Gibt es die Partei? Ist mir bisher jedenfalls nicht so krass aufgefallen und ich wäre da nicht abgeneigt. Also ich hab die Grünen nicht gewählt, weil die ggf. Merz als Kanzler mittragen wollten und das war für mich nach dem Wortbruch zu Mehrheiten mit der AfD fraglich und nach seiner Rede am Vorabend der Wahl ein Ausschlusskriterium. Zusätzlich ist mit dieser Union Klimaschutz eben noch ausgeschlossener, als es in der Ampel schon war. Und da haben die Grünen schon weit weniger durchsetzen können, als ich erhofft hatte. Deswegen wäre für mein Stimmverhalten in der speziellen Wahl egal gewesen, was die Grünen beim Klimaschutz am Ende eh nicht koalitionär durchsetzen hätten können. Aber vermutlich wird deine Analyse auf einen Teil der Wählerschaft zutreffen. Deswegen schrieb ich ja auch weiter oben, dass die Aufgabe auch mit der weniger kategorisch unwilligen Hälfte der Bevölkerung noch extrem groß bliebe und keineswegs sicher wäre, dass sie überhaupt noch zu bewältigen wäre.
Zählt zum CO2-Abdruck des Arbeitgebers.
Welche praktikable Alternative soll das sein? Beamen? Vielleicht einfach nicht in Spanien heiraten. Das ist vor allem keine links-rechts Frage, sondern eine Frage des verfügbaren Einkommens/Vermögens.
Wenn du es schaffst, Windeln und Feuchttücher durch die Gegend zu karren, dann kannst du sicher auch eine Mülltüte mitführen und die Tücher am nächsten Mülleimer entsorgen, ohne dass du dein Leben besonders einschränken musst.
Danke. Gilt das auch für deine Vermietungen?
Hast du für diese Behauptung irgendeinen Beleg? Ich kenne reihenweise Grünenwähler, deren gesamtes Leben maximal klimaschädlich aufgestellt ist (z.B. übergroße Wohnung, übergroßer e-SUV, mehrere Autos für einen Haushalt, drei Mal im Jahr private Flugreisen, möglichst ans andere Ende der Welt) und bei allen liegt dieses Verhalten daran, dass sie einfach viel Geld haben. Sie würden sich auch bei Preissteigerungen nicht einschränken, wären aber ganz froh, wenn andere aufgrund geringerer finanzieller Mittel verzichten müssen.
Ich bleibe dabei: Klimapolitik als „links“ darzustellen, schadet der Sache.
Wie gesagt: es gibt keine linke oder rechte Klimapolitik. Es gibt Klimapolitik. Fertig.
Das sagt eher etwas darüber aus, was „links“ für ein Image hat als über das Wesen von Klimapolitik – und erst recht nichts darüber, was rechte Politiker*innen bereit sind, für den Klimaschutz zu tun.
Das ist korrekt. Durch das Getöse, dass Klimaschutz angeblich „links“ ist, wird jeder abgeschreckt, der sich nicht mit der Linkspartei oder den Grünen identifizieren kann. Ein Bärendienst. Aber man kann sich gegenseitig seiner Güte und Sorgsamkeit versichern.
Ja, deswegen wäre es sinnvoll, du würdest auch versuchen, Rechte von dem Getöse abzubringen.
Also mit dieser „Basta“-Haltung und Reißbrettdenken machst Du Dir das Leben denkbar einfach. Gibt es auch keine linke und rechte Wirtschaftspolitik?
Davon unabhängig setzte mein Punkt nicht mal da an: Welche rechten Akteur:innen beschäftigen sich ernsthaft mit Klimaschutz? Das war meine ernst gemeinte Frage. Derzeit stellt es sich mir so dar: Manche, wenige linke Parteien machen Klimaschutz als Klimapolitik, rechte Parteien machen Anti-Klimaschutz als Klimapolitik.
Wenn rechte Parteien und ihre Wähler notwendigen Klimaschutz schlicht verweigern, macht das Klimapolitik nicht „links“, es wird aber halt von rechts verweigert. Den Hinweis darauf, dann wieder den linken in die Schuhe schieben zu wollen und als weiteres Alibi für die Verweigerung anzuführen oder gelten zu lassen, finde ich wenig überzeugend.
