Hallo, ich habe mich bei der Ankündigung dieses neuen Podcasts echt sehr gefreut. Ein Podcast über E Mobilität auf dem Haus der Lage der Nation: das verspricht gute aufbereitete Informationen- und einen weiten Blick auf das Thema.
Bisher bin ich eher enttäuscht (aber das kann sich ja noch ändern ). Klar versucht man in der ersten Folge erstmal, sich zu präsentieren, und man darf nicht zu viel erwarten (jede.r hat ja auch andere Erwartungen). Dass man aber beim Thema E Mobilität nur und ausschließlich über das Auto sprach, ist enttäuschend. Dass nicht mit einem Wort auf E Bikes, Scooter, Leichtkraftfahrzeuge und andere Energie- und Ressourcen-sparende Fortbewegungsmittel hingewiesen wird (und sei es auch nur mit einem Satz “Es gibt sie und wir werden sie auch irgendwann besprechen “)- das finde ich sehr enttäuschend!
Wenn ich mich richtig erinnere hatte die Lage der Nation in irgendeiner Folge bei der Besprechung eines politischen Gipfels zu E Mobilität auch genau das kritisiert: dass es dabei zu 90% zum E Autos ging. Ich hoffe sehr, dass es der neue Podcast demnächst besser macht!
Eine aus meiner Sicht sehr erfolgversprechende Kategorie sind die intermediären Fahrzeuge: also ein E Bike (bis 25 oder 45 km/h) auf drei oder vier Rädern für 2 Erwachsene oder einen Erwachsenen und zwei Kinder. Platz- und Ressourcen-sparend, in der Anschaffung leider noch relativ teuer, dafür minimale Folgekosten. Ein guter Ersatz für all die vielen, die mit ihrem Auto in einem überschaubaren Radius unterwegs sind, aber das Zweirad scheuen. Guckt mal bei Instagram unter @invdoux . Man muss kein französisch können um einen guten Überblick zu bekommen.
Ich dachte, Kennzeichen E sei eine Anspielung auf Kennzeichen D. Alle Elektroautos haben ein E im Kennzeichen, daran kann man erkennen, wie viele E-Mobile im Straßenverkehr unterwegs sind, Hat das E-Bike ein Kennzeichen?
Aus diesem Grund finde ich den Namen des Podcasts schlecht gewählt. Das “E”-Kennzeichen ist freiwillig. Nicht jedes Elektroauto besitzt ein E-Kennzeichen. Es hat nicht mal zwingend jedes elektrifizierte Gefährt ein Kennzeichen. Fahrräder (also dann E-Bikes) haben zum Beispiel keine Kennzeichen. Die LKWs von Nanno Jannsen, die man bei den Videos des Elektrotrucker sieht haben ebenfalls kein E-Kennzeichen (*). Dort wurde mal das erste vollelektrische Fahrgastschiff gezeigt und ich bin mir einigermaßen sicher, dass das ebenfalls kein E-Kennzeichen hatte. Die Namenswahl “Kennzeichen E” schränkt also eher auf die reine PKW Sicht ein.
(*) Elektrifizierung in der Logistik wäre übrigens ein sehr spannendes Thema. Ich vermute die wird schneller voranschreiten als bei den PKWs, da Spediteure mehr nach Zahlen und weniger nach Emotionen (“E-Motionen” :)) entscheiden.
Eine Folge gehört, in die anderen in die Inhaltsauflistung gekuckt. Da ist mein Fazit: Könnte auch vom ADAC sein. Bis jetzt große Enttäuschung.
Es fehlen
E-Bikes
Pedelecs
Scooter
Busse
Straßenbahnen
Schiffe
Ein Wechsel der Motorisierung allein hilft nicht, denn in der Stadt stehen E-Autos und Hybride rum wie Verbrenner.
Wir müssen Mobilität neu denken: Berichte aus Barcelona (Superblocks!), Paris, Utrecht, Kopenhagen, London, New York….
