E-Auto-Prämie

Die Bundesregierung will für den Kauf von E-Autos unter gewissen Umständen eine Prämie zahlen ( Neue E-Auto-Prämie: Wer kann wie viel Geld beantragen? | tagesschau.de ).

Auch wenn ich die Absicht, Elektromobilität zu fördern, generell für richtig halte, frage ich doch, ob diese Prämie gut gestaltet ist.

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Erbitte eine Liste von deutschen Autos, die ohne Teile aus China produziert wurden. Wir lügen uns da in die eigene Tasche. Welche Autos sind denn wirklich noch made in Germany? Und welches dieser Autos wird sich ein Haushalt mit 45.000€ Jahreseinkünfte und zwei Kindern leisten können, weil das nun 6.000€ billiger ist?
BYD baut gerade ein Werk in Ungarn, made in EU wird in Zukunft auch für chinesische Autos gelten.
Ob das Nachahmer findet, wo die EU die Zölle auf Autos aus China abgeschafft hat und stattdessen einen Mindestpreis eingeführt hat?
Den Artikel zur Ladeinfrastruktur kann ich leider nicht öffnen. Aber die wurde bereits umfassend gefördert. Ergebnis: ohne Autos lassen sie sich nicht gewinnbringend betreiben und werden teilweise zum Ende der Förderung wieder abgebaut, da der Grund meist nicht dem Betreiber gehört. Auch wird in diese dann nicht investiert. Folge sind lauter 22kW und 50kW Lader, während die meisten Autos 100+ könnten.
Nur E-Auto-Nutzer bieten einen Anreiz, ein Ladenetz zu betreiben. Ansonsten bietet Tesla für eine monatliche Gebühr sein Netz mittlerweile auch Fremdkunden an. Dann ist Infrastrukturangst wirklich kein Thema mehr.
Den BYD Surf gab es als Comfort vor der Förderung als Tageszulassung teilweise für 22.000€, Liste um die 30’. Der wird jetzt also eher teurer als billiger.
Tesla kostet in der kleinsten Version zwar 37.000, aber die Ersparnis werden die meisten in den Autopilot stecken, Kostenpunkt ab 3.800€.
Ein Leapmotor mit 99€ Leasinkosten könnte aber interessant werden. Der wäre ja dann quasi umsonst über die Nutzung.

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Das Argument der Protektion greift aus den von dir genannten Gründen nicht mehr. Die Hersteller produzieren demnächst in der EU.

Es hilft nur, dass die deutschen Autobauer wieder attraktivere Autos bauen und somit im Wettbewerb gewinnen. Ich verstehe die Prämie als Förderung für die Autoindustrie, zumal auch Hybride gefördert werden.

Die Preisunterschiede bei 40-80T € teuren Karren waren am Ende nicht mehr hoch. Neuwagen kaufen sich eh nur Leute, die das Geld übrig haben und somit wird die Prämie eher zu steigenden Marktpreisen führen. Experten hatten vorgeschlagen, den Tankpreis an öff. Ladesäulen für die ersten x km zu subventionieren, damit vor allem Leute ohne Eigenheim profitieren und die Mitnahmeeffekte wegfallen.

Insgesamt ein wichtiges Zeichen, dass man was für die E-Auto Wende tut. Wenn die Förderung ausläuft, gibts aber vermutlich wieder mal einen Dämpfer im eigentlich steigenden Trend. Wäre gut die dieses mal sanft auslaufen zu lassen anstatt von heute auf morgen zu streichen.

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Dacia Spring wird ebenfalls sehr günstig durch die Subventionierung, die jeder Steuerzahler finanziert. Gibt es aktuell für 12-15.000 Euro, mit Förderung dann für die Zielgruppe deutlich unter 10.000 Euro.

Wird allerdings auch in Wuhan hergestellt. :wink:

Persönliche Subventionen in dieser Form halte ich aber für grundsätzlich fehlgeleitet. Zwei geförderte Fahrzeuge verschlingen die gesamte geleistete Einkommensteuer eines durchschnittlichen Haushalts und zerstören zugleich Restwerte bestehender Fahrzeuge. Haushalte werden incentiviert, ihr Einkommen unterhalb förderwürdiger Einkommen zu halten und Kaufentscheidungen vor und nach der Förderung entfallen.

