Zuckersteuer auf Hafermilch?

Die geplante Zuckersteuer könnte mehr Produkte betreffen als gedacht. Das zeigt ein Eckpunktepapier, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Demnach soll die Steuer nicht nur bei zuckerhaltigen Getränken wie Limonaden fällig werden. Sondern zum Beispiel auch bei Nektar, Smoothies und getreidebasierten Drinks wie Hafermilch. Und bei Getränken, die nur Süßungsmittel enthalten. Betroffen wären dann wohl auch zuckerfreie Limonaden.

Zuckersteuer auf zuckerfreie Limonaden und Hafermilch? Es reicht wohl nicht aus, dass auf Hafermilch der volle Mehrwertsteuersatz anfällt, auf Kuhmilch hingegen der reduzierte Mehrwertsteuersatz.

Welche Lobby hat sich denn hier nun wohl wieder durchgesetzt?

4 „Gefällt mir“

Naja… viele Pflanzenmilchsorten enthalten zugesetzten Zucker. Nektar und Smoothies enthalten idR relativ viel Zucker und sind alles andere als gesung. Und auch Süßungsmittel wie Aspartam sind zumindest umstritten.

Erlässt man diesen Produkten die Zuckersteuer, werden hochverarbeitete und gesundheitlich problematische Lebensmittel einfach voller Süßungsmittel gepumpt.

Das Ziel soll ja aber sein, diese Lebensmittel finanziell unattraktiver zu machen.

Fällt dann auch eine Zuckersteuer auf Kuhmilch an?
Also bei einem zwar natürlichem aber zuckerreichen Saft könnte ich es ja verstehen.
Aber einen zuckerarmen Milchersatz zusätzlich zu besteuern, klingt für mich nach Lobbyarbeit

1 „Gefällt mir“

Wird es hier Mal wieder nicht unnötig kompliziert? Jetzt wird zusätzlich zur Mehrwertsteuer nur für eine Sache noch eine Steuer erhoben (neben Mineralöl, Tabak, …)

Könnte man nicht einfach drei verschiedene Mehrwertsteuersätze machen?

0% - Minimum Bedarf an Leben (Lebensmittel, Wasser, …)

19% - normaler Konsum (Kleidung, Elektro, …)

xx% - Luxussatz (Süßigkeiten, Alkohol, Zigaretten, …)

Die Eingruppierung sollte von einer unabhängigen Kommission gesetzt werden.

2 „Gefällt mir“

Ich will das Fass eigentlich nicht aufmachen, aber mir bleibt leider keine wahl, weil ich diesen Quatsch viel zu oft lese. weder ist aspartam gleich schädlich wie Zucker, noch gibt es irgendeine wissenschaftliche Studie die belegt, dass es ebenso schädlich ist wie Zucker. Ja ja es geistert da irgendeine Studie durch die Medien, die behauptet es sei krebserregend. Nur die besagte Studie war handwerklich schlecht gemacht und war zu dem Zeitpunkt als die Headlines voll waren, nicht mal Peer reviewed (wie so oft). Im Gegenteil gibt es mehr neuere Studien die das Gegenteil beweisen. Um die menge aspartam zu sich zu nehmen, dass es wirklich problematisch wäre, müsste man einen kompletten Kasten Cola Zero an einem Tag trinken (wer macht das?)

Ich kann zu einem gewissen grad verstehen, dass man allgemein, extra gesüßte Getränke ablehnt, weil man sich bei übermäßigen Konsum daran gewöhnt und dann bspw. Kaum noch normales Wasser mehr trinkt. Auch fördern süße Getränke den allgemeinen Appetit. Und man isst dadurch vielleicht mehr. Das ist aber was anderes als zu verbreiten, dass Aspartam umstritten wäre oder gar gesundheitsschädlich.

16 „Gefällt mir“

Oder danach, dass ein Ministerium erkannt hat, dass es auf dem Rücken einer guten Idee noch höhere Einnahmen generieren kann, wenn man es einfach wahllos ausdehnt und dann noch die Zusage für die Verwendung weglässt.

2 „Gefällt mir“

ChatGPT liefert zum Zuckergehalt von Kuhmilch bzw. Hafermilch/Haferdrink folgendes:

Im Durchschnitt enthält Kuhmilch etwas mehr Zucker als ungesüßte Hafermilch – aber es hängt stark vom Produkt ab.

Pro 100 ml ungefähr:
Getränk
Zucker
:glass_of_milk: Kuhmilch (3,5 %)
ca. 4,7 g
:sheaf_of_rice: Hafermilch, ungesüßt
ca. 2–4 g
:sheaf_of_rice: Haferdrink, normal
ca. 3–5 g

Wichtig: Der Zucker in Kuhmilch ist hauptsächlich Laktose. Bei Hafermilch kann durch die Verarbeitung von Haferstärke ebenfalls Zucker entstehen. „Ohne Zuckerzusatz“ bedeutet daher nicht automatisch „zuckerfrei“.