Das ist doch der Punkt. Durch das Label „Klimaschutz ist links“ ist für rechte Parteien Klimaschutz unattraktiv im eigenen Programm, denn wenn sie eines nicht zulassen dürfen, dann ist es als links gelabelt zu sein.
Klimaschutz ist im Interesse aller und daher sollte nach Möglichkeit rechts-links Diskussion dazu nicht geführt werden. Ist eigentlich ziemlich logisch.
Was ich nicht verstehe: Warum siehst du da nur die „Linken“ in der Verantwortung?
Und wie mündig sind Menschen, die Klimaschutz verweigern, nur weil er (nicht zuletzt durch ihr eigenes Zutun) als „links“ gelabelt ist? Ganz ehrlich, vertrauenswürdig ist das nicht, etwas, was – wie du selber sagst – im Interesse aller ist, zu boykottieren, nur weil es angeblich links ist. Findest du das nicht bedenklich, kurzsichtig, kindisch und verantwortungslos?
Woraus liest du das? Habe ich nirgends geschrieben.
Wirtschafts- und Sozialpolitik ist links oder rechts. Klimapolitik ist Klimapolitik (oder eben nicht).
Tut nichts zur Sache, wie ich das finde. Ich habe mich dazu auch nicht geäußert. Ich habe erläutert, dass die Reklamation von Klimaschutz als linke Politik gegen das Ziel läuft, möglichst viele Menschen dazu mitzunehmen. Diese politische Einordnung schreckt Menschen ab, die sich nicht an Heidi Reichinnek & Co ergötzen. Ob das kindisch, dumm oder sonst was ist, ist völlig egal. Es ist eine Beschreibung.
Wer reklamiert das denn? Der Vorwurf, dass die Rechten nicht mitziehen, setzt doch die Erwartung voraus, dass sie das tun müssten/sollten. Er leitet sich also im Gegenteil aus genau der Position ab, die du vertrittst, dass das eine gemeinsame Aufgabe wäre. Die Feststellung, dass sie es nicht tun, muss man schon missverstehen wollen, als eine „Themenbesetzung“. In Wahrheit haben die Rechten nie Klimaschutz betreiben wollen, haben es auch nie ernsthaft versucht und finden halt immer neue Ausreden, warum sie mit dieser katastrophalen Fehlentscheidungs-Serie eigentlich nichts zu tun haben. Wenn garnichts mehr geht, sind halt die Linken schuld (oder die Ausländer), weil die es einem irgendwie unmöglich machen, das Richtige, das man eigentlich (angeblich) erkannt hat und umsetzen wollen würde, nun auch zu tun.
Hier werden wir uns nicht einig werden. Agree to disagree.
Es gibt da doch eine klare Zeitachse: Spätestens mit FfF (eigentlich schon lange vorher) und deutlichen Schwarz-Grünen Annäherungsversuchen gab es Versuche, die Union mit ins Boot zu holen. Reihenweise gab es Bemühungen von Wissenschaftlern und von Aktivisten, die Union aufzuklären, Optionen anzubieten, die die mitgehen können. Die Versuche sind so ausgegangen, wie wir es heute sehen. Nach etwas Pseudo-Entegegenkommen, wurden alle verbindlichen, wirksamen Schritte abgeschwächt und ausgebremst. Weil man dafür keine Sachargumente hatte, wurde Klimaschutz von rechts zu einem Thema verzerrt, dass eben wie Wirtschafts- und Sozialpolitik eine rechts-links Identitätsfrage wäre. Und jetzt, wo man glaubt, damit am Ziel zu sein oder von diesem Baum, auf den man selbst geklettert war bzw. seine Anhänger getrieben hat, nicht mehr runter zu kommen, werden die wenigen Fortschritte, die es gab und politische Maßnahmen, die man teils selbst mitgetragen, teils selbst angestoßen hatte, abgerissen. Deswegen wird auch nicht auf 10.000 Hitzetote oder demnächst 100.000 Opfer anderer Unwetterlagen irgendeine Einsicht und Umkehr folgen. Weils rechts 0 um die Sache geht und längst vollständig um Identität. Und daran sollen die Linken schuld sein, weil sie nach dieser Entwicklung konstatieren, dass Rechte Klimaschutz verweigern? Ok, da werden wir uns wirklich nicht einig.