Wichtig wäre gerade bezgl. E-Bikes auch der wachsende Radius oder dass dadurch Radfahren in Regionen möglich wird, wo es bislang beschwerlich war (Mittelgebirge). Auch der gesundheitliche Aspekt: In einer Gesellschaft, die durchgängig sitzt und in weiten Teilen übergewichtig ist, ist jede Bewegung gut. Und ein Fahrrad ist da toll, weil es die Gelenke schont.
Auch Verkehrserziehung, StVO, wie mache ich Urlaub ohne Auto, Nachtzüge …..
Wir brauchen mehr Grün in den Städten. Da sind z.B. Straßenbahnen toll, weil die auch begrünte Trassen haben (während auch Busse auf Asphalt fahren).
Warum nicht mal Interviews mit Leuten vom ADFC, vom Stadtradeln oder z.B. Katja Diehl oder Ingwar Preranowitsch (Changing Cities).
Für alle, die das Thema “Alternativen zum PKW” (ja, auch zum schwergewichtigen Ressourcen verbrauchenden E-PKW) interessiert: in Frankreich sind sie deutlich weiter bei der Entwicklung von sog. Leichtkraft (intermediär) Fahrzeugen. Also ein überdachtes E Bike oder S Pedelec mit 3 oder 4 Rädern und Verdeck, für 2 Personen. Ich finde das eine sehr spannende Entwicklung. Wer ein bisschen französisch spricht oder versteht kann ja mal gucken (wer nicht französisch kann, kann aber immer noch die Videos anschauen) bei Instagram unter invdoux. Oder acticycle.officiel. Oder karbikes (so eines bin ich mal Probe gefahren. Die sitzen in Straßburg). Oder QBX Sorean. Das wurde von einem Ehepaar aus Millau entwickelt. Das ist mitten in der bergigen Pampa! Und funktioniert! Usw usw.
Gerade wird über Kooperationen nachgedacht, um größere Stückzahlen günstiger hinzubekommen.
Ein spannendes Thema. Gerade für alle “Zweitwagen-AutofahrerInnen” mit kleinem Portemonnaie, denn die Folgekosten sind lächerlich gering
Ich habe übrigens gerade auf der Website gelesen, wer den Podcast macht.
Beide kommen aus dem Auto-Journalismus.
Kunkel betreute den Bereich “Auto und Mobilität” bei der SZ. Und jeder der eine Tageszeitung kennt, weiß, dass dort im Bereich Auto und Mobilität zu 99% über Autos, zu 1% über Motorräder berichtet wird. Und jetzt schreibt sie über die Automobilindustrie.
Grasmuck ist bei “Electricar”. Der Titel sagt alles.
Man könnte das aber staatlich fördern, um die Städte damit autofrei zu kriegen.
Ich verstehe nicht, warum man den E-Roller-Markt (nicht E-Scooter) fast völlig den Chinesen überlässt. Nur Spanien mischt da mit. Und wer schon mal in spanischen Großstädten war, weiß warum. BMW bietet nur unpraktische Spaßbikes in dem Segment an, bei Preisen um 10.000€ aber vermutlich auch sinnvoll, um sich von der Konkurrenz abzuheben.
Es ist mal wieder eine Frage des politischen Willens. Und vermutlich wird es aktuell (gegen alle Vernunft) an dem scheitern. Das heißt ja aber nicht, dass die Idee schlecht ist.
Zu einer Zeit, wo jeder Kleinwagen von heute die Größe einer Riesen Limousine früherer Zeiten hat, eine, wie ich finde, wünschenswerte Entwicklung. Aber klar: die Auto Industrie ist nicht scharf auf derartige Fahrzeuge.
Aber genau das erwarte ich von einem Podcast wie diesem: auch berichten, was sonst noch so möglich ist. Nicht nur die immer wiederkehrende Leier von neuen Autos…
Aber gut, wir gucken mal, was die Zukunft in dem Podcast so bringt…
Das wäre aber doch dann ein ganz anderer Podcast. Dafür bräuchte es auch eine andere Expertise. Wenn jemand einen Podcast über Basketball macht, komme ich doch auch nicht, dass es besser wäre wenn man statt über Basketball besser über Handball berichtet.
