Auswirkung der Dürre

Vielleicht wartet Merz auf steigende Meeresspiegel, um das Dürre-Problem zu lösen.

Manchmal muss man Dinge einfach aussitzen… :wink:

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Es wird bei dem Thema keine nennenswerten Fortschritte geben. Auf der Sachebene hatte die rechte Hälfte nie ein Argument gegen Klimaschutz, deswegen wurde die Debatte mit aller Macht weg von einer sachlichen hin zu einer politisch-identitären Frage gemacht und mit kontrafaktischem Unsinn durchseucht. Angesichts der Reaktionen auf die immer neuen Katastrophen („wegen eines solchen Tages ändert man doch nicht die ganze Politik…“ „es ist eben nicht so, dass morgen die Welt untergeht“ oder unser neuer Verkehrsminister mit Superideen wie „lass nochmal über ein Verbrennerverbot diskutieren“ und „lass irgendwie zigtausend LKW und Fahrer auf alle Nord-Süd-Autobahnen parken um den Schiffsverkehr zu kompensieren“ „hier ist zu wenig Wasser, dann lass uns halt ein tieferes Loch graben…“) muss man buchstäblich konstatieren:

Die sterben lieber, als zuzugeben, dass sie Unrecht hatten und haben, was halt die Voraussetzung wäre, um was zu ändern. Dabei kann man nicht mal den politischen Vertretern allein die Schuld dafür geben, weil sie schlicht und ergreifend zutreffend unsere Gesellschaft repräsentieren. Im Guten, im Schlechten und hier halt in suizidaler Rechthaberei.

Und als brave Demokraten lassen sich die, die es schon immer besser wussten und alle Fakten auf ihrer Seite hatten und haben, darauf ein, so zu tun, als wären (billiger und kluger) Klimaschutz und exorbitant teure Klimaanpassung irgendwie Meinungsthemen, statt reinste Sachfragen. Merz hat natürlich recht: „Die Welt“ wird nicht untergehen. Nur der Teil, der viel grundlegender als jedes Wirtschaftswachstum die Bedingung für den Bestand unserer Spezies ist, der macht mal ein par Jahrhunderte Pause. Haben die aber alle immer noch nicht verstanden, deswegen so Sätze wie „die nächsten Wochen überstehen…“ Als ob das Problem dann verschwunden wäre… Der Überlebensinstinkt eines Schneemanns im August „wird auch wieder kälter“.

Deswegen ist die (im oben verlinkten Spiegel-Kommentar beschriebene) Resignation der Klimabewegung völlig angemessen und zutreffend. Mit der einen Hälfte der Gesellschaft wäre es unwahrscheinlich, schwierig, schmerzhaft und langwierig, gemeinsam die Voraussetzungen für ein halbwegs würdiges Überleben zu sichern, mit der anderen Hälfte (nicht nur in Deutschland), ist es ausgeschlossen. Die früher mal behauptete Einigkeit über Ziele wäre in der Tat die Voraussetzung für eine Debatte, das war aber immer schon eine Lüge. Ein erfolgreiches Verzögerungsgefecht von Leuten und für Leute die am liebsten garnichts ändern wollten.

Insofern zeigt sich auch in der Klimapolitik, dass sich rechte Politik auch zwischen apokalyptischen Waldbränden und sintflutartigen Unwettern nicht in ihrem Scheitern entzaubern lässt.

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Das Framing links-rechts für Klimapolitik halte ich für völlig kontraproduktiv. Erstens stimmt das nicht und zweitens erzeugt man so zusätzliche Gräben bzw. sogar Reaktanz, wenn Mitte und Rechte keinen Bock auf Linke haben und sich daher von „linker“ Klimapolitik abwenden.

