Klang im Verlauf der Diskussion anders. Hab das dann aber wohl missinterpretiert…
Ich denke nicht das das vom Thema Weg führt. Eine kanadische oder australische Migrationspolitik könnte dazu führen das an AgD-Wähler genau das Signal gesendet wird das sie womöglich haben wollten (unabhängig davon, das dies kurzfristig und praktisch nichts ändert), und die AgD hätte plötzlich kein thematisches Futter mehr für ihre Social-Media-Kampagnen.
Wir sollen also unsere Menschenrechtsstandards schleifen und die Aufnahme Hilfebedürftiger kontingentieren, damit AgD-Wähler sich besser fühlen?
Warum soll man sich vom ‘Schreckgespenst’ des AgD-Zuspruchs de facto erpressen lassen? - Und ich setze dieses Wort bewusst nicht in Anführungszeichen.
Das Anti-Folter-Kommittee des Europarats erklärte, die Zustände etwa im Ausreisezentrum Ellebæk seien „nicht für Menschen“ geeignet – selbst in Russland finde man bessere Bedingungen.
In Brennpunktstadtteilen werden Straftaten härter bestraft, Menschen können sogar zwangsumgesiedelt werden. Eins der Kriterien dafür ist pauschal der Anteil „nichtwestlicher“ Migrant*innen.
Allein das wäre schon auf so vielen Ebenen rechts- und verfassungswidrig, dass es vom Bundesverfassungsgericht kassiert würde.
Hat es denn wenigstens die extreme Rechte eingedampft?
Nicht wirklich:
2015 erzielte die Dänische Volkspartei (DF) mit 21 Prozent ein Rekordergebnis und wurde zweitstärkste Kraft, 2019 stürzte sie massiv ab und krebst inzwischen bei 2 Prozent herum. Seither haben sich allerdings gleich mehrere neue extrem rechte Akteure etabliert, zeigt eine Analyse der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES).
Lässt man das Rekordergebnis der DF im Jahr 2015 außen vor, ist die Bilanz deutlich: Die extreme Rechte in Dänemark war noch nie so stark wie heute.
Dem kann ich nur beipflichten. Laut aktuellen Umfragen liegen die „Dänische Volkspartei“ (DF) und die etwas moderateren „Dänemarksdemokraten“ zusammen bei etwa 18 Prozent - also fast beim Rekordergebnis der DF von 2015 [Quelle]. Die These von einer „erfolgreichen Bekämpfung“ der Rechtspartei durch Übernahme von deren (migrations-)politischer Agenda ist auch in Dänemark ein Mythos.
Jaein. Das Problem an solchen Analysen ist, dass das, was wir eigentlich untersuchen müssten, ist, bei wie viel Prozent die Rechten in Dänemark stehen würden, wenn die Sozialdemokraten eine liberalere Politik verfolgt hätten. Nur dann könnte man wirklich sagen, ob die aktuelle Politik tatsächlich die Rechten klein gehalten hat oder nicht. Solche kontrafaktischen Analysen können wir natürlich nicht durchführen. Aber um deine Schlussfolgerung tatsächlich zu bestätigen, bräuchten wir eine solche kontrafaktische Analyse.
Danke für den Link! ![]()
Auch die Borgernes Parti (“The Citizens’ Party”) mit zwei Prozent wird der Neuen Rechten zugeordnet. Da wäre man dann schon bei zusammen zwanzig Prozent, also auf dem Level des Rekordergebnisses.
Die rechtslibertäre und EU-’kritische’ Liberal Alliance mit elf Prozent kommt dann noch als starke Rechtsauslegerin dazu.
Ergo: Die Rechten wurden nicht geschwächt.
Vielleicht um Deutschland als Wirtschaftsstandort im Sinne von 80 Millionen Bürgern wettbewerbs- und zukunftsfähig zu halten? Warum wohl ist wie im oben verlinkten Video die Hürde so hoch, nach Kanada zu immigrieren? In Kanada ist jeder herzlich willkommen der einige Grundvoraussetzungen mitbringt, etwas beitragen zu können, nach einem Punktesystem. So könnte das die EU auch handhaben. Wieso sollte es erstrebenswert sein einfach “jedermann” aufzunehmen der “hilfsbedürftig” ist, wie auch immer du das definierst. Das erschließt sich mir nicht. Wem nützt das? Das nützt weder der EU noch dem Herkunftsland.
