Vielen Dank für die private Geschichte.
Aber darum geht es nicht.
Es geht um Extremst Reiche und die Milliardenvermögen, die jetzt und in den kommenden Jahren die Generation wechseln.
Vielen Dank für die private Geschichte.
Aber darum geht es nicht.
Es geht um Extremst Reiche und die Milliardenvermögen, die jetzt und in den kommenden Jahren die Generation wechseln.
Dennoch spielen die Voraussetzungen eine Rolle. Ich habe sehr intelligente Eltern, bei den Hausaufgaben hat mir das aber wenig genutzt, weil beide Vollzeit gearbeitet haben.
Doch das ist mein Ernst. Denn es gibt keinen besseren Knappheitsregulator als der Preis. Klar gibt es dann Fälle die nicht gerecht sind. Aber welcher Regulator ist denn besser, Vitamin B, Wartezeit, Alter, irgendwie definierte Bedürftigkeit ? Meine These ist das jedes System, das ein knappes Gut verteilen soll, Ungerechtigkeiten erzeugt. Ich würde als Staat aber knallhart bei Leerstand oder sonstiger Fehlnutzung sein. Denn Eigentum verpflichtet ! Aber Preise würde ich freigeben. Bauherren müssen ein gute Rendite erwarten können, sonst investieren sie anderswo.
@Tywin_Lannister hat oben wie ich finde einen sehr strammen Vorschlag gemacht.
Ich frage mich lediglich: kann man diese Vermögen überhaupt ermitteln und jedes Jahr aufs neue verbindlich vermessen, um die vorgeschlagene Steuer zu erheben?
Und die zweite Frage die mich umtreibt: das Rentenproblem ist so gelöst und gleichzeitig bekommt jeder Bürger gute Startchancen, unabhängig davon wo er hineingeboren wird. Das ist potenziell zunächst ein absoluter Aufstieg. Aber löst das die Vermögensungleichheit auf?
Da @pbf85 auf meinen Kommentar geantwortet hat: An keiner Stelle spreche ich von den oberen 20% oder den unteren 10%.
Etwa 40% der deutschen Erben. Wird der extrem hohe Einfluss der reichsten zwei Prozent herausgerechnet, dann beläuft sich das Durchschnittlichserbe wohl auf circa 234.000 Euro. (Beleg)
Mit Aussicht auf 234.000 EUR gestalten sich manche Entscheidungen im Leben einfacher. Und von diesem durchschnittlichen Erbe muss - so es sich beim Erben um ein Kind handelt - nicht ein cent abgegeben werden. Rund 85 bis 90 Prozent der Erbschaften und Erben liegen unterhalb der angesetzten Freibeträge und sind damit steuerfrei (Beleg).
Da Du nun die obersten Prozent ansprichst: Wer über dem Freibetrag für Kinder liegt und überhaupt Erbschaftssteuer zahlen muss, gehört zu den 10-15% der größten Erben.
Und: ““Doch gleichzeitig wird der Abstand beim Vermögen zwischen denen, die erben, und denen, die leer ausgehen, immer größer“, erläuterte Grabka. Das habe vor allem soziale Gründe: “Kinder, die in einem Haushalt aufgewachsen sind, der bereits ein höheres Einkommens- und Vermögensniveau aufwies, erhalten später im Schnitt auch höhere Erbschaften und Schenkungen.““ (Quelle)
Wer in größeres Vermögen geboren wird, wird diesen Vorsprung mit großer Wahrscheinlichkeit sein Leben lang beibehalten. Nicht, weildie Person so schlau war oder so sparsam gelebt hat, sondern weil sie in Wohlstand geboren wurde und diesen später erbt. Mag sein, dass sie aufgrund ihrer wohlhabenden Herkunft auch noch Zugang zu besserer Bildung hatte.
Falls dem so ist, wäre es für mich nur ein weiterer Grund, weshalb man dieser extrem priviligierten Gruppe bitteschön tiefer in die Tasche greifen sollte.
Mit dem zusätzlichen Geld kann man die Bildung der Kinder derer fördern, die keine Chance haben vergleichbaren Wohlstand und Vorsprünge für ihre Kinder zu erwirtschaften, egal wie hart sie Arbeiten oder auf wie viel sie verzichten, damit auch die eine Chance erhalten, ihr Potential zu entfalten.