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Es waren nicht die Linken, die das zu einem Lagerthema gemacht haben. FfF war ausdrücklich überparteilich. Rechts hat sich konsequent dagegen gestellt. Erst war alles nicht bewiesen, dann war alles nicht schlimm, dann war alles eine linke Verschwörung gegen Wachstum und Freiheit, jetzt werden die Klimaziele und co2-Preis als marktnaher Ansatz genauso systematisch entkernt und zerstört, wie ordnungspolitische Vorgaben. Alles für die rechte Hälfte, die sich einfach nicht so abgeholt fühlt, ohne totes Tier auf dem Grill, 240 auf der Autobahn, totes Kind im Kühlergrill des Verbrenners, Ölheizung im Keller und Steingarten im Haus auf der Überschwemmungsfläche :man_shrugging: Klimaschutz, Transformation macht sich später technologieoffen ganz von allein. Ich hab es satt, so zu tun, als wären die leeren, abstrakten Zusagen von rechts, man sei ja einig im Ziel irgendwann mal ehrlich gemeint gewesen. So sicher, wie das nächste „Wetterphänomen“ endet diese Zusage, sobald sie den falschen auch nur die minimalste Unannehmlichkeit bereiten könnte. Es wird so laufen wie immer mit rechts: 1. Freiheit, Eigenverantwortung, keine Experimente 2. Aber nur solange das Ergebnis ist, was wir wollen 3. Davon haben wir nichts gewusst, das konnte keiner ahnen! Die Grünen und Linken sind schuld, weil sie uns das nicht mit einem hinreichend individuell differenzierten Arbeitsblatt erklärt haben und immer so gemein zu uns waren! 4. Wir müssen jetzt nach vorne gucken und entscheiden, ob wir unsere Probleme lieber auf Kosten von Armen, Ausländern oder beiden lösen wollen.

Auch ohne die rechte Hälfte wären die nötigen Entscheidungen mittlerweile so hart, dass es ungewiss wäre, ob sie umgesetzt werden können, die Katastrophe soweit fortgeschritten, dass fraglich bleibt, wie viel überhaupt zu retten ist. Aber mit dieser Hälfte eben ausgeschlossen. Die wollen einfach im jetzt leben. Um es positiv zu formulieren.

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Wäre es nicht statthaft, sogar angemessen und deutlicher, die klar zu benennen, die das wirklich angetrieben und zu verantworten haben?

Es waren Kapitalisten, denen Profit und Vorteile für sich und ihr Klientel am nächsten lagen.

Welche politische Richtung diese Akteure haben, ist hier nicht relevant. Diese Interessenlage gibt es hüben wie drüben.

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Was hindert dich daran, Klimapolitik weiterhin als das zu sehen, was es ist, nämlich überparteilich?

Du willst doch auch ein Lagerhema, sonst würdest du einfach nicht darauf einsteigen.

Es ist ja nun auch beileibe nicht so, dass alle Linken besonders klimafreundlich leben, auf Grillfleisch verzichten, den Kaminofen abbauen, keine Flüge buchen, statt MIV auf Bahn setzen. Die Verquickung von rechts-links mit Klimaschutz ist schlichtweg Unfug, egal ob von rechts oder links.

Wen meinst du denn konkret mit „die wollen einfach im Jetzt leben“?

Ich sehe das so, dass das ein übergreifendes Ziel sein sollte. Deswegen hätte ich schon gehofft, dass man sich tatsächlich auf Ziele einlässt, die einfach gegeben sind und in diesem Rahmen konkurriert. Die FDP hat mich im vor-Ampel-Wahlkampf inhaltlich beim Klimakapitel schon fast soweit gehabt, sie zu wählen, weil das bei konsequenter Umsetzung radikaler und wirksamer und sozialer (Klimageld vorausgesetzt) gewesen wäre, als die Vorschläge der Grünen. Hier haben aber Union und FDP stehts nur behauptet, mitzuziehen, in Wirklichkeit standen die bei jeder Entscheidung immer bei nicht jetzt, nicht so schnell, nicht so viel Klimaschutz. Und das, was trotdem geschafft wurde, wird jetzt überall angegriffen und abgeräumt. Und zwar getragen vom Großteil ihrer Wählerschaft. Und dann sollte man nicht so tun, als wäre das anders. Ist wie ne Gruppenarbeit. Klar ist das ein gemeinsames Projekt, aber das heisst noch lange nicht, dass alle vernünftig mitziehen. Und wenns am ende dann nicht reicht, sind halt nicht die daran schuld, die es wenigstens halbwegs versucht haben, weil sie nicht perfekt sind oder die anderen nicht genug gebeten haben wenigstens das bare minimum zu tun, sondern die, die von Anfang an sabotiert und gebremst haben.

Ich bin dieses Quatschargument, vom fliegenden Klimaschützer dermaßen leid. Ich kann grillen, rasen, fliegen und trotzdem eine Politik wählen, die das richtigerweise extrem verteuert oder verbietet. Ich bin in meiner Familie der einzige Fleischfresser, aber ich diskutiere keine Sekunde, dass wir ne Politik brauchen, die meinen Lebensstil drastisch verändern würde. Umgekehrt bin ich der mit den mit Abstand wenigsten Autokilometern, aber meine autoliebenden, öpnv-hassenden, Fahrrad fürchtenden Familienmitglieder tun auch nicht so, als wäre die Transformation des Verkehrs nicht dringend überfällig. Das nötige kann aber nur politisch gemacht werden, nicht von Einzelnen.

