GKV, Private KV und Selbstzahler

Der Kapitalismus funktioniert allerdings auch nicht. Er kumuliert Vermögen, fördert Korruption, zentriert Macht und beeinflusst Politiker negativ.

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Läuft die PKV denn wirklich insgesamt besser? Für die Patienten, für die Beitragszahler und für die Ärzte? Bitte belegen!

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Die Hürden wurden größer. Lange Zeit war es einfacher als heute.

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Wobei es schon noch viele Möglichkeiten bis zum Alter von 55 Jahren gibt:

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Citation please, dass die Ungleichheit bzw. Gleichheit kausal mit Qualität in den von Dir genannten Systemen zusammenhängen.

Wenn ich z.B. auf den Gesundheitssektor schaue, haben die beiden besten Gesundheitssysteme der Welt sind übrigens Südkorea und Taiwan:

Die beiden haben einen vergleichbaren Gini-Koeffizient wie Deutschland.

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Ich bin in der DDR aufgewachsen. In meinen Augen hat Sozialismus deutlich schlechter funktioniert, als die soziale Marktwirtschaft jetzt in Deutschland.

Und das in vielen Bereichen: weniger individuelle Freiheit, geringere Wirtschaftskraft, nahezu nichts in Richtung Umwelt- und Naturschutz wurde getan.

Korruption gab es reichlich. Beispiel: Da es zu wenig Baumaterial gab, konnte ein Eigenheim nur bauen, wer entsprechende Beziehungen hatte, um an Material und Handwerker zu kommen.

Und zum Zentrieren der Macht fällt mir nur die Diktatur des Proletariats ein. Selbst Menschen, die es wagten, bei den freien Wahlen in die Wahlkabine zu gehen und die Kandidaten der Nationalen Front nicht offen wählten, mussten mit negativen Konsequenzen rechnen.

War die Gesundheitsversorgung besser, um die geht es ja hier? Nein, da viele Medikamente aus dem nichtsozialistischen Ausland importiert werden mussten, konnten selbst Standardmedikamente (wie Captopril) von Kardiologen nur auf Sonderantrag verordnet werden.

Man muss an unserem Gesundheitssystem vieles ändern (und bestimmt auch in der Gesellschaft ansich) aber der Sozialismus ist nicht die Lösung, die etwas verbessert.

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Ich kann nur von mir reden. Ich bin seit ca. 30 Jahren in der PKV. Es gab nie Schwierigkeiten. Ich war in dieser Zeit auch öfters krank, darunter waren auch schwerwiegendere Krankheiten.

Meine Beiträge lagen immer signifikant unter dem Beitrag, den ich in der GKV gezahlt hätte. Ich habe zwar nur ein Kind, aber das wäre mit zwei Kindern genauso gewesen. Bei drei Kinder würde ich vermuten, dass die Beiträge ähnlich gewesen wären. Ich habe die gesparten Beiträge nicht in höheren Konsum gesteckt, sondern sicher angelegt, so dass ich die höheren Beiträge der PKV im Alter sehr wahrscheinlich sogar überkompensieren kann.

Rückwirkend sehe ich nicht, dass der frühe Beitritt in die PKV ein Risiko dargestellt hat. Ich wundere mich daher, das Politiker der SPD und viele Medien die PKV immer als großes Risiko darstellen. Das mag stimmen, wenn man die gesparten Beiträge komsumiert und sich im Alter ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlässt. Aber wenn Menschen Eigenverantwortung übernehmen, sind die Aussagen der SPD und vieler Medien in Rückblick bewusst oder unbewusst falsch.

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Lasst euch doch nicht in irgendwelche Nebendiskussionen verstricken, in denen ihr dann plötzlich beweisen sollt, dass Marktwirtschaften mit stärker sozialen Ansätzen zu weniger Ungleichheit führen.

Smudo64 hat folgende völlig haltlose Behauptung gemacht, die halt zufälligerweise auch Neoliberale Propaganda ist:

Um es mit den Worten von @WayneS zu sagen: “Citation please”. (Sinnlos, weil die Behauptung mit einem einzigen Beispiel widerlegt werden kann…)

Doch. Du. Es kann nicht beides Wahr sein. Entweder “funktioniert” die PKV, weil sie systematisch unsozial schlechte Risiken auf die GKV abwälzt ODER weil “private Systeme immer besser funktionieren”.

Neoliberale Propaganda ist eigentlich noch freundlich.

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Allgemein:

Fachaufsatz zu Gesundheit in entwickelten Demokratien (Acheampong & Opoku, 2024):„The evidence from the empirical analyses revealed that, on average, higher income inequality is associated with poor health outcomes. On the other hand, countries with higher income redistribution have better health outcomes.“
Quelle: Economic Change & Well-Being

Skandinavien:

„A defining characteristic of the Nordic countries is their ability to combine strong economic performance with relatively low levels of inequality. […] Substantial public investment in family policies, education, and health services, ensuring broad access to essential services.“
Quelle: Income Equality in the Nordic Countries: Myths, Facts, and Lessons, Mogstad et al., 2025, Chicago Booth/BFI

„The Nordic countries have, compared to many other high-income countries, succeeded in providing universal access to high-quality healthcare, largely funded by taxation and shaped by a strong emphasis on equality and public provision.“
Quelle: Universal health coverage and equal access in Sweden: a century-long perspective on macro-level policy, Fredriksson et al., 2024, Sweden, PMC

„A major feature of the Nordic model is the combination of outstanding health outcomes, high life expectancy, and low inequality in both income and access to public services. This result is closely linked to universal health care coverage financed by progressive taxation.“

