Gerade jährte sich zum fünften Mal die Ahrtal-Katastrophe.
Hochwasser sind in Deutschland längst kein regionales Infrastrukturproblem mehr, sondern ein makroökonomisches Risiko mit messbaren Auswirkungen auf Wachstum, Investitionen und öffentliche Finanzen. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade. Demnach könnte ein signifikantes Hochwasserereignis a la Ahr im Jahr 2027 die deutsche Wirtschaftsleistung in den darauffolgenden drei Jahren kumuliert um rund 108 Milliarden Euro reduzieren.
Extremwetter sind für europäische Volkswirtschaften teuer. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der Uni Mannheim und der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie schätzen die Verluste, die durch Hitzewellen, Dürren und Überflutungen entstehen, in der EU auf etwa 126 Milliarden Euro bis einschließlich 2029. Gut ein Drittel der Gesamtkosten, nämlich 43 Milliarden Euro, werden den Schätzungen zufolge bereits in diesem Jahr anfallen.
Da die Folgekosten über Jahre verteilt anfallen, …
[…] beziehen sich die errechneten Werte auf den Zeitraum 2025 bis inklusive 2029 - dabei aber nur auf die Folgen des diesjährigen Sommers, nicht auf mögliche künftige Wetterextreme.
Er hat nur gesagt, dass es zur Chefsache zu machen das Problem nicht löst. Und so weit wir Merz einschätzen können hat er da recht, was das Ganze noch kritischer macht. Die jetzige Regierung ist nicht in der Lage, die Probleme anzugehen, die dringend angegangen werden müssen.
Wie aufs Stichwort hat Doktor Whatson heute ein Video zum Threadthema veröffentlicht:
Wir zeigen, wie die sich wandelnden Jahreszeiten, die häufigeren und intensiveren Extremwetter und der Wassermangel die Preise immer stärker ins Schwanken bringt.
Ich bewundere, dass du da im Thema noch so viel Recherche und „Begeisterung“ reinstecken kannst.
Das wurde ja alles vor Jahren schon so prognostiziert. Die größeren Tendenzen (teurer, trockener, tödlicher, Fluchtbewegungen) sind vorhersagbar. Leider schwenkt es bei mir aktuell in Teil-Resignation um.
Obwohl man fairer halber sagen muss, das eine schließt das andere nicht aus. Holz, Kohle, Holzkohle, Öl, das wurde es alles schon tausende Jahre vor FDP und Reiche verfeuert.
Das Prinzip „aus heiß mach Bewegung“ ist uralt (Erstes Vorkommen 10-70 n. Chr.), wenn auch nicht steinzeitlich, doch deutlich vor Bioöl. Modernste Gaskraftwerke und AKWs arbeiten noch heute nach dem Prinzip. Es kommt nur noch „aus Bewegung mach Strom“ hinzu. Gaskraftwerk GuD-Betrieb ca. 60%, Atomkraftwerk ca. 35% Wirkungsgrad. Top! Wasserkraft nutzte man wohl schon in der Steinzeit. Wirkungsgrad Wasserkraftwerk: ca. 95%. Wie will man damit Geld verdienen?
Das Statistische Bundesamt geht von rund 7.000 Hitzetoten aus.
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Nun droht die „Reiche-Delle“ beim Ausbau Erneuerbarer:
Glaubt man Branchenvertretern, droht inzwischen eine »noch größere Katastrophe«, wie es Bärbel Heidebroek, Präsidentin des Bundesverbands WindEnergie, kürzlich in einem Interview sagte. Schon jetzt würden erste Unternehmen Mitarbeiter entlassen.
»Ohne neues EEG können wir die Projekte nicht finanzieren, wir können nicht weiter zubauen, wir können praktisch nur noch das abarbeiten, was wir aus den Vorjahren haben«, warnt Heidebroek.