Ich kann nur staunen darüber, dass du dir anmaßt zu schreiben, was jemand, der neben seiner Arbeit ein Kind mit ernsthaften Behinderungen betreut, alles noch schaffen können müsste, aber das Verhalten von Rechten, die den Klimaschutz politisch boykottieren, unkommentiert lässt.
Klimaschutz ist im Interesse aller und daher sollte nach Möglichkeit rechts-links Diskussion dazu nicht geführt werden.
Das kannst Du für jedes beliebige Politikfeld sagen. Schließlich geht es immer um das „Gemeinwohl“ oder die „res publica“. So funktioniert Politik nicht (ich bin versucht zu sagen „leider“, aber ganz sicher bin ich mir da tatsächlich nicht mit Blick auf Demokratie uns Pluralismus). Denn was das ist - auch in der Gewichtung von Themen - ist ja wieder für jede:n anders. Und dann geht’s natürlich darum, welches „Team“ die Macht bekommt, seine Interpretation umzusetzen.
Diese politiktheoretische Auseinandersetzung ist aber auch nicht weiter wichtig.
Unabhängig davon geh ich ja mit, dass es kontraproduktiv ist, Lager oder tribes aufzumachen und parteilich zu argumentieren. Aber gerade deshalb ist es doch sinnvoll, das Fehlen ernsthaften Interesses am Thema bei rechten Parteien anzusprechen, wenn das nun mal so ist? Nämlich gerade weil sie ja theoretisch etwas beitragen könnten und es im Sinne des Gemeinwohls müssten, wenn wir uns so weit auf eine gemeinsame Realität einigen, dass der Klimawandel eine enorme Bedrohung und Herausforderung ist. Klar macht der Ton die Musik, will ich ja gar nicht abstreiten. Ich find es auch nicht sinnvoll, immerzu das zu reproduzieren, was tatsächlich von Rechts ausging, nämlich Klimaschutz als Lagerthema zu besprechen. Dass Klimaschutz ausschließlich links sei, hat @JohanneSAC aber auch nicht fest.
Welche praktikable Alternative soll das sein?
Schon mal was vom „Zug“ gehört? Frankfurt ↔ Madrid sind auf der Straße gut 1.800 km, eine Bahnstrecke könnte kürzer sein und in unter 10 Stunden zu bewältigen sein. Mit Liegewagen und mit ein paar Stopps entspannt abends um 8 einsteigen und morgens 8 Uhr aussteigen. Technologisch absolut keine Herausforderung.
Hier stößt „individuelle Verantwortung“ aber absolut an seine Grenzen. In einer Welt, in der Flugverkehr massiv subventioniert wird und Eisenbahninfrastruktur nur unter der Prämisse der Gewinnorientierung gebaut wird, wird das einfach nie möglich sein.
Vielleicht einfach nicht in Spanien heiraten.
Ist halt doof, wenn man eine Spanierin heiratet. Dann kann man zwar in Deutschland heiraten, dann muss aber der spanische Teil der Familie reisen.
Wenn du es schaffst, Windeln und Feuchttücher durch die Gegend zu karren, dann kannst du sicher auch eine Mülltüte mitführen und die Tücher am nächsten Mülleimer entsorgen, ohne dass du dein Leben besonders einschränken musst.
Und wenn du mal ein paar Jahre mit einem schwerbehinderten Sohn verbringst, dann erkläre ich dir auch was in deinem Leben so alles möglich ist. Auf solche Kommentare kann ich echt verzichten.
Danke. Gilt das auch für deine Vermietungen?
Inwiefern?
Sie würden sich auch bei Preissteigerungen nicht einschränken,
Das ist ja ein Widerspruch in sich. Wenn ich als SUV-Fahrer die Grünen wähle und die Grünen dann eine SUV-Steuer verabschieden, dann zahle ich entweder die Steuer (und finanziere damit Klimaschutz an anderer Stelle) oder ich verkaufe meinen SUV (und schade damit dem Klima weniger). Ich würde behaupten: die meisten Grünen-Wähler würden das akzeptieren, gerade weil sie sich das leisten können.
Ich bleibe dabei: Klimapolitik als „links“ darzustellen, schadet der Sache.
