Auf dem Wahlzettel. Ich weiß worauf du hinaus willst. Aber ich glaube daran, dass die progressiven Parteien dieses Landes auch deutlich sozialer agieren würden. Wenn man sich von Ablenkungsdebatten an der Wahlurne blendet, dann bekommt der Wähler was er gewählt hat.
Diese ganzen Diskussionen sind schon 4 Jahre alt. Schau selbst, was der Wähler draus gelernt hat.
Mir geht es ähnlich und ich verstehe @Stoxy auch so, dass dieses Gefühl Anstoß des Threads ist
Wenn es dann um Gruppen geht, bei denen jetzt schon „der Gürtel enger geschnallt werden muss“ dann sind die zusätzlichen 50-100€ im Monat wirklich nur schwer zu machen…
da kann man jetzt streiten ob das ein systemisches Problem ist, ob alle mehr Geld haben sollten etc. - aber in der Situation geht die Diskussion dann an denen vorbei die das Gefühl haben mit ihrer finanziellen Situation nicht bedacht zu werden
Auf der anderen Seite gibt es auch eine spannende Wahrnehmung:
Der Preis eines Autos wird jetzt nur als Kaufpreis wahrgenommen und die Betriebskosten fallen unter den Tisch - wenn die dann plötzlich (nicht wirklich unerwartet) relevant werden führt da zu Problemen
Problem ist wie @Stoxy ja immer wieder argumentiert, dass weder Leasing noch Ansparen und kaufen mit geringen Einkommen funktionieren wenn es darum geht zum E-Auto zu wechseln
Für mich wäre damit eher die Frage wie kann diese Hürde überbrückt werden, also gibt es vielleicht ein buisness-case bei dem man die Ersparnisse im Unterhalt mit in das Geschäft bringt (in Richtung E-Auto billig/geleast, und das Geld dafür kommt rein weil ein Teil des gesparten Geldes für Tanken usw. an Betreiber gehen - ähnlich zu Modellen wie Clark für Versicherungen oder Wechselpilot), sodass am Ende im Moment der Kaufentscheidung das E-Auto mithalten kann?
„Mir werden rechte Wähler dummer Politik regelmäßig zu leicht und bequem aus ihrer Verantwortung entlassen.“
Richtig. Dazu fällt mir die alte Adage ein: Man darf die Leute unbedingt da abholen, wo sie gerade sind. Nur sollte man sie nicht auch genau dort wieder rauslassen.
„Änderung des Nutzungsverhaltens bspw. Kann ich zumindest subjektiv auf den Straßen nicht erkennen“
Und dies ist etwas, was mich ebenfalls ärgert. Wer den alten Verbrenner noch abfahren muss und nun wirklich absolut keinen praktikablen Zugang zu irgendeinem anderen Verkehrsmittel hat, der kann idR immer noch Fahrgemeinschaften bilden. Auch auf dem Land. Das haben wir hinbekommen, als ich auf dem Dorf aufgewachsen bin, dazu sehe ich heutige Erwachsene durchaus immernoch in der Lage. Statt dessen: Sitzt jeder allein in seinem Auto.
Und in der Großstadt ist nun beileibe kein Individual-Pkw vonnöten. Dennoch sind in Berlin-Mitte die Straßen voll.
Mir kann niemand erzählen, dass das alles nachtschichtarbeitende Krankenpflegerinnen mit Gehbehinderung sind, die zu einem Notfall müssen.
Wenn es wirklich staatlich gewollt wäre das alle e Auto fahren können die wollen wäre das ja kein Riesen Problem im Zweifel könnte man ja anbieten das der Staat der Bürge ist. Selbst wenn dann wirklich am Ende nen paar Leute die Raten nicht zahlen können wird das wohl kaum teurer als jetzt die Pendlerpauschale. Aber das müssen dann auch Raten so um die 100€ sein weil das so in etwa die Ersparnis minus zusätzlichem Strom sein dürfte und dann noch nen bisschen was über ist damit die Leute auch noch das Gefühl haben hay das lohnt sich ja wirklich
Aber das haben wir auch in anderen Fällen.