Ganz genau. Zusammengerechnet 18% schreibt ihr - von so einem niedrigen Ergebnis können wir bei der AgD doch inzwischen nur noch träumen. Zuletzt waren es 26% und bis 2029 geht das ganz sicher auf über 30. Da wären die 18% doch schon ganz nett?
Nur stellt sich die Frage, was Deutschland denen bietet, dar nicht andere Länder besser bieten, inklusive einer verbreiteteren Sprache.
Die Boomer gehen in Rente, viele Stellen werden nicht nachbesetzt und wenn wird aus zwei Stellen eine gemacht, Firmenpleiten sind auf Rekordniveau, Solarindustrie und Windkraftindustrie sind geschleift, Automobilindustrie liegt im Sterben. Unsere Wälder siechen dahin, genauso die Chemieindustrie. Die Stimmung im Land ist schlecht, vom Volk der Dichter und Denker ist nichts mehr übrig. Unsere überbordende Bürokratie (für die ich zu 50% kleinteilige Gerichtsentscheidungen verantwortlich mache) hat das Land dann endgültig lahm gelegt.
Ich für meinen Teil sage lediglich, dass nicht alle AfD Wähler alle AfD Positionen unwiderruflich und aus voller Überzeugung teilen.
Natürlich sehe ich es auch so, dass kein Wähler der AfD frei von rassistischen Denkweisen ist, weil kein Mensch der überhaupt keine Rassistischen Denkweisen in sich trägt würde die AfD wählen.
Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass nur weil ein Teil (nicht alle!) der AfD Wähler meiner Meinung nach nicht auf alle Zeiten an die AfD oder ähnliche Parteien gebunden sind, ein AfD Verbot falsch wäre.
Wenn man der Überzeugung ist, dass die AfD verfassungsfeindliche Ziele verfolgt (und das bin ich), dann ist ein Verbotsverfahren die einzig sinnvolle Konsequenz.
Wenn du der Überzeugung bist, dass alle Menschen aus tiefster Überzeugung AfD wählen, dann kannst du mir aber auch sicher beantworten, warum die aktuellen Umfragen über den Ergebnissen der Bundestagswahl liegen. Was hat sich seit der Wahl geändert weshalb die fast 30% mehr Menschen die AfD heute wählen wollen als vor einigen Monaten? Wenn das alles tiefste Überzeugung ist, haben die dann bisher gegen ihre Überzeugung gewählt? Inhaltlich hat sich seitdem ja bei den Parteien wenig getan.
Ich bleibe dabei: Es geht hier um Gefühle, nicht um Überzeugung, nicht um rationale Entscheidungen, sondern um ganz einfache Gefühle.
Viele aktuellen Kritikpunkte der Rechten (teils inkl. Union, FW, etc.) kann ich so z.B. überhaupt nicht sehen. Menschen beschweren sich, dass Kindersendungen neuerdings so politisch und durchweg linksgrün geworden sind. Hat keiner alte Folgen von Benjamin Blümchen oder Bibi Blocksberg gehört? Gegenüber den neuen Folgen wirken wie fast wie „linksgrüne Politpropaganda“. Serien ab Ende der 90er enthielten mehr Sexualität als heutige Jugendserien.
Wenn also alle ihre Kritik aus angeborener tiefster Überzeugung kundtun, warum tun sie das jetzt und nicht in den Jahren und Jahrzehnten davor? Warum werden neue Produktionen kritisiert, sei es weil „linksgrün“, queer oder was auch immer, weit weniger aber die älteren Produktionen die noch immer ausgestrahlt werden oder in Mediatheken verfügbar sind, inhaltlich aber zu einem großen Teil politischer und sexueller sind als heutige Neuproduktionen?
In meinen Augen zeigt das ziemlich genau, dass es im Kern gar nicht darum geht, dass man die Inhalte tatsächlich so unzumutbar findet, sondern dass man hier lediglich ein Ventil sucht.
Also regt man sich über alles auf was man irgendwie kritisieren kann ohne sich selbst in Frage zu stellen. Und wenn es Pudding mit Gabel essende Menschen sind.
Ich weiß nicht wie es in Dänemark ist, aber umgemünzt auf Deutschland würden 2 der 3 Parteien an der 5%-Hürde scheitern und übrig bliebe die eine mit 16.
