immobilienkonzernen aufgekauft Die bauen bereits vor, um auch in Zukunft das Angebot kontrollieren zu können.
Bei uns eher sanierungsbedürftige Wohnungen aus den 50ern bis 70ern, die möglichst teuer weitervermietet werden. Der Mieter kann ja auf eigene Kosten renovieren.
dann lässt sich die Mieterhöhung besser begründen?
Ja stimmt. In Berlin werden niemals 600.000 Wohnungen gebaut werden. Und die Mieten werden (auch deshalb) nicht fallen.
Nach Daniels Argumentation hätten die zusätzlichen Wohnungen zu mehr Zuzug führen müssen. Das ist nicht passiert.
Wir können ja gerne jede Policy diskutieren, aber so zu tun als wäre massiver Zubau nicht Teil der Lösung für Wohnungsnot, erscheint mir nicht sehr glaubwürdig. Es gibt mWn auch keine Partei in Berlin, deren Lösungsvorstellung ohne Zubau auskommt…
Interessante Frage.
Zunächst einmal ist es ja schon heute so, dass man meines Wissens nach in Teilen des Ostens Häuser quasi hinterhergeschmissen bekommt.
Dann ist natürlich die Frage, ob wir den Bevölkerungsschwund durch Zuwanderung abfangen.
Ein anderer Fakt ist Bodenspekulation. Fallen die Preise für ein Grundstück zu sehr, wollen die Besitzer nicht mehr verkaufen, dadurch sinkt das Angebot und die Preise fallen nicht unbedingt tiefer. Hier kommt dann auch noch hinzu, dass die Boomer ihre Häuser größtenteils vererben und die Erben sehr wenig Steuern zahlen. Dadurch kommen die Erben nicht unter den Druck Häuser verkaufen zu müssen.
Meine Vermutung wäre, dass in Dörfern die fernab vom Schuss liegen wir günstigere Mieten und Hauspreise sehen werden, bei Dörfern in Einzugsgebieten von Städten hingegen nicht.
Mietspiegel im 2000 Einwohner Dorf mit Seeblick ca 8,50€/qm, neuere Wohnungen auch für 10-11€. Viele Erben alter Wohnungen wollen dann gerne auch über 10€; wenn die anderen das können
; und es ist hier echt schwer eine Wohnung zu finden.
Keine Bank, kein Geldautomat, keine Apotheke, am Ortsrand eine Ladesäule mit 2x 11kw, kleiner Supermarkt (der aber wohl zumacht).
Viele Wohnungen werden in Eigentumswohnungen umgewandelt und dann als Ferienwohnung vermietet. Mehr Gewinn.
Und jetzt sind wir bei Wohnungen in der öffentlichen Hand. Der Staat hat ein anderes Interesse für die Stadtentwicklung als ein ziviler Anbieter - z.B. Vermeidung von Segregation innerhalb der Stadt. Mit einem ausreichendem Bestand in öffentlicher Hand könnte man das gestalten.
Ja, das Dorf scheint attraktiv zu sein. Beispiel Herne, Stadt in NRW. Dort liegt der Mietspiegel deutlich unter deinen Werten trotz Kultur, aber eben ohne Blick auf den See.
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