Quelle: Health Inequalities in the Nordic Countries:
What We Know and What We Can Do,
Ólafsdóttir et al., 2021

Korea und Tawain:

„The Korean health system, while facing income inequality, effectively ensures wide health service access through universal insurance and robust public health policies.“
(Quelle: OECD Health at a Glance, 2023)

„Taiwan’s National Health Insurance, a single-payer system established in 1995, provides nearly universal coverage with efficient cost control and broad access to healthcare services through a digitally integrated system.“
(Quelle: The Commonwealth Fund, 2020)

Sozialismus :woman_shrugging:t3:

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Niemand hier argumentiert für DDR-Staatssozialismus, sondern gegen Neoliberalismus und die Aussage, alles wird besser, wenn man den Markt machen lässt. Weil der Staat kann es nicht. Auch Du machst damit eine Phantomdebatte auf.

Die besten Gesundheitssysteme der Welt sind staatliche, single-payer Solidarsysteme.

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Der Vergleich verbietet sich schon alleine deshalb, weil Russland nach dem Krieg alles abmontiert hat, das ging, um es nach Russland zu transportieren und die USA mit dem Marshall-Plan die westliche Wirtschaft neu aufgebaut hat. Damit waren von Anfang an die Voraussetzungen völlig andere.

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Und zuguterletzt schneiden Länder mit geringem Gini-Koeffizient wie die Skandinaviens mit einer der geringsten Einkommens- und Vermögensungleichheit weltweit

Das stimmt tatsächlich nicht. Auch wenn das viele meinen, aber Schweden ist ein extrem ungleiches Land. Der Gini-Koeffizient liegt bei 88,1 % (im Jahre 2021). Schweden liegt somit auf Platz 12. Deutschland hat einen Hini-Koeffizienten von 78,8; Norwegen 79,4 und Dänemark 73,9. (Siehe Liste der Länder nach Vermögensverteilung – Wikipedia)

Alles richtig gemacht. Ich habe mich leider von SPD & Co einlullen lassen und nicht in die PKV gewechselt. Nun zahle ich in der GKV Höchstsätze, die angesichts der gebotenen Leistung blanker Hohn sind.

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Was meinen sie mit „angesichts der gebotenen Leistungen“? Ich wäre froh, wenn ich die volle Bandbreite der Leistungen nicht und nie ausschöpfen muss.

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Was hat das eine denn mit dem anderen zu tun? Die Kosten für Höchstzahler in der GKV sind eindeutig zu hoch angesichts der bedeutend schlechteren stationären Unterbringung und insbesondere auch der extrem schlechten Terminverfügbarkeit bei Ärzten (teils bis hin zu Verunmöglichung der Behandlung in Wohnortnähe, obwohl für PKV-Mitglieder oder Selbstzahler noch Kapazitäten vorgehalten werden).

Es ist nun wirklich kein Geheimnis, dass die Leistungen der GKV bedeutend schlechter sind als in der PKV.

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Es zeichnet sich aber schon deutlich ab, das wir ein (mindestens) Zwei-Klassen-Gesundheitssystem haben.
Die PKV Fraktion, die genug finanzielle Möglichkeiten hat eine Versicherung mit dadurch erkauften Benefits und Vorteilen nutzen zu können und damit gegenüber GKV im Gesundheitssystem bevorzugt wird.
Die GKV, die sich diese Vorteile nicht erkaufen können und so in einem teuren, trotzdem unterfinanzierten und ineffektiven Versicherungssystem hängen und letztlich nachrangig im Gesundheitssystem zum Zuge kommen.
Verstehe ich das so richtig?

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Das schlimme ist, dass es nicht nur die SPD ist, sondern auch die meisten Medien. Ich kann mir, dass nur mit Ignoranz und mangelnder Bereitschaft sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, erklären. Auch die Neigung im Zweifel von anderen Journalisten einfach abzuschreiben, mag eine Rolle spielen.

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Ihr könntet stolz darauf sein, dass ihr euch solidarisch verhaltet aber ihr entscheidet euch dafür Medien und Politik die Schuld dafür zu geben, dass euch nicht aus der Solidargemeinschaft verabschiedet habt. Okay.

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Es passt hier nur begrenzt zum Thema, trotzdem kurze Antwort, einfach weil ich mich manchmal über die Glorifizierung des Sozialismus ärgere, und wenn man auf historische Beispiele verweist immer gesagt wird, so meinen wir das ja nicht, nein so wie in der DDR wollen wir es nicht.

Auch in der CSSR, Polen, Ungarn oder selbst in der Sowjetunion hat es nicht funktioniert. Und wer keinen Sozialismus ala DDR will, der will sicher auch keinen wie in Rumänien oder Albanien. Alle diese Länder sind an einem wettbewerbsbefreiten Planwirtschaftssystem, welches keinerlei Unternehmertum und Gewinnstreben duldete und damit Kreativität, Forschergeist, Ehrgeiz und individuelle Bereitschaft ins wirtschaftliche Risiko zu gehen weitgehend unterdrückte, gescheitert.

Warum wählt denn das letzte Land unter Führung einer kommunistischen Partei - China - den kapitalistischen Weg der Marktwirtschaft, um benötigtes Wirtschaftswachstum zu generieren.

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… oder halt beschlossen haben, dass das Zweiklassensystem unfair ist und freiwillig in der gKV geblieben sind. Aber ja, ansonsten würde ich das so unterschreiben.

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