Unsere Verfassung wurde mit Sicherheit nicht mit der Intention verfasst, Migration wie von dir befürwortet, dauerhaft zu gestatten.
Ja, genau das würde vielen sicherlich genügen.
Und ergänzend gesagt, sind sowohl links- als auch rechtsaußen sich ähnlicher als du es wahrhaben möchtest.
Moreover, we observe that those who share an extreme perspective - even when they do not share an ideology - exhibit increased neural synchronization in the broader posterior superior temporal sulcus region while consuming political content. For those on the most extreme ends of the ideological spectrum, this effect is further influenced by listening to extreme language.
Radikalisierung findet auf beiden Seiten statt und aus einer radikalen Position heraus wird man die andere Seite weder verstehen (im Sinne von inhaltlich durchdringen, nicht akzeptieren), noch geeignete Maßnahmen ableiten können.
Dennoch ist die FPÖ trotz Zugewinnen bei der letzten Nationalratswahl nicht so stark geworden, um eine Koalition der Mitte zu verhindern.
In Dänemark haben die Sozialdemokraten durch eine restriktiven Migrationspolitik ebenso verhindert, dass Rechtsaußen-Parteien ein wesentlicher Machtfaktor im der Regierungsbildung waren.
Na hoffentlich irgendwann wieder erstarkte Rahmenbedingungen mit einer im internationalen Vergleich gut gebildeten Jugend als Fundament für die nächsten 50 Jahre und einer Wirtschaftspolitik die Gründung und Innovation fördert.
Formal korrekt an dieser Aussage ist, dass die Rechtsaußen-Parteien DF und DD in Dänemark formal nie Teil einer Regierung waren. Aber was bedeutet „wesentlicher Machtfaktor bei der Regierungsbildung“? Das kann man auch verstehen als politischen Einfluss, der sich auf Parteien, Personal und Inhalte von Regierungen auswirkt. Und den hat die DF sehr wohl ausgeübt - ebenso wie die AfD in Deutschland es tut - indem andere Parteien auf sie reagierten und ihre Inhalte übernahmen. Ich wüsste nur keinen inhaltlichen Grund, warum man das als Erfolg feiern sollte. Auch die These, dass es die Sozialdemokratie war, die eine Regierungsbeteiligung der DF verhindert hat, finde ich ziemlich steil. Es war die erklärte Strategie der DF, sich nicht direkt an Regierungen zu beteiligen, um sich nicht „die Hände schmutzig“ zu machen. Die konservativ-liberalen Regierungen waren aber jahrelang von den Stimmen der DF im Parlament abhängig und auch sozialdemokratisch geführte Regierungen haben Gesetze bis hin zu Haushalten mit Stimmen der DF verabschiedet - sie haben also die Regierungspolitik de facto mitbestimmt. Und Inger Støjberg, Mitgründerin und Frontfrau der DF, war vorher sogar Ministerin der rechtsliberalen Partei Venstre. Wenn man das Ganze also inhaltlich betrachtet und nicht nur formal, kann man nicht von einer erfolgreichen Ausgrenzung bzw. neutralisierung der Rechtspopulisten in Dänemark sprechen - zumal die Parteien ja wie gesagt trotz der Übernahme wesentlicher Teile ihrer Agenda durch andere Parteien immer noch enorm stark sind.
Sorry, aber das sind wirklich Vergleiche zwischen Äpfel und Birnen. Man kann Entwicklungen im dänischen Parteiensystem mit jenen im deutschen Parteiensystem vergleichen, aber man kann nicht einfach das eine 1:1 auf das andere übertragen. Wenn 10 Parteien in einem Parlament sitzen, sind 20 Prozent eben nicht dasselbe wie bei 5 Parteien.
Bei der Partei der Bürger ist aber durchaus noch fraglich, ob sie es wirklich über die Sperrklausel von 2 Prozent schaffen.
Die LA ist zwar rechtsliberal bis rechtslibertär, aber ich würde sie nicht dem Rechtspopulismus zuordnen.
Prozentanteile sind ja erst mal keine nominale Steigerung.
Es gibt auch ganz naheliegende Erklärungen.