Dabei ist die Lage beim Windenergie-Ausbau schon jetzt brisant, denn die jährlichen Ausbauziele werden deutlich verfehlt.
Der Energieexperte Leonhard Gandhi vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE bleibt […] skeptisch. »Insgesamt ist für 2026 mit einer starken Verfehlung der Ausbauziele zu rechnen«, sagt er.
Die Solarbranche ist besonders gekniffen, denn sie steht im Visier von Wirtschaftsministerin Reiche. Der EEG-Entwurf, den die Ministerin im April präsentierte, sieht vor, die Förderung von kleineren Solaranlagen auf Hausdächern komplett zu streichen. Dass aktuell der Zubau so schleppend verlaufe, liege an der angespannten Wirtschaftslage. Aber eben auch »an der starken Verunsicherung durch Äußerungen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, wie es mit der EEG-Förderung 2027 weitergeht«, sagt Körnig.
Irgendwie wird da auch einiges vermischt. Solar wird gerade so viel zugebaut wie letztes Jahr. Bei Dachanlagen (relevant für die EEG Änderung) gibts sicher die Delle, wenn das EEG durch ist, wegen Vorzieheffekten. Der Zielwert PV 2026 ist bis auf 3 GW schon erreicht, bei einem Monatszubau von 1,4 GW.
Wind mag anders aussehen. Deshalb meine Anmerkung zur Vermischung. Dass die Zahlen jetzt schon nicht für die Zielwerte 2030 reichen sei mal dahingestellt.
Umweltverbände hatten Klingbeil bereits vorgeworfen, den KTF zu plündern. Andreas Audretsch, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, sagte: "Friedrich Merz und Lars Klingbeil versündigen sich an der Zukunft. 2,7 Milliarden weniger für Klimaschutz allein in 2027. Bis 2030 sollen über 13 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds zweckentfremdet und in den Kernhaushalt umgelenkt werden.
Konkret geht es etwa um weniger Geld zum Beispiel bei der Förderung von Maßnahmen zur energetischen Stadtsanierung, bei Energieforschung oder bei Beratungen zu Energieeffizienz. Zudem bei Zuschüssen für die Anschaffung von Nutzfahrzeugen mit alternativen, klimaschonenden Antrieben, der Förderung des Ankaufs von Bussen mit alternativen Antrieben sowie bei Zuschüssen zur Förderung alternativer Antriebe im Schienenverkehr. Das geht aus der Kabinettsvorlage hervor.
Die Rede war von einer „intelligenten Rasenmäher“-Methode.
Egal wie prekär die Lage im Auto-Junkie-Land ist: Klimazerstörung billig halten, dafür ist immer noch Geld übrig. (Da sieht man auch, dass jeder Optimismus hinsichtlich CO²-Bepreisung irrt)
Aktuelle Teilkosten und Teil-Folgen dieser sehr vermeidbaren Katastrophen-Kaskaden kann man sich jetzt auch regelmäßig aktualisiert anschauen:
Wer sich derweil Hoffnungen hingibt, Konservative Klimaschutz-Verzögerer und -Verweigerer könnten angesichts der immer häufigeren, teureren Katastrophenmeldungen zu neuen Einsichten gelangen, dem sei zur Frustration dieser Kommentar eines deutschen Vorzeige-Konservativen empfohlen aus der grade in der Unionsfraktion beliebten FAZ:
Hottest Take im heißesten Sommer: „Diese Einsicht macht das Ahrtal zum Menetekel. Eine von Alarmismus getriebene Klimapolitik, die glaubt, weit in die Zukunft planen und dirigieren zu können, raubt der Gegenwart die Mittel, den Mut und die Möglichkeiten, um vernünftige Vorsorge zu treffen. Die Wende in der Klimapolitik, wie sie die Bundesregierung eingeleitet hat, war deshalb überfällig.“
Wir alle wissen natürlich, dass Konservative immer schon die hunderte Milliarden ausgeben, die Flächen für Überflutungsbecken und -flächen, Entsiegelungen und weitere Anpassungsmaßnahmen enteignen, die Flußufer für Bebauung sperren wollten, wenn nur diese ideologisch verblendeten Klimaschützer sie nicht davon abgehalten hätten. Aber jetzt wird alles anders, jetzt führt diese Bundesregierung die Wende zu mehr „vernünftiger Vorsorge“ an und sagt der Bevölkerung, wieviel Billionen Euro hier und da in „vernünftige Vorsorge“ zu stecken sein werden, weil man „vernünftigerweise“ ein par Milliarden beim Klimaschutz gespart hatte.