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Ob die Prämie in der Form, vor allem mit Plug-In-Hybriden und Autos mit Range Extender sinnvoll ist, sei dahingestellt. Ich finde es aber gut, dass die Prämie nicht nur auf Europäische Autos angewandt werden darf. Vielleicht merken die Europäischen, und vor allem die Deutschen Autobauer mal, was sie tatsächlich für einen Nachholbedarf haben. Ich war kürzlich wg eines Schadens im größten Autohaus des Kreisgebietes (VW, Hyundai, Audi) und habe mir in der Wartezeit den ID.7 angeschaut. Wurde sofort von einem Verkäufer angefallen. Als ich auf meinen Ioniq5 gezeigt habe meinte er “Na, da brauche ich gar nicht weiterreden. So ein gutes eAuto haben wir bei VW nicht”. Ich denke, das sagt alles.

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ich fände es viel klüger, den Strom für Wallboxen und öffentliche Ladesäulen zu subventionieren für ein paar Jahre, das würde allen zu gute kommen, einfacher sein, und würde den Betrieb attraktiv machen… bei den Förderungen ist es immer das gleiche, wer bekommt es, wer nicht, wie beantragt man etc..

Zuhause könnte man simpel das Ladeprotokoll der WB einmal online einreichen und einen Rabatt bekommen (Zähler haben sie ja im Regelfall nicht)… und gut…

Oder man kann die WB in Zukunft an den WP Strom hängen, das wäre auch gut, dann wird es automatisch billiger, oder entweder oder… je nach Haushalt..

diese Subventionen beim Kauf sind immer tricky.. und auch nie fair. Bist du 1 Euro über der Grenze, bekommst du nix mehr…

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Die soziale Staffelung für die untere Hälfte der privaten Neuwagenkäufer mit zu versteuerndem Haushaltseinkommen von unter 80.000 € ist schon vernünftig, wobei Neuwagenkäufer generell zumeist zur Mittelschicht gehören.

Kleinere Mitnahmeeffekte, weil hierzulande ganz überwiegend heimische Autos gekauft werden, sind nicht auszuschließen, würden dadurch aber v. a. auf die E-Sparten der hiesigen Autohersteller entfallen, was das Segment stärkt. Sie wären folglich zu verschmerzen.

Problematisch ist die Subventionierung von Hybrid-Fahrzeugen, denn sie reduzieren die Emissionen im Realbetrieb so gut wie nicht und sind technologisch eine völlige Sackgasse:

Eine Ausbauoffensive bei der Ladeinfrastruktur samt besserer preislicher und Kompatibilitätsregulierung ist zusätzlich nötig.

Es profitiert überwiegend der ländliche Raum, weil es dort viel mehr private Stellplätze an Einfamilienhäusern gibt und man dort einfacher Wallboxen u. dgl. installieren kann.

Was auch kommen muss, ist eine energiewendefreundliche Richtlinie fürs bidirektionale Laden.

Mittelfristig fallen auch mehr Gebrauchtwagen mit E-Antrieb an, weil eine höhere Marktdurchdringung Stück für Stück nach unten weitergegeben wird.

Eine Zeit-Analyse vom Dezember hat ergeben, dass der Kaufpreis elektrischer Vergleichsmodelle im Gebrauchtwagenmarkt schon deutlich zurückgegangen ist:

Gebrauchte Elektroautos kosten viel mehr als Verbrenner? Stimmt nicht mehr, zeigt eine exklusive Datenauswertung. Manchmal sogar weniger.

https://archive.is/uRe42

Nicht zu vergessen ist auch, dass E-Autos langfristig in Betrieb und Wartung günstiger sind.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass neue E-Mobile recht schnell klimafreundlicher sind als das Weiternutzen von Verbrennern. Die einzige Ausnahme sind „Garagenwagen, die im Jahr weniger als 3.000 km gefahren werden.“

Der Fairness halber sollte aber für ÖPNV-Nutzer der D-Ticket-Preis langfristig stabil gehalten oder sogar wieder gesenkt werden.

