Liebes Lage-Team,
ich freu mich, dass ihr auch nach einer Alternative zur Gasetagenheizung berichtet. In meiner kleinen Altbau-Eigentumswohnung in Berlin-Wedding pfeift meine Gas-Kombitherme mittlerweile aus dem letzten Loch und seit zwei Jahren überlege ich mir eine gute gasfreie Alternative um nicht irgendwann im Kalten zu sitzen und doch im Zugzwang zu sein, sich schnell eine neue Gasheizung einbauen zu müssen.
Leider finde ich kein gutes elektrisches Kombigerät, das sowohl den Heizkreislauf mit eingebauter Umwälzpumpe, als auch den Warmwasserkreislauf in einem Gerät bedient und einfach anstelle der Gas-Kombitherme an den bestehenden Warmwasser- und Heizungskreislauf angeschlossen werden könnte. Am nächsten dran ist ein elektrischer Kessel für den Heizkreislauf (z. B. Bosch Elektro-Heizkessel Tronic Heat) in Kombination mit einem Durchlauferhitzer fürs Warmwasser. Diese beiden Geräte könnten einfach am Platz der Gasetagenheizung (bei mir in der Küche) an die bestehenden Rohre angeschloßen werden. Die zusätzlichen Stromkosten werden die Gaskosten dann sicher übersteigen, dafür fällt der jährliche Schornsteinfeger und der doch fast doppelt so teure Einbau einer Gas-Brennwerttherme weg. Mit hoffentlich sinkenden Strom und steigenden Gaskosten würde ich das Risiko eingehen.
Ein Sanitärfachmann hat mir letztes Jahr bereits einen Kostenvoranschlag von 3.840 € für den Rückbau der Gasetagenheizung und den Einbau eines elektrischen Heizkessels mit Steuerungseinheit und Durchlauferhitzer gemacht. Nun stellte sich aber das Problem dar, dass mein Stromanschluss an die Hausstrangleitung nicht ausreicht, um auch noch einen 18-kW-Durchlauferhitzer zu bedienen.
Ein beauftragter Elektriker der NBB hat sich das Ganze angeschaut und empfohlen, einen Antrag an die Netzgesellschaft zu stellen, um die Kapazität des gesamten Vorderhausstrangs erhöhen zu dürfen. Die Leistungserhöhung könne wohl in den meisten Fällen unkompliziert umgesetzt werden, indem die Haussicherungen im Keller nach Genehmigung der Netzgesellschaft entsprechend ausgetauscht werden (zB 80 auf 125 Ampere). Da dieser Antrag aber von der Hausverwaltung an die NBB gestellt werden musste, befindet sich das ganze Projekt nun in der Warteschleife, da die NBB erst eine Auskunft aller Bewohnenden über den aktuellen Stand der Wärmeversorgung in den Wohnungen haben möchte und die Hausverwaltung den auszufüllenden Zetteln nun seit ca. einem Jahr mittelmäßig engagiert hinterherläuft.
Alternativ käme auch ein 60-Liter-Boiler als Alternative für den Durchlauferhitzer in Frage, der mit dem Balkonsolarkraftwerk bestimmt gut harmonieren würde und weniger Leistung braucht, nur leider ziemlich groß und sperrig ist.
Da das Angebot für Wärmepumpen für Einzelwohnungen nicht sehr groß ist und wahrscheinlich nur eine Luft-Luft-Wärmepumpe auf dem Balkon möglich wäre, habe ich momentan keine einfache Lösung für das Problem, freue mich aber zu hören, was ihr dazu rausfindet.
Vielen Dank für das was ihr macht und liebe Grüße
Dario