Aktuelle Benzinpreise

Also das mag sein, aber die meisten werden fahren müssen. Gibt da dieses blöde Thema Arbeit ohne Homeoffice. Oder sollen wir alle kündigen?

Es wurde aber wieder mal pauschalisiert. Und viele werden es eben über einen Kamm geschert von einer privilegierten Blase.

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Kannst du diese pauschale These auch mit Fakten unterfüttern?

Es gibt und gab nie eine Forderung der Grünen, dass für alle EAuto Pflicht oder PV-Pflicht gelten würde, vor allen nicht für finanzschwache Haushalte. Warum ist es “gegen” die Bürger, wenn die zwingend notwendige Transformation mit Förderungen unterstützt wird? Bei den jährlich 65Mrd fossiler und klimaschädlicher Subventionen behauptet komischerweise niemand, dass es gegen die Bürger wäre, obwohl es das de facto ist.

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Naja doch das wissen macht da ja genau den unterschied weil nur wenn ich weiß wie groß die Gruppe ist für die solche Ideen utopisch sind kann man sich Gedanken darüber machen wie kann ich dafür sorgen das die Utopie nicht mehr ganz so weit weg ist. Wenn ich aber so tue als wenn es das Problem nicht gäbe oder es klein rechne muss ich mir darüber halt keinen Kopf machen

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Mm eventuell die genannte Pendlerpauschale abschaffen? Und mit dem Geld dann dafür sorgen das die die es sich nicht leisten können auch ne Chance haben sich den Umstieg zu leisten? Ja ich weiß wird so wohl nicht passieren aber man darf ja mal träumen. Oder wenigstens die Pauschale ans Einkommen knüpfen. Du verdienst x dann bekommst du die volle Pauschale und bei y halt nicht mehr, mit Abstufungen. Selbst da würde richtig viel Geld über bleiben.

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Die meisten? Das halte ich für einen Fehlschluss.

“Die durchschnittliche Pendelzeit in Deutschland beträgt rund 28 Minuten und die durchschnittliche Pendeldistanz liegt bei 18,17 km – doch je nach Stadt, Uhrzeit und Verkehrsmittel kann der Weg zur Arbeit deutlich länger dauern.”

“Leipzig verzeichnet mit 46,43 Minuten die längste tägliche Pendelzeit (bei 20,3 km Strecke).”

Wenn wirklich nur die das Auto nutzen würden, die weiter als 20km fahren, nur für die Fahrten, die sie tatsächlich machen müssen und nur verbrauchsoptimiert und unter Einhaltung verkehrsangepasster Geschwindigkeiten unterhalb der Höchstgeschwindigkeit, wären viele Probleme direkt gelöst.

Auch Daten von 2023 zeigen, dass die große Mehrzahl der Fahrten so kurz sind, dass sie kaum als zwingend erforderlich gelten können.

“Das Auto bleibt das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel der Deutschen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, legten die Menschen in privaten Haushalten 2023 insgesamt 472,2 Milliarden Kilometer mit dem Pkw zurück. Dies entspricht rechnerisch pro Person durchschnittlich 15,5 Kilometern am Tag.” Mobilität in Deutschland: Das Auto bleibt das beliebteste Verkehrsmittel der Deutschen | DIE ZEIT

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Ich habe mich vermutlich schlecht ausgedrückt, meine Kritik bestand darin, dass behauptet wurde, dass man “fast alle ermächtigen würde, um den Umstieg zu schaffen”. Es waren eben nicht fast alle, sondern nur die Vermögens- und Einkommensstarken, die ermächtigt wurden.

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Nur die kämen immer noch nicht ums Auto rum und hätten die Benzinpreise jetzt aktuell erstmal zu tragen.

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65m² für einen Single sind aber auch nicht gerade wenig. Da von Mindestlohn zu reden passt irgendwie nicht ganz.

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Hi Ulf & Philipp, super differenzierte und erhellende Lage wieder einmal - Zum Thema Benzinpreise (Euer «BR: Weisse Salbe gegen Panik an der Tankstelle») ein mehr grundsätzlicher Kommentar: Viele der Erläuterungen und Einschätzungen, die Ihr hier trefft, sind mE zutreffend und schlau (insbesondere daß man höhere Spritpreise als das richtige Signal für Nachhaltigkeit wirken lassen sollte), aber ein Subthema bleibt bei Euch wie auch in allen öffentlichen und medialen Diskussionen, die ich dazu gesehen habe, leider völlig reflexartig moralisierend und naiv – die Abzocker-These der bösen Mineralölkonzerne. Man muss sie nicht verteidigen, das ist nicht mein Punkt! Aber um diese Welt - schließlich lieben wir unsere Individualmobilität - besser zu verstehen, und sinnvoller auf Tankstellenpreise zu reagieren, hilft sachverhaltliche Klarheit mE mehr als moralisierende Schuldzuweisungen.

