Die Kritik, die viele in diesem und dem vorherigen Thread beschäftigt, scheint vor allem darin zu liegen, dass sich die beiden und die Moderatoren dieses Threads nur auf technokratische Argumente stützen. Dabei geht es in den Kommentaren nicht so sehr um den Inhalt an sich, sondern um die Art und Weise, wie dieses Thema behandelt wird.
Besonders auffällig ist die Überheblichkeit und das Herabsetzen der betroffenen Personen, die in den Rückmeldungen zur letzten Folge deutlich spürbar war. Dies steht im krassen Widerspruch zu dem, was man von der Lage gewohnt ist – einer normalerweise empathischen, differenzierten und vor allem klaren Auseinandersetzung mit den Zahlen und Fakten.
Das wiederholte Hervorheben anekdotischer Evidenz sowie der Fokus darauf, dass das eigene Team fast ausschließlich aus Frauen besteht, passt so gar nicht zu dem, was man von der Lage gewohnt ist.
Für mich zerbricht hier gerade etwas Wichtiges, und ich denke, viele der Kommentierenden empfinden das ähnlich.
Wenn ich mir wünschen dürfte, wie die Reaktion darauf aussehen sollte, dann wäre es folgendermaßen: „Wir haben festgestellt, dass die Kommentare ungewöhnlich zahlreich und sachlich sind. Es scheint, als hätten wir Schwierigkeiten, diese Perspektiven nachzuvollziehen – andernfalls würde das Feedback nicht so konstant und intensiv sein."
Bitte sprecht darüber, wie sich das für euch anfühlt und thematisiert auch die mögliche Ohnmacht oder den Reflex, dies unbedingt einordnen und erklären zu müssen. Ladet jemanden von außen ein, die dies mit euch bespricht und analysiert – jedoch nicht jemanden aus eurem eigenen Team, das in einem Abhängigkeitsverhältnis zu euch steht.
Abschließend möchte ich besonders auf die zahlreichen weiblich gelesenen Kommentierenden hinweisen, die sich große Mühe geben, ihre Sichtweise zu vermitteln. Sie tun dies, weil sie an das Format glauben und sich die Zeit nehmen, etwas beizutragen. Seht das als Kompliment an die Lage und das, was ihr aufgebaut habt. Niemand würde sich so viel Mühe machen für ein Medium, das sich in die vielen Podcasts einreiht, die mansplainen und den Status Quo verteidigen. Ihr seid genau das nicht – und wir wollen, hoffen und wünschen uns, dass das so bleibt.