Das Klimageld, wofür die Vorgängerregierung noch die Voraussetzungen geschaffen hat, hilft v. a. Geringverdienenden.

So abgerundet wäre es ein vernünftiges Gesamtpaket.

Die Einschätzung von Professor Michael Sterner ist auch überwiegend positiv:

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Eine Förderung für Wallboxen wäre wirklich nicht schlecht. Dieses Mal könnte man sinnigerweise den Nachweis für den Besitz oder Kauf eines eAutos als Bedingung machen. Wallboxen wurden ja schon mal gefördert bis der Topf leer war. Wir hatten Glück, da meine Frau selbstständig ist. Da hatten wir noch einen Rest aus dem Firmenfördertopf bekommen. Der Elektriker, der die bei uns angeschlosse hatte, meinte dann, er hätte bestimmt 80 Wallboxen über die Förderung bei Privatleuten installiert, und die Mehrzahl hätte gar kein eAuto. Die wollten nur halt mal die Förderung mitnehmen um die Immobilie aufzuwerten. Auch nicht wirklich Sinn der Sache.

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Ich würde auch überlegen, ob man Firmenwagenkäufer mehr in die Pflicht nimmt und ob man auch nicht Hilfe aufs Gebrauchswagen im E-Auto ausweitet.

Um die Preistransparenz und die Ladeinfrastruktur muss man sich auch noch kümmern.

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ja, das war schon ein Witz, dass man das ohne BEV oder Nachweis, innerhalb von 12 Monaten eines zu besitzen, bekommen hat. ich habs damals verpasst, und dann ohne eine installieren lassen. zugegebenermaßen ist die Anschaffung, im Verhältnis zum Auto selbst, durch die gefallenen Kosten, jetzt nicht mehr so der Entscheider.

Wobei die Kosten massiv von der baulichen Situation abhängt. Wenn man Starkstrom easy in die Garage bekommt, null problem… wenn man aber eine Garage im Garagenpark hat, und die Stadt fr die Leitung 10.000€ verlangt… dann ist das was ganz anderes.. aber dann sind die 800Euro Förderung auch nicht der Hebel

viele Firmen haben eh schon ihre Nutzer auf BEVs verpflichtet… daher fahre ich bspw einen… wir haben keine Wahl mehr…

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Bei uns hat die Aktion knapp 6.000 Euro gekostet, da waren wir über die 900 Euro Förderung schon dankbar. (Neuer Zählerschrank, Tiefbau, Kabel legen, Wallbox und Installation).

edit: Walalalabox entfernt :stuck_out_tongue:

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Gerade die Walalboxen sind sehr teuer :joy:
Das ist ein echt hoher Preis, der aber durch die hohe Regulierung innerhalb Deutschlands kommt.
Dass eine Wallbox durch einen Fachbetrieb installiert werden soll, kann ich ja noch verstehen. Aber durch verschiedene Regulation wie Steuerbarkeit der Wallbox durch den Energieversorger etc. werden die Kosten schnell hoch getrieben.

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Bäh! Habs korrigert :slight_smile:

Das war ja nicht das Problem, unsere Wallbox ist doof (2022 eingebaut) die kann nur laden und nicht-laden (haben die aber mittlerweile mit einem Shelly schlau gemacht, wg dyn. Stromtarif). Die Kiste hat damals nur 600 Euro gekostet. Das Problem war der Rattenschwanz hintendran. Weiß nicht, ob wir das ohne Firmen-Förderung damals gemacht hätten…