Und natürlich finde ich Mobilitätswende als Thema wichtig. Dafür kann es aber doch auch andere Podcasts geben. Und für den einzelnen von uns ist eben Stand 2026 die Entscheidung relevanter ob man E-Auto oder Verbrenner fährt weil wir da einen Einfluss drauf haben als die Frage wie die Städte umgebaut werden, wo wir nur einen indirekten Einfluss drauf haben.
Mal davon abgesehen, dass da wo ich wohne aktuell vermehrt Straßenbahntrassen begrünt werden ist das doch falsch gedacht. Denn wenn wir so denken, dass wir den MIV massiv reduzieren, dann bräuchte es quasi keine Straßenbahn mehr, weil Busse auf den verbliebenen Straßen (die man ja auch für Lieferverkehr, Rettungsdienste und Feuerwehr, Behindertentransporte, etc. weiter bräuchte) effizient fahren könnten, während man die Straßenbahntrasse dann nicht nur mit Rasen begrünen könnte sondern auch mit Bäumen.
Eine Stadt in der quasi alle Straßen komplett Rückgebaut werden ist dagegen quasi völlig utopisch.
Der Podcast wurde angekündigt als Podcast um elektrische Mobilität - so der Untertitel. Um E-Bikes ging es bis jetzt EINE Minute (Jobrad). Es scheint der Gedanke vorzuherrschen, dass Mobilität =Automobilität ist. Das hat nicht nur angesichts der Klimakrise verhehrende Folgen. Allein schon die alternde Gesellschaft sollte Anlass genug sein, andere Arten der Mobilität mitzudenken. Denn es ist fatal, wenn Menschen z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Autofahren können oder wollen, aber der Bus nur während der Schulzeit zweimal am Tag fährt. Aber es wurden schon zig Automodelle vorgestellt. Das leisten auch AutoBild und ADAC-Motorwelt.
Sage ich irgendwo, dass ich eine Stadt OHNE Straßen will? Aber weniger Straßen, weniger Parkplätze für all die Stehzeuge wäre toll.
Gerade vom Team um LdN hätte ich da weniger Scheuklappen erwartet.
Auch für den einzelnen geht es darum, ob z.B. ein Auto ersetzt wird durch ein E-Bike. Bei Fahrten zur Arbeit bis ca. 10 km kann das eine gute Alternative sein. Dann kommt die Frage: Welche Arten von Lastenrädern kommen für die individuelle Situation am besten in Frage? Da könnte z.b. ein Erfahrungsbericht von Handwerksbetrieben sinnvoll sein. Oder Umstellung der Paketzustellung.
Auch wechseln viele nicht, weil ihnen die Kosten eines Autos nicht bewusst sind. Wenn das Auto schon vor der Tür steht, rechnet man oft nur den Sprit. Dies kann man z.B. hier lesen:
Dort geht man von ca. 500.000 € aus, die man im Laufe des Lebens für Automobilität ausgibt. Dafür kann ich mir auch viel zusätzliche Mobilität kaufen nach Bedarf (Mietwagen, Taxi).
Und wenn du schreibst, man könne nicht Einfluss nehmen auf den Stadtumbau: Da wären doch Beispiele wichtig, wo Leute das doch erfolgreich gemacht haben: Sperrung von Straßen vor Schulen, um Elterntaxis zu verhindern, Bau von sicheren Radwegen… Da ist der Dialog mit Leuten in der Verwaltung wichtig, die oft bislang Radelnde nicht im Blick haben.
Du sagst, dass Straßenbahnen mehr Grün ermöglichen als Busse und dem habe ich so allgemein widersprochen, da man mit Straßenbahnen statt Bussen dann doppelte Infrastruktur vorhalten müsste. In einer Stadt mit massiv reduziertem MIV und daher ohne Stau hätte die Straßenbahn daher nicht wirklich Vorzüge.