Ich verstehe wirklich nicht, was daran kontrovers sein sollte.
Mit Vermögensungleichheit aber ich erstmal kein grundlegendes Problem, solange diese Ungleichheit darauf beruht, dass man etwas getan hat.
Wem der Reichtum einfach in den Schoß fällt, sollte dafür wenigstens einen nennenswerten Anteil abgeben. Mit dem Geld kann man dann einige negative Effekte von Vermögensungleichheit abfedern. Oder einfach Dinge finanzieren, die allen zugute kommen.
Aber genau diese Zahlen legen doch nahe, dass wenn man die oberen 10% ausklammert weniger geerbt wird als es selbst die Linke an Freibeträgen ermöglichen würde.
Also reden wir doch wieder von den oberen 10%.
Und wie gesagt sind diese 234.000 wenig im Vergleich zu den möglichen Gehaltsunterschieden je nach Ausbildung.
Und da die meisten Erbschaften dann wohl Häuser sind die man im Alter erbt dürfte der Einfluss auf die Lebensplanung eher überschaubar sein. Da hat die Bildung mehr Einfluss auf die Lebensplanung.
Damit hast du vielen Kindern ja schon einiges an Vorraussetzungen voraus. Bei vielen wird Schule nicht ernst genommen, vor allem nicht höhere.
Das ist heute mit den verschulten Studiengängen und immer mehr Pflichtveranstaltungen, teils auch abends zunehmend schwieriger.
Was man aber ja auch finanzieren muss.
Ich glaube ich habe das gleiche gesehen. Nur weil man jemanden aus einer marginalisierten Gruppe findet, der behauptet es gäbe kein Problem, wird das dadurch nicht wahr.
Das gilt auch für dich. Du kannst stolz darauf sein, was du geschafft hast. Das bedeutet aber nicht, dass es jeder schaffen kann.
Ein wichtiger Schritt wäre ja schonmal, dass Schenkungen alle zehn Jahre nicht dem einmaligen Erbe gleichgesetzt werden. Ja, das betrifft dann wieder nur die wirklich Reichen. Ansonsten sind die oberen 10% in Deutschland 8 Millionen Menschen.
Das funktioniert in der Schweiz tatsächlich schon seit 1915:
Die jährliche Steuererklärung umfasst dort nicht nur Einkommen, sondern auch Vermögen.
Vieles wird inzwischen automatisch durch Banken übermittelt:
Wie bspw. Kontostände oder Depotwerte.
Immobilien werden über vereinfachende Bewertungsmodelle berechnet
Unternehmensanteile sind Selbstauskunft, aber gerade bei größeren Werten führt das Finanzamt dort mal gerne eine Stichprobe durch.
Was ich allerdings dringend nicht übernehmen würde, sind die kantonal unterschiedlichen Steuersätze. Wenn wir eines nicht brauchen, dann noch mehr Föderalismus in Deutschland.
Die progressiven Vermögenssteuersätze in dem Modell habe ich allerdings tatsächlich an den unterschiedlichen Sätzen der Kantone orientiert (in der Schweiz gibt es alles zwischen 0,1 bis 1 %).
Nein, das soll eine Vermögensabgabe aber auch gar nicht bewirken.
Soll ja kein Kommunismus werden ![]()
Es geht eher um eine gerechtere Beteiligung der obersten 1%.
Vermögen „arbeitet“ mit 7–10 % Rendite im Jahr –> relativ gesehen.
Absolut gesehen bedeutet das aber:
Wer schon massiv viel hat, bekommt jedes Jahr den Gegenwert ganzer Existenzen dazu.
7 % auf 10.000 € sind 700 €.
7 % auf 1 Milliarde sind 70 Millionen €.
Das ist keine andere Liga, sondern eine andere Sportart.
Solche Vermögen halten auch locker eine Vermögensabgabe von 1% in der Spitze aus.
