E-Auto-Prämie

Exakt und die lehne ich grundsätzlich ab. Zuviel Verletzungsgefahr für kleine, schwache Teilnehmer im Straßenverkehr. Eigentlich müsste man SUVs verbieten.

Und so bleibt die (in Deutschland) nicht kleine Käufergruppe der preisbewussten Familien bisher weitgehend ohne Wirkliche Modelloptionen.

ID5 und vor allem ID7 haben mit 4,6m bzw. 5m Länge aber auch schon sehr üppige Dimensionen. Das meinte ich mit Schlachtschiff. Mit den 4,3m meines bisherigen Kombis war ich eigentlich immer stets gut bedient. Ich würde gern auf ein immer größer verzichten. Weder ist das ökologisch sinnvoll noch hilft das dem Verkehrsraum, der eigentlich den Platz für Autos schrumpfen müsste.

Aber danke für die Hinweise. ID4 schaue ich mir an.

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Zumindest bei den kompakteren SUV (also nicht X7, Q7 und Co.) ist der Unterschied aber wohl gar nicht so groß und die reale Gefährdung (Eintrittswahrscheinlichkeit mal Gefahr bei Eintritt) wird am meisten von der persönlichen Fahrweise beeinflusst.

Als Grund sich gegen ein E-Auto zu entscheiden wäre es also kaum geeignet, auch wenn ich persönlich auch gerne vernünftige E-Kombis hätte.

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Mal ganz doof gefragt: wenn ich finanziell so gut aufgestellt bin, das ich mir einen Neuwagen leisten kann, beeinflussen 3000-5000€ Prämie die Entscheidung für einen Kauf nachdrücklich?
Oder ist das eher ein Mitnahmeeffekt?
Auch bei 25000€ Kaufpreis…

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Da nicht alle ihr Auto bar bezahlen macht das doch einen deutlichen Unterschied. Die Summe die man finanzieren muss reduziert sich dadurch ja sehr wohl. Also der „Normalo“ der für 25.000 € ein Auto kauft und davon 8.000 € anzahlt und den Rest finanziert dürfte den Unterschied schon spüren.

Hoffnung der Hersteller dürfte zudem sein, dass bei den höherpreisigen Autos als Ausgleich die Ausstattung umfangreicher bestellt wird. Und da ist oft mehr Marge dran. Viele Leute haben ja ein festes Budget aus dem sie wählen.

Man sollte hier erwähnen, dass die Prämie vom zu versteuernden Einkommen abhängig ist, sowie die Anzahl der Kinder. Wir z. B. bekommen keinen Cent der Prämie, wenn wir ein neues Auto kaufen. Aber wenn man “wenig genug verdient” und entsprechende Anzahl kleiner Monsterlinge zu Hause sind 6.000 Euro drin. Bei SPON wurde ein Beispiel aufgemacht, bei dem man für den Dacia Spring in kleinster Ausführung mit Prämie und Händlerrabatt 5.900 Euro bezahlt. Das ist schon mal ein Wort. Und da die Kiste nur mit 3,7 kW lädt, brauch man auch keine Wallbox zu Hause, Steckdose reicht :slight_smile:

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Ist nicht die Gefahr, wie schon oben erwähnt, das mit Einführung der Kaufprämie die Rabatte bei den Herstellern geringer werden bzw. die Preise wieder steigen?

Möglich ist das, und das kann man auch nicht ausschließen. Auf der anderen Seite stehen die enorm unter Druck die Flottengrenzwerte einzuhalten. Sonst drohen denen hohe Strafzahlungen. Desto mehr Stromer die verkaufen, desto geringer ist die Gefahr. Auch wenn die an den eAutos weniger verdienen, würden die glaube ich lieber Umsatz machen als der EU Geld in den Hintern zu blasen.

Das war ja der Grund warum viele Hersteller nach dem Wegfall der letzten Prämie soviel Rabatte gewährt haben.

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Wäre es für Autokäufer nicht deutlich attraktiver, der Betrieb eines E-Autos deutlich günstiger als den Gebrauch eines Verbrenners zu gestalten? Also dann eher Ladestrompreise deckeln/subventionieren, langfristige Steuerfreiheit, Befreiung von Parkgebühren etc. dauerhaft?
Ein Auto ist ja eine langfristige Sache.

Ein günstiges Deutschlandticket nützt ja nur was mit ÖPNV vor der Tür.

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Hier möchte ich klar widersprechen. Parkgebühren dienen dazu, das knappe Gut Parkraum effizient zu nutzen. Eine Abschaffung für bestimmte Fahrzeuge lädt zu Fehlbelegung ein.

Das Gleiche gilt eigentlich für jede Form der Subventionierung, aber hier ist die Fehlallokation sofort für jeden sicht- und spürbar.