Zudem könnte ein Bus im Falle eines vor ihm liegenden Problems ausweichen, was bei Straßenbahnen nicht so einfach geht.
Straßenbahnen mit eigenen begrünten Gleisen haben aktuell vor allem den Vorteil unabhängiger von den Verkehrsverhältnissen zu sein. Sobald sie aber die Straße mit nutzen ist das auch schon kaum mehr der Fall.
Dagegen sage ich ja nichts. Würde das aber jetzt auch nicht in einem Podcast erwarten der als Thema E-Mobility hat sondern eher in einem der Mobilitätswende als Thema hat.
Für einen tollen Überblick über gelungene und weniger gelungene Infrastruktur, die auch Radfahrende und zu Fußgehende berücksichtigt empfehle ich den YouTube-Kanal von Stadt, Land, Rad:
Hier wir praxisnah erklärt, wie die Mobilitätswende gelingen kann, die sich nicht nur auf eine reine Antriebswende (Verbrennerautos durch elektrisch betriebene Fahrzeuge ersetzen) beschränkt
Die Diskussion zur Ausrichtung des Podcasts gabs glaube ich schonmal. Ja es geht um Autos. Heißt nicht, dass sich der Podcast nicht auch anders entwickeln kann. Der Batterie Podcast geht ja auch nicht mehr nur um Batterien.
Aber kennt denn jemand einen guten Podcast, der sich mit der Mobilitätswende an sich beschäftigt, also im Prinzip die Themen, die hier von @Elly aufgelistet wurden?
Ja, „she drives mobility“ von Katja Diehl. Sie ist Speakerin/Aktivistin/Autorin etc im Bereich der Mobilitätswende und hat in dem Kontext auch einen empfehlenswerten Podcast:
das ist mein erster Beitrag und zunächst möchte ich sagen, dass ich mich freue Mitglied des Forums zu sein und angeregte Diskussionen zu führen.
Ich habe bisher alle Kennzeichen E Folgen gehört (aktuell stecke ich noch in der Mitte der aktuellen Folge) und wundere mich ein wenig, dass die Hyundai Modelle bisher immer ausgeklammert werden.
In der letzten Folge ging es um Familien- und Geschäftsautos und ich habe bisher nichts zum IONIQ 5 (oder 9) gehört. Selbiges gilt für den Punkt ,Single in der Stadt’ wo der Hyundai INSTER einige Preise abgeräumt hat.
Ich selbst Falle in die Gruppe Familie + Außendienst und fahre den IONIQ 5. Bisher kann ich sagen, dass der IONIQ das beste Auto ist, was ich bisher besessen habe. Sowohl für lange Strecken allein als auch mit der Familie (Platz und co.) gibt es hier absolut nichts zu beanstanden.
Kann mich jemand erleuchten, warum die Hyundai Familie - Stand jetzt - ausgeklammert wird?
Gerade zum Wahlkampf in BaWü hätte man viel machen können.
Auch wie z.B. die grün-geführte Landesregierung das sogenannte “Verbrenner-Aus” (also das Verbot, Verbrenner-Neuwagen zu verkaufen) in Brüssel zu unterlaufen.
Kennzeichen E ist ein E-Auto-Podcast, zur Kenntnis genommen. Gefällt nicht jedem LdN-Hörer, muss auch nicht jeder mögen. Ich denke weiterhin, der Untertitel “Podcast für alle, die mehr über elektrische Mobilität erfahren wollen.” und das Statement “sprechen über die Mobilität der Zukunft” sind zu breit gewählt und wecken falsche Erwartungen. Sofern sich der Fokus nicht grundlegend ändert, und das kommt mir unwahrscheinlich vor.
Aber Niveau ist nochmal ein eigenes Paar Stiefel. In KE004 bei den zielgruppenspezifischen Fahrzeugbeispielen, da hats mich echt gerissen “dann kann man eine frische Brise einschalten” (oder so ähnlich) - das klang echt wie aus dem Werbeprospekt vorgelesen. Eine etwas sachlichere Darstellung der Features fände ich schon angebracht.