Geldanlage (privat fürs Alter vorsorgen) kann sich nur leisten, wer entsprechend verdient.
Angemessen wohnen können sich nur Familien leisten, die entsprechend verdienen.
Gesund ernähren kann sich nur leisten, wer entsprechend verdient.
Selbst regelmäßig Sport treiben ist vom Geldbeutel abhängig. Denn auch gute Laufschuhe kosten und sollten regelmäßig erneuert werden.
Der Aufschrei bleibt aus. Beim Benzin wird sich aufgeregt. Nicht, weil man es sich nicht leisten kann, sondern weil man es sich nicht leisten will.
Das empfinde ich anders. Politisch gebe ich dir recht, da ist die vermögende politische Elite in sehr großen Teilen null interessiert an sozialem Ausgleich für untere mittlere Einkommen. Dass dort auf Benzinpreise aufgesprungen wird ist natürlich populistisch und weil das Thema Auto völlig unnötig emotionalisiert ist (siehe den Blödsinn zu Porsche).
Aber gesellschaftlich wird natürlich über diese Themen deutlich gesprochen. Da werden diese fehlgeleiteten Subventionen für E-Auto, Solar und Co. an Menschen die sich nicht brauchen klar benannt. Da wird eine lächerliche Rente benannt ohne die Möglichkeit der privaten Vorsorge, Mythos Betriebsrente oder der Flucht aus der Solidarität. Da wird die 2 Klassenmedizin besprochen und die unsolidarischen Mitbürger, die sich im späteren Leben gerne wieder in die GKV schummeln ohne dass es jemanden juckt. Da wird diskutiert, wieso gut Verdiener über Freibeträge mehr Geld für ihre Kinder kriegen als Normalos mit Kindergeld. Und da triggert dann so eine populistische Aussage zum E-Auto, wenn man seit Jahren immer weniger Geld übrig hat durch die Preissteigerungen und ständig Angst haben muss, dass etwas kaputt geht. Das macht übrigens auch die Psyche kaputt, kann ich sagen da ich lange sehr stark depressiv war, auch wegen unserer Politik als Negativverstärker.
Interessanterweise wird auch nur der Benzinpreis an sich und eine teilweise Übernahme des Preises durch alle Steuerzahler diskutiert anstatt anderer Maßnahmen/Mechanismen. Eine temporäre Preissenkung für die Öffentlichen Verkehrsmittel wird ebensowenig diskutiert wie ein internationale Preisobergrenze, die an die OPEC-Staaten gezahlt wird. Das wäre dann eine Preisobergrenze, wie man ihn schon für russisches Öl hat. ZB. russisches Öl weiterhin 45$\Barrel (?) und 80$\Barrel für Produktion anderer Länder.
Interessant, wie Du die Aussage von der Lage als Trigger identifizierst. Verstehen tue ich es, gleichzeitig plädiert die Lage für eine höhere Besteuerung von Vermögen/Erbschaften.
Zu den Subventionen für Solar und co.: Die sind nötig, denn sonst würden sich die, die es sich leisten können, ihr Geld eher für andere Sachen ausgeben als Teil der Energiewende zu sein.
So können sich aber mal wieder Vermögende und gut Verdiener frei kaufen, während die Schwächeren die Zeche zahlen müssen. Im schlimmsten Fall darf man sich dann noch anhören, dass man ja umsteigen könnte. Von daher nein, sie sind in dieser Art nicht nötig und waren immer schon falsch, denn sie haben ganz klar von unten nach oben umverteilt.
Ja, 2009-2012 wurden sehr hohen Anschubsubventionen gezahlt, die teilweise über das Ziel hinausgeschossen sind. Aber! erst dadurch konnte sich global eine Solarindustrie entwickeln. Die Subventionen waren (zu) hoch aber nötig. Darf ich dich so verstehen, dass du heutzutage die Subventionen für Wind- und Solarparks als sinnvoll ansiehst, nicht aber die für PV-Dachfläche? Die Einnahmen für Wind- und Solarparks werden durch EEG-Vergütung nur marginal erhöht, vor allem erhalten sie eine Finanzierung, die es sonst ohne 20 Jahre Mindestvergütung nicht geben würde.
