Das fragt nach Ursachen.
Aber was ist die Lösung? Was soll ein Kanzler der aktuellen Regierung nun konkret tun?
Oder wollen wir eigentlich lieber Neuwahlen?
Das fragt nach Ursachen.
Aber was ist die Lösung? Was soll ein Kanzler der aktuellen Regierung nun konkret tun?
Oder wollen wir eigentlich lieber Neuwahlen?
Das einzige, was ich mir diese Legislatur noch erhoffe, wäre die Einleitung eines Verbotsverfahrens. Und dass die Regierung nicht vorzeitig endet, damit Zeit bleibt, den Rechtsextremisten vor einer Machtübergabe in den Arm zu fallen. Ansonsten hoffe ich einfach, dass die Regierung nicht noch mehr kaputt macht, als sowieso schon. Aber das ist wohl beides gleichermaßen unrealistisch.
Es gibt keine Lösungen mehr. Alle wichtigen Zukunftsprobleme laufen uns davon, manche so schnell, dass praktisch ausgeschlossen ist, da nochmal zu Lösungen zu kommen. Das Geld aus dem Sondervermögen, die einmalige Chance einiges auf Zukunft auszurichten, ist im allgemeinen Haushalt versickert. Danach wird die Zinslast absehbar so hoch sein, dass kaum noch Handlungsoptionen bleiben.
Merz Aussage war:
"Bei der Migration sind wir sehr weit. Wir haben in dieser Bundesregierung die Zahlen August 24, August 25 im Vergleich um 60 % nach unten gebracht, aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen. Das muss beibehalten werden, das ist in der Koalition verabredet.“
Die Lösung, die Merz sieht, sind Abschiebungen. Da ist keinerlei Raum für „er wollte eine offene Diskussion über Integration und mehr Sozialarbeiter starten“. Aber okay, agree to disagree.
Stromsteuer für alle auf das europäische Mindestmaß, so wie es der Koalitionsvertrag auch vorsieht.
Klimageld einführen. AfD-Verbotsverfahren prüfen. Bundeszuschuss zu den Sozialabgaben erhöhen, kompensiert zB. durch die Schließung von Schlupflöchern im Erbsteuerrecht. Steuerhinterziehung effektiv bekämpfen. Die Vermögenssteuer wieder einführen, dafür Einkommenssteuer runter. Katharina Reiche entlassen.
Ein paar Vorschläge, die sich machen lassen.
Vielleicht muss sich die SPD komplett opfern und ab jetzt nur noch die CDU regieren lassen?
Das hat nichts mit einfach zu tun, sondern ist normale Erwartungshaltung an jeden Gast und das in jedem Land der Welt. Das ist nicht rassistisch, sondern Menschenverstand.
Danke für die Vorschläge.
Aber wir reden hier ja von der CDU. Die macht CDU Politik. Dafür wurde sie gewählt.
Sie wird keine Politik der Grünen oder Linken übernehmen oder 1:1 kopieren. Selbst wenn es aus unserer Sicht richtig wäre.
Maximal sich auf Kompromisse mit der SPD einigen, was ihr von den eigenen Wählern schon jetzt krumm genommen wird.
Und der SPD wird ja auch vorgehalten, Zuwenig Profil zu zeigen.
Ich befürchte da erwarten wir hier Zuviel von einer CDU, egal unter welchem Kanzler.
Sehr unwahrscheinlich. Die SPD ist keine Partei, die reformiert und verändert, sondern eine CDU mit rotem Anstrich. Es gibt zwar vereinzelte Klassenkämpfer, aber sobald es an die eigenen Privilegien geht, dann verhält sie sich wie die Union.
Und ich glaube, so groß, wie der Spielraum oft dargestellt wird, ist er gar nicht. Auch SPDler haben in ihren Wahlkreisen Angst vor Arbeitslosigkeit und tragen daher keine Politik mit, die Investoren potenziell abschreckt oder Unternehmer aufgeben lässt. Stattdessen findet man stets die eine Sonderregelung oder den Extratopf für die eigene Gruppe.