Hier wird es als „links“ dargestellt, tatsächlich Klimaschutz zu betreiben. Dafür gibt es bei „rechten“ oder „konservativen“ Parteien nämlich praktisch keine historische Belege, vor allem nicht auf Bundesebene. Ich hätte überhaupt kein Problem damit, wenn die CDU sich morgen zur Klimapartei wandelt (so von wegen Schutz der Schöpfung und so). Danach sieht es aber nicht aus.
a, auch manche „Linke“ Menschen essen viel Fleisch und fliegen mit dem Flugzeug. Aber sie sie würden sich in dieser Bequemlichkeit eben ohne ständiges rumgeheule einschränken lassen, wenn es der Gemeinschaft dadurch insgesamt besser geht.
Ist das tatsächlich so? Ich habe sehr klimabewusste Freunde. Bei jeder Gelegenheit wird auf klimaschädliches Verhalten geschimpft.
Aber am Beispiel allein eines Pärchens, ist Salat für ihn die Pest, das monatliche hybrid stattfindende Meeting in UK für sie ein Präsenztermin (nach eigener Präferenz weil sie den persönlichen Kontakt zum Chef so schätzt) und wenn die NHL nach Europa kommt, fliegen sie für ein Wochenende selbst Kurzstrecken zu ihrem Lieblingsteam.
Darauf vorsichtig angesprochen, rechnen sie vor, dass sie ja kompensieren, entweder per Zertifikaten oder durch die eigene PV oder das Elektroauto. Verzicht ist keine Option.
Mein Eindruck ist, dass bei vielen links-grünen Menschen (vor allem bei Besserverdienern, zu denen ich auch gehöre) Klimaschutz vor allem eine Frage des Geldes ist. Solange sie ihre Prioritäten weiterhin mit viel Geld umsetzen können, ist die Zustimmung da. Sollte es irgendwann ein Verbot für Dinge geben, die für sie wichtig sind, ist die Zustimmung garantiert weg.
Ich dagegen verzichte aus Überzeugung auf Flugreisen, versuche möglichst wenig Fleisch zu essen und fahre freiwillig 30 Minuten länger mit dem ÖPNV zur Arbeit (eine Strecke, dank Homeoffice aber glücklicherweise nicht oft) statt mit dem Auto. Will sagen: Echte Grüne handeln aus Überzeugung klimabewusst, wo es nur geht. Sie brauchen kein Gesetz, um sich vernünftig zu verhalten. Das Gesetz braucht es für die übrigen.
Ich kann nur staunen darüber, dass du dir anmaßt zu schreiben, was jemand, der neben seiner Arbeit ein Kind mit ernsthaften Behinderungen betreut, alles noch schaffen können müsste, aber das Verhalten von Rechten, die den Klimaschutz politisch boykottieren, unkommentiert lässt.
Naja, eine Mülltüte mitführen ist nun wirklich keine besondere Leistung und der Rat dazu auch nicht anmaßend, wenn man mir zuvor breit erklärt, wie absurd meine Ansicht sei, dass Umweltschutz eben auch individuelle Verantwortung ist.
Abseits davon: Ich habe keine Ahnung, ob und wie viel er arbeitet. Ich meine mich zu erinnern, dass er auf reguläre Erwerbsarbeit dank Vermieterdasein und umfassendem Vermögen (kein Geheimnis, hat er hier öfter angebracht) weitestgehend verzichten kann. Gönne ich ihm und ist sicherlich auch gut für das Kind.
Unabhängig davon geh ich ja mit, dass es kontraproduktiv ist, Lager oder tribes aufzumachen und parteilich zu argumentieren. Aber gerade deshalb ist es doch sinnvoll, das Fehlen ernsthaften Interesses am Thema bei rechten Parteien anzusprechen, wenn das nun mal so ist?
Ich habe meine Meinung dazu ausreichend mitgeteilt. Wenn das für niemanden als Denkanstoß taugt, dann ist das halt so. Ich sehe jedoch, wie die Linksaußenfraktion hier direkt hart getriggert ist.
Zwischenstand Stuttgart Zentrum:
42 Hitzetage, 15 Wüstentage, 23 Tropennächte - Ende nicht absehbar.
Dieses Jahr wird noch eins der kühleren bleiben.
Ich glaub, diese Anekdoten hier zu besprechen und Klischees auf Stichhaltigkeit zu beproben, führt nicht wirklich weiter. Ist nicht speziell auf Dich gemünzt, ich hab nur keine Lust, lange zu suchen, wie wir hier gelandet sind.^^