Zehn-Punkte-Agenda des Wirtschaftsrates der CDU

Ja und? Wenn Sie in der Partnerschaft beide über der Beitragsbemessungsgrenze liegen, dann verfügen Sie auch über ein sehr hohes Haushaltseinkommen und gehören vermutlich zu den 10% einkommensstärksten Haushalten in Deutschland. Ihre effektive Abgabenlast ist durch Überschreitung der Beitragsbemessungsgrenze zudem niedriger als bei einem Arbeiter mit Einkommen knapp über dem Mindestlohn.

Ich teile durchaus das Gefühl, dass im Solidarsystem etwas aus den Fugen geraten ist (s.o. oder auch hier). Aber die Höhe der Belastung für Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze gehört nicht dazu.

Ja, ich würde die Beitragsbemessungsgrenzen weiter anheben. Schon alleine, um ein Abwandern von Gutverdienern in die PKV zu verhindern.

Nein, es ist ein Teil der Sozialversicherung Deutschlands, die im Großen und Ganzen als Umlagesystem funktioniert, in dem die Leistungsfähigen die Leistungsschwachen (egal aus welchem Grund) querfinanzieren. Weil das den sozialen Frieden erhält und unsere Gesellschaft insgesamt lebenswerter, resistenter und (ja) leistungsfähiger macht.

Über Reformen kann man sehr gut reden. Ich persönlich würde die Möglichkeit zur Versicherung außerhalb der GKV massiv einschränken und die Finanzierung damit auf eine breitere Basis stellen. Polemik oder Fundamentalkritik ist angesichts des historischen Erfolgs des Modells nicht angebracht.

Niemand wird “gezwungen”. Sich aus dem Solidarsystem zu verabschieden ist eine bewusste Entscheidung (mit der möglichen Ausnahme von Beamten, was ein Unding ist). Und das kann bei veränderten Lebensumständen schnell nach hinten los gehen. Was ist denn, wenn einer von Ihnen beiden in der PKV schwer erkranken, sie auf einmal ein deutlich verringertes Haushaltseinkommen und gleichzeitig pflegerische Aufgaben zu erledigen haben? Immer dran denken: die meisten Behinderungen werden im Laufe des Lebens erworben, nicht angeboren. Dann rutschen Sie in den Basistarif und dann kriegen Sie (im besten Fall) die gleichen Leistungen wie in der GKV aber unter Umständen deutlich teurer.

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