Klar nur ne komplette Flotte mal eben auf e umstellen ist halt auch nicht, die Speditionen sind halt auch nicht grad die wo das riesige Geld liegt und wenn die jetzt auch noch welches ausgeben müssen egal wie das landet beim Verbraucher und den Fahrern und die sind eh schon der A… vom Dienst. Also ja natürlich auch da muss sich was tun aber auch da das wird dauern und wird nicht ohne Reibung und Verlust klappen.
Mir geht es da ähnlich bzw. habe ich mich heute auch leicht angegriffen Gefühlt. Als ich 2022 ein Auto kaufen musste, da meine Arbeit wirklich nicht per ÖPNV zu erreichen war gab es schlichtweg keine Elektrokombis oder Hybride, die ich mir hätte leisten können. Ich habe geschaut, denn ich wollte Stromern. Aber bspw. ein Tesla Model S mit über 300.000km war mir zu viel Risiko, wenn ich dafür auch nen Diesel mit 60.000km bekommen habe. Wohl gemerkt DAMALS! Heute sieht das anders aus, ich weiß.
Fast Forward: Ich sitze jetzt auf meinem Dieselkombi und den heute zu verkaufen wäre Wirtschaftlich ein Totalschaden. Es würde auch nicht genug für ein neues eAuto bei rumkommen - definitiv auch nichts auf dem Austattungsniveau. Vielleicht kann man was leasen, sicher. Aber es eh schon jeden Monat knapp und meine Fixkosten jetzt noch um 200-300€ zu erhöhen um ein abbezahltes Auto gegen Leasing zu ersetzen macht halt wenig sinn bzw. mir persönlich einfach angst. Ich will nicht noch jemanden, der jeden Monat Geld von mir will. Die Karre war in den letzten 4 Jahren einmal außerplanmäßig in der Werkstatt und das hat 120€ gekostet…solange der Wagen so zuverlässig bleibt wird der jetzt halt noch 10-15 Jahre gefahren, bis er stirbt. Und dann wird der nächste Hoffentlich elektrisch. Aber dieses: “Ich hätte wissen können, dass es teurer wird” ist so ein bisschen wie: “Warum bist du obdachlos? Kauf dir doch ein Haus…” Ich habe 2022 halt 1000€ Brutto verdient und ich will mich nicht für meine (damalige) Armut rechtfertigen müssen.
„30km am Tag und e bike“ - das geht durchaus. Ich mache alles bis 30 km mit dem Rad (ohne E) trotz gesundheitlicher Einschränkungen. Ja, auch im Winter. Geht.
Nun weiß ich aus eigener Erfahrung, wie es in manchen ländlichen Regionen um Fahrradinfrastruktur bestellt ist (gar nicht) und ich verstehe, wenn man sich auf Gehsteig- und Radweglosen Landstraßen nicht die Fahrbahn mit rasenden Vierrädern teilen möchte.
Dann gibt es, um zeiteffizient zur Arbeit und zurück zu kommen, ansonsten auch elektrische Roller. Gibt’s mit Kabine, Beifahrersitz und Koferraum, kostet kaum Steuer und Versicherung, vom nicht benötigten Sprit mal abgesehen, und ist günstig in der Anschaffung, besonsers wenn gebraucht.
Ist das so komfortabel wie ein Auto? Nein. Aber almälig müssen wir uns mal von der Annahme verabschieden, unser Komfort hätte vor allem anderen Vorrang.
Wenn es einem die horrenden Kosten Wert sind, sich weiterhin einen Verbrenner zu leisten und nochmal eine neue Ölheizung einbauen zu lassen - bitte schön. Aber ich sehe beim besten willen nicht, warum knappe Mittel (oder unsere Ölreserven) dafür aufgebracht werden sollten, dieses Verhalten auch noch zu inzentivieren.
Es gibt durchaus Möglichkeiten. Sich darauf zurückzuziehen, dass man ja nichts ändern kann, wenn es eigentlich eher darum geht, dass man es auch nicht allzuhart versucht hat, finde ich nicht überzeugend.