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Da einmal meine Erfahrung dazu:
Ich bin 2 Jahre und knapp 150tkm Tesla gefahren und dachte, ohne Supercharger komme ich nicht aus, denn der Tesla plant ja nur mit Superchargern.
Dann bin ich (hauptsächlich aus politischen Gründen) weg von Tesla und fahre nun einen BMW i4.
Beim Umstieg hatte ich mich auf einige Dinge eingestellt, die ich vermissen werde, gerade auf Langstrecke. Und wurde eines Besseren belehrt.
Der i4 plant mit allen Ladestationen oder nur mit denen, die ich ihm vorgebe (z.B. die, bei denen ich Kunde bin). Dabei merkt man, dass es erheblich mehr Ladepunkte gibt als man es von Tesla gewohnt war. Die Ladeplanung ist sogar besser als im Tesla und bietet mehr Einstellmöglichkeiten und preislich nimmt es sich nichts, wenn man nicht per überteuertem Roaming irgendwo laden muss.
Kurzes Fazit dazu: Die Ladeinfrastruktur ist da und gut. Besser geht natürlich immer (was ich immer merke, wenn ich z.B. in den Niederlanden unterwegs bin). Jetzt noch damit zu argumentieren, dass die Ladeinfrastruktur aber so schlecht sei und man daher kein BEV fahren könne, ist einfach nur eine Schutzbehauptung.

Zur E-Auto-Prämie: Durch die Staffelung der Prämie abhängig vom Gehalt finde ich diese eigentlich ganz gelungen. Wie gut das ankommt, werden wir sehen. Einige Leasinganbieter haben jetzt schon Angebote für unter 100€ angekündigt. Auch wenn ich nicht viel von Leasing halte, könnte das einigen Leuten helfen.

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Also mit Ladeinfrastruktur ist ja vor allem auch das Laden in Nähe der Mietwohnung gemeint und auf dem Land. Im Dorf meiner Eltern gibt es 2 öffentliche Ladestation die beide vor kurzem für über 1 Monat ausgefallen sind :person_shrugging:

So viel zum Thema “Schutzbehauptung” Herr BMWi4 für min. 60k Listenpreis :roll_eyes:

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Wie oft ich dieses Argument höre …
Auf dem Dorf sollte das Laden am Haus kein Problem darstellen.
Das ist übrigens auch oft die kostengünstigste Möglichkeit, zu laden.
Was Dein Satz mit „Herr BMWi4 für min. 60k Listenpreis“ soll, erschließt sich mir nicht.

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Vielleicht sollte man bei der ganzen Ladesäulen-Diskussion mal wieder dran erinnern, dass man ein eAuto mit einer stinknormalen Steckdose laden kann. Soweit ich weiß, ich lasse mich gerne korrigieren, lädt der Dacia Spring sogar nur mit max, 3,7 kW Wechselstrom.

Kommt natürlich auf das Fahrprofil an. Aber wenn ich das Auto nachts 10 Stunden an die Steckdose im Garten oder in der Garage stelle, kommen mal min. 30 kWh im Akku an. Das reicht egal zu welcher Jahreszeit mal locker für 100 km. Das sollte, auch hier lasse ich mich gerne korrigieren, für mehr als 90% der privaten Fahrzeuge an min 320 Tage im Jahr reichen.

Meine Kollegin hat ihren Kona 2 Jahre lang an der Gartensteckdose geladen, bevor der Vermieter eine Wallbox installiert hat. Also, geht, ist praktikabel und tut auch meistens nicht weh (bzw. genauso wie bei einer Wallbox. Man kann nämlich über das Kabel bei der Wallbox genauso stolpern und sich das Knie aufhauen, wie bei einem handelsüblichen Verlängerungskabel. Extra für euch getestet, you’re welcome!)

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Wohne auch auf dem Dorf, zugegeben am Rand des Ruhrgebiets. Da gibt es 4 22kW-Lader, wo immer was frei ist. Die meisten werden auf dem Land aber zu Hause laden.

In 5-10km Umkreis gibt es zahlreiche 22kW-Lader und auch Schnelllader bis 300kW. Da lade ich aber nur wenn es wirklich schnell gehen muss.

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Guter Mann!

Ladeplanung bei meinem BMW ist super (ist beim iX dieselbe wie beim i4), mit Prio auf den eigenen Abos. Bei unseren Dienstwagen ist das ARAL.
War schon in Prag, Vendeuvre und Thonon-les-bains und selbst Schweiz/Belgien/Frankreich völlig ohne Probleme. Das Auto hat immer einen passenden und freien Schnelllader gefunden.

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