Für mich sind das Lämmer, die zur Schlachtbank geführt werden. Das wird noch so lange gehen, bis Deutschland wirklich bereit für Reformen ist und dafür alle Klassen bereit sind, auf liebgewonnene Dinge zu verzichten: Die Elite auf einen Teil des Vermögens, die Normalos auf einen Teil der sozialen Sicherung (beispielsweise durch Karenztage, mehr Flexibilität beim Kündigungsschutz, eine Flexibilisierung des Renteneintrittsalters nach Gesundheitszustand usw.).
Noch sind wir anscheinend nicht so weit.
Das kommt meiner Meinung darauf an. Ein Teil der progressiven Seite will das auf jeden Fall, denn aus deren Sicht ist die Union eine Gefahr für die progressiven Ideen.
Der rechte Flügel befürwortet das in Grenzen sicher auch, da dann rechts der Weg für die AfD frei wäre. Dafür muss aber erst noch der linke Flügel weiter geschwächt werden.
Die Medien finden die Union zwar okay, aber demontieren jeden Kanzler einfach wegen der Clicks. Skandal sells. Pro-Kontra-Texte langweilen, wie mir ein Spiegel Chefredakteur Politik mal persönlich sagte.
Die leise Mitte dagegen will, denke ich, eher eine stabile Union, ebenso wie eine stabile SPD, die unsere Probleme pragmatisch angeht und sich nicht bei Randthemen verkämpft und sich gegenseitig mit Polemik überzieht, statt schmerzhafte Dinge zu diskutieren. Sie verfügt aber nicht über so viel Lautstärke, um die Dampfplauderer von links und rechts zu übertönen, die sich am Skandal bereichern.
Grundsätzlich ist es, auch wenn man es freundlich ausdrückt, dass jemand aufgrund seiner Herkunft unerwünscht ist, rassistisch.
Friedrich Merz möchte auch nicht, dass er an seiner Herkunft Black Rock, sondern nach seinen Taten gemessen wird.
Was genau bringt und ein Verzicht auf soziale Sicherung? Also außer steigenden Ergebnissen für die AfD? Also ganz im Ernst: Was ist der Vorteil davon?
Warum sollte man, wenn man will das Probleme angegangen werden zwei Parteien wählen, die in den letzten 20 Jahren kein einziges echtes Problem angegangen sind?
Schauen wir uns doch nur einmal die Rede des Bundeskanzlers von gestern an.
Plötzlich kam das Thema auf, dass der Bundeskanzler der Meinung ist, man müsse an das System private Krankenversicherung vs. gesetzliche Krankenversicherung heran.
Und ich habe mich gefragt, wie denn das Thema plötzlich aufkommt.
Ich habe mir die Rede 2x angehört und war etwas ratlos.
Später musste dann das Bundeskanzleramt die Aussage richtigstellen.
Nun bin ich immer noch ratlos, was das sollte.
Zur Grundfrage des Threads: Diese schlechte Kommunikation, die ohne Einordnung mal wieder viel Raum für Interpretationen lässt, ist ein Problem des Kanzlers und nicht der Bürger.
Und es ist nicht das erste Mal, dass dies passiert.
Natürlich kann man jetzt sagen: Nimm das doch nicht so eng, lass ihn doch reden. Mal schauen was wirklich umgesetzt wird. Dann sind wir aber ähnlich abgestumpft wie mittlerweile bei Aussagen von Trump, bei dem man nicht wirklich erwartet, etwas sinnvolles zu hören.
Ähnliches habe ich auch in meiner Firma lernen dürfen. Man muss klar und deutlich kommunizieren. Raum für Interpretationen führt zu Spekulationen, die man oft nur mit erheblich mehr Aufwand eingefangen bekommt.