Wäre aus Deiner Sicht dann eine Kaufprämie sinnvoller? Oder konsequent auf alle Subventionen verzichten und den „Markt“ entscheiden lassen wie/ob sich das eAuto durchsetzt?

Mein id4 hat so viele assistenz Pakete, die sind schon wirklich gut. Also eine Gefahr ist der weniger als ein Golf 4 ohne Technik… just saying..

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Siehe oben. Das E-Auto setzt sich bereits durch, es braucht keine Geldgeschenke, die letztlich vor allem an die Hersteller gehen.

Ich weiß nicht, wie viel Geld hierfür eingeplant ist, aber jeder einzelne Cent wäre besser investiert in ÖPNV. Ich kenne diverse Zuglinien, die so unzuverlässig sind, dass Pendler zum Autokauf genötigt werden. Von gänzlich unversorgten Regionen reden wir da noch nicht mal. Hier wäre Geld für Mobilität besser angelegt.

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Ein gut funktionierender ÖPNV wäre aber irgendwie Konkurrenz zur schwächelnden Autoindustrie. Die möchte doch grad das Leute eher Autos kaufen, die Regierung dann quasi ja auch.
Beißt sich das nicht irgendwo?

Beispiel:

Man hat hier leider wieder das Gefühl, dass der ÖPNV und die Steigerung der E-Auto-Raten gegeneinander ausgespielt werden. Ich bin sofort dafür mehr Geld für den ÖPNV auszugeben und vor allem das Deutschlandticket im Preis zu reduzieren, aber man muss auch akzeptieren, dass der Individualverkehr bei vielen Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen alternativlos ist, und dass es viele Haushalte gibt, die sich einfach kein E-Auto und ggf. die Infrastruktur leisten können.

In einer perfekten Welt würden alle morgens mit der Antigrav-Bahn zur Arbeit kommen. Aber bis wir da sind, muss sich der ein oder andere auch mal der Realität stellen, und da werden halt einfach noch eine ganze Weile Autos gefahren.

Für die Prämie sind soweit ich weiß 3 Mrd aus dem KTF vorgesehen

Edit: Und bevor man jetzt eine E-Auto-Prämie für Haushalte mit geringerem Einkommen verteufelt, könnte man sich vielleicht über die weiterhin hohen Subventionen für Diesel oder für Dienstwagen aufregen. Bei der Prämie sprechen wir über 3 Mrd bis 2029, das Dienstwagenprivileg kostet ein paar Euro mehr, pro Jahr (Dienstwagenprivileg abschaffen – Ein überholtes Modell oder weiterhin sinnvoll?)

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Grundsätzlich müssen sich E-Autos ohne Kaufprämien am Markt durchsetzen. Ob Kaufprämien überhaupt wirksam sind, ist fraglich. Die aktuell diskutierte Einkommensgrenze von 80.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen ist dabei weder sozial noch marktlogisch sauber kalibriert.
Paare überschreiten diese Grenze relativ leicht. Zwei Median Vollzeitgehälter reichen in vielen Fällen aus, um über 80.000 Euro zu versteuerndes Einkommen zu kommen. Genau diese Haushalte gehören jedoch zu denjenigen, die realistisch Neuwagen kaufen. Ein relevanter Teil der tatsächlichen Nachfrage wird damit von der Förderung ausgeschlossen.
Singles liegen im Median deutlich unterhalb dieser Einkommensgrenze. Singles, die 80.000 Euro zu versteuerndes Einkommen erreichen, gehören bereits zu den oberen Einkommensdezilen und benötigen in der Regel keine Kaufprämie, um ein E-Auto finanzieren zu können. Die Förderung wirkt hier primär als Mitnahmeeffekt für Gutverdiener, nicht als Nachfrageimpuls.
Alleinerziehende liegen einkommensseitig noch deutlich weiter unterhalb der Grenze. Unabhängig von Förderhöhe fehlt hier meist die finanzielle Grundlage für einen Neuwagenkauf. Kaufprämien ändern an dieser strukturellen Situation nichts und laufen für diese Gruppe faktisch ins Leere.
In Summe fördert das Modell weder zielgenau noch effizient. Paare fallen häufig heraus, Singles mit hohem Einkommen profitieren ohne Bedarf, und einkommensschwächere Haushalte werden praktisch nicht erreicht. Die Einkommensgrenze filtert nach Steuermerkmalen, nicht nach realer Kaufwahrscheinlichkeit.

Also ich sehe keine realistische Zielgruppe mit der Föderung.

Wenn das Ziel der Markthochlauf von E Autos ist, wären strukturelle Maßnahmen wie Flottenförderung, Stärkung des Gebrauchtmarkts, niedrigere Strom und Ladepreise oder steuerliche Abschreibungsmodelle deutlich wirksamer als Kaufprämien.