Ich denke, dass das alles so nicht richtig ist.
Zum einen gibt es ja 6.000€ Förderung, was das Leasing entsprechend günstiger macht. Zum anderen steht dem Leasing ja ein Wert gegenüber (das Auto), so dass es auch keine Probleme mit der Schufa geben dürfte.
Das Leasing-Auto sollte Vollkasko versichert werden. Im Gegenzug gibt es 300€ Prämie für die CO2-Ersparnis. Damit ist die Teuerung nicht mehr so heftig.
Ansonsten teile ich deinen Beitrag 100%.
Wer bereit ist, die realen Kosten für sein Auto zu zahlen, kann sich jeden Tag freuen, wie billig man stattdessen in unserer Gesellschaft ein Auto nutzen darf. Wenn man aus dem einen oder anderen unabweisbaren Grund keine Alternative hat, ist es eben so. Was mich nervt, ist die Anspruchshaltung, dass dann aber der Staat dafür sorgen muss, dass Sprit nicht zu teuer wird, immer noch eine Spur/Straße mehr gebaut wird, obwohl der Bestand schon zu teuer im Erhalt ist etc. Was mich nervt ist, dass bei jeder Diskussion zu dem Thema der Einzelfall zum Maßstab erhoben wird.
Der Großteil der Fahrten ist nicht im engeren Sinne notwendig nur mit dem (Verbrenner-)Auto möglich. Der Großteil des Autobestands im Land ist überdimensioniert und überzählig. Das wird nicht falsch, wenn es bei mir anders sein sollte. Und daran muss sich Verkehrspolitik ausrichten.
Bin ich auch grundsätzlich bei Dir.
Es gibt zumindest immer Möglichkeiten, das Autofahren zu reduzieren.
Fahrrad kann bis zu einer gewissen Entfernung eine Alternative sein.
Um morgens im Dunkeln bei Regen auf der unbeleuchteten Landstraße von rasenden Kiesbombern überholt zu werden ist nicht für jeden was, stimmt. ![]()
Die Alternativen reduzieren sich oft mit dem Faktor Zeit.
Besonders wenn man Kinder hat, oder diese auch mal nicht schlafend sehen will.
Wenn man statt 45 min mit dem Auto dann 120 min mit dem Fahrrad oder Bus einfache Strecke fährt, zählen oft andere Gründe als der Klimaschutz. Klingt traurig, ist aber Alltag.
Ich hab jetzt mal den Morgen damit verbracht und geguckt was so ein E Roller bzw. ein Kabinenroller kostet, gebraucht gibts hier nix und neu bin ich da so bei 3-4 tausend Euro also immer noch deutlich über 5-6 hundert. Und für mich nicht leistbar. Aber ja auch die werden in nächster Zeit günstiger werden und wahrscheinlich in näherer Zeit als so ein E Auto erschwinglich. Wenn man aber jetzt adhock einen fahrbaren Untersatz braucht hilft das nicht weiter. Und E bike, nen vernünftiges kostet halt ungefähr genau so viel. Will damit einfach sagen es ist eine vermurkste Situation für viele.
Bei uns gibt’s gebrauchte um 1500€. Aber warum muss es gleich ein E-Roller sein? Ein 2-Takter-Benziner halbiert mindestens deinen aktuellen Verbrauch und hat sich damit nach 1000km locker amortisiert.
Einmal die 6000€ gibt’s aber ja nicht vorher also musst du die Anzahl mal mindestens so haben, und nein mit Schulden bekommst du kein Leasing genau so wenig wie einen Kredit. Und wie in meinem Fall reicht da ne Scheidung damit das plötzlich ausgeschlossen ist. Als alleinerziehende mit normalem Job sagt dir jeder Anbieter schon mal du verdienst zu wenig und Schulden hast du auch noch ne dann nicht. Da ist auch Wurscht ob das Auto ja nen Wert hat. Und wenn man doch wen findet der das Risiko eingeht dann sind die Kosten halt wie gesagt sehr viel höher.
