Die Akzeptanz vor Ort ist natürlich ein entscheidender Faktor. Aber ich bin da etwas optimistischer. Aber ich denke dazu wird man die Menschen stärker an den Vorteilen der Windräder beteiligen müssen, z.B. wie in der Lage angedeutet durch die Finanzierung von Kitas oder durch die Stärkung des ÖPNV, so etwas hatte ich hier:
auch schon mal vorgeschlagen.
Aber werden die nicht für die jeweilige Solaranlage auf dem Dach benötigt?
Stimmt natürlich, die gibt es, genau wie die Speicherkapazität selbst, noch nicht. Dazu kann ich ja auch nochmal einen Datenpunkt aus meiner Rechnung liefern, wir hätten in dem letzten Szenario oben (Windkraft onshore und PV jeweils auf ca. 200 GW ausgebaut)
eine maximale Speicherleistung von
- ca. 150 GW zum Befüllen des Speichers (z.B. Elektrolyse oder Batterieaufladung) und
- 60 GW zum Entnehmen aus dem Speicher (z.B. H2-Verstromung oder Batterieentladung)
gebraucht. Das sind in der Tat gewaltige Leistungen und die entsprechenden Anlagen um so schnell z.B. Wasserstoff oder Methan (im geschlossenen System) herzustellen, muss man erst mal bauen.
Wenn man sich allerdings den windige Sommertag des 31.07.2021 von oben, mit der angepassten EE-Erzeugung² genauer ansieht:
dann sieht man, dass die besonders große Speicherleistung (also wie weit die grüne Linie über der roten Linie sitzt) nur Mittags benötigt wird. Rein technisch betrachtet, könnte man also Mittags neben z.B. den Wasserstoffspeichern auch E-Autos als Zwischenspeicher aufladen, während ihre Besitzer auf der Arbeit sind.
Diese Speicherleistung ruft man Abends ab und speichert sie in die langfristigen Gasspeicher um.
Aber dennoch, ich sehe, ähnlich wie @HessenChris , die benötigte Speicherleistung in der Tat auch als sehr herausfordernd. Hier muss die Politik dringend etwas tun.
Da aber beispielsweise zur power-to-gas Speicherung spezielle, große Anlagen gefragt sind, kann man diesen Teil der Energiewende eventuell sehr gut den klassischen Energiekonzernen als zukünftigen business case anbieten und diese damit ins Boot holen.
Anhang:
¹ Die Daten zum Gesamtstromverbrauch, die von smard.de zur Verfügung gestellt werden sind nicht ganz vollständig. Unter anderem fehlt der komplette Stromverbrauch der deutschen Bahn, immerhin 10 TWh im Jahr. Näheres dazu hier: SMARD Benutzerhandbuch
² „angepasste EE-Erzeugung“ meint in diesem Post, dass Windkraft onshore fiktiv auf 200 GW, Windkraft offshore auf 20 GW und Photovoltaik auf ca. 204 GW installierter Nennleistung erhöht wurden. Alle weiteren EE-Quellen und der Gesamtverbrauch¹ entsprechend den realen Daten von 2021.