Bei E-Autos sehen wir auch, dass ohne Fördering nicht im Ansatz genügend Autos gekauft würden. Ich bin auf deine Alternativen Ideen gespannt: Wie würdest du die Transformation gestalten, wenn nicht über Subventionen? Der Markt regelt nicht, das kann ich als Projektentwickler für Wind- und Solarparks berichten, denn viel Wind- und PV-Strom treibt den Börsenstrompreis gegen null, was toll für Verbraucher ist aber Betreiber natürlich nicht Projekte umsetzen lässt.
Und ja, ich bin auch dafür, dass “Elite”, also Menschen mit hohem Einkommen und Vermögen, die von dem internationalen Kapitalismus profitieren, mehr abgeben sollen durch Besteuerung.
Falls das zu Off-Topic ist, können wir diese Neben-Diskussion gerne lassen, für einen Diskurs über Auswirkungen von Subventionen und Verteilung bin ich aber gerne zu haben
Subventionen, die sich am tatsächlichen Einkommen und Vermögen orientieren. Wir haben angeblich zu wenig Geld, wir sollten es nicht einer wohlhabende Blase weiter zu werfen. So entstehen immer mehr Zurückgelassene und Verlierer. Nicht jeder ist Akademiker und entsprechend hoch nur wegen des Abschluss bezahlt. Wie würdest du gegen die offensichtliche Umverteilung durch fehlgeleitete Subventionen und falsche Privilegien vorgehen? Weil ich finde gerade wenig Motivation, meine Situation mit 2 Kindern an irgendeiner Stelle positiv zu bewerten, obwohl meine Frau und ich 72 Stunden arbeiten. Bitte versteh, dass mir da die derzeitige Transformation gerade nicht so wichtig wie unsere finanzielle Sicherheit trotz Vollzeitarbeit ist. Was nutzt uns die Klimarettung wenn sie uns immer mehr ins finanzielle Abseits zwingt und Existenzängste völlig ignoriert werden?
Theoretisch ja aber ich muss die 6-7 Tausend erstmal bezahlen und bekomme dann Monate später das Geld zurück. Das hilft also den meisten auch nicht weiter weil die 6-7 tausend haben sie halt nicht zum vorstrecken. Also müsste es ja andersrum sein, ich kaufe ein Auto, bezahle meinen Teil und den Rest kann sich der Verkäufer beim Staat abholen. Oder so in der Art
Euch möglicherweise weniger als euren beiden Kindern.
Was die Umverteilung angeht: Ich bin durchaus der Meinung, dass Erbschaften und große Vermögen stärker in die Verantwortung genommen werden sollten. Da gibt es in Deutschland deutliche strukturelle Schieflagen.
Dass aber auch die Gruppe derer, die von mittleren und hohen Einkommen leben, gefördert wird, finde ich absolut richtig. Das ist wie mit der Debatte um das Elterngeld. Wir reden da nicht über Transferleistungen, sondern um Unterstützung für gewünschtes Verhalten. Und man kann Menschen, die viel Geld zum System beitragen, nicht andererseits ständig von Benefits ausschließen.
Denn genau diese Haushalte tragen auch einen sehr großen Teil der Finanzierung des Staates und unserer Sozialsysteme bei. Der Großteil der Einkommensteuer kommt von mittleren und höheren Erwerbseinkommen, während kleine Einkommen und Vermögen in Deutschland vergleichsweise schwach besteuert werden.
Ich finde deshalb zwei Dinge gleichzeitig sinnvoll:
Große Vermögen und Erbschaften absolut in die Verantwortung nehmen.
Die Mittelschicht nicht so behandeln, als wäre sie das Problem, sondern anerkennen, dass sie bereits einen erheblichen Teil des Systems finanziert.