Also bleibt festzuhalten:

Sowohl Kuhmilch als auch Hafermilch enthalten ungefähr gleich viel Zucker pro Liter. Für Kuhmilch wird keine Zuckersteuer erhoben und es gilt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz. Für Hafermilch wird der volle Mehrwertsteuersatz fällig. Gleichzeitig soll für Hafermilch noch eine Zuckersteuer in Höhe von 26 Cent pro Liter fällig werden. Inklusive Mehrwertsteuer wären das dann sogar rund 31 Cent (26x1,19) pro Liter

Was soll die damit verbundene Lenkungswirkung sein?

7 „Gefällt mir“

Angesichts der geringen Dringlichkeit/Bedeutung könnte man vielleicht auch einfach mal gucken, was am Ende rauskommt.

1 „Gefällt mir“

Was dringlich ist, ist hier aber stark umstritten.

Für den Gut- oder zumindest Normalverdiener mag das nicht dringend sein. Eine Steuer, die im Monat vielleicht 20 Euro kostet, so what? Für den Geringverdiener, der ohnehin gerade kaum über die Runden kommt, ist so eine Steuer aber ein Schlag in die Magengrube.

Was du hier zeigst, indem du der Sache eine geringe Dringlichkeit / Bedeutung beimisst, ist exakt das Problem linker Bewegungen: Diese Zuckersteuer wird viele potenzielle Wähler direkt in ihrer Lebensführung betreffen. Sie mag im Großen und Ganzen natürlich viel unwichtiger sein, als die faktische Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes oder anderer, allgemeiner Probleme wie dem Kampf gegen Rechtsextremismus, aber es ist ein Punkt, den der Wähler direkt in seinem Geldbeutel fühlt. Genau deshalb muss eine linke Bewegung diesem Thema große Aufmerksamkeit geben, denn genau das sind die Themen, die den Bezug zwischen „Politik“ und „Bürger“ herstellen - die Themen, die sich direkt auf das Leben der Bürger auswirken.

Abgesehen davon ist es wichtig, bei problematischen Gesetzesentwürfen schon im frühen Stadium eine Gegenbewegung zu erzeugen. Noch wird die Sache im Bundestag diskutiert und wenn es viel öffentliche Kritik gibt, besteht eine realistische Chance, dass es noch geändert wird. Gibt es hingegen keine öffentliche Kritik und wird das im Bundestag erstmal so durchgewunken, ist die Sau geschlachtet. Dann ist es zu spät für öffentliche Kritik, denn dann wird sie nichts mehr bewirken.

So wichtig „die großen Themen“ auch sein mögen, es wäre ein riesiger strategischer Fehler, „die kleinen Themen“, die den Bürger direkt betreffen, deshalb zu ignorieren.

3 „Gefällt mir“

Dass sich Geringverdienende oft Hafermilch gönnen, halte ich doch eher für unwahrscheinlich.

Die Erfahrung zeigt außerdem, dass sich die Industrie anpasst und zusätzlich besteuerte Zutaten entweder durch nicht besteuerte ersetzt oder anteilig deutlich verringert.

Das ist ja auch das Ziel vom Ganzen.

Dass es da keine Ausweichmöglichkeiten gibt, halte ich für unwahrscheinlich.

Wie gesagt, man kann ja über sowas (und über alles Mögliche) diskutieren.

Aber noch liegt dem Bundestag nicht mal ein Gesetzentwurf vor.

2 „Gefällt mir“

Hafermilch kann man i.Ü. auch sehr gut selbst machen, einfach Haferflocken mit dem Stabmixer in Wasser pulverisieren. Dann fällt auch die Schlepperei weg, statt Tetrapacks hat man nur die Hafer-Papiertüte und günstiger ist es auch noch.

3 „Gefällt mir“

Schon echt verrückt, dass Kuhmilch und Hafermilch preislich in derselben Größenordnung spielen.

5 „Gefällt mir“

Und wenn Hafermilch unsinnigerweise noch mehr besteuert wird, werden noch mehr Menschen keine Hafermilch nehmen. Deine Aussage ist wirklich kein Argument sondern ein Vorurteil gegen ärmere Menschen.

8 „Gefällt mir“

Können die 2 threads bitte zusammengelegt werden?

1 „Gefällt mir“

„Gönnen“ in diesem Zusammenhang impliziert, dass Hafermilch aktuell zwingend teurer sei als Kuhmilch. Das ist nicht der Fall. Klar, wenn man zu Markenprodukten wie Alpro oder Oatly greift, aber die Preise der Eigenmarken der Discounter für Hafermilch entsprechen denen für Kuhmilch oder liegen sogar darunter.

