TilRq
6. November 2025 um 13:46
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Cedric_Hoyer:
Diese grundsätzliche Unterstellung, der Privatsektor könnte seines Wesens wegen alles besser, ist hundertfach empirisch, logisch, ökonomisch und sozialwissenschaftlich widerlegt.
Diese Belege würden mich tatsächlich sehr interessieren. Auch wenn ich zustimme, dass in vielen Bereichen (v.a. in denen, in dem der Markt nicht wirklich funktioniert) der Staat besser Ergebnisse hervorbringt, als es private Unternehmer würden, so überrascht mich diese dedizierte Aussage doch sehr - das „stinkt“ nach unzulässiger Vereinfachung.
Dazu:
Nur mal so als Beispiel:
Im laufenden Bundeshaushalt werden knapp 11 Milliarden Euro für “Bundesfernstraßen” ausgegeben. Wenn ich mal konservativ davon ausgehe, dass Autobahnen und Co. etwa 1% der deutschen Wirtschaftsleistung ermöglichen, dann ist das bei gut 43 Milliarden Euro Ertrag ein Return on Investment, an das praktisch kein privates Unternehmen jemals rankommen wird.
Die öffentliche Hand (Bund, Länder und Kommunen) gibt im Jahr knapp 200 Milliarden Euro für Bildung aus. Was meinst du, wie hoch ist der Anteil von “Bildung” (Grundschule bis Uni) am wirtschaftlichen Erfolg der deutschen Volkswirtschaft? 20%? Das wären dann 650 Milliarden Euro und ein Return on Investment von mehr als 300%.
Außerdem wälzen private Unternehmen besonders “ineffiziente” Leistungen gerne einfach an den Staat ab. Öffentliche Sicherheit, Krankenhäuser, Kindergärten und Schulen, Verteidigung, etc. etc.: Nichts davon lässt sich im betriebswirtschaftlichen Sinne “effizient” unterhalten, wenn man tatsächlich die beabsichtigten Ergebnisse erzielen will (die ja nicht nur monetärer Natur sind).
…
Darüber, dass in diesem Gemeinwesen viele Dinge besser laufen könnten, brauchen wir uns nicht zu streiten …
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