Merke: An eingebildet überschießendem Klimaschutz und an der lange geleugneten und verharmlosten Klimakatastrophe sind gleichermaßen die bösen Grüüünen schuld. Weil die so ideologisch sind…
Jahrelang wurde ordnungspolitischer Klimaschutz mit dem Verweis auf den CO2-Preis zurückgewiesen.
Leider war damit zu rechnen.
Die Unternehmen, die sich ernsthaft auf den Transformationspfad begeben haben, sind jetzt gekniffen.
Es ist eine Schande.
Die deutsche Industrie befindet sich im freien Fall. Die Energiekosten erdrosseln die Wettbewerbsfähigkeit. Klimaschutz auch. Die Bürokratie ohnehin. So lautet die Erzählung.
Ein Industrieexperte widerspricht. Die Daten zeigen ein differenziertes Bild. Der Industriestrompreis ist etwa niedriger als vor zehn Jahren. „Warum ist die Industrie nicht damals untergegangen, wenn hohe Energiekosten das Problem sind?“, fragt Harro Heilmann. „Das ist nur für Firmen wie Wacker Chemie ein Problem.“
Der Professor für Produktion und Management sagt: Industriedaten werden fehlinterpretiert. Absichtlich. „Die missbräuchliche Verwendung des Produktionsindex ist politisch motiviert. Es geht auch darum, Ausreden oder einen Sündenbock für unternehmerische Fehlentscheidungen zu finden.“
Heilmann zufolge findet keine Deindustrialisierung statt, sondern eine schmerzhafte Bereinigung und Veränderung. „Über die Jahre sind unheimlich viele Meta-Jobs entstanden, die keine Wertschöpfung schaffen“, sagt er. „Seien wir ehrlich: Solange es gut läuft, geht man diese harten Themen nicht an.“
Die Frage, ob solche Hitzephasen mit dem Klimawandel zu tun haben, bejahten bundesweit 66 Prozent der 2.230 Befragten. 24 Prozent sind der Ansicht, das habe nichts mit dem Klimawandel zu tun. Zehn Prozent sagten, sie wüssten es nicht.
AfD-Anhänger weichen deutlich ab: 29 Prozent sahen einen Zusammenhang, 60 Prozent dagegen nicht. Auch die AfD-Parteispitze äußert öffentlich Zweifel, ob es einen von Menschen verursachten Klimawandel gibt. Die Wissenschaft weltweit ist sich weitgehend einig, dass ein Zusammenhang zwischen globaler Erwärmung und Extremwettereignissen besteht.
Aber auch hier sehen wir wieder, wie schwierig es ist gleichzeitig den generellen Grund für diese immer häufiger, immer stärker und größer werdenden Waldbrände mit in den Fokus zu stellen. Denn zunächst sind da natürlich Opfer, Flüchtende, Helfer am Limit, etc. das Thema.
Ja, im Nebensatz wird dann ggfs. auch mal auf die Ursachen hingewiesen, aber verständlicherweise bleibt das eben erst einmal nicht in den Köpfen der Menschen hängen. Die Kausalität ist durch die lange Zeitschiene und Unsichtbarkeit von Klimagasen schwer herzustellen. Aber diese Brände sind eben kausal befeuert durch die Klimagasemissionen.