Ich denke es ist nicht kontrovers, es ist nur für mich zumindest schwer greifbar. Den dahinterliegenden Gerechtigkeitsgedanken kann ich nachvollziehen. Den unterschreibe ich auch gerne. Nur bin ich nicht jeder, du auch nicht. Daher konkret: lass uns doch mal ein Beispiel aufziehen. Ein superreicher alleiniger Erbe erbt 6 Häuser in mehreren Ländern, 3 Mio Euro in bar auf einem Konto, 8 Mio in Gold, 40 Mio. in Unternehmensanteilen und 80 Mio. in Aktien. Wie viel wovon genau soll ihm nun abgenommen werden?
Die Bewertung der Häuser regelt das Bewertungsgesetz, nehmen wir 300T pro Haus an, macht 1,8 Mio, gesamt 132,8 Mio. 400T sind Freibetrag, macht 132,4 Mio. Davon 20% macht 26,48 Mio, abzgl. anrechenbarer Steuern, die in den Herkunftsländern der Häuser angefallen sind.
Das Problem beginnt ja schon damit, dass nicht einmal dieser gesetzlich geregelte Betrag eingefordert werden würde.
Ich verstehe das Problem nicht. Alle diese Vermögensbestandteile haben zum Todestag ermittelbar Werte. Ich bin seit ein paar Jahren in einen größeren Erbfall involviert, in dem genau das passiert. Dafür gibt es Gesetze, Tabellen, etablierte Praktiken, etc. etc.
Und natürlich kann man für unterschiedliche Vermögensarten unterschiedliche Bewertungsmechanismen nutzen. Immobilie? Bewertung über Bodenrichtwert und Werttabellen, im Streitfall vereidigter Gutachter, Möglichkeit zum langfristigen Abstottern. Aktien/Edelmetalle/etc.? Bewertung über den Kurswert zum Verfügungszeitpunkt (wenn der Erbe also tatsächlich eine Entscheidung über die Anlage treffen kann und damit auch das Kursentwicklungsrisiko trägt) mit Stundungsregel für den Fall des plötzlichen Wertverlustes. Anteile an einem “Familienunternehmen”? Option zur Abgeltung der Steuerschuld über eine Gewinnbeteiligung. Kunst? Vereidigter Gutachter oder Stundung, wenn das Kunstwerk dauerhaft einem unabhängigen und etablierten Museum zur Verfügung gestellt und dort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Alternativ Bewertung über Verkauf durch ein reputables und etabliertes Auktionshaus.
Da alle denkbaren Vermögenswerte ohnehin zu jedem Zeitpunkt frei gehandelt oder vor Gericht umstritten werden, gibt es dafür natürlich auch anerkannte und faire Bewertungsmechanismen. Man muss da nichts neu erfinden und wenn es wirklich mal extrem Streit gibt, dann haben wir einen Rechtsstaat, dessen Richter unabhängig über konkrete Fälle urteilen können.
Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: Ich will mein Geld zurück bei Verschwendung von Steuergeldern
Das ist der Knackpunkt. Ich sehe bis zu 1% auch als möglich bei wirklich Reichen. Ich stütze meine Sicht darauf, dass ich die Performance meiner eigenen Anlagen recht gut kenne und gleichzeitig sehe, was der Zinseszins langfristig bewirkt. Ja, es ist möglich.
ABER: Dann schaue ich mir SPD & Co an und erlebe maximale Ungenauigkeit bei der Erläuterung, wer denn in Deutschland “reich” ist. Mal ist es ungeachtet des Vermögens bereits der Gutverdiener mit bescheidenem Einkommen ab 42% Grenzsteuersatzbereich (68.480 EUR z.v.E.), mal ist es der kleine Erbe (Absicht Die Linke: 150.000 EUR für Kinder unter 60 Jahren). Erbschaftsteuer - Fraktion Die Linke im Bundestag
Vermögenssteuer wird dann für “Superreiche” gefordert, aber man zielt bereits auf Menschen mit moderatem Wohlstand und im Bereich der wirklich Reichen überdreht man die Forderung völlig. Ich zitiere Die Linke:
Die Superreichen gerecht besteuern!