Die, die diese Politik wählen und ihre Repräsentanten.

Und um den Bezug zum Thema zu explizieren: Deswegen wird auf diese Dürre so reagiert, wie auf die anderen, winzigen Vorboten der Zukunft (ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Hitzesommer in den 2003, regelmäßige, eskalierenden „Jahrhundertfluten“, besonders prominent im Ahrtal),: Mit kurzfristigen, kurzsichtigen Maßnahmen ohne nachhaltige Anpassug und Stabilisierung dieses Verkehrsträgers (vom Ökosystem braucht man ja nicht mal anzufangen). Es wird keine flächendeckenden Entsiegelungen geben, keine Renaturierungen im Einzugsgebiet, keine Schaffung von hinreichend natürlichen oder künstlichen Speicher- und Regulationsmöglichkeiten für den Wasserstand, weil das -„wer hätte ahnen können, dass die Klimaschützer recht behalten“- noch mehr zu teuer ist, als Klimaschutz. Und das ist nur ein winziger Teil des Anpassungsdrucks, der noch kommt und den packen wir schon nicht.

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Da ist er wieder, der persönliche Fußabdruck und die „individuelle Verantwortung“.

Das Argument ist ausgelutscht und einfach nur eine billige Rechtfertigung, sich selbst verantwortungslos zu verhalten à la „Ich würde ja die Grünen wählen, aber Baerbock fliegt mit dem Privatjet nach New York, die sind also auch doof. Also CDU/AfD/FDP/gar nichts“.

Der Witz ist doch, dass progressive Politik genau an diesem Punkt ansetzt: es ist unrealistisch anzunehmen, dass alle Mitglieder einer Gemeinschaft sich immer und zu jedem Zeitpunkt freiwillig und automatisch so verhalten, dass es der Gemeinschaft insgesamt gut geht. Also definiert man wo nötig Spielregeln, auch wenn das der unmittelbaren persönlichen Bequemlichkeit manchmal im Wege steht. Ja, auch manche „Linke“ Menschen essen viel Fleisch und fliegen mit dem Flugzeug. Aber sie sie würden sich in dieser Bequemlichkeit eben ohne ständiges rumgeheule einschränken lassen, wenn es der Gemeinschaft dadurch insgesamt besser geht.

Oder um es mal platt zu sagen: wer sich über die Auswirkungen der Dürre/Überschwemmung im Ahrtal/etc. schockiert zeigt, dann aber wieder CDSU/AfD/FDP usw. wählt, der belügt sich selbst und alle anderen.

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Es gibt Gerüchte, das Menschen durchaus mal egoistisch und dem eigenen Vorteil zugetan agieren- auch ohne Rücksicht auf andere.

Aber wie gesagt: unbestätigte Gerüchte….. :wink::face_with_monocle:

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Warum tun sie es dann nicht? Wenn ich weniger Fleisch esse und weniger fliege geht es auch heute schon der Gemeinschaft besser. Die Phrase „ich würde mich ja gerne klimafreundlicher verhalten aber wenn der Staat nicht die richtigen Rahmenbedingungen setzt bringt das alles nichts“ ist ja auch nur

Im Endeffekt ist es das Pendant auf individueller Ebene zu dem Argument: „Deutschland ist nur für 2% der Emissionen verantwortlich. Allein retten wir das Klima nicht.“ Genauso wie ich auf das perfekte internationale Abkommen warten kann (das es nie geben wird) um nationale Anstrengungen zum Klimaschutz in die Wege zu leiten kann ich auch als Bürger so lange Klimaschutz auf individueller Ebene ignorieren bis die Politik "mal endlich handelt ". So wird das ganz sicher nichts.

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An dieser Stelle möchte ich auf die uns allen in allen Bereichen innewohnende Ambiguität hinweisen. Denjenigen, die Schweizerdeutsch verstehen, empfehle ich wärmstens und nachdrücklich

https://podcasts.apple.com/de/podcast/beziehungskosmos/id1501675123?i=1000694604788 /

https://www.youtube.com/watch?v=TTj-_uAoD1I.

I.ü. wiederholen sich die Argumentationsstränge.

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Weil es verdammt schwierig ist, einfach mal so und ohne externe Anreize seine Gewohnheiten umzustellen. Und weil es manchmal auch einfach unmöglich bis absurd ist, wenn der Staat sich nicht dahinterklemmt.