Wie z. B. diese aus der SZ:
Statt Euphorie folgt auf den Wahlsieg […] meistens erst einmal ein Stimmungstief. Das beobachtet Kai Arzheimer, der an der Universität Mainz extrem rechte Parteien erforscht, derzeit auch: „Die Stimmung ist bei den Anhängern der Regierungsparteien schon seit dem Wahltag nicht besonders gut“, schreibt er auf Anfrage der SZ. Die nächste Bundestagswahl ist vermutlich noch mehr als drei Jahre hin. Die Bereitschaft, sich in einer Umfrage schon jetzt zu SPD oder Union zu bekennen, sei deshalb vielleicht etwas niedriger, als wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, so Arzheimer.
(“Warum die AfD in den Umfragen so stark ist” (1.10.2025))
Zum gleichen Befund kam auch schon die Zeit:
Der Potsdamer Politikwissenschaftler Werner Krause benennt für die gegenläufige Entwicklung von Union und AfD mehrere Ursachen. „Es zeigt sich, dass die AfD in der Lage ist, ihr Mobilisierungspotenzial zu stabilisieren und leicht auszubauen“, sagt Krause. Er verweist auf einen gängigen Reflex: „Nach Wahlen sinken die Zustimmungswerte einer Regierung oftmals, weil sie erst mal liefern muss.“ Das sei nichts Ungewöhnliches.
Zwischen den Wahlen äußerten unentschlossene Wähler womöglich gar keine klare Präferenz, weil eben keine Wahl anstehe, sagt Krause. „Aber die AfD-Anhänger tun das.“ Während dadurch also die Union und andere Parteien absinken, treiben die AfD-Unterstützer die Kurve der Partei nach oben. Zudem, auch das ist ein wichtiger Befund, profitiere die AfD seit ihrer Gründung stark durch eine „massive Mobilisierung unter den Nichtwählern“, sagt Krause. Sie holt also Menschen an die Urnen, die zuletzt nicht zur Wahl gingen.
(“Warum die AfD an der Union vorbeizieht” (24.9.2025))
Klar, (relativ und/oder vorübergehend) Unentschlossene tauchen in den gewichteten Prozentwerten gar nicht auf, auch wenn sie eigentlich einer bestimmten Partei zuneigen und diese im Zweifel auch wählen würden.
Es muss also keineswegs so sein, dass mehr Menschen AgD wählen würden, aber deren Mobilisierung hält - im Gegensatz zu den Regierungsparteien - an.
Von “tiefster Überzeugung” habe ich nie geschrieben, sondern einerseits ebenfalls von Gefühlen (s. o.) und andererseits von Einstellungen, die wiederum mit Persönlichkeitsmerkmalen zusammenhängen. Letztere wiederum beeinflussen auch maßgeblich, welche Gefühle beim Betrachten ein und derselben Sache ausgelöst werden. Z. B. weiß man aus der Forschung, dass im Englischen als conservatives Bezeichnete Reize eher als bedrohlich und somit angstauslösend wahrnehmen (“Political conservatism is associated with an increased negativity bias, including increased attention and reactivity toward negative and threatening stimuli. […] These results suggest that increased amygdala–BNST connectivity during threat may be a key neural correlate of the enhanced negativity bias found in conservatism.”) oder eher ein Ekelgefühl bekommen (“Conservatives are more easily disgusted than liberals”). Usw.
Zwei Rechtsdraußenparteien haben laut aktuellsten Daten jeweils neun Prozent, macht also zusammen 18. In Dänemark gilt außerdem eine Zwei-Prozent-Hürde. Es könnte sich also auf ein Fünftel der Parlamentssitze summieren, wenn die dritte Rechtsdraußenpartei mit derzeit zwei Prozent in der letzten Umfrage reinkäme.
Und die rechtslibertäre Liberal Alliance (“right-wing libertarian”) käme u. U. auch noch mit zusätzlichen elf Prozent, aber jedenfalls ganz sicher, ins Parlament.
Das wären dann zusammengerechnet 31 Prozent.
Also in der gleichen Größenordnung wie AgD und FDP in den rosigsten Umfragen für beide Parteien, wobei die FDP wahrscheinlich sehr viel weniger rechts ist als die LA.
Das zeigt die Studie, die du anführst allerdings nicht bzw. nur auf eine sehr oberflächliche Art und Weise. Dass politischer Content an den Enden des politischen Spektrums mehr neuronale Aktivität und Affektivität triggert, ist ja für sich genommen erst einmal trivial.
Was zeigt sie denn sonst?