Mit der Vermögensteuer wird ausschließlich Vermögen über einer Million Euro besteuert. Eine Person, die eine Million und einen Euro besitzt, muss also nur auf diesen einen Euro Steuern zahlen. Wir schlagen einen ansteigenden Steuersatz vor: Ab einem Vermögen von einer Million Euro 1 Prozent im Jahr, ab 50 Millionen wird ein Steuersatz von 5 Prozent fällig. Für Vermögen über einer Milliarde zahlen Milliardär*innen 12 Prozent pro Jahr. Denn wir finden: Niemand sollte mehr als 999 Millionen Euro besitzen.
Keine dieser Forderungen wird jemals konsensfähig sein, außer man spricht mit Kommunisten und Planwirtschaftlern und fragt dort nach (hoffentlich fühlen sich hier jetzt nicht wieder einige getriggert
). 12% Vermögenabgabe p.a. ist völlig absurd, denn das wird dazu führen, dass entweder tatsächlich Kapitalflucht erfolgt oder die erwarteten Renditen auf 20%+ steigen werden, was dann wiederum jeder Normalo finanzieren darf.
Anpassungen der Sätze werden auch niemals stattfinden, d.h. inflationsbedingt ist irgendwann jeder superreich.
Diese Forderungen zielen nicht auf eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, sondern haben langfristige ein Runterziehen Aller zur Folge.
Ich denke, der überwiegende Teil derer, die eine höhere Erbschaftssteuer fordern, fordert auch hohe Freibeträge.
Aktuell wäre es schon ein Fortschritt,
Auf Forderungen der Linken zu verweisen, ist in diesem Zusammenhang letztlich Ablenkung, denn sie können sich sowieso mit ihren Forderungen nicht durchsetzen.
Die Kernforderung ist doch erstmal, überhaupt eine Erbschaftssteuer einzuführen, die den Namen verdient und nicht nur mittlere Erbschaften belastet, sondern vor allem oder stattdessen große Erbschaften. Aktuell zahlen die Überrreichen weniger bis gar keine Erbschaftsteuer. Kann mir nicht vorstellen, dass damit hier jemand einverstanden ist.
Die Forderung zu nennen ist Ablenkung? Tut mir leid, aber das ist ein absurder Take. Worüber diskutieren wir denn dann?
Wir diskutieren über höhere und vor allem durchgesetzte Erbschaftssteuer für die Reichsten, nicht für die “Mittelschicht”
Siehe Thread-Titel. Hier geht es explizit um Forderungen aus der SPD.
Ja, ist es. Wer geglaubt hat, dass die Union ihr Wahlprogramm nicht extra scharf formuliert, um Spielraum für Koalitionsverhandlungen zu haben, heißt Jens Spahn, Carsten Linnemann oder ist völlig realitätsfremd. Aber man muss ja nicht über die Linke diskutieren, man kann auch den ersten Post aufgreifen, was grundsätzlich für Diskussionen hilfreich wäre. Und damit wäre man bei einer Partei, die direkte Regierungsverantwortung trägt.
Das fände ich zum Beispiel im Hinblick auf Freibeträge sehr diskussionswürdig.
Aufmerksame Leser dieses Threads werden mitbekommen haben, dass die Diskussion hier schon lange nicht mehr auf Juso und SPD Positionen beschränkt ist.
Der richtige Weg wäre dann wohl eher, das Thema früher zu schließen, als sich darauf zurückzuziehen, dass die Benennung linker Forderungen zum Thema eine Ablenkung ist, weil die Forderung offensichtlich wenig breite Gegenliebe erfährt. Natürlich gehört es zusammen, wenn die SPD einzig mit Grünen und Linken (theoretisch) parlamentarische Mehrheiten generieren kann.
Geht es um die Union und Merz, wird hier übrigens regelmäßig die AfD-Position aufgetischt und da habe ich dieses Argument von dir noch nie gelesen.
Aber zurück zum Thema: die SPD blubbert seit Jahren vor sich her, schafft es aber weder Substanz hinter ihre Forderungen zu bringen und sie zu konkretisieren, noch irgendwas umzusetzen. Siehe hier 2019:
Da muss ich der Linken zugute halten, dass sie wenigstens konkreten Zahlen mitbringen, auch wenn ich die Höhen absolut nicht teile.
Warum wird die SPD nur so zögerlich konkreter? Entweder sie haben selbst keinen Plan oder wollen entweder viel mehr oder viel weniger umsetzen und jedem seine Interpretation offen lassen.