2 „Gefällt mir“

Fragt sich, ob die KI hier richtig liegt. Eine zufällige Stichprobe der Hafermilch, die hier grade auf dem Tisch steht (Alpro Not Mlk Voll) ergibt einen Zuckergehalt von 0,0 g.

Also hängt es auch vom tatsächlichen Produkt ab.

Meine Güte es ist ein Themenvorschlagsforum. Hier kann man zu allem möglichen einen Thread eröffnen. Jeder entscheidet selbst wie dringlich man etwas findet. Du musst dich ja nicht an dieser Diskussion beteiligen, wenn du sie nicht für dringlich hältst.

Es liegen in den Medien bereits ein ausgearbeiteter Referendenentwurf vor. Das ist zwar noch kein Gesetzesentwurf, aber dieser Entwurf geht schon stark ins Detail und sieht bspw. Eine Staffelung über alle zusätzlich gesüßten Softdrinks vor. Das ist schon ziemlich konkret. Diese Entwürfe werden nicht ohne Grund geleakt. Das sind Test Ballons um zu prüfen wie weit man gehen kann.

Das Hauptproblem ist, dass die Vorgabe an die Ministeriumsmitarbeiter war: wir wollen eine Steuer die uns Mehreinnahmen bringt und nur zum Teil zweckgebunden. Deswegen hat man explizit ALLE gesüßten Getränke mit rein genommen, auch die ohne Zucker, weil man explizit umgehen will, dass die Hersteller auf Alternativen umsteigen. Das ist die Zielvorgabe für den Gesetzesentwurf. Im Gegensatz zu bspw. GB, wo nur zuckerhaltige Getränke besteuert werden, die Industrie auf alternativen setzt und die Einnahmen kontinuierlich nach unten gehen, weil es immer weniger Zucker in den Getränken gibt. Versprochen wurde seitens der Bundesregierung das, nun geht es in eine ganz andere Richtung. Natürlich muss man darüber sprechen.

Alles nochmal hier nachzulesen Bundesregierung will Zuckersteuer auf Light-Getränke ausweiten | tagesschau.de

4 „Gefällt mir“

Es sind explizit nicht alle Getränke inbegriffen. Wie erwähnt fehlen Milchbasierte Produkte.

Man sollte sich einfach mal darauf besinnen, was eine Zuckersteuer eigentlich abbilden oder bewirken soll: Ungesunde kalorienreiche Ernährung reduzieren. Dabei ist es völlig egal, woher der Zucker kommt. Klar gibt es unterschiede, wie lang oder kurzkettig diese sind, aber grundsätzlich spielt es keine Rolle aus meiner Sicht, ob der Zucker nun aus dem Hafer kommt oder aus der Zuckerrübe oder Fructose oder Laktose. In allen Formen ist der Zucker mehr oder weniger ungesund für den Menschen bei seiner heutigen Mündigkeit, Suchterkrankung und sonstiger Ernährung und Lebensstil. Sehr viele Menschen sind übergewichtig in diesem Land und das kommt mitunter durch den ganzen Zuckerkonsum (mal abgesehen von Entzündungswerten im Körper, die durch Zucker gefördert werden).

Ich verstehe den Aufschrei daher bei Hafermilch nicht. Sie sollte genauso objektiv bewertet werden, wie Milch oder Cola. Spielt für mich auch keine Rolle, ob das nun natürlich gesüßt oder zusätzlich gesüßt ist. Es bleibt ja gleich ungesund, egal welchen Ursprungs. Kohlenhydrate sind nun mal Kohlenhydrate.

Durch eine Steuer darauf passiert nun Folgendes. Menschen greifen zu zuckerärmeren Alternativen, Hersteller reduzieren den Zuckergehalt um Preisdruck nachzugeben, Menschen leben insgesamt systematisch gesünder. Und darum gehts doch.

Ja, es ist eine Verbrauchsstuer und belastet damit ärmere wieder verhältnismäßig stärker, aber auch hier könnte man das Geld auch ebenso auf dieser Ebene wieder zurückgeben. Auch zweckgebunden ins Gesundheitssystem.

Wer hier unter den Bus fällt sind aus meiner Sicht Menschen die Zucker explizit brauchen, sich aufgrund ihres Lebensstils aktiv dafür entscheiden: Sportler. Denn für sie ist Zucker nicht perse ungesund. Eine Kohlenhydratreiche Ernährung ist dort nämlich essentiell und nicht schädigend. Auch während des Trainings super wichtig schnelle Kohlenhydrate zuzuführen.

1 „Gefällt mir“

Ja da möchte ich mal Lidl lobend erwähnen die vegane Produkte zum gleichen Preis wie das nicht vegane Produkt anbieten. Ich nutze die No Milk von Lidl und vermisse Milch überhaupt nicht.

1 „Gefällt mir“