Natürlich ist das so! So funktioniert Sprache. Wenn ich konkrete Dinge diskutieren will, dann muss ich sie auch konkret bennenen.
Ganz im Gegenteil habe ich auf einem Rhetorikseminar gelernt, dass das bewusste Allgemein halten, optional mit einem provozierenden Teil, eine sehr wirkungsvolle Strategie ist wenn man eine Diskussion über etwas konkretes verhindern will.
Es ist also durchaus von Anfang an klar gewesen welche Richtung die Diskussion einnimmt.
Zudem nützen die angesprochenen Abschiebungen nichts gegen die Problematik mit Drogenabhängigen in Innenstädten und Parks, Bettlerbanden aus Osteuropa etc. Merz hat sich also nichtmal dem ganzen Thema angenommen wenn man wohlwollend interpretiert ihm ginge es nur um die Probleme denen die Menschen tagtäglich begegnen und die ihnen Angst machen.
Ja natürlich, aber das war immer schon so und zwar bei zig Themen. Es wird durch die unnötigen unsozialen Medien nur beschleunigt. Das einfachste Modell um Aussagen vorab zu prüfen ist das gute alte 4-Ohren-Modell. Da kann man schon viel vorab einfangen und Aussagen anpassen.
Und nur weil Merz sehr offensichtlich noch nie eine echte Führungsrolle in einem heterogenen Team hatte und in Sachen Kommunikation auf aller unterstem Niveau agiert, ist sicher nicht der Bürger und der daraus entstehende Diskurs Schuld. Es ist Aufgabe des Kanzlers (der er wie ich finde nur werde wollte weil Merkel es war) so zu kommunizieren, dass es diese Spielräume erst gar nicht gibt. Und vor allem sollte ein Kanzler keine Schnellschüsse abgeben, wenn man auf fachlicher und kommunikativer Kompetenzebene dazu nicht in der Lage ist, siehe dazu die Aussagen zu Brasilien, Stadtbild, faulen Deutschen und jüngst Krankenversicherung.
Tut mir leid, ich denke, du hast dich da wirklich in eine Sackgasse manövriert.
Merz steht es zu jeder Zeit frei, Probleme sachlich anzusprechen und konstruktive Lösungen anzubieten. Das hat er nicht getan. Das Problem ist dann seine Wortwahl und nicht unser Protest.
Ich bin bei dir, wenn du sagst, dass die Nazikeule oder Rassismuskeule oft zu schnell kommt, aber hier hat Merz einfach zum wiederholten Male sein Mundwerk nicht im Griff. Er kommt aus seiner Oppositionsrhetorik nicht raus.
Es bleibt aber dabei, dass man auf so etwas nicht eingehen muss und die Debatte auf eine Sachebene zurückführen kann.
Gerade im beruflichen Kontext würde man auf solche eine Rhetorik eben nicht reagieren mit
Sie sind ein x! Mit so jemandem redet man nicht.
, sondern mit
Verstehe ich Sie richtig, Sie meinten also y. Vielen Dank für Ihren Beitrag aber aus den folgenden Gründen halte ich das für weder möglich noch zielführend …
und nimmt die Person für ein paar deutliche Worte ins 4 Augen Gespräch mit.
Weil sonst die Alternativen ausgehen.
Auf progressiver Seite haben wir noch Links und Grün. Ich gebe zu, Ich fände es nur schade um die SPD, die historisch seit Bismarck immer wieder unheimlich wichtig für unser Land war.
Aber im konservativen Angebot fehlt etwas ohne die Union. Da hätte ich dann doch lieber die Union als die AfD im Bundestag.
