Werden sie auch gerne "durchregiert"?

Das Wort „Durchregieren“ (das ich kürzlich hier selbst gebraucht hatte) ist sehr unspezifisch und eigentlich negativ belegt.

Wenn Durchregieren bedeutet, dass eine Partei ohne Sinn und Verstand macht, was sie will, dann bin ich gegen durchregieren.

Wenn Durchregieren heißt, dass eine gewählte Regierung zügig Lösungen zu wichtigen Probleme mit ihrer Mehrheit im Parlament (nach Anhörung von Experten und mit möglichst keinem Einfluss von nur ihrem Eigennutz verpflichteten Lobbyisten) beschließt und

  • dabei keine völlig aufweichenden, d.h. nutzlosen Kompromisse mit Mehrheiten in Bundesrat oder Ministerpräsidenten oder dem EU-Parlament eingehen muss (weil die Verantwortung so unsauber definiert ist, dass diese zustimmen müssen),
  • danach nicht durch eine Verwaltungsbürokratie ausgebremst wird

dann bin ich für mehr „Durchregieren“.

Ein Träum wäre, wieder eine Aufteilung des Parlaments auf deutlich größere, demokratische Fraktionen zu finden, damit nur zwei Parteien Kompromisse finden, idealer Weise zwischen Lösungen, die eigentlich unvereinbare sind.

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