Ist das so?
Das Auto gehört mir ja nicht, ich „miete“ es ja quasi. Bin faktisch also nicht Eigentümer, kann es also einer Bank nicht als Sicherheit anbieten.
Kennt sich da wer genauer aus?
Zum anderen: wenn ich Montag zum Autohändler gehe, weil mir der Benziner zu teuer ist, und ein Elektroauto kaufe/lease, kann ich da sofort mitnehmen?
Bei meiner letzten Anfrage beim Händler sprach man von etwa 5 Monaten Lieferzeit…
Das hängt aber stark davon ab wie viele Leute damit auskommen müssen. Eine Person alleine kann davon komfortabel leben und monatlich Geld zurücklegen (damit erhält man ungefähr 1,1 Rentenpunkte und gehört zum oberen Einkommensdrittel), eine vierköpfige Familie hingegen wird Probleme sehen (unteres Einkommensfünftel).
Ja klar sorry hätte dazu sagen sollen als Familie. Eventuell allerdings auch schon als Paar ohne Kinder je nach dem wo man wohnt.
Wir sind mit 4 Personen bei netto 4000€ und können uns definitiv nicht mal eben ein E-Auto zulegen.
kein Vorwurf an dich, ich wollte nur deine durchaus passende Rechnung aufnehmen.
Ich fand die Aussage auch sehr unpassend und war drauf und dran die Folge abzubrechen. Passiert gerne dass solche unpassenden Aussagen kommen. Als ob man sich das immer aussuchen könnte. Die Preissteigerungen sind für Familien, die nicht in dieser hier durchaus aktiven Privilegierten Bubble unterwegs sind echt brutal. Trotz Vollzeitarbeit von 2 Personen. Und kein, wir sind kein komischer Einzelfall, sondern eine Masse. Ich würde mir wünschen, dass es eine Entschuldigung und richtig Stellung zu dieser Aussage gibt und es künftig etwas journalistisch hochwertiger bei dem Thema zugeht.
Etwas am Rande der Diskussion hier, fand ich die Empfehlung an die Grünen, dass sie die aktuelle Situaion nutzen sollten à la “Seht ihr, wir haben es schon immer gesagt, hättet ihr mal auf uns gehört” etwas schräg. Denn das würde nur den Ruf befeuern, der ihnen immer angedichtet wird: Den moralischen Besserwissern mit erhobenen Zeigefinger (was m.A.n. vielmehr auf die Union zutrifft). Da bedarf es m.E. schon kommunikatives Fingerspitzengefühl, sonst würde es hier zu noch mehr Ablehnung ggü der Partei kommen.
Die einzig sinnige Version von das könnten die Grünen nutzen wäre für mich, „wir machen ne Vision auf wie wir fast alle dazu ermächtigen den Umstieg zu schaffen“. Ob dann davon alles klappt? Ne natürlich nicht weil die Grünen wohl nicht in die Verlegenheit kommen werden alleine regieren zu können. Aber diese wir haben es euch doch gesagt sollen sie wie du ja schon sagst tunlichst unterlassen.
Leider fällt mir das in letzter Zeit bei der Lage immer wieder auf das auch von da eher dieser wir haben euch gewarnt Tenor durch kommt was ja nicht zielführende ist
Ich finde es von dir sehr gut auf den Punkt gebracht. Weil was sollen die Optionen sein?
Keine Kinder? Naja dann hat unsere Gesellschaft endgültig ein Problem, davon ab das Kinder nicht davon abhängig sein sollten was die Eltern verdienen.
Mehr arbeiten? Äm ne noch mehr geht nicht weil die Kinder wollen ihre Eltern auch mal sehen, der Haushalt macht sich auch nicht von alleine und schlafen muss man ja auch noch irgendwann.
Näher an die Arbeit ziehen? mit Kindern ein frommer Wunsch da ist Wohnung oder Haus finden ja noch mal schwerer und die Schule im Zweifel dann das was weit weg ist.