Aber bitte ohne diesen wissenschaftsfeindlichen Realitätsverlust in der Fraktion. Einfach mal an Fakten halten und sachlich diskutieren, statt jede progressive Idee mit längst widerlegten konservativen Scheinargumenten zu torpedieren. Und zwar entgegen der eigenen Basis:
Die Union braucht jemanden an der Spitze, der/die mit den Lebenslügen wie Schuldenbremse usw. endlich mal aufräumt. Das lässt sich sachlich alles gut begründen. Wer dem nicht folgt, ist dann für sachliche Debatten offenbar sowieso nicht zu gewinnen. Dann muss die Union sich von diesen Leuten eben trennen. Aber aus ständiger Angst vor dem eigenen Klientel nur noch fester an Ideologien festzuhalten, die uns nicht weiterbringen, ist das gleich Problem, das die FDP in die Bedeutungslosigkeit geführt hat.
Der Typ ist aber nicht Willi aus der Vertriebsabteilung, sondern Bundeskanzler. Es ist sein Job, Debatten so zu führen, wie er das will und nicht dauernd versehentlich irgendeinen Unsinn zu reden, den man ihm dann zurechtinterpretieren muss (auch abseits von Rassismus, s.o. sein neuester Ausrutscher Richtung Bürgerversicherung). Wer eine Debatte eröffnet, setzt den Ton. Wer dann meint, das sei alles nur ein - böswilliges - Missverständnis seitens der Kritiker gewesen, aber genauso handelt, wie er vorher geredet hat (Integrationsmaßnahmen zusammenstreichen, dafür mehr illegale Grenzkontrollen und Abschiebungen), trägt dafür die Verantwortung. Nicht diejenigen, die anderer Meinung sind und nach langen Jahren und zahlreichen Versuchen aufgeben, eine sachliche Debatte aus dem rassistischen Bullshit zu machen, den eine Seite zu dem Thema dauernd in die Mikros bläst. Denn insbesondere die Grünen haben reichlich Stützräder für den Fahranfänger im Kanzleramt hingehalten. Irgendwann ist aber auch mal gut, irgendwann muss er das selber hinbekommen und verantworten.
Davon ab: Im beruflichen Kontext hätte ein Mitarbeiter, der Kinder von Kollegen als „kleine Paschas“ diffamiert und den Kollegen wahrheitswidrig vorwirft, Termine beim Zahnarzt zu blockieren, hoffentlich schon zwei Abmahnungen kassiert. Spätestens, wenn er dann auch noch öffentlich erklärt, dass das Erscheinungsbild der Firma ja zu wünschen übrig lasse, aber demnächst durch Abschiebungen repariert werden würde und auf Nachfragen, ob er das ernst meint, die Fragesteller anblafft „Fragen Sie mal ihre Tochter!“, würde ich hoffen, dass seine Laufbahn im Unternehmen ein Ende findet. Anstatt den Kollegen, die diesen Ton und diese Haltung deutlich zurückweisen, zu erklären, dass sie sich doch mal um mehr Sachlichkeit bemühen sollten.
Absolut. Der freundliche Ausdruck kann aber den Grund für die Aussage (zum Beispiel Ablehnung der Herkunft) verschleiern. Daher sage ich, dass nicht die Worte entscheidend sind, sondern die Intention.
Es kann uns ein System bringen, das Anpassung ermöglicht, wirtschaftlich, beruflich und demografisch.
Es schützt weiterhin, aber verhindert, dass Schutz zu Stillstand wird.
Natürlich müssen die Anpassungen dazu gut ausgewählt werden. Ich hätte dazu Ideen, aber das sprengt hier doch den Rahmen.
Ich denke, dass niemand mehr gewöhnt ist, dass ein Kanzler irgendwas kommuniziert. Scholz hat sich gar nicht geäußert und Merkel hat für jedwede möglicherweise kritische Äußerung andere vorgeschickt und sich im Nachgang einfach an der allgemeinen Meinung dazu orientiert.
Wenn ich so drüber nachdenke, gab es seit Schröder, den ich wirklich nicht besonders schätze, nur noch kommunikative Desaster.