Finde ich auch.
Guter Ansatz, aber ich würde deine Rechnung noch weiter führen wollen:
Oben hatte ich ja abgeschätzt, dass wir für eine 100% EE-Versorgung in 2021 (mit ca. 200 GW PV, 200 GW WK onshore und 20 GW WK offshore) eine Speicherleistung von etwa 28 TWh benötigen würden.
Nach der Rechnung von @Dsonda macht das für die Türme Aufbaukosten von 28 * 228,5 Mrd. $ * 0.88 €/$ = 5,63 Billionen €. Eine gewaltige Summe auf den ersten Blick.
In dem verlinkten Artikel von @Olaf.K heißt es, die Türme würden 30 bis 40 Jahre leben. Ich bin mal perssimistisch und nehme nur 20 Jahre.
Dann komme ich bei den Türmen also auf jährliche Kosten von 5,63 Billionnen € / 20 ~= 280 Milliarden Euro pro Jahr.
Aber so wie wir die Kosten z.B. für Netzstabilisierung auf alle verbrauchten KIlowattstunden in Deutschland umlegen, so würde man natürlich auch solche Kosten auf den gesamten Stromverbauch in Deutschland umlegen.
Wir hatten in 2021 nach den Daten von smard.de eine Gesamtverbrauch von 505 TWh. Teilt man also die 280 Milliarden Euro durch die 505 TWh (505 Milliarden Kilowattstunden) kommt man bei ungefähr 0,554 Euro pro kWh raus. Nimmt man statt 20 Jahre, die maximalen 40 Jahre Lebensdauer der Türme an, halbiert sich dieser Wert auf 27,7 ct./kWh.
Das erscheint auch mir im Moment noch etwas teuer. Aber ein interessanter Ansatz, besonders da die Energie langfristig und nahezu emissionsfrei gespeichert wird (wenn man das CO2 für die Konstruktion mal rausnimmt). Und vielleicht lassen sich die Kosten ja auch noch senken.
Das ich oben für die Berechnung des Speicher-Wirkungsgrades Wassertoff genommen habe, war wohl nicht so gut.
Also um es noch mal ausdrücklich zu sagen, der Energieträger, der bei der Speicherung des überschüssigen Stromes zum Einsatz kommt, soll für nichts anderes verwendet werden, als ihn im Winter oder bei zu wenig EE-Produktion wieder zu verstromen. Eine Verwendung in der Indsutrie wird dabei ausgeschlossen.
Denn als aller erstes geht es mir bei der Rechnung oben um die CO2-neutrale Deckung des Strom-Energiebedarfes in Deutschland, damit bei uns allen das Licht brennt, unsere Krankenhäuser und Bäckereien genug Strom haben und so weiter.
Du und auch andere in Politik und Wirtschaft verknüpfen das, nach meinem Empfinden, aber mit der Frage, wie man die Rohstoffversorgung z.B. Erdgas in der Stahlindustrie CO2-neutral bekommen kann. Das mag ein Stück weit auch sinnvoll sein, wenn es z.B. um Forschung zur Effizienz von Wasserstoffproduktion geht.
Was aber, meiner Meinung, überhaupt nicht sinnvoll und sogar fragwürdig ist, das ist, wenn man aus den Problemen, die das Ersetzen von Erdgas bei der Stahlindustrie macht, ein Problem für die ganze Energiewende konstruiert und zum Beispiel vorrechnet, dass grüner Wasserstoff auch für die Stromspeicherung unwirtschaftlich wäre, nur weil er heute noch nicht so billig ist, wie das heutige Erdgas beispielsweise.
Oder kurz gesagt, nur weil die Stahlindustrie grünen Wasserstoff als Erdgasersatz aktuell für zu teuer hält, gilt das noch lange nicht für Wasserstoff als Speichermedium für die Energiewende.
Und erst recht begründet sich für mich daraus nicht, das eine Industrie mit ca. 80.000 Angestellten, Vorrang vor der Versorgung von über 80 MIllionen Menschen hat.