Also ja ich bin auch dafür das mal ein Blick aus der Bubble gut täte, das hat ja an anderen Stellen schon sehr viel besser geklappt, und eine Entschuldigung wäre tatsächlich auch nett.
Das will ich unbedingt unterstützen. Das große Problem der Grünen ist eben grade nicht, dass sie Unrecht haben, sondern dass sie Recht haben. Das macht viele ihrer Gegner ja grade so wütend.
Dessen unbenommen finde ich es ok, Leuten, die Union oder schlimmeres gewählt haben, an jedem Punkt deutlich zu machen, dass die aktuellen Probleme die logische und vorhersehbare Folge ihrer Wahlentscheidung und Präferenzen sind. Mir werden rechte Wähler dummer Politik regelmäßig zu leicht und bequem aus ihrer Verantwortung entlassen. Dass die dann keine Einsicht zeigen, sondern Reaktanz ist zwar so, aber ich bin diese performative Überraschung und Empörung, wenn es kommt, wie es kommen musste einfach leid.
Sehr viele können es sich aussuchen. Und nehmen dann die Vergangenheit. Nicht alle. Wenn man nicht zu denen gehört, muss man sich den Schuh ja nicht anziehen. Wenn die, die es können, sich sinnvoll verhielten, hätten auch die, die aus guten Gründen nicht so schnell was ändern können ja auch was davon und sehr viele Probleme wären längst gelöst.
Es geht im Übrigen im Podcast ja auch nicht darum sofort keinen Verbrenner mehr zu nutzen. Änderung des Nutzungsverhaltens bspw. Kann ich zumindest subjektiv auf den Straßen nicht erkennen, dass Sprit aktuell zu teuer wäre. Da ist genauso viel los, es wird genauso sinnlos im Stadverkehr beschleunigt etc. Wie bei 1,60€/Liter.
Ich glaube wir haben uns hier falsch Verstanden. Mein Beitrag war kein Plädoyer dafür, dass Autofahren oder Benzin günstiger werden soll.
Es ging mir darum, dass nicht jeder der Heute ein Verbrenner besitzt ein Wutbürger ist, der sich aus Trotz gleich noch eine neue Gasheizung gekauft hat. Und ich will A) mit solchen Menschen nicht immer in einem Topf landen und B) bin ich in diesem Punkt NICHT die Ausnahme von der Regel. Das Durchschnittsalter der deutschen Fahrzeugflotte ist bei über 12 Jahren! Viele die hier von „Lease doch einfach mal“ oder EAuto amortisiert sich nach X Jahren sprechen gehören halt zum oberen Gehaltsdrittel und haben nicht auf dem Schirm, dass es für viele Menschen nicht drinne ist.
Ich glaube du machst damit auch wieder eine ganz andere Diskussion auf…wir leben generell in einer Affordability Crisis weil die Löhne eben seit Jahrzehnten nicht mit der Preisentwicklung mitgehalten haben. Gerade wenn ich überlege, wie viel Miete in meiner Gegend kostet, müsste 3000€ Netto halt der Mindestlohn für eine Person sein. (3 Zimmer Wohnung, 65m2 kostet hier gut 900-1000€ Kalt. Und Faustregel Miete=30% Netto Gehalt) Bequem ist es damit leider noch nicht. Da hilft einem das Wissen auch nicht, dass viele Menschen in Deutschland überhaupt nicht so viel Geld verdienen.
Nur das “fast alle” bei den gewünschten Reformen der Grünen auch eher gegen 25% der Bürger ging. Denn ein E-Auto kann man sich eben mit dem Durchschnittslohn nicht leisten, Solar ist nur dann möglich, wenn der Vermieter das umsetzt, etc.
Zurück zu den Benzinpreisen und meine Frage dazu: Was macht man denn nun als Staat, der, seit ich denken kann, pendeln subventioniert (ja ich weiss, um die Subvention zu bekommen kann man auch ÖPNV fahren, aber auch der ist preislich irgendwann von Energiekiosten abhängig, und nicht jeder kann auf ÖPNV umsteigen)?