Zitat:
These effects did not depend on which side of the political aisle the participant was on, suggesting that both extreme liberals and extreme conservatives show
heightened neural activity to the same political content.
Using a second, more fine-grained, data-driven intersubject similarity approach, we find that those with shared extreme views also appear to process political content in a similar way - despite not sharing the same political ideology.[…] it is possible that those with strong ideological beliefs, regardless of the content of those beliefs, come to view the world through a lens that alters the way in which events are processed.
Rechts und links sind beide auffällig und offenbar nur eingeschränkt befähigt, eine andere Sichtweise nachzuvollziehen, weil sie grundsätzlich anders (weder richtiger noch falscher) wahrnehmen.
Das klingt aber doch nicht unbedingt so als wären alle Meinungen in Stein gemeißelt sondern eher dafür, dass die Reize entscheidend sind.
Normalisierung von Dingen würde also dafür sorgen, dass diese nicht als erneuter Reiz wahrgenommen werden.
Das erklärt auch, warum z.B. in Orten mit vielen Migranten oft weniger ausländerfeindliche Positionen vertreten sind als im Umland. Während sich der Bewohner der Großstadt an das sich langsam ändernde Stadtbild gewöhnt und keine großen Reize wahrnimmt ist für den Bewohner des Umlands jeder neue Besuch in dieser Stadt ein Reiz der seine politische Einstellung triggert.
Das heißt aber ja nicht automatisch, dass deshalb jeder auf alle Zeit an die AfD verloren ist, sondern dass es sehr wohl Möglichkeiten gibt indem man Dinge normalisiert. Da sind sicherlich die einen konservativen offener dafür als die anderen, auch innerhalb der Union gibt es da ja eine große Bandbreite, aber es dürfte sehr wohl Wirkung zeigen.
Hier ist natürlich das Dilemma, dass Filterblasen das deutlich schwieriger machen.
Vielleicht könnte man als Reaktion auf Aussagen wie von Merz statt der Empörung die der Äußerung nur mehr Macht verleiht eine Kampagne initiieren die das Thema Stadtbild zum Inhalt hat und zwar ganz gezielt mit Bildern die zwar Vielfalt zeigen, aber in einem Kontext der positiv wirkt.
Ein Problem ist doch, dass viele Leute mit der Aussage von Merz ein ganz bestimmtes Bild im Kopf haben.
Ich verstehe ja welche Problematik er anspricht und verstehe auch nicht, dass es Hotspots gibt die seit Jahren bestehen, aber das ist nicht das einzige was mir einfällt wenn die Stichwörter Stadtbild und Ausländer sind. Aber andere Menschen haben dieses positive Bild vielleicht nicht, weil sie es gar nicht kennen, keine Berührungspunkte im Alltag haben und daher nur die Bilder der Schlagzeilen aus der Bild im Kopf haben.
Wenn diese Persönlichkeitsmerkmale wahlentscheidend wären, dann dürfte sich das Ergebnis der AfD über die Jahre kaum verändern.
Oder glaubst du, dass sich die Zahl der Menschen mit diesen Merkmalen von 2021 bis 2025 in Deutschland verdoppelt hat?
Ich bestreite nicht, dass Persönlichkeitsmerkmale eine Rolle spielen.
Aber sie erklären nicht das Verhalten.
Wir sind keine deterministischen Wesen, sondern wir reagieren in politischen Fragen auf Umstände, Kommunikation und Vertrauen.
Wenn sich die politischen Ränder innerhalb einer Legislaturperiode verdoppeln, liegt das wohl kaum an einer plötzlichen Persönlichkeitsveränderung in der Bevölkerung, sondern an politischer Unzufriedenheit.
Unbeliebte Politik stärkt Extreme, funktionierende Politik schwächt sie.
Sonst könnten wir uns Parteien und den Wettbewerb um Mehrheiten auch gleich sparen.
Wie dann?
Woran soll sich Politik orientieren, wenn nicht an den Stimmungen und Bedürfnissen der Bevölkerung?
Man kann das versuchen zu ignorieren, aber dann würde ich nicht auf eine Wiederwahl wetten, egal zu welcher Quote.
Das meinte ich nicht mit dem Status quo verändern.
Aber bezeichnend, dass du darunter verstehst, die Bevölkerung anpassen zu wollen.
Ich meinte natürlich die politische Situation und da liegt der Ball bei der Regierung, nicht bei den Wählern.