Das Maß an Wettbewerb in der deutschen Mineralölwirtschaft ist hinreicht durch das Bundeskartellamt etabliert (ihr habt einen – mündlich nicht erwähnten - Link in den Show-Notes; es gibt dort noch erheblich mehr Analyse dieses Marktes; das Thema ist schließlich nicht neu); der Tenor ist klar: der Wettbewerb auf den verschiedenen Handels- und Verarbeitung-Stufen ist bei Weitem nicht ideal (atomistisch würde der Volkswirt sagen), aber seit vielen Jahren nicht so schlecht, dass ein Eingreifen des BKartA gerechtfertigt wäre. Das dürfte der Hauptgrund sein, warum all die zitierten Wirtschaftsprofessoren so orakelhaft antworten.

Was also passiert im Tankstellenbereich tatsächlich? Die Vorstellung, daß dort fiese Menschen in Konzernzentralen von Öl-Unternehmen sitzen und Preise herauftreiben, ist schlicht naiv! Viel wahrscheinlicher ist, daß bei allen Marken-Tankstellen (der überwiegende Teil – deren TS-Preise werden vom Mineralöl-Unternehmen - Kauf «im Namen und für Rechnung von … Shell AG» - zentral eingespeist und vorgegeben, im Durchschnitt 18 Mal pro Tag, aber durchaus auch noch viel häufiger) ein digitales und mittlerweile auch KI-basiertes Preissetzungs-System dahintersteht. (Die freien TS handeln anders, meist auf eigene Rechnung, und decken sich unabhängig im Großmarkt mit Treib- und Heizstoffen ein.)

Bei Marken-TS muss man jedoch davon ausgehen, daß jeder Liter Benzin, der irgendwo in Deutschland an irgendeiner TS zu irgendeinem Zeitpunkt getankt wird, registriert und als Big-Data in eine real-time Analyse eingespeist wird. Ein Algorithmus kann dann über eine Angebots- & Nachfragefunktion den besten nächsten Preis für diese Tankstelle ermitteln und (bei Überschreiten gewisser Mindestschwellen) automatisch digital der betreffenden Tankstelle einen neuen Preis vorgeben. Jeder kleinste regionale Nachfragetrend (z.B. daß am Sonntag plötzlich zu ungewohnten Zeiten Nachfragespitzen entstehen) dürfte dort registriert werden. Kein Wunder, wenn sich TS-Preise dann bei Beginn von Hamsterkäufen am Sonntag vor 2 Wochen (eben bevor die Rohölmärkte am Montag einen Preisschub verzeichnen) sprunghaft erhöhen (sog. Entkoppelung der TS-Preise von den Rohölmärkten – das gab’s auch 2022 schon, wurde aber leider nicht weiter untersucht).

Was also mE in der Debatte völlig ignoriert wird, ist der Effekt von Nachfrage. Bekanntlich bilden in einem perfekten Markt Angebot und Nachfrage den Preis … dieser Markt mag nicht perfekt sein, aber zu meinen, TS-Preise seien Kosten-bestimmt, und das Nachfrageverhalten total zu ignorieren, ist Realitätsverweigerung. Mit der Nachfrage im Analysebesteck muss man jedenfalls nicht verwundert vor der Tatsache stehen, daß die TS-Preise vor den Rohölpreisen steigen.

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Das hat mich auch gestört in dieser Diskussion. Es wird ein einzelner Kostenfaktor genommen, nämlich der Benzinpreis - Ein Kostenpunkt, der im monatlichen Budget mit 100-300€ recht überschaubar ist.

Das wird dann mit semi-prekären Verhältnissen in Verbindung gebracht, in der sich die untere Mittelschicht befindet. Prekär sind die Verhältnisse bei Menschen, die sich kein Auto leisten können.

Es wird dabei aber nicht der Punkt gemacht, dass das Lohnniveau in DL zu gering ist, welches zB. durch den Mindestlohn und Stärkung von Gewerkschaften angehoben werden könnte. Oder eine Einkommenssteuerreform, die Entlastungen bis z.B. 40.000€ versteuerbares Einkommen bringt und dieses durch eine faire Besteuerung von hohen Einkommen, Vermögen und Erbschaften gegenfinanziert. Oder durch eine engagierte Politik zugunsten von Mietern, welches die Wohnkosten senkt.