Wenn mein Arbeitgeber mir sagt „du fliegst zum Termin“, dann tue ich das, auch wenn ich weiß, dass das doof ist. Und wenn die Hochzeit eines engen Familienmitglieds in Spanien stattfindet, dann weiß man, dass das dem Klima nicht guttut, aber weder der Markt noch der Staat bietet eine praktikable Alternative zum Flug.

Oder um mal ein persönliches Beispiel zu teilen: Ich weiß, dass „Feuchttücher“ absoluter Mist für die Umwelt sind, weil viele Plastik enthalten und manche Kläranlagen damit nicht umgehen können. Das selbe gilt für Windeln. Wenn ich aber mein behinderter Sohn auch im 8. Lebensjahr noch nicht trocken ist, dann Windel ich ihn weiter und benutze Feuchttücher, weil anders ist das nicht zumutbar. Und wenn ich auf einer öffentlichen Toilette bin und dort kein Mülleimer steht, dann werfe ich diese Tücher auch in die Toilette und spüle sie runter, weil was soll ich denn sonst damit machen?

Es sollte nicht an mir als Individuum liegen, für alle diese Probleme eine individuelle Lösung zu entwickeln. Es ist Aufgabe des Staates, unsere Lebensgrundlagen zu schützen und dafür die nötigen Gesetze und Anreize zu schaffen. Feuchttücher mit Plastikanteil sollten einfach verboten werden. Dann würde es auch gute Angebote nur aus Papier im Handel geben. Und der Staat sollte einen schrittweise abnehmenden Plastikanteil in Windeln mandatieren. So schafft man Märkte für Innovation.

Ich übernehme individuell Verantwortung und passe meinen Lebensstil an, wo ich das leisten kann. Unser Haus ist zum Beispiel mindestens 100.000 Euro teurer als es sein müsste, weil wir stark über die gesetzlichen und wirtschaftlichen Anforderungen bei der energetischen Gestaltung hinausgegangen sind. Aber selbst wenn das alle anderen genauso tun, muss sich auch der gesellschaftliche und rechtliche Rahmen ändern, sonst wird das nichts.

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Das wäre so, wenn ich dann aber keine Politik wähle, die etwas daran ändert. Aber wenn ich entsprechend wähle, wenn ich womöglich noch demonstrieren gehe, Petitionen abschiebe etc. Sehe ich da schon einen erheblichen Unterschied, weil es keine Ausrede ist, die zur Rechtfertigung völliger Untätigkeit genutzt wird. Aktuell macht Politik im Sinne des Klimaschutzes richtiges Verhalten an jeder Ecke schwer und teuer, während schädliches Verhalten billig und leicht gehalten wird. Dann gibts einfach ein Limit, was man individuell in welchem Bereich schafft. Wenn dann andere, darauf zeigen um ihrerseits einfach nichts zu machen und politische Änderungen mit aller Härte zu bekämpfen, ist das eine falsche Äquivalenz.

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Das ist aber eben nur ein Teil der Antwort. Wie oft jemand in den Urlaub fliegt korreliert weniger mit politischer Ideologie als mit Einkommen. Es ist schon richtig, dass es an manchen Stellen sehr schwierig wäre individuelles Verhalten ohne staatliche Anreize zu verändern. An anderen Stellen wäre es aber auch sehr einfach.

Wie wir schon an anderer Stelle festgehalten haben, ist das mit individuellen und systemischen Veränderungen ein Henne-Ei Problem, dass sich nicht so einfach einseitig lösen lassen wird.

Insofern ist es sicher ein Schritt in die richtige Richtung eine Absichtserklärung abzugeben, dass man sein Verhalten unter bestimmten Voraussetzungen ändern würde und auch dass man eine politische Partei wählt, die sich dem Thema annehmen will. Leider lässt sich

aber erst glaubhaft nachweisen, wenn die Einschränkung dann tatsächlich eintritt. Leider haben wir gerade bei den zunächst durch ihr Wahlergebnis sehr erfolgreichen Grünen gesehen, dass viele ihrer Wähler zwar gut fanden, dass etwas für Klimaschutz getan werden sollte. Aber das mit den Einschränkungen war dann doch irgendwie blöd.

Insofern kann ich es zumindest nachvollziehen, wenn es als heuchlerisch angesehen wird, wenn jemand, der öffentlich für Klimaschutz eintritt, selbst eindeutig nicht klimafreundlich lebt - das aber an vielen Stellen ohne weiteres tun könnte.

