Ich möchte vorschlagen, dass die Hosts mal wieder Ronen Steinke interviewen. Anlass für diesen Vorschlag ist ein Kommentar in der Süddeutschen, wo er ziemlich konkret zwei Szenarien gegenüberstellt:
- Was passiert denn ganz konkret, wenn die AfD verboten würde?
- Und was passiert, wenn sie nicht verboten würde?
Leider hinter Paywall (die SZ bietet Tagestickets):
Als Befürworter eines AfD-Verbots wurde mir da erst klar, dass auch ein AfD-Verbot schockierende Bilder für die Welt produziert.
… dass die Vertreter der Partei aus allen Parlamenten hinausflögen, aus dem Bundestag, aus allen Landtagen, aus jedem Kreistag, jedem Stadtrat … Wer nicht freiwillig gehen will, der wird von der Polizei hinausgezerrt, sicher würden es sich etliche AfD-Vertreter nicht nehmen lassen, dabei dramatische Bilder zu produzieren. Das sind dann Bilder, die um die Welt gehen und die auch in Russland genüsslich publiziert werden würden
… müsste es Razzien in allen Büros der AfD geben. … alle Unterlagen, alle Vermögenswerte, alle Computer der Partei zu beschlagnahmen, bevor sie jemand beiseiteschaffen kann. Vermummte Beamte würden Kisten hinausschleppen. Journalisten würden filmen, wie sie Parteischilder abschrauben
In so gut wie allen deutschen Parlamenten würde sodann eine Lücke klaffen. Im Bundestag etwa würden die 151 Sitze der AfD leer stehen, die bisherigen Mandatsträger dürfen sich auch nicht in andere Fraktionen hinüberretten. Und das heißt, Rot-Rot-Grün hätte auf einmal eine Mehrheit. Obwohl das dem Wählerwillen bei der jüngsten Bundestagswahl in keiner Weise entspricht. Verfassungsrechtlich gibt es keine fixe Regel dafür, wie mit diesem Repräsentationsproblem umzugehen wäre. Das gab es noch nie. Die wahrscheinlichste Lösung, auf die sich indes erst einmal die verbleibenden Parteien der Republik einigen müssten, hieße: Neuwahlen in Bund, Ländern und Kommunen. Eine große, demokratische Disruption.
Die bisherigen Mitglieder und Funktionäre der AfD … würden weiter reden, twittern, politisieren dürfen. Im plötzlich aufziehenden Wahlkampf würden sie thematisch wohl auch im Mittelpunkt stehen.
… ob es vorerst einer anderen, existierenden Partei – etwa der Werte-Union von Hans-Georg Maaßen und Jörg Meuthen – gelingen könnte, AfD-Wähler aufzusammeln. Oder wo diese zehn Millionen Menschen sonst hingingen mit ihrer Wut.
Aber ich fürchte, bei der (leider nicht so plastisch beschriebenen) Alternative müssen wir auch da durch …
Noch besser wäre es, wenn die Politik zusätzlich endlich beherzt die gefühlt Duzend Probleme, die sie seit gefühlt 20, 30 Jahren ungelöst von Regierung zu Regierung weitergibt, endlich beherzt und mutig angeht.