Aber nein, man findet mit dem Benzinpreis einen Sündenbock und möchte nur kurzfristig Entlastungen anstatt dass man strukturell bessergestellt wird.

Das ist ein echtes Problem in unserer politischen Welt.

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Leider wurden im Podcast Handwerksbetriebe, Speditionen und generell Branchen, die auf Baumaschinen angewiesen sind, komplett nicht betrachtet. Gerade in diesen Bereichen gibt es aktuell faktisch noch keine bezahlbaren und technisch praktikablen Lösungen für rein elektrisch betriebene LKW oder Baumaschinen. Diese Unternehmen leiden besonders unter den stark gestiegenen Kraftstoffpreisen – insbesondere beim Diesel –, was zu erheblichen Mehrkosten im laufenden Betrieb führt.

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Wenn wir die 65 Milliarden statt in fossile und die Transformation stecken würden wäre ja schon viel gewonnen. Ich ahne allerdings das da noch einiges Wasser ins Meer fließt bevor das Realität wird.

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Weniger Nachfrage, höhere Elastizität der Nachfrage hätten mutmaßlich auch einen preisdämpfenden Effekt.

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Wäre die Fragen, von welchen Größenordnungen reden wir da?

Und die anderen Frage wäre gäbe es nicht den gegenteiligen Effekt? Kleinere Marge, weniger Abnahme trotzdem möglichst den gleichen Gewinn erzielen ?

Finde ich nicht. Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche, Bad und Arbeitsplatz/Schreibtisch lassen sich auf weniger nicht gescheit unterkriegen. Gezeichnet jemand der auf ca. 50m² Lebt.

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Hier wird aus einer Berechnung des Finanzministeriums, vorgerechnet, dass der Bund durch die höheren Einnahmen aus der Besteuerung von Ölen in Summe nichtmal von stark steigenden Preisen profitiert. Das ganze System ist Lose Lose Lose

Insgesamt wäre es doch besser denen zu geben, die es wirklich brauchen anstatt mit der Gießkanne zu verteilen. Wir haben jetzt ja sogar die Möglichkeit jedem Bürger Geld zu überweisen.

Man könnte ein Klimageld einführen, den Leuten einmalig Geld überweisen, kostenfreies E-Leasing anbieten, Deutschlandticket günstiger machen etc. Mit dem eingesparten Geld, was sonst alle bekommen, die es nicht brauchen. In Summe würde das die Nachfrage reduzieren. Krisen sollten genutzt werden, Systeme umzubauen. Soziale Härte muss dabei verhindert werden.

Die jetzt freigegebene Ölreserve reicht gerade mal 12 Tage. Auch, wenn der Krieg morgen vorbei ist, gibt es Stimmen die sagen, der Preis wird sich erst Mitte 2027 normalisieren. Der Iran kann mit einfachsten Mitteln die Straße weiter blockieren. Ölanlagen sind beschädigt, Löcher wurden geschlossen. Wir müssen weg von dem Zeug.

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Wir reden hier von Mindestlohn, der aller untersten Gehaltsklasse. Ich würde stark Zweifeln, dass man sich im untersten Einkommensbereich jemals 65m² als Single leisten konnte. Ich stimme deiner Aussage zu, dass wohnen zu teuer wird, finde es aber ein äußert schlechtes Beispiel zu sagen, dass die unterste Gehaltsklasse sich Wohnungen nicht leisten kann, die es sich historisch vermutlich noch nie leisten konnte.

Ich denke nicht, dass wir es als Volkswirtschaft leisten können, dass jede Wohnung mindestens 65m² groß ist.

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Ja, das wäre die Frage.

Hat da jemand ein HomeOffice?

Bei den Pendelstrecken werden nämlich nur diese erfasst, nicht aber, wie oft diese gefahren werden.
Ich halte es für naheliegend, dass je länger diese ist, desto seltener kommt man auf 220-230 Tage im Jahr. Der Anteil derer, die kurze Strecken pendeln, ist also aufs Jahr gesehen noch größer als die Statistik auf den ersten Blick aussagt.

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Wo kann ich unterschreiben? Bzw wo bekommen wir jemanden her der das durchsetzt bzw der so charismatisch ist das die dazugehörige Partei überhaupt in die Lage käme sowas durchzusetzen?