Und wenn der Staat unabhängig vom Einkommen politisch gewünschtes Verhalten fördert – etwa klimafreundliche Technologien oder energetische Sanierung –, dann ist es völlig legitim.
Ne, du musst erst einmal ca. 1.100€ für die Überführung zahlen und danach ca. 250€.pro Monat. Nach ein paar Monaten erhältst du die 5.000/6.000€, von denen du dann die Leasing-Laufzeit zehren kannst - oder liege ich da falsch?
Also wenn höhere Vermögen und hohe Einkommen mehr besteuert werden, würden die Subventionen nach deiner Argumentation doch passen oder? Also wenn über diesen Wege die Vermögenden mehr von der Last tragen. So, wie man es bis zu dem Beginn der neoliberalen Era 1990 gemacht hat.
Über die Steuern könnten dann soziale Sicherung und Krankenkassen, Rente sowie staatliche Investitionen finanziert werden. Also weniger Stererarten, z.B nur Einkommenssteuer, Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer und dazu noch Steuern auf schädlichen Konsum wie Alkohol, Tabak, Luxusartikel, fossile Energien, … so mein Vorschlag wie sinnvolle Subventionen wie Kita-Essen, Schulessen, Erneuerbare Energien, Kultur, … und öffentliche Daseinsvorsorge wie Bildung, Gesundheit, Mobilität, Infrastruktur und co. finanziert werden könnten.
Dass dies so nicht passiert, ruft Frust hervor, den ich auch gut nachvollziehen kann. Deswegen aber sich gegen wichtige staatliche Ausgaben zu stellen, finde ich wenig konstruktiv - wenn auch als Reaktion erst einmal menschlich nachvollziehbar.
Ok bei dem meisten bin ich bei dir, auch dabei das der Mittelstand auch was abbekommen soll. Aber dann halt das was wirklich Mittelstand ist und nicht sowas wie Merz der sich selbst als Mittelschicht sieht. Also irgendwo muss es dann ne Grenze nach oben geben sonst ist das ganze nicht mehr zu rechtfertigen
Guck mal bei gebraucheten E Bikes. In meiner Gegend gibt es gerade mehrere unter 1000€ mit einem Bosch Motor. Die Firma Wiesel bietet für ca 100€ ein Tuning-Dings an, womit man auch normale E Bikes mit E Unterstützung bis ca 40-45 km/h fahren kann. Selbstverständlich nur auf Privat-Gelände
Das Ding gibts beim großen A.
Vielleicht hilft.’s ja Jemandem.
Kurze Rechnung: Auto 6l/100 km=aktuell 12€.
Nach 10.000 km hat sich das Ding ausbezahlt. Ohne Steuern, ohne neue Reifen, Wartung, TÜV etc. die ein Auto so braucht. Und ja: auch ein Rad braucht mal neue Reifen und Bremsbeläge. Aber die sind nun wirklich deutlich preiswerter. Und wie anderweitig schon geschrieben: Das Abo im Fitness Club kann man auch sparen
Es gibt aber den Teil unter der von dir genannten Gruppe, der nicht genug verdient um gefördert zu werden, aber zu viel um Unterstützung zu bekommen. Und in dem Teil bin ich und ja, ich will dass meine Kinder eine Zukunft haben. Aber was lernen sie denn von 2 Eltern in Vollzeit und trotzdem finanziellen Sorgen? Von einer Gruppe die immer weniger hat trotz gleicher oder mehr Arbeit? Ich finde man sollte diese Gruppe weit mehr unterstützen als die sogenannte Mittelschicht und dabei bleibe ich auch. Ich kann diese Erklärungen warum man leider wieder Pech hat oder warum man das nicht besser steuern kann und wieso dies und das ja ach so kompliziert wäre ehrlich gesagt nicht mehr hören.
So sehr man dir da zustimmen möchte - ohne soziale Parteien schaut es da düster aus. Ich bleibe also dabei: der Durchschnittsbürger ist soweit zufrieden mit seiner Situation, dass er da keine politischen Änderungen möchte - solange der Benzinpreis nicht über 2€ steigt.