PS. Dienstwagen sind keine Subvention. Das ist eine Steuerpauschalierung.

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Naja, also da ist schon viel Spekulation auf allen Seiten vorhanden. Subjektiv von meiner Seite: Seit der Ankündigung haben drei Kolleg*innen Termine bei Autohäusern vereinbart, bei allen drei sind das keine Mitnahmeeffekte. Zumal die Förderung auch beim Leasing greift, was in Frankreich ja ausgesprochen gut geklappt hat. Die letzte Prämie war nach Grundpreis des Fahrzeugs gestaffelt, das war auch nicht sehr sinnvoll. Mein Auto hatte damals einen “Grundpreis” von knapp unter 40 TEUR und der größere Akku, der stärkere Motor etc, alles Sonderausstattungen. Das Auto hätte regulär 54 TEUR gekostet, aber die 4.500 EUR konnte ich trotzdem mitnehmen. Solche Spielereien sind mit dieser Prämie nicht mehr möglich.

Sicherlich ist die Prämie nicht perfekt, und ich bin generell bei dir, dass sich die Fahrzeuge am Markt am besten ohne Kaufanreize durch den Staat durchsetzen sollten. Aber man darf, gerade in Deutschland, den psychologischen Effekt nicht vernachlässigen. Als die alte Prämie übernacht abgeschafft wurde, hieß es “Naja, kann ja dann nicht so wichtig sein”. Zudem trägt eine solche Prämie sicherlich bei der Kalkulation der Automobilindustrie Früchte. Vielleicht hat der Schlingerkurs der Regierungen der letzten Jahre und der EU nicht zu massive Spuren hinterlassen.

PS: Semantics. Es kostet Geld, und wesentlich mehr als die E-Auto-Prämie.

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hier etwas Lektüre

Dienstwagenprivileg Subvention oder Pauschalierung?

und wie @Sarathai schreibt, gilt das auch fürs Leasing.
Wer also 6.000€ Förderung bekommt und ein Auto für 200€ pro Monat für 36 Monate findet, zahlt faktisch nur 33 Euro.

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Da hab ich dir den Unterschied erklärt.

Wer sich das Fahrzeug ohne Förderung nicht leisten kann, wird es auch nach 36 Monaten nicht können.
Das ist kein Marktversagen, sondern eine Einkommensrestriktion, die der Staat durch Fahrzeugförderung nicht auflösen kann. Das führt nur zu Log-in-Effekten.

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Agora Verkehrswende hat ein paar interessante Daten veröffentlicht, wie man die private Elektromobilität effektiv fördern kann.

Es lohnt sich unter dem Link mal die Grafiken näher anzuschauen…




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Gestern habe ich zum ersten Mal von der geplanten Prämie erfahren und musste schmunzeln über die Ironie: Ich habe mir gerade einen BYD geleast, der im Januar übergeben wurde (48 Monate).

Bei meiner Recherche zur Unterstützung der deutschen Industrie habe ich übrigens festgestellt, dass viele Teile auch in chinesischen Fahrzeugen von deutschen Zulieferern stammen. Ich arbeite zum Beispiel bei tesa und weiß, dass in alle Fahrzeugmodelle – auch Porsche und Lamborghini – Klebebänder von tesa verbaut werden, ähnlich wie andere Baugruppen oder Komponenten.

Als ich hörte, dass die Prämie rückwirkend für alle Neuzulassungen ab dem 1. Januar dieses Jahres gezahlt werden soll, blieb mir die Spucke weg. Was ist das bitte für ein Kaufanreiz, der für längst getroffene Entscheidungen ausgezahlt wird? Niemand geht spontan ins Autohaus, so etwas plant man lange im Voraus. Natürlich habe ich mir schon ausgemalt, wie hoch die Summe wohl wäre (Und ja auch mit 90.000€ Haushaltseinkommen ist ein E-Auto problemlos finanzierbar, gerade im Leasing) – nur um dann enttäuscht festzustellen, dass mein Wagen am 30.12.2025 zugelassen wurde.

Grundsätzlich finde ich es super, den Kauf von Elektroautos zu fördern. Aber viele Empfänger werden sich nur über das Geld freuen, was jetzt fließt aber nicht erwartet war und gleichzeitig werden Händler vermutlich die Preise anheben. Meiner Meinung nach sollte man die Nutzung von E-Autos besser bewerben und vor allem für ein ausreichendes, günstiges Ladenetz sorgen.

Kostenlose Parkplätze in Metropolen sind ein toller Vorteil – leider wurde das bei uns gerade gestrichen, weil die Stadtkasse leer ist.

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