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Ich würde mal die steile These aufstellen, dass die Stimmverluste der Grünen zwischen den Bundestagswahlen 2021 und 2022 sehr wenig damit zu tun hatte, dass die Regierung Scholz zu viel Klimaschutz betrieben hat. Zumal ein Teil der relativen Zweitstimmenverluste schlicht darauf zurückzuführen waren, dass schlicht die Wahlbeteiligung gestiegen ist und sich die hinzukommenden Wähler überproportional für die AfD entschieden haben.

Kombiniert damit, dass sich manch ein mir bekannter Grünen-Wähler radikalere Positionen innerhalb der Regierung gewünscht hätte (z.B. bei Flüssiggasimporten) oder mit der Positionen wie der militärischen Unterstützung der Ukraine gefremdelt hat, finde ich deine Analyse an diesem Punkt nicht überzeugend.

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Wenn das so wäre, müssten die Stimmen ja im Wesentlichen an Parteien gegangen sein, die für noch radikaleren Klimaschutz stehen als die Grünen. Man kann sich aber ja die Wählerwanderung anschauen (s.u.). Und wenn ich wegen dem Ukraine Thema von den Grünen zu AfD oder BSW wandere, dann kann es mit der Passion für den Klimaschutz nicht so weit her sein. Auch bei der Linken kann ich nicht automatisch davon ausgehen dass die mehr Klimaschutz machen. Und bei der Union kann ich weder erwarten, dass sie mehr für Klimaschutz tut, noch, dass sie die Ukraine weniger unterstützt.

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Bist du sicher, dass du das meinst, was du geschrieben hast?

Nein - danke für den Hinweis :wink:. Ist geändert.

Nicht alle Menschen haben die Grünen 2021 ausschließlich wegen dem Klimaschutz gewählt. Das ist keine monothematische Partei. Daraus, dass einige Wähler sich 2025 anders entschieden haben kannst du kaum ableiten, dass dies mit zu viel Klimaschutz zusammenhängt.

Wofür die Grünen zwischen 2021 neben ihrer Position pro Klimaschutz in der öffentlichen Debatte noch so wahrgenommen wurden (beispielhaft):

  • Zu wenig Klimaschutz
  • Zu wenig Umweltschutz allgemein
  • Zu viel Feminismus
  • Zu viel Queer und Gendern
  • Migrationsfreundlich
  • Habeck (positiv und negativ)
  • Baerbock (positiv und negativ)
  • Lastenrad
  • Waffen für die Ukraine
  • Steuererhöhung für Agrardiesel
  • Ökologische Landwirtschaft

Sicher nicht abschließend. Darauf aufbauend und anekdotisch halte ich den Anteil der Grünen-Wähler von 2021, die sich 2025 ausschließlich oder vor allem wegen zu viel Klimaschutz bzw dafür nötigen Einschränkungen für eine andere Partei entschieden haben für sehr überschaubar. Ja, viele Grünen-Wähler verhalten sich in ihrem täglichen Leben oft klimapolitisch inkonsequent. Das unterstreicht für meine Begriffe aber in erster Linie die Notwendigkeit staatlicher Interventionen und Regeln, und das würden genau diese Grünen-Wähler nach allen mir vorliegenden Daten und Erfahrungen auch jederzeit unterstützen.

Ich kann zwar den theoretischen Gedanken dahinter verstehen, aber rechte Klimapolitik (im Sinne von Klimaschutz) ist meines Erachtens leider weitgehend fiktiv. Theoretisch möglich, aber nur in homöopathischen Dosen existent. Oder gibt es nennenswert rechte Parteien, die an Klimaschutz interessiert sind? Auch international (ich weiß es wirklich nicht, es sieht aber definitiv nicht so aus, möglicherweise in Skandinavien?)? Vielleicht mal vor ein paar Jahren, als es ein Modethema war, aber auch da wird es nicht so einfach, etwas zu finden. Nicht mal marktwirtschaftliche Klimaschutz-Instrumente, die Parteien rechts der Mitte gern für sich reklamieren, werden ja heute noch von diesen Parteien ernsthaft unterstützt. Friedrich Merz hat irgendwann Anfang des Jahres mal m „Machtwechsel“ mehrere Sätze lang so vernünftig über Klimaschutz gesprochen, wie ich es von ihm so gar nicht gewohnt war. Und dann kam dien Politik, die wir alle sehen. Und da haben wir das Einsetzen vom Klimawandel als Kulturkampfthema, wo @JohanneSAC schon einen Punkt hat, noch nicht angesprochen.

Polemisch ausgedrückt: Klimaschutz ist als Ziel am beliebtesten in der Argumentation „Wir brauchen weniger Klimaschutz, sonst wird der Klimaschutz unbeliebt und das ist schlecht für den Klimaschutz.“

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