Bei allem Respekt: Ich habe viele Jahre bei einem der großen Energieversorger in Deutschland mit mehreren Millionen Kunden als Data- und Cloud-Engineer gearbeitet. Global hatten wir eine mittlere achtstellige Zahl an Kunden. Heute bin ich als Lead-Entwickler bei einem anderen großen Energieunternehmen tätig, ebenfalls mit mehreren Millionen Kunden.
Ich denke, ich weiß, wie Unternehmens-IT im größeren Maßstab grundsätzlich aussieht. Und da kann ich dir und @vieuxrenard garantieren: Es gibt natürlich nicht für alle Unternehmensdaten lokale Backups. Nochmal: Das wären Petabytes an Daten, die rollierend inkrementell sowie regelmäßig als Full-Snapshot gesichert werden müssten. Und eigentlich bräuchte man dann noch ein Backup des Backups. Wie viele Festplatten soll man dafür vorhalten? Das macht man vielleicht bei der LdN mit 20 Mitarbeitenden, aber sicher nicht mehr in echter Größenordnung.
Es gibt klare Richtlinien, was man on‑premise im eigenen Datacenter sichern sollte (unternehmenskritische Daten, Vertragsdaten usw.), da bin ich bei euch. Aber es gibt auch etliches, das nicht lokal gesichert wird: zum Beispiel GIT-Repositories, die ausschließlich bei Azure DevOps, GitHub oder ähnlichen Services liegen und sicher nicht mehr mit vollständiger Historie lokal vorgehalten werden. Oder Sensordaten von Industriegeräten. Oder selbst trainierte KI-Modelle. Und vieles mehr. Da verlassen sich alle darauf, dass die USA uns noch lange gewogen bleiben.
Maximal würde man Daten von Azure, AWS oder GCP zu Hetzner und Co. synchronisieren. Aber auch das muss man erst implementieren, Hetzner ausreichend absichern (Enterprise Security ist ein riesiges und teures Thema, gerade bei Multicloud), und man muss bereit sein, den Network-Traffic zu bezahlen, in dem von mir beschriebenen Maßstab können das einige Millionen € nur für Egress sein.
Wenn Ulf also so scharf von
Jeder ITler wird euch in aller Offenheit sagen: No backup, no mercy - kein Backup, kein Mitleid.
zu einem Fall schreibt, in dem es Backups gab (Sharepoint hat eine inbuild Backup Lösung) und aber letztlich der Cloud Storage Betreiber die Daten gelöscht hat, schreibt, dann muss ich leider sagen, dass diese Aussage in dieser Vehemenz nicht in Ordnung ist.
Es ist wie jemandem, der eine Premium-Luxus-KFZ-Schadensversicherung hat, die verspricht, jedem Kunden binnen Minuten das Fahrzeug wieder fahrbar zu machen, und dieses Versprechen im Bedarfsfall nicht einlöst, bei einem Motorschaden zu sagen, dass er sich ja ein Zweitauto als Backup auf den Hof hätte stellen können.
Der Verein hat einen Fehler gemacht - er hat die Preisanpassung übersehen. Das fehlende lokale Backup würde